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Prisma x Liquefacere fines

von Tsubaki
GeschichteMystery, Freundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
06.12.2018
95
91.211
6
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Dieses Kapitel
1 Review
 
10.12.2017 742
 
Abschnitt 39 - u8


Lynn betrachtete die Fußspuren noch einmal eingehend. Sie hatten sich bemüht, die fremden Fußabdrücke nicht zu verwischen, aber hier war das nicht sonderlich schwer. Und wo sie hin geführt hatten, war wirklich nicht festzustellen.
Auch Jane hatte die Spuren noch einmal begutachtet und sich auch in der Umgebung flüchtig umgesehen. Aber egal wie oft sie das tat, sie kam jedes Mal zu dem selben Ergebnis. Schnee, nichts als Schnee, diese Hütte und die Zuckerstangen auf dem einzigen Weg. Die Landschaft bot keine offensichtlichen Versteckmöglichkeiten – oder Auswege.
„Die Spur führt wahrscheinlich wirklich im Kreis“, merkte Jane an. „Lass uns also in der Hütte nachsehen. Egal, ob die Person jetzt durch die Tür oder durch ein Fenster gestiegen ist, es ist am Wahrscheinlichsten sie drinnen zu finden.“
„Ich weiß“, meinte Lynn. „Aber woher wollen wir wissen, dass die Person auf unserer Seite ist?“ Dieser Einwand war durchaus berechtigt – vor allem, wenn man an den märchenhaften Aspekt der Landschaft dachte. Denn auch wenn es kein Lebkuchenhäuschen war, könnte es doch ein „Hexenhäuschen“ sein. Und selbst wenn es das nicht war, mussten Bewohner nicht unbedingt friedlich auf Besucher reagieren.
„Was meinst du, wie oft sich hier Menschen hin verirren?“, fragte Jane zögerlich, während ihr mögliche Szenarien durch den Kopf schwirrten.
Lynn lachte.
„Ich glaube, dass sich hier überhaupt niemals Menschen hin verirren.“
Jane schüttelte den Kopf und schlenderte los, in Richtung Tür.
„Aber wir sind doch auch hier.“
Dann blickte sie zu der Tür hinüber, aus der sie gekommen waren und schürzte die Lippen.
„Na gut, so unwirklich, wie das hier aussieht, kommen normalerweise wohl doch keine Menschen her.“
Jane öffnete die hölzerne Tür und betrat wieder die Stube. Kaum waren sie und Lynn hindurchgegangen fegte ein eisiger Windstoß sie jedoch hinter ihnen zu.
„Was war denn das?“, rief Lynn und sie und Jane sprangen fast gleichzeitig zur Tür.
„Ist sie verschlossen?“, fragte Jane entsetzt, während Lynn daran hantierte.
„Nein, sie klemmt nur ein wenig“, gab diese zurück.
„Gut“, meinte Jane und drehte Lynn dann wieder den Rücken zu. Ihr Blick durchstreifte misstrauisch den Raum. Woher konnte der Wind bloß gekommen sein?
„Weißt du, ob ein Fenster geöffnet war, als wir rund rum gegangen sind?“, fragte sie Lynn, aber ihre Stimme klang immer noch alarmiert. Sie glaubte nicht, dass es an einem offenem Fenster und dem dadurch möglicherweise entstandenen Durchzug gelegen hatte.
Und sie sollte Recht behalten.
Im nächsten Moment sprang ein kleines Wesen aus dem Nachbarraum direkt vor ihre Füße. Jane gab einen überraschten Schrei von sich und rempelte Lynn als, als sie im Affekt zurück wich.
„Was hast du?“, fragte Lynn, sah aber bereits bevor sie den Satz beendet hatte, was Jane so erschreckt hatte.
„Das ist...“, stammelte Jane irritiert.
„Ein Botogel!“, beendete Lynn ihren Satz.
Und wirklich, vor den beiden stand ein lebensgroßes Botogel, dass sich selbstsicher aufplusterte, wie ein Hahn auf dem Misthaufen.
„Ob das der Bewohner der Hütte ist?“, fragte Jane irritiert, ohne dabei den Blick von dem Pokemon abzuwenden. Sie stutzte. „Die Fußspuren draußen stammen jedenfalls nicht von ihm. ...Oder?“
„Ein echtes Pokemon!“, kam jedoch nur eine gehauchte Aussage von Lynn zurück.
Botogel hingegen wollte sich an dem Gespräch beteiligen. Es gab ein paar quäkende Laute von sich und lief dann wieder direkt vor die Füße der beiden Mädchen. Es zog seinen beutelartigen Schweif nach vorne und griff mit einem Flügel hinein.
„Wie echt die Federn aussehen“, meinte Jane nun auch fasziniert. Lynn nickte – für Jane nur aus dem Augenwinkel wahrnehmbar.
Dann präsentierte das Botogel ihnen sein Geschenk. Ein kleines Päckchen mit rotem Geschenkpapier umwickelt.
Lynn wich das letzte Stück zur Tür zurück und raunte: „Das sollten wir besser nicht nehmen.“
Jane nickte und antwortete: „Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass wir eine böse Überraschung erleben, wenn wir es nehmen.“
Beide wussten, dass den Geschenken von Botogels nicht zu trauen war. Aber das Eispokemon schien nicht gewillt zu sein, ein Nein zu akzeptieren. Es versuchte das Päckchen einfach unauffällig in Janes Hand zu deponieren – die daraufhin sofort zurück zuckte und die Hand erhob.
Das Pokemon schien das als Drohgebärde zu verstehen, denn es warf das Päckchen hinter sich und baute sich angriffslustig vor ihnen auf.
„Oh je, das hast du ja gut hinbekommen“, seufzte Lynn.
„Das war keine Absicht“, verteidigte sich Jane. „Was machen wir denn jetzt?“

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Biete dem Botogel einen Schokoriegel an: Abschnitt r9

Biete dem Botogel einen Stift an: Abschnitt s9

Versuch an sein Präsent heran zu kommen und es anzunehmen: Abschnitt u9
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