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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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09.12.2017 1.315
 
.~*~.
.~* Samstag *~.
.~* 9. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 9 *~.

Mythos oder Wirklichkeit

Heute war Jessica zu Besuch im Ghostkommando. Die Reporterin stellte fröhlich vor sich hin summend eine Wichteldeko auf einem Sideboard im Büro auf. Die Jungs ließen sie gewähren. Wenn es ihre Freundin glücklich machte…
      Zino beobachtete sie aufmerksam. Liebevoll zauberte sie aus Watte eine Winterlandschaft, streute etwas Glitzer darauf, drapierte kleine Häuschen und Bäume darauf und setzte die Wichtel dazwischen.
      Eddy blieb bei Zino stehen. „Schau mal, die Wichtel tragen auch alle Weihnachtsmützen.“
      Zinos Ohren drehten sich, als wolle er damit ausdrücken, daß er dem noch immer nicht unbedingt begeistert gegenüberstand. Er riß sich von der Wichtellandschaft los und setzte sich mit Eddy zusammen auf das Sofa.
      Während sie dort gemeinsam Weihnachtstee tranken, gesellte sich Tracy zu ihnen in das Büro. Der Gorilla hatte sich ein Tuch um den Kopf gebunden, summte Weihnachtslieder, die nicht mit denen von Jessica harmonierten, und begann, den Kamin zu putzen.
      Zino beobachtete ihn neugierig. „Tracy ist aber gründlich.“
      „Naja, der Kamin muß ja sauber und frei sein, damit der Weihnachtsmann da durchkann.“ bemerkte Eddy.
      Sein Freund bedachte ihn mit einem skeptischen Blick. „Wie, damit der Weihnachtsmann da »durchkann«?“
      „Na, der Weihnachtsmann kommt ja durch den Kamin, um die Geschenke zu bringen.“ erklärte Eddy.
      Es dauerte einen Moment, bis Zino die Information verinnerlicht hatte. „Der Weihnachtsmann kommt durch den Kamin?“
      „Ja!“ bestätigte Eddy.
      Sein Freund sah ihn deutlich zweifelnd an. Mit einer hilflosen Geste fragte er: „Warum klingelt er nicht einfach an der Tür?“
      Eddy hielt einen Augenblick aus dem Konzept gebracht inne. „Na, das ist doch ganz klar, es soll ja keiner wissen, wenn er kommt, um die Geschenke zu bringen! Außerdem kommt er mitten in der Nacht.“
      Zino hatte sichtlich Schwierigkeiten, dem zu folgen. „Aber wenn er ohnehin in der Nacht kommt, kann man ihm dann nicht einfach einen Schlüssel unter die Fußmatte legen, oder so etwas? Das ist doch viel besser, als wenn er ganz durch den Kamin muß!“
      Eddy stockte, als käme er gerade in Erklärungsnotstand. „Es ist halt einfach Tradition!“
      „Aber ist das nicht superanstrengend? Ich meine, durch den Kamin einzusteigen?“ beharrte Zino.
      Jessica drehte sich kurz mit einem amüsierten Schmunzeln zu den beiden um.
      Eddy verzweifelte gerade immer mehr. „Wahrscheinlich. Keine Ahnung. Ich habe es ja noch nicht ausprobiert. Aber der Weihnachtsmann will es ja so, also wird das schon so in Ordnung sein.“
      „Und das macht er dann bei jedem Haus so?“ erkundigte sich Zino fasziniert.
      „Ja, er hält mit dem Rentierschlitten auf dem Dach und kommt durch den Kamin rein.“
      „Was sind denn Rentiere?“ fragte Zino neugierig.
      Jessica, die gerade mit ihrer Deko fertig geworden war, hörte der Unterhaltung schmunzelnd zu. Jetzt nahm sie ein Buch aus dem Regal - ein Kinderbuch mit Weihnachtsgeschichten - und setzte sich zu Zino. „Also, traditionell ist es so, daß der Weihnachtsmann an Heiligabend die Geschenke bringt. Er heißt auch Santa Claus und lebt am Nordpol.“ Sie schlug die erste Seite auf, wo man den Weihnachtsmann vor seiner großen Spielzeugwerkstatt am Nordpol sehen konnte.
      Eddy rückte fasziniert etwas näher. Auf die Idee, Zino die Weihnachtstraditionen anhand eines Kinderbuches näherzubringen, war selbst er nicht gekommen.
      Jessica blätterte weiter. Auf der nächsten Seite konnte man die große Fabrik bewundern, in der die Weihnachtselfen das Spielzeug herstellten.
      „Whoa!“ Zinos Ohren flogen nach oben, als er mit großen Augen staunend das Bild betrachtete, das über zwei Seiten ging.
      „Guck mal, die kleinen Weihnachtselfen sehen fast so aus wie du!“ Jessica lächelte Zino an, als sie auf die Ohren deutete.
      In Zinos Blick spiegelte sich so etwas wie Erkenntnis. „Kein Wunder, daß die Leute beim Nikolauslaufen so begeistert waren…“
      Eine Seite weiter wurde der große Rentierschlitten beladen. „Schau mal, das sind Rentiere!“ Jessica zeigte auf die acht großen, majestätischen Tiere, die vor den Schlitten gespannt waren.
      Der Gayaner schnappte nach Luft. „Aber das sind ja Huftiere!“ Er sah Jessica verwirrt an. „Wie kommt der Weihnachtsmann mit dem Schlitten denn so überhaupt auf das Dach rauf?“
      Jessica und Eddy wechselten einen Blick, und die Miene der Rothaarigen sagte: ‚Berechtigte Frage!‘ Sie blätterte weiter. Dort war die Silhouette des fliegenden Schlittens vor dem Vollmond über einer winterlichen Landschaft zu sehen.
      Zinos Augen wurden noch größer. „Rentiere können fliegen?“
      „Ähm, naja, eigentlich nicht.“ räumte Jessica ein.
      „Diese schon!“ triumphierte Eddy.
      Zino machte eine hilflose Geste. „Aber warum funktioniert das dann? Rentiere sind doch keine Vögel!“
      „Das sind magische Rentiere.“ half Eddy aus.
      „Na, die Rentiere sind nicht magisch, aber der Weihnachtsmann hat magischen Glitzerstaub, mit dem die Rentiere fliegen können.“ verbesserte Jessica.
      „Na gut, dann eben so!“ lenkte Eddy schmollend ein.
      Zino kam aus dem staunen nicht mehr heraus. „Und ich dachte, unsere Welt wäre cool!“
      „Du darfst nicht vergessen, daß das hier eine Kindergeschichte ist!“ erinnerte Jessica.
      Zino sah Eddy an. „Aber du hast mir doch erzählt, die Geschichte ist wahr!“
      „Ist sie ja auch!“ bestätigte Eddy.
      „Eddy, jetzt veralbere Zino nicht. Sonst glaubt er das noch tatsächlich.“ lachte Jessica.
      „Ich veralbere ihn nicht!“ entgegnete Eddy fast ein wenig patzig. „Die Geschichte ist wahr!“
      „Ach, komm. Mach dich nicht lächerlich, Eddy! Wie alt bist du jetzt?“ Mittlerweile nahm Jessicas Stimme einen Tonfall an, als würde sie mit einem besonders unverständigen Kind sprechen.
      „Was hat das mit dem Alter zu tun?“ fuhr Eddy auf, so daß Zino sich vorsichtshalber zwischen den beiden tiefer in den Sitz drückte.
      Jessica klappte das Buch zu und legte es vor sich auf den Schoß. „In deinem Alter sollte man wissen, daß der Weihnachtsmann nicht wirklich existiert!“
      „Natürlich existiert der Weihnachtsmann!“ hielt Eddy ärgerlich dagegen.
      „Ja!“ Jessicas Stimme nahm einen höhnischen Klang an. „Als Werbefigur auf Colaflaschen!“
      Damit brachte sie Eddy schier zum explodieren. „Das finde ich jetzt richtig unverschämt von dir! Das ist eine Beleidigung für jemanden, der der Welt so viel gutes tut! Ich hoffe, Santa hat für dich dieses Jahr keine Geschenke!“
      Zino rutschte auf seinem Platz immer tiefer. Während Eddy und Jessica sich immer weiter aufschaukelten, zog er sich vorsichtshalber aus der Position zwischen den beiden heraus, nahm das Buch mit und ging damit in die Küche. Dort schaute er sich interessiert die Geschichte weiter an. Auf der Seite, die als nächstes dran war, stand der Schlitten auf einem Dach, und der Weihnachtsmann sah mit dem dicken Sack beladen in den Schornstein. „Wie paßt der da überhaupt durch…?“ überlegte er gerade, als Tracy dazukam.
      Dumpf konnte man durch die Tür den Streit zwischen Eddy und Jessica hören, bis das Schloß wieder einrastete.
      Der Gayaner sah verunsichert zu dem Gorilla auf, der sich gelassen zu ihm gesellte. „Kriegen sich schon wieder ein.“ war Tracy sich sicher.
      Zinos Ohren spielten gedankenvoll. „Kann ich dich mal was fragen, Tracy?“
      „Na klar!“ bestätigte er, als er sich eine Bananenmilch aus dem Kühlschrank holte.
      „Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?“
      Tracy lächelte, als er sich zu Zino an den Tisch setzte, und erklärte verschwörerisch: „Wenn du es willst: Ja!“
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