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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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07.12.2017 1.024
 
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.~* Donnerstag *~.
.~* 7. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 7 *~.

Sankt Nikolaus

Zino und Eddy hatten ihre ganze Nikolausausbeute in eine große Schüssel gefüllt, und Eddy hatte es sich nicht nehmen lassen, ein kleines Schild hineinzusetzen, das allen mitteilte: »Nicht für Jake!«
      Jake hatte darüber nur den Kopf geschüttelt. Dafür machte er jetzt Weihnachtskakao und stellte Eddy beinahe demonstrativ seinen Becher hin. „Teilen macht Freude!“
      „Mir geht es ja auch bloß um deine blöde Reaktion!“ erklärte Eddy. „Es ist vollkommen okay, wenn du nicht mitmachen willst! Aber ich mag es nicht, wenn mich jemand für etwas verspottet! Nun, das hier ist unsere Ausbeute aus etwas, was wir deiner Meinung nach nicht hätten tun sollen, weil das ja so peinlich ist. Also tu einfach so, als hätten wir es nicht getan, und ignoriere die große Schüssel Süßigkeiten!“
      Jake seufzte tief. „Okay, ich entschuldige mich. Für mich ist das in dem Alter nichts mehr, aber wenn du deinen Spaß daran hast, dann ist es doch okay. An eurer Ausbeute möchte ich mich auch gar nicht vergreifen. Die habt ihr euch verdient.“ Er deutete mit den Augen zu Eddys Nikolauskameraden. „Insbesondere Zino!“
      Zino wühlte gerade aufmerksam durch die große Schüssel und bestaunte die vielen verschiedenen Bonbons, Schokoladentäfelchen und Kekstütchen. „Also, ich finde Nikolaus schon cool!“ Seine Ohren kippten etwas ab. „Auch mit der Mütze.“
      „Na, die Mütze hat’s doch erst gebracht!“ erinnerte Eddy. „Die Leute haben dir den Weihnachtselfen komplett abgekauft, und das, ohne daß du überhaupt etwas über Weihnachtselfen wußtest! Es war das Gesamtbild mit der Mütze und den Ohren und dem Mantel, das die Leute so toll fanden! – Das müssen wir nächstes Jahr zu Nikolaus unbedingt wieder machen!“
      „Hast du Zino denn auch erklärt, was es mit dem Nikolaus ursprünglich überhaupt auf sich hatte?“ erkundigte sich Jake.
      Eddy räusperte sich leicht. „Naja, wir hatten auch schon überlegt, aber so ganz genau weiß ich das, ehrlich gesagt, auch nicht.“
      „Oh?“ Jake sah seinen besten Freund gedankenvoll an und lächelte. „Gut, dann machen wir jetzt mal etwas sinnvolles! Was hat Eddy dir denn bislang erzählt?“ wandte er sich an Zino.
      „Also, im großen und ganzen nur, daß der Nikolaus so etwas ähnliches ist wie der Weihnachtsmann, nur früher!“ gab Zino Auskunft.
      Als Jake wartete, und nichts mehr nachkam, verdrehte der Blonde leicht die Augen. „Okay! Dann kommt hier eine Nachhilfestunde auch für Eddy! Also: Zuerst mal, der Nikolaus ist etwas anderes als der Weihnachtsmann. Den hat es nämlich tatsächlich gegeben!“
      Eddy sah ihn groß an. Als Jake tiefgründig nickte, stieß der Mollige hervor: „Was meinst du damit, es gibt den Weihnachtsmann nicht tatsächlich?“
      Jake seufzte ein weiteres Mal tief. „Der Weihnachtsmann ist ein fiktionaler Charakter. So ähnlich wie wir und Zino in Leelas Welt. Natürlich gibt es ihn, aber der Nikolaus hat einen realen Ursprung!“
      „Ach so.“ Eddy entspannte sich wieder etwas.
      „Der Nikolaus hat auch nicht einen roten Mantel und eine Weihnachtsmütze getragen, wie der Weihnachtsmann!“
      Diesmal war es Zino, der entsetzt dreinschaute. „Was? Dann war das ganze mit der Mütze umsonst?“
      „Der Nikolaus hat eine Bischofsmütze getragen, eine sogenannte Mitra!“ erklärte Jake. Dann fiel ihm etwas ein. „Wartet mal… Hier in der Zeitung war ein Bild in dem historischen Teil… Da!“ Er schlug eine Seite auf und zeigte seinen beiden Freunden das Bild von dem Mann in der Bischofskleidung.
      Zinos Ohren senkten sich etwas herab. „Okay, langsam erkenne ich den Nutzen in den roten Weihnachtsmützen…“
      „Nikolaus war der Bischof von Myra, das ist eine Hafenstadt am Mittelmeer. Das ist mittlerweile über 1.600 Jahre her, also zu einer Zeit, als Myra noch nicht zur Türkei, sondern zum Römischen Reich gehörte.“ erklärte Jake weiter. „Er soll sehr reich gewesen sein, hat sein Geld aber an die Armen und die Kinder verteilt. Wann genau er geboren ist, weiß man wohl nicht, zumindest aber, daß er an einem 6. Dezember starb, und nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen, weil er für die Menschen so viel Gutes getan hat. Er gilt als Wohltäter der Armen, und tritt in verschiedenen Legenden immer als Retter in der Not auf. Zum Beispiel kommt es daher, daß er als der Schutzheilige der Seefahrer und der Patron der Gefangenen gilt.“
      „Hey…“ Eddy hielt aufgeregt den Atem an und sah Zino groß an, der gar nicht wußte, was jetzt auf ihn zukam. „Dann ist der Nikolaus hier ja so etwas wie Zino in Gaya!“
      Jake lachte herzlich. „Naja, wenn du’s so sehen willst…“
      Bevor Zino es aufhalten konnte, sprudelte Eddy förmlich über. „Dann kannst du jetzt doch in Gaya auch immer am 6. Dezember kleine Gaben in die Schuhe der Leute verteilen!“
      Zino sah ihn entsetzt an. „Das ist ja ein Fulltime-Job!“
      Jake konnte sich ein amüsiertes Lachen nicht nehmen lassen. „Das mit den Schuhen ist übrigens auch so eine Sache! Aufgrund dieser Seefahrerlegende, bei der der Nikolaus die Seeleute gerettet hat, gab es seit dem 15. Jahrhundert nämlich einen Brauch, der sich »Schiffchensetzen« nennt. Dabei werden Nikolausschiffe aus Papier gebastelt, in die Nikolaus seine Geschenke legen soll.“
      Zino schlug frustriert eine Faust in die andere Hand. „Also war das mit den Stiefeln auch Blödsinn!“
      „Naja, nicht ganz.“ lenkte Jake ein. „Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuhe oder Strümpfe ersetzt, die am Nikolausabend vor die Tür gestellt werden - vornehmlich von Kindern! - und in der Nacht von Nikolaus mit Süßigkeiten oder anderen Geschenken gefüllt werden. – Solange etwas drin war, ist es doch gut!“
      „Vielleicht klappt das mit den Schiffchen ja heutzutage auch gar nicht mehr…“ überlegte Eddy.
      Jake schmunzelte. „Und das probiert ihr dann nächstes Jahr aus!“
      Eddy sah ihn nachdenklich an. Zinos Ohren klappten synchron zu seinen Mundwinkeln nach oben.
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