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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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25.12.2017 5.758
 
.~*~.
.~* Montag *~.
.~* 25. Dezember 2017 *~.
.~* 1. Weihnachtstag *~.

Familienfeier

Eddy, Jake und Tracy machten sich bereits für den Familienbesuch fertig und warteten nur noch auf Futura und Zino.
      „Bist du sicher, daß du Zino mit zu dem Essen bei deiner Familie nehmen willst?“ fragte Jake vorsichtig.
      Eddy sah ihn entsetzt an. „Was ist denn das für eine bescheuerte Frage? Natürlich kommt Zino mit!“
      „Ich meine ja nur, weil er doch… etwas Aufsehen erregt,…“ Er deutete latent auf seine Ohren, um seinen Kumpel an die auffälligen Gayanerohren zu erinnern.
      Damit hatte er Eddy kurz vor’m explodieren. „Werden wir jetzt rassistisch, oder was?“
      Jake hob abwehrend die Hände. „Immer mit der Ruhe! So habe ich das nicht gemeint, und das weißt du!“
      „Also, wie denn dann? Deine violetthäutige Freundin aus der Zukunft darf mitkommen, ein Gorilla ist überhaupt kein Problem, aber Zinos Ohren sind ein Störfaktor, oder wie? Ich dachte eigentlich, es kommt in erster Linie auf den Charakter an, und nicht auf Äußerlichkeiten!“
      Jake seufzte tief. „Natürlich! Meine Güte, es war doch nicht so ernst gemeint! Ich meinte ja nur, weil unsere Eltern noch nie einen Gayaner gesehen haben! Und dann gleich mit so vielen Leuten,… Ich dachte nur, daß eine kleinere Runde zum Kennenlernen vielleicht erst mal besser wäre. Ich möchte doch nur nicht, daß Zino sich unwohl fühlt.“
      „Wenn die Herrschaften sich nicht zu benehmen wissen, dann gehe ich auch gleich wieder! So viel ist sicher!“ stellte Eddy klar.
      „Was ist denn hier los?“
      Die beiden Jungs wirbelten zu Futura herum, die gerade eingetroffen war.
      „Nichts! Wir haben nur gerade überlegt, wie Zino wohl bei unseren Eltern ankommt, wenn sie sich das erste Mal treffen.“ erklärte Jake in Kurzform.
      „Oh, bestimmt ganz großartig.“ war Futura sich sicher. „Er ist so nett und süß und sympathisch, und erst die Ohren…“
      „Ich glaube, ich bleibe gleich hier!“ kommentierte Jake mit einem Augenverdrehen.
      Noch in den Augenblick hinein ging Tracy an ihnen vorbei, um Zino beim Skelevator in Empfang zu nehmen. Zur Erleichterung des Teams verlief dabei diesmal alles reibungslos.
      Als Zino zu ihnen in’s Büro kam, hatte er eine Tragetasche dabei, auf der das Logo des gayanischen Souvenirshops zu sehen war, und ganz oben in der Tüte konnten sie Jadcy sehen, die auf etwas drauf saß und über den Tütenrand schaute. „Hi, Leute!“
      „Hi, Zino!“ Von einer zur anderen Sekunde war von der hitzigen Atmosphäre nichts mehr zu merken.
      „Was hast du denn da mitgebracht?“ erkundigte sich Jake neugierig.
      „Oh, nur ein paar Kleinigkeiten, damit ich nicht ganz mit leeren Händen zu euren Eltern komme.“ erklärte Zino verlegen. „Jadcy paßt darauf auf.“
      Futura entdeckte gerade den Bären und schnappte entzückt nach Luft. „Ist das deiner? Aw, der ist aber niedlich.“
      „Den hat Eddy mir zu Weihnachten geschenkt!“ erklärte Zino stolz und ließ sie genauer in die Tüte gucken.
      „Aw, und jetzt darf er mitkommen? Das finde ich toll!“ schwärmte sie.
      „Sie!“ korrigierte Eddy. „Wir hatten uns darauf geeinigt, es ist eine sie!“
      „Das ist ein tolles Geschenk!“ bekräftigte Futura. Zino lächelte stolz.
      Eddy warf Jake einen vielsagenden Blick zu.
      Der Ghostbusterchef klatschte in die Hände. „Okay, wollen wir dann los…?“

Auch wenn Eddy diesmal im Ghostbuggy vorne sitzen durfte, so hatte Jake dennoch nichts von Futura. Sie und Zino beschäftigen sich die Fahrt über mit Jadcy, die auf Zinos Schoß sitzen durfte, und nur einmal die Seiten wechselte, als die Frau aus der Zukunft fragte, ob sie den Bären auch mal halten dürfte.
      Pünktlich kamen die fünf bei dem Haus der Spensers an, und Eddy ging als erster die Stufen hoch. Zino zierte sich noch etwas, bekam aber keine Gelegenheit, sich im Hintergrund zu halten, als er von Futura bereits mit den anderen nach oben geschoben wurde.
      Auf das Klingeln hin, öffnete kurze Zeit später Eddys Mutter die Tür. „Eddy!“ begrüßte sie ihn freudig und nahm ihn in die Arme. „Wie schön, dich zu sehen.“
      „Hi, Mom!“
      „Kommt rein!“ Rasch begrüßte Mabel Jake, Tracy und Futura, bis Zino etwas schüchtern in den Flur eintrat.
      „Und das ist Zino!“ erklärte Eddy stolz.
      „Oh, Sie haben aber große Ohren!“ entfuhr es Mabel, ohne daß sie es aufhalten konnte.
      „Mom!“ zischte Eddy.
      Jake warf ihm einen erstaunten Blick zu. „Ja, und die sind sogar beweglich!“ frotzelte er. „Und ganz echt!“
      „Aww… Darf man die mal anfassen?“ fragte Mabel begeistert.
      Zino stellte die Ohren prompt überrascht auf.
      Eddy schlug die Stirn gegen den nahen Türrahmen. „Ich will wieder nach Hause.“ murmelte er so leise, daß nur Jake es mitbekam.
      Der grinste. „Was ist los? Sonst bist du doch immer so cool!“
      Eddy sah ihn erschöpft an. „Es ist meine Mutter! Und sie fragt meinen Kumpel, ob sie seine Ohren anfassen darf! Wie peinlich kann es denn noch werden?“
      „Na, mal sehen!“ Jake grinste und klopfte seinem besten Freund auf die Schulter, bevor er zu den anderen in’s Wohnzimmer weiterging.
      Eddy betrachtete indes resignierend, wie Mabel fasziniert Zinos Ohr betastete, der geduldig für sie einen Augenblick stillhielt. Als sie einmal versehentlich leicht das Fell an den äußeren Spitzen berührte, klappte er automatisch kurz das Ohr weg, als es kitzelte.
      An der Stelle griff der brünette Ghostbuster ein und trat an Zinos Seite. „Komm erst mal mit rein! Du mußt noch unsere Dads kennen lernen, die »echten Ghostbuster«!“ Er zog den Gayaner sachte von seiner Mutter weg, die den Umstand zu bedauern schien und nahm ihm mit in das große Wohnzimmer.
      Dort unterhielten sich Jack und Spenser bereits mit Tracy. Jake und Futura standen am Fenster und bewunderten die Weihnachtsdeko.
      Eddy zeigte seinem Freund erst einmal alles, insbesondere die große Kaffeetafel, an der sie sich gleich einfinden würden. Zino stellte seine Tasche auf einem Stuhl ab und sicherte Jadcy einen Platz, von dem aus sie alles gut überblicken konnte. Der Gayaner schaute sich staunend in dem prächtig weihnachtlich dekorierten Wohnraum um.
      „Das Werk meiner Mutter.“ erklärte Eddy leise, da wurden sie aber bereits unterbrochen.
      Jack wurde als erster auf den neuen Gast aufmerksam. „Ah, das ist also Zino!“ Er kam zu den beiden herüber und reichte ihm die Hand. „Ich bin Jack!“
      „Und ich bin Spense, der Vater zu diesem chaotischen Jungspunt hier!“ Er klopfte Eddy auf die Schulter, was dieser zwar auch mit einem Augenverdrehen quittierte, aber scheinbar dennoch besser ertragen konnte, als Mabels Initiative zuvor.
      Eddys Mutter deckte im Hintergrund gerade den Kaffeetisch auf, während die beiden Altghostbuster und Tracy mit Eddy und Zino in’s Gespräch kamen.
      Jake und Futura standen mittlerweile bei dem Weihnachtsbaum und bestaunten die neuen Geisteranhänger, die ihre Väter offensichtlich besorgt hatten.
      „Was meinst du, sind die eher von Jack oder von Spense?“ fragte Futura.
      „Keine Ahnung, könnten von beiden sein. Vielleicht war’s eine Gemeinschaftsarbeit! Von Eddys Mom glaube ich jedenfalls nicht.“
      Die beiden tauschten ein Schmunzeln und traten an die Kaffeetafel heran, als sich abzeichnete, daß es bald losgehen sollte.
      Tracy suchte sich auch bereits einen Platz, während die beiden Väter noch immer mit Zino und Eddy plauderten, fast so, als würden sie sich schon jahrelang kennen, auch wenn Jack und Spenser den blonden Gayaner mit neugierigen Fragen überhäuften.
      Bei der Gelegenheit gesellte sich Mabel wieder an ihre Seite. „Was magst du denn für Tee, Zino?“
      „Öhm, außer Mango eigentlich alles…“
      Sie war aber gedanklich bereits einen Schritt weiter und achtete gar nicht auf seinen Kommentar, sondern nutzte den Umstand gleich und nahm ihn bei den Händen. „Komm mal mit, dann kannst du etwas schönes aussuchen!“
      Zino kam knapp dazu, sich auf die neue Situation einzustellen, bevor Mabel ihn mit sich aus dem Zimmer nahm.
      Die drei Männer blieben verblüfft zurück und schauten den beiden nach, als sie das Wohnzimmer verließen.
      „Was war das denn jetzt?“ kommentierte Jack.
      Spenser schmunzelte. „Ich glaube, Zino wurde gerade in die Familie integriert!“
      Jake gesellte sich grinsend an Eddys Seite und legte den Arm um dessen Schultern. „War es nicht genau das, was du wolltest?“
      Der zog ein Schmollen. „Ja, aber doch nicht so!“
      Jack klopfte Spenser auf die Schulter. „Ich glaube, du mußt dich heute ein bißchen um deinen Sohn kümmern, sonst wird er noch neidisch.“
      „Das hat damit überhaupt nichts zu tun!“ entrüstete sich Eddy.
      Spenser lächelte. „Kommt, laßt uns auch mal Plätze aussuchen, oder wollt ihr, daß Tracy und Futura den Kuchen allein bekommen?“
      Sie verteilten sich auf die freien Plätze, und nur kurz darauf kehrten Mabel und Zino aus der Küche zurück. Der Gayaner schien sichtlich zufrieden.
      „Zino hat einen schönen Kirsch-Zimt-Tee ausgesucht!“ erklärte Mabel für die anderen.
      Der Gayaner stellte die Tüte vom gayanischen Souvenirladen auf den Boden, nahm Platz und Jadcy auf den Schoß. Dann gab er Jadcy in die Obhut von Eddy, als er merkte, daß er sonst seinem Ansinnen zuwiderlief, und holte die kleinen Geschenkpakete aus der Tüte. „Ähm, bevor wir anfangen… Ich habe noch etwas mitgebracht. Eddy, Tracy, Jake und ich hatten ja gestern schon Bescherung, deswegen habe ich hier für Sie… ähm, für euch noch eine Kleinigkeit.“ Er verteilte die Geschenke an Mabel, Jack und Spense und wandte sich dann Futura zu. „Für dich auch, weil du gestern nicht dabei warst!“
      Die vier Beschenkten waren sichtlich gerührt.
      „Aw, Zino… Das ist so süß von dir!“ schwärmte Mabel.
      „Das war aber nicht notwendig!“ stellte Spenser klar.
      „Mag sein, aber ich möchte es so.“ bekräftigte Zino, während er die Tüte zusammenfaltete und unter dem Stuhl verstaute. „Als Dankeschön für die Einladung.“
      Futura stand auf und bedankte sich bei Zino mit einer Umarmung. Mabel ließ es sich nicht nehmen, gleich nachzuziehen.
      Jack schüttelte sein Paket leicht. „Ist da überall das gleiche drin?“
      Zino ließ es mit einem Schmunzeln offen, setzte sich wieder und sah sich zu Eddy um, der Jadcy inzwischen so auf dem Tisch plaziert hatte, daß sie von dort aus alles überblicken konnte. Die beiden wechselten ein Lächeln.
      „Ich würde sagen, wir packen die Pakete nachher aus, wenn wir gemütlich in der Sitzecke zusammen sitzen.“ schlug Spenser vor. Er bedachte seinen Partner mit einem forschenden Blick, der noch immer versuchte, durch Schütteln den Inhalt zu erraten. „Hältst du es so lange noch aus?“
      Jack wachte aus seinen Gedanken. „Was…?“ Er räusperte sich leicht. „Leidig!“
      „Na, jetzt wissen wir, von wem Jake das hat!“ grinste Futura.
      „Was?“ hakte Jake unschuldig nach.
      „Na, es gar nicht abwarten zu können, bis man Geschenke aufmachen darf!“ spezifizierte sie. „Aber die Idee ist gar nicht schlecht. Ein bißchen Spannung kann nicht schaden.“ Damit stand sie auf und deponierte die Pakete auf dem Couchtisch, auch das von Mabel, die noch immer das hübsche Dalamitengeschenkpapier bestaunte, und das von Jack, der es noch einmal vorsichtig schüttelte und lauschte.
      Nachdem alle ihr gespannt und ein wenig zögerlich ihre Päckchen überlassen hatten, und sie sich an den Tisch zurücksetzte, verlagerte sich die Aufmerksamkeit wieder auf die Kaffeetafel.
      „Okay, wer mag denn Kuchen? Zino?“ Mabel sah den Gayaner fragend an.
      Der verschaffte sich einen Überblick über das Angebot.
      „Stollen ohne Bergarbeiter.“ kommentierte Jake, und die Eingeweihten lachten los. Nachdem Zino sich für ein Schokoladenstück entschieden hatte, gaben die Jungs die Geschichte mit dem Mißverständnis zum besten.
      An diesem Weihnachten gab es viel zu erzählen, denn mit Zino zusammen hatten die Jungs so viel erlebt, daß die Zeit nur so verflog. Mabel sorgte indes dafür, daß Zino nicht verhungerte. Aufmerksam behielt sie immer im Blick, ob er noch mit Kuchen und Tee versorgt war, und schien auch genau zu beobachten, was er gerne mochte. Zwischendurch setzte sie noch einmal Tee auf, und Eddy war froh, daß Zino zu der Gelegenheit bei ihnen sitzenbleiben durfte. Gerade erzählten die Jungs vom Weihnachtswichteln, was damit begann, daß Zino befürchtet hatte, dafür wieder eine Weihnachtsmütze tragen zu müssen.
      Noch währenddessen schenkte ihre Gastgeberin Tee nach, bis sie sich zu Zino vorgearbeitet hatte. Mabel legte dem Gayaner die Hände auf die Schultern. „Zino, noch ein Stück Kuchen?“
      „Öhm, ja, gerne…“
      „Schokolade?“ fiel sie ihm fast in’s Wort, ohne ihn ausreden zu lassen.
      Jake und Eddy beobachteten das Spiel fasziniert. Jake lehnte sich zu Eddy herüber. „Ich glaube, deine Mom hat sich ganz schön auf Zino eingeschossen.“
      „Das machen die Ohren!“ kommentierte Eddy mißmutig.
      „Meinst du?“ Jake beobachtete Mabel, die sich fürsorglich um ihren neuen Gast kümmerte. „Das können doch nicht nur die Ohren ausmachen, daß sie ihn so mag. Bestimmt ist es auch wegen seiner charmanten Art.“
      „Ach?“ Eddy sah seinen besten Freund tiefgründig an.
      Der zog scharf die Luft ein. „Ich habe nie etwas gegenteiliges behauptet, Eddy!“ bekräftigte er noch einmal. „Und der Kommentar mit den Ohren kam gerade von dir!“
      „Ist ja schon gut!“ lenkte der Brünette ein.
      Zino nahm gerade dankbar das Stück Schokoladenkuchen an.
      „Magst du noch einen Tee? Ich kann auch Kakao machen!“ bot Mabel an.
      Zinos Ohren sprangen in die Höhe, ohne daß er es aufhalten konnte.
      Mabel hatte viel zu schnell raus, was das bedeutete. „Ich mache dir einen Kakao!“
      „Ähm, aber… Du mußt dir doch wegen mir keine Umstände…“ begann der Blonde hilflos.
      „Ach was, das sind keine Umstände!“ winkte sie ab und nahm seine Teetasse mit.
      Eddy, Jake und Tracy konnten sich ein Grinsen nicht mehr verbeißen. „Hätte nur noch gefehlt, daß sie ‚Humbug!‘ gesagt hätte!“ preßte Jake grienend heraus.
      Daraufhin waren sie beim nächsten Thema und erzählten von Tracys diesjährigem Vorleseabend.
      Zwischendrin brachte Mabel Zino seinen Kakaobecher an den Platz, was er mit einem glücklichen Lächeln belohnte. „Wenn du etwas brauchst, sag‘ Bescheid!“
      „Mach‘ ich!“ versprach er.
      Dann setzte Mabel sich endlich wieder auf ihren Platz zurück.
      Jack und Spenser lachten indes herzlich über die Bananenpastete, die dieses Jahr ihren Einzug in die Weihnachtsgeschichte gehalten hatte.
      Zwischendrin, als er mit dem Kuchen fertig war, nahm Zino Jadcy auf den Schoß. Als er jedoch bemerkte, daß sie so nicht einmal über den Tischrand gucken konnte, setzte er sie doch verlegen auf ihren Platz auf den Tisch zurück. Dann wechselte er den Teller mit ihr aus, so daß sie auf dem Tisch sitzen, und er sie in die Arme nehmen konnte.
      Mabel betrachtete die Szene liebevoll. „Aw… Gibt es in Gaya auch Bären?“ erkundigte sie sich.
      „Ähm, nein.“ Als er registrierte, warum sie gefragt hatte, erklärte er noch mal für sie: „Eddy hat sie mir gestern geschenkt. Naja, es ist ja auch ihr erstes Weihnachten, deswegen dachte ich, ich bringe sie einfach mit.“
      „Ja, sicher!“ bekräftigte Mabel. „Das ist wundervoll!“
      „Das hast du zu mir nie gesagt!“ bemerkte Eddy verheißungsvoll.
      „Das mag daran gelegen haben, junger Mann, daß du früher immer einen ganzen Zoo auf dem Essenstisch aufgebaut hast!“ Mabel bedachte ihn mit einem tiefgründigen Blick.
      Eddy wollte gerade etwas erwidern, als Jake ihm mit einer Geste Einhalt gebot, dem Eddys Kommentar vom Morgen über Rassismus noch in den Ohren nachklang. „Laß gut sein!“ Zu seiner Freude ging sein Kumpel darauf ein und schwieg.
      Eddys Mutter ließ aufmerksam den Blick über den Tisch schweifen, insbesondere in Zinos Richtung. „Hast du noch alles? Aw, deine Tasse ist ja leer. Ich mache dir noch einen Kakao!“ Bevor Zino etwas dazu sagen konnte, schnappte sich Mabel seinen Becher und verschwand damit in der Küche.
      Ein Augenblick Stille trat ein, in der sechs Blicke auf Zino ruhten. Dann prusteten alle gleichzeitig los.
      Zino senkte leicht die Ohren ab. „Ich finde das sehr nett von ihr!“
      „Wenn das so weitergeht, adoptiert sie dich noch!“ frotzelte Jack.
      Zinos Ohren spielten unsicher. „Meinst du? Aber dafür bin ich doch eigentlich viel zu alt!“
      Tracy und Futura konnten sich mittlerweile gar nicht mehr einkriegen und lagen lachend auf dem Tisch.
      Jake stieß Eddy an. „Hey, dann wärt ihr Geschwister! Wie cool ist das denn?“
      Eddy konnte gerade sein Schmunzeln vollenden, als Mabel zurückkam, und alle versuchten, sich zusammenzureißen. Für Tracy und Futura war das ein Ding der Unmöglichkeit.
      Mabels Blick war abzulesen, daß sie völlig ahnungslos war. „So, mit extra viel Schokolade!“ verkündete sie, als sie Zino den Becher an seinen Platz brachte.
      Die Augen des Blonden leuchteten, als er strahlend zu ihr aufsah. „Danke!“
      Mittlerweile konnten auch Jake und sein Vater nicht mehr an sich halten und versuchten vergebens, ein Lachen zu unterdrücken.
      „Ist hier inzwischen etwas lustiges gewesen?“ erkundigte sich Mabel neugierig.
      Der einzige, der abgesehen von Zino gerade komplett die Ruhe behielt, war Spenser. „Och, nichts weltbewegendes.“ kommentierte er.
      Mabel ließ einen skeptischen Blick über die Runde schweifen, bevor sie sich wieder Zino zuwandte. „Kann ich sonst noch etwas für dich tun? Magst du vielleicht noch ein paar Nougatkringel?“
      Das war der Moment, in dem Futura raus mußte. Hastig stand sie vom Tisch auf und lief aus der Tür, bevor sie platzte.
      „Ich geh‘ mal nach ihr sehen!“ sagte Jake schnell und stand auf, um ihr zu folgen.
      Vom Flur aus konnte man das herzhafte Lachen Futuras hören.
      „Was hat sie denn?“ wunderte sich Mabel.
      „Vielleicht solltest du darauf aufpassen, daß dein Sohn nicht eifersüchtig wird!“ Spenser nickte in die Richtung von Eddy.
      Der hob abwehrend die Hände. „Ich brauche so ein Getüddel ganz bestimmt nicht, herzlichen Dank!“
      Spätestens hier zerlegte es Tracy ganz. Der Gorilla sank auf die Tischplatte, erstickte fast vor Lachen und hämmerte mit einer Faust auf den Tisch.
      Mabel sah konsterniert in die Runde. „Im Augenblick kann ich euch nicht folgen.“
      „Also, ich nehme sonst gerne noch einen Nougatkringel…“ brachte Zino sich vorsichtig ein.
      „Tracy?“ Eddy sah besorgt nach seinem Kameraden. „Geht es dir gut?“
      Der Gorilla gab einige seltsame Laute von sich, als er versuchte, Luft zu holen.
      Mabel beschloß, es vorerst zu ignorieren und nahm sich die Schüssel mit dem Gebäck. „Hier, nicht so zaghaft. Einer schafft doch nichts!“
      Etwas verlegen nahm Zino sich eine Handvoll Nougatgebäck.
      Jack verbiß sich mit schierer Willenskraft ein Lachen, als er Eddy dabei beobachtete, wie er versuchte, den Tränen lachenden Gorilla zu beruhigen, es reichte aber nicht, um ein Grinsen zu kaschieren. Auch Spenser konnte sich ein amüsiertes Schmunzeln nicht verkneifen.
      „Was ist denn hier los?!“ wollte Mabel nun vehement wissen. „Anscheinend weiß jeder hier Bescheid, außer ich! Sehen wir mal davon ab, daß es anscheinend ein Witz war, den Gayaner nicht verstehen!“
      Jack schüttelte den Kopf, konnte aber nicht sprechen, da er ebenfalls gerade Tränen lachte.
      „Naja…“ lenkte Spenser unschuldig ein. „Es ging hier gerade lediglich um die Frage, ob du Zino adoptieren möchtest, so lieb wie du ihn anscheinend gewonnen hast.“
      Mabel sah ihn sprachlos an. „Bitte? Also… Ich dachte, neuen Gästen gegenüber ist man zuvorkommend und sorgt dafür, daß sie sich wohlfühlen!“
      „So wohl dürfte Zino sich in seinem ganzen Leben noch nicht gefühlt haben!“ brachte Jack unter Lachen hervor.
      „So?“ entgegnete Mabel spitz. „Dann habe ich ja alles richtig gemacht!“ Sie drehte sich mit einem Lächeln zu ihrem Gast um. „Oder was meinst du, Zino?“
      „Also, so verwöhnt wurde ich bis jetzt tatsächlich noch nicht…“ gestand er verlegen.
      „Na, dann wird’s aber Zeit!“ schloß Mabel kategorisch.
      Indes konnte Spenser in einem plötzlichen Gedankengang ein Lachen nicht mehr unterdrücken und prustete los, so daß er kaum atmen konnte.
      „Was ist jetzt?“ fragte Eddy alarmiert, der gerade darüber glücklich war, daß Tracy sich wieder beruhigt hatte.
      Nun wurde auch Jack deutlich neugierig. „Laß uns teilhaben an deinen Gedanken!“
      „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wissen will.“ kommentierte Eddy, gerade als Jake und Futura sich offenbar soweit gefangen hatten, um ihnen wieder Gesellschaft leisten zu können.
      „Ich dachte nur gerade daran…“ brachte Spenser unter Lachen hervor. „… daß Mabel vielleicht gerade bedauert, daß Eddy kein Mädchen geworden ist, weil sie sonst alles daran setzen könnte, Zino als Schwiegersohn zu bekommen…“
      Mabel schüttelte mißbilligend den Kopf. „Ihr seid so doof!“ Sie sah Zino ernst an und ergänzte: „Du kannst uns gerne jederzeit besuchen kommen!“
      Das war der Augenblick, in dem Spenser den Saal verlassen mußte.
      Zino schaute aufmerksam in die Runde. „Geht es bei euch immer so lustig zu?“
      „Nein!“ erklärte Jake grinsend. „Meistens mit gayanischem Besuch!“
      „Oh…“ Zino sah ihn erstaunt an. „Hattet ihr schon mal gayanischen Besuch hier?“
      „Nein!“ erwiderte Jake verheißungsvoll.
      „Was haltet ihr davon, wenn wir es uns so langsam gemütlich machen?“ schlug Jack vor.
      „Aha!“ Jake grinste. „Da kann es jemand nicht erwarten, Geschenke zu öffnen!“
      „So, meinst du?“ Jack sah seinen Sohn abschätzend an. „Du weißt doch, Disziplin ist alles! Davon abgesehen, mußt du mir nicht immer hinterhältige Gedanken unterstellen. Ich bin nur der Meinung, drüben in der Sitzecke ist es gemütlicher, als hier am Tisch!“
      „Aha…!“ kommentierte der blonde Jungghostbuster mit einem Grinsen.
      Die Idee fand aber auch dessen ungeachtet gleich allgemeinen Anklang, und so erhoben sich alle von der Tafel, und Mabel begann abzuräumen.
      „Oh, warte, ich helfe eben mit!“ sagte Zino sofort zu. Er gab Eddy Jadcy in die Hand. „Magst du sie schon mal mit rübernehmen?“
      Eddy lächelte, sichtlich stolz über das Vertrauen, das er genoß. „Na klar!“
      Zusammen mit Mabel räumte Zino das Geschirr zusammen.
      „Jake, nimm doch die Schüssel mit den Nougatkringeln mit rüber in die Sitzecke!“ bat Eddys Mom, was der blonde Ghostbuster mit einem freudigen Lächeln quittierte.
      Während Zino und Mabel abräumten, stellte sich so langsam wieder der Normalzustand im Hause Spenser ein, nicht zuletzt, als der Herr des Hauses - vom Lachflash erholt - zu ihnen zurückkehrte, und Gläser und Brandy organisierte.
      Zum Schluß gesellten sich Zino und Mabel zu der Runde. Tracy, Jake und Eddy hatten sich auf das große Sofa gesetzt, Jack gegenüber in einen der Sessel und Futura hatte es sich auf dem kleinen Sofa bequem gemacht. Spenser wirbelte noch herum, um ein paar Knabbersachen aufzutischen.
      Mabel führte Zino indes zu dem zweiten Sessel, der noch frei war, und bot ihm dort Platz an, während sie sich selbst einen Stuhl heranzog. Ein bißchen aufgedreht von den vielen neuen Eindrücken an diesem Tag ließ der Gayaner sich in das bequeme Polster sinken. Er verständigte sich schnell mit einem Blick mit Eddy und nahm Jadcy von ihm entgegen, so daß sie es sich nun wieder bei ihm auf dem Schoß bequem machen konnte.
      Mabel hatte inzwischen auch herausgefunden, daß Zino neben Schokolade unter anderem fruchtige Sachen mochte, besonders, wenn es um Getränkte ging. „Ich habe einen ganz tollen Mangolikör! Der wird dir bestimmt gefallen!“ erklärte sie euphorisch.
      Zino sah stumm auf, in ihren erwartungsvollen Blick. Er mochte ihr nicht sagen, daß er Mangos nicht mochte.
      Mabel ließ ihm aber auch kaum Zeit, darauf zu reagieren, organisierte Gläser und die Likörflasche.
      Zino kippte die Ohren ab.
      „Warum sagst du ihr nicht einfach, daß du Mangos nicht magst?“ zischte Eddy leise.
      „Das konnte ich gerade nicht über’s Herz bringen, nachdem sie sich den ganzen Tag so gut um mich gekümmert hat…“
      „Du kannst es ihr doch trotzdem noch sagen. Was ist denn dabei?“ flüsterte Futura.
      Zino sah nicht sehr glücklich mit der Option aus. „Das wäre jetzt aber blöd. Das kann ich nicht machen. Außerdem, wer weiß, vielleicht ist das Zeug ja gar nicht so schlecht…“
      Als Eddys Mutter zu ihnen zurückkehrte, sank sein Mut ganz. Es waren nicht einmal die kleinen Likörgläser, sondern die bauchigen, in die viel reinpaßte. Fröhlich stellte Mabel die Gläser ab und füllte sie bis zum Rand mit dem sahnigen Likör.
      Zinos Blick ruhte darauf, als müsse er sich seelisch erst auf das Kommende vorbereiten.
      Mabel hielt das Glas hoch zum anstoßen.
      Wenigstens das bekam Zino noch problemlos hin. Dann kniff er die Augen zu und brachte den ersten Schluck hinter sich. Mindestens Eddy sah, daß er sich am liebsten geschüttelt hätte, und reine Willenskraft dafür verantwortlich war, daß er sich nichts anmerken ließ.
      „Oh, Zino, laß mal probieren!“ bat Futura.
      Dankbar reichte er ihr sein Glas herüber.
      „Du kannst aber auch ein Glas bekommen!“ sagte Mabel zu.
      „Nein, danke, das ist mir zu viel!“ winkte die Frau aus der Zukunft unauffällig ab.
      „Aber ich nehme gerne eins!“ Jake stieß rasch Eddy an. Der hatte noch gar nicht richtig begriffen, was sein Kumpel von ihm wollte, bis der ihm ein leises „To The Rescue!“ zuraunte.
      „Oh, ich hätte auch gerne eins!“ stieg der Brünette gleich mit darauf ein.
      „Also, wenn du schon dabei bist…“ Jack schob ihr sein Brandy-Glas zu. „Mach ruhig voll!“ forderte er sie auf.
      „Oki Doki!“ stieg auch Tracy darauf ein.
      „Kein Bananenlikör?“ wunderte sich Mabel.
      „Mango ist auch Oki Doki. Nette Abwechslung!“
      Futura gab Zino sein Glas gar nicht erst zurück. Und so war die Flasche bald leer, ohne daß Zino sich damit hatte auseinandersetzen müssen.
      „Och, jetzt hast du ja gar nichts abbekommen!“ stellte Mabel betroffen fest.
      „Ach, das macht gar nichts!“ lenkte Zino schnell ein. Er wechselte einen schnellen Blick mit Tracy. „Nehmen wir dann gleich noch einen Bananenlikör?“
      „Oki Doki!“ erwiderte der Gorilla beseelt.
      „Okay, da bin ich raus!“ stellte Eddy fest. „Ich glaube, ich steige jetzt um auf Limonade.“
      „Ist auch besser für dich!“ kommentierte Tracy.
      Auf Eddys schmollende Miene hin mußten die drei anwesenden Betroffenen erst einmal von Eddys und Zinos Weihnachtsmarktsauftour berichten, und erheiterten damit die ganze Runde.
      Besonders entzückt war Mabel, als sie an die Stelle mit den Fäustlingen kamen. „Aw, wenn ich das gewußt hätte! Ich könnte dir welche stricken!“
      „Oh, ähm, ich habe die Fäustlinge von Santa zu Weihnachten bekommen!“ erklärte Zino freudig.
      „Wärst du nicht so auf Zinos Ohren fixiert gewesen, als wir herkamen, hättest du das vorhin gesehen!“ kommentierte Eddy. „Da hat er sie nämlich getragen!“
      „So, meine Liebe, da hast du’s!“ Spenser hob sein Glas zum Gruße, und die Gesellschaft lachte erneut los, was Mabel lediglich mit einem verlegenen Lächeln quittierte.
      „Wen wundert es denn?“ schoß sie selbstsicher zurück. „Es sind eben ganz bezaubernde Ohren!“
      Futura und Eddy wechselten einen Blick und schmunzelten, und selbst Jake konnte sich ein Lachen nicht verbeißen, als Mabel es einmal wieder schaffte, Zino in Verlegenheit zu bringen.
      „So, was ist denn jetzt mit den Geschenken?!“ erinnerte Jack, als er es nicht mehr aushielt.
      Spenser grinste. „Ich habe mich schon gefragt, wie lange es noch dauert!“
      Futura sprang gleich auf und verteilte die Pakete so, wie sie sie entgegengenommen hatte, so daß jeder die richtige Farbe des Geschenkbandes zurückbekam.
      In geschäftiger Stille und unter den erwartungsvollen Blicken der vier übrigen Gäste wurden nun die Präsente ausgepackt, bis jeder eine kleine Schachtel in Händen hielt. Erwartungsgemäß war Jack am schnellsten fertig, und bestaunte den Inhalt.
      Es war tatsächlich für jeden das gleiche Sortiment. Eine kleine Tüte Dalamitenkekse war dabei, von der Eddy richtig mutmaßte, daß Zino sie selbst nach einem seiner Rezepte gebacken hatte.
      Jack hob gerade eine kleine Flasche aus dem Karton und las: „»Dalamitensirup«!“
      Eddy sah seinen gayanischen Freund erstaunt an. „Sind da echte Dalamiten drin…?“
      Zino schüttelte den Kopf. „Das dachte ich früher auch. Aber es heißt nur so, wegen der Farbe.“
      Jack las gerade die Beschreibung auf der Rückseite. „Zutaten: Wasser, Hommelbeeren, Limanten, Flinderblütenextrakt, Wiesenhonig, Zucker.“
      „Klingt auf jeden Fall lecker!“ bekannte Spenser.
      „Ist es auch!“ bestätigte Zino. „Und man kann es für alles verwenden. Sogar für die Kekse, wenn man will.“
      Jake war gedankenvoll aufgestanden und zu seinem Vater herumgegangen, um einen Blick mit auf die Flasche zu werfen. Als er das kleine, von Boo handgeschriebene Zusatzkärtchen sah, ploppte Erkenntnis in seinem Blick auf. „Ah! Ich dachte schon, du könntest gayanisch lesen!“ bemerkte er, als er sich wieder hinsetzte.
      „Das hätte dich wohl beeindruckt, was?“ kommentierte Jack.
      „In der Tat!“ entgegnete sein Sohn.
      Mabel, Spenser und Futura waren in der Zwischenzeit bei dem Dalamitenschlüsselanhänger angekommen.
      „Ooh, der ist aber hübsch!“ schwärmte Eddys Mutter.
      Zino lehnte sich zu ihr herüber. „Man kann die Blüte sogar öffnen und schließen, und wenn man hier draufdrückt…“ Er demonstrierte es ihr. „… dann leuchtet der Dalamit.“
      „Hey!“ kommentierte Futura begeistert. „Dann kann man den Dalamiten ja als Taschenlampe einsetzen!“
      „Ich glaube, so hat Boo sich das auch gedacht! Das ist nämlich eine seiner Erfindungen, die mittlerweile in allen gayanischen Souvenirshops verkauft wird.“ erklärte Zino.
      Spenser musterte den Anhänger nachdenklich. „Ich hätte da noch eine Idee!“ Er drehte sich um zu dem Weihnachtsbaum und hängte seinen Anhänger an einen der Zweige. „Was haltet ihr davon?“
      Zino schnappte nach Luft. „Das ist eine großartige Idee!“ Ein aufgedrehtes Lächeln legte sich auf seine Züge, während sich sein Blick gedankenvoll verklärte, als würde er im Geiste schon einen mit Dalamitenblüten versehenen Weihnachtsbaum vor sich sehen. „Darüber muß ich unbedingt mal mit Boo sprechen!“
      „Ich sehe schon, Weihnachten wird komplett reformiert, sowohl in Gaya, als auch bei uns!“ kommentierte Jake schmunzelnd. Er wechselte mit Eddy einen Blick, und wußte genau, die nächste Geschichte, die sie zum besten geben würden, würde die vom schmücken des Weihnachtsbaumes sein.
      „Aw, das ist ein ganz tolles Geschenk, Zino!“ Die Aussage kam von Herzen, kurz bevor Mabel den Gayaner zum Dank noch einmal in die Arme nahm. „Vielen Dank!“
      Spenser, Jack und Futura stimmten einhellig zu und schlossen sich dem Dank gleich ebenso herzlich an. Zino genoß sichtlich das warmherzige Feedback; auch wenn er sich nichts hatte anmerken lassen, war er doch ein wenig nervös gewesen, wie seine Geschenke wohl ankommen würden. Mittlerweile fühlte er sich aber schon, als würde er zur Familie dazugehören, und daran war nicht allein Mabel schuld.
      „Wo wir gerade bei Weihnachtsdeko waren…“ begann Jake und hielt kurz in der Verheißung einer neuen Anekdote den Atem an. „… haben wir schon vom diesjährigen Tannenbaumschmücken erzählt?“
      Die Erwähnung allein reichte, und Tracy schlug sich die flache Hand vor’s Gesicht.
      Jake und Eddy grinsten. Und so gaben sie noch weitere spannende Erlebnisse aus ihrer Vorweihnachtszeit mit Zino zum besten. In gemütlicher Weihnachtsstimmung verging die Zeit so wie im Fluge, bis sich die Gäste aus dem Hause Spenser wieder verabschiedeten.
      In der Garderobe gab Eddy Zino seine Rentier-Fäustlinge, die er mit zu seiner Winterjacke gesteckt hatte.
      Dessen Ohren flogen ad hoc ein Stück hoch, und er drehte sich zu Mabel um. „Hier, das sind die Fäustlinge!“
      „Oh, die sind aber wirklich hübsch! Kein Wunder, daß sie dir so gut gefallen!“ bemerkte Mabel lächelnd.
      Zino quittierte es mit einem stolzen Lächeln.
      Mabel verabschiedete sich herzlich von Zino. „Und wenn du willst, dann komm‘ doch mal wieder bei uns vorbei! Du bist jederzeit herzlich willkommen. Auch gerne allein, die anderen Chaoten da drüben brauchen wir doch nicht.“
      „Hey, das habe ich gehört!“ rief Eddy zu den beiden herüber.
      Mabel und Zino tauschten ein Lächeln. Dann wurden schnell die letzten Verabschiedungen vorgenommen, bis sich die fünf wieder in GBs Obhut gesellten.

Nach einem heiteren Abend, so wie ihn die Jungs noch nie bei ihren Eltern erlebt hatten, kehrten die Freunde heim – und Jake mußte zugeben, daß sie eine ganze Menge Spaß eingebüßt hätten, ohne Zino.
      Als die fünf in’s Ghostkommando zurückkehrten, meldete sich die ShockClock zu Wort. „Buh, da liegt noch etwas unter dem Tannenbaum, buh!“
      „Diese ShockClock ist wirklich gewöhnungsbedürftig.“ bemerkte Zino leise.
      Eddy schaute bereits neugierig, und etwas skeptisch, ob sich die ShockClock einen Scherz erlaubte, nach. Er kam gedankenvoll mit einem Umschlag zurück. „Der ist für dich, Zino!“
      Der Gayaner stellte überrascht die Ohren auf. Gespannt öffnete er den Umschlag. Er blieb jedoch schon so fasziniert bei dem Cover der Klappkarte hängen, daß er gar nicht bis zum Text kam.
      „Was ist es, Zino?“ Die Ghostbuster scharten sich um ihn, um mit auf die Karte sehen zu können.
      „Wow!“ entfuhr es Futura. Das Bild auf der Karte zeigte eine Winterlandschaft mit einem prächtig geschmückten Weihnachtsbaum und ein paar Rentieren im Schnee davor. Doch das war nicht alles: Auf der Karte fiel tatsächlich der Schnee, die Christbaumdekoration leuchtete und strahlte, und die Sterne am Himmel funkelten. Sogar die Rentiere bewegten sich. „Das ist aber eine besondere Karte. Vom wem ist sie?“ erkundigte sich Futura.
      Nun endlich klappte der geflashte Zino die Karte auf. Spätestens hier blieb kein Zweifel mehr offen, vom wem die Karte kam. Auf der Innenseite war in einer filigranen, geschwungenen, wunderschönen Handschrift geschrieben: „Lieber Zino! Vielen Dank für das gayanische Carepaket. Die Dalamitenkekse sind wunderbar! Da hast du ein ausgezeichnetes Rezept von Eddy bekommen.“
      Eddy sah an dieser Stelle entgeistert auf. „Oh?“
      „Na klar, habe ich dazu erwähnt, daß ich das Rezept von dir habe!“ bekräftigte der Gayaner. „Ist doch Ehrensache.“
      Auf der Karte stand weiter: „Die Zino-Actionfigur wird einen besonderen Platz auf meinem Schreibtisch bekommen.“
      Jetzt war es Jake, der erstaunt innehielt. „Du schenkst dem Weihnachtsmann eine Actionfigur von dir?“
      „Naja, ich dachte, ich packe ein paar gayatypische Sachen für ihn zusammen.“ meinte Zino verlegen.
      „Offensichtlich hat Santa sich ja gefreut!“ lenkte Futura ein. „Lies weiter!“
      „Das Set Superklammerzuschnappdrähte kann ich gut gebrauchen.“
      „Hmpf?“ machte Tracy an dieser Stelle überrascht.
      „Ja, das sind eigentlich Büroklammern, Tracy.“ bestätigte Eddy.
      „Und der Bildband über die gayanische Tierwelt ist sehr interessant. Du hast dir sehr viele schöne Gedanken gemacht. Ich glaube, ich habe noch nie ein so schönes Weihnachtsgeschenk bekommen. Ich wünsche dir und deinen Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest! Ein fröhliches Ho Ho Ho, Santa“
      Ein Moment besinnlicher Stille schloß sich an.
      Zino lächelte beseelt. „Es hat funktioniert…“
      „Du mußt Santa sehr beeindruckt haben.“ stellte Futura fest.
      „Ja, er ist extra wegen dir noch einmal zurückgekommen!“ ergänzte Jake.
      Zino war so überwältigt, daß er gar nicht wußte, was er darauf erwidern sollte.
      Eddy schlug eine Faust in die Hand. „Mist. Wieso bin ich nicht auf die Idee gekommen?“
      „Betriebsblindheit!“ brachte Jake es auf den Punkt. „Wir sind in allem schon so eingefahren, daß wir nicht weiterdenken. Aber für Zino war alles neu, und deswegen hat er sich seine eigenen Gedanken gemacht.“
      Tracy deutete auf die Karte. „Ist verdient!“
      Zino war sichtlich gerührt. „Aber das war doch gar nicht notwendig. Ich habe doch schon ein Geschenk vom Weihnachtsmann bekommen.“
      „Tja, jetzt hast du die Karte!“ grinste Futura. „Deal with it!“
      „Es kommt wahrscheinlich nicht so oft vor, daß der Weihnachtsmann zu Weihnachten ein Geschenk zurückbekommt.“ sinnierte Jake. „Ich glaube, du bist für Santa etwas ganz besonderes, Zino.“
      „Naja, Santa ist ja auch etwas ganz besonderes für mich.“ entgegnete Zino.
      „Wer weiß, vielleicht kommt Santa nächstes Jahr ja auch nach Gaya!“ lächelte Futura. „Apropos, morgen feiern wir bei mir in der Zukunft, und ihr seid alle herzlich eingeladen! Du kommst doch auch, oder, Zino?“
      Der Gayaner erwiderte ihren Blick aufgeregt. „Wenn ich darf…!“
      „Natürlich!“ stellte sie klar. „Und Boo ist natürlich auch herzlich eingeladen!“
      Zinos Ohren stellten sich freudig auf.
      „Dann treffen wir uns morgen hier?“ schlug Eddy vor.
      Zino nickte.
      „Super. Ich freue mich drauf!“ Futura strahlte.
      „Ich auch… Also dann bis morgen!“ verabschiedete Zino sich bis zum nächsten Tag. In Ermangelung der Tüte, die er Mabel überlassen hatte, trug er Jadcy auf dem Arm – Jadcy durfte dafür nun die Weihnachtskarte von Santa halten.
      Die Freunde winkten ihm noch nach, als er ging. Dann kehrte einen Moment Ruhe ein.
      „Kann es sein, daß Zino heute ein bißchen überfordert war…?“ bemerkte Jake.
      „Das ist kein Wunder. Es war alles neu für ihn, so viele neue Eindrücke – da muß er ja überfordert sein.“ meinte Futura.
      Jake atmete kurz durch. „Na, dann bin ich gespannt auf morgen…!“
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