Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
57.385
 
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.12.2017 4.262
 
.~*~.
.~* Sonntag *~.
.~* 24. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 24 *~.
.~* 4. Advent *~.
.~* Heiligabend *~.

Merry Christmas, Zino!

Am frühen Nachmittag begannen Eddy und Jake mit den Vorbereitungen für den letzten Advent. Jake deckte die Kaffeetafel auf, und Eddy richtete liebevoll den Adventskranz aus.
      „Kaum zu glauben, daß Weihnachten bald schon wieder vorbei ist.“ meinte der Teamführer, setzte gedankenverloren das Ansabone auf dem Schreibtisch beiseite und stellte den Stapel Kuchenteller an dessen Platz, um die Teller von dort besser auf dem Tisch verteilen zu können.
      „He, ich bin doch keine Schiebeware, du rücksichtsloser Ghost-Bozo!“ mokierte sich das Skelefon.
      „Ja, echt schade.“ bestätigte Eddy wehmütig, ohne auf Ansabone einzugehen. Er sah nachdenklich von seiner Arbeit auf. „Kann es sein, daß die Zeit dieses Jahr viel schneller rumgegangen ist als sonst?“
      Jake lachte. „Das liegt daran, daß du dieses Jahr so viel Spaß mit Zino hattest! Alles war aufregend und neu, und du hattest ja ein vollgepacktes Programm – kein Wunder, daß für dich die Zeit nur so verflogen ist.“
      „Ja, wahrscheinlich.“ meinte Eddy verlegen.
      „Aber Weihnachten ist noch nicht vorbei!“ erinnerte Jake. „Eigentlich fängt es gerade erst an!“
      „Ja!“ stimmte Eddy von Herzen zu. „Ich bin so gespannt, was Zino zu den Weihnachtsgeschenken sagt!“
      „Kann es sein, daß du darüber aufgeregter bist, als darüber, was du kriegst?“ schmunzelte Jake.
      „Naja, es ist halt Zinos erstes Weihnachten! Das erste Weihnachten für ihn überhaupt!“
      Gerade kam Tracy zu ihnen, ganz vorsichtig, stieß mit dem Rücken die Tür auf und balancierte eine große Schüssel. Heute gab es Weihnachtsbowle!
      Als er das große Gefäß auf den Tisch stellte, lugte Eddy neugierig hinein. „Sind da etwa Bananen drin?“
      „Kannst ja drum herumfischen!“ war die erschöpfende Antwort.
      Eddy verdrehte die Augen.
      Sie waren fast fertig mit der Vorbereitung, als Zino mit einer Tüte in den Händen bei ihnen eintraf. „Hi Eddy, hi Jake, hi Tracy!“
      „Hi Zino!“ grüßten die drei zurück.
      „Fröhliche Weihnachten!“ fügte Jake an.
      „Euch auch!“ Der Gayaner blieb etwas unsicher mit seiner Tüte im Raum stehen. „Wegen den Geschenken… Ähm, ist das wieder geheim?“
      „Nein!“ lachte Eddy. „Leg‘ deine Geschenke ruhig zu den anderen unter den Baum!“
      Zino kippte die Ohren nach oben und huschte schnell zu dem Christbaum, wo er seine Geschenke denen, die dort schon lagen, hinzufügte.
      Als sie kurz darauf gemütlich am letzten Adventskaffeetisch beisammen saßen, forderte zuerst Eddy Zinos Aufmerksamkeit. „Und heute darfst du das letzte Adventskalendertürchen aufmachen!“
      „Ja, genau!“ Begeistert nahm er von Eddy seinen Adventskalender entgegen, öffnete aufgeregt das letzte Fach und holte den großen Schokoladenengel heraus.
      „So, und jetzt kannst du die Türchen zudrücken, und den Kalender mit nach Hause nehmen!“ verkündete Jake.
      „Toll!“ Zino grinste begeistert. „Mein erstes Weihnachtsgeschenk!“
      Der Teamführer der Ghostbuster schmunzelte. „Na, wenn man dir so einfach eine Freude machen kann…“
      Nun hatte Tracy seinen großen Auftritt, drückte die Finger durch und stellte sich an die Schüssel. „Bowle?“
      „Ja, bitte!“ forderte Jake gleich für alle.
      Sorgfältig füllte der Gorilla die Gläser, und zu Eddys Freude fischte er aus seinem Glas die Bananenscheiben und schüttete sie in sein eigenes Glas um. Als alle ihr Glas hatten, setzte er sich mit breitem Gorillagrinsen wieder auf seinen Platz und hob sein Glas. „Merry Christmas, euch allen!“
      Die anderen erwiderten den Gruß ebenso herzlich.
      Zino lehnte sich leicht zu Eddy herüber. „Kann es sein, daß Tracy die Sprachen mixt?“
      „Naja…“ erwiderte Eddy leise. „»Merry Christmas« hat ganze zwei Silben weniger als »Fröhliche Weihnachten«. Ich hatte dir ja mal erzählt, daß für Tracy das sprechen anstrengender ist als für uns. So kann er das gleiche sagen, mit weniger Aufwand.“
      „Ah!“ Der Gayaner nickte verstehend.
      „So, wer mag denn Tee zum Kuchen?“ fragte Jake aufgeregt. „Ich habe eine neue Sorte gefunden, die nennt sich »Geist der Weihnacht«!“
      Die Freunde lachten, und natürlich wollten alle probieren.
      Eddy verteilte indes Stollen. Zino bekam das Stück, an dem er eine kleine Holzfigur befestigt hatte. „Echter Bergarbeiterstollen, mit Bergarbeiter!“
      Verlegen nahm der Gayaner seinen Teller entgegen.
      „Hey, das wäre doch mal eine lustige Idee.“ bemerkte Jake. „Kleine Bergarbeiter direkt in den Stollen mit einzubacken.“
      „Da müßte aber Zino dann das Patent drauf kriegen.“ erinnerte Eddy. „Immerhin wäre ohne ihn die Idee nicht entstanden.“
      „Meinetwegen. Ich finde die Idee jedenfalls lustig.“ bekräftigte Jake.
      „Das wäre mein erstes Patent.“ meinte Zino, der gerade den Bergarbeiter aus seinem Stollen fischte. „Damit könnte ich dann vor Boo glänzen!“
      „Ich sehe schon, wir müssen mal mit unserem lokalen Bäcker sprechen.“ grinste Jake.
      Neben dem Stollen gab es noch einen mächtigen Schokoladen-Zimt-Anis-Kuchen, den Tracy selbst gebacken hatte. Als die Jungs damit fertig waren, stimmten sie überein, daß sie das restliche Essen für diesen Tag ausfallen lassen konnten.
      Tracy grinste stolz. Er schenkte noch einmal Bowle nach, und Eddy schubste die Bananenstücken in sein Glas rüber, wodurch die Füllmenge der Gläser arg in’s Ungleichgewicht kam.
      Als sie so traut beisammen saßen, sprang plötzlich die ShockClock aus ihrem Gehäuse. „Buh, es ist 18.00 Uhr! Heiligabend! Zeit für Geschenke! Buh!“
      Die vier Jungs zuckten kollektiv erschrocken zusammen, da verschwand der kleine Schädel auch schon wieder hinter seiner Tür.
      „Aber Boo ist doch gar nicht hier…“ bemerkte Zino verwirrt. „Und überhaupt, warum wird eigentlich nur er angesprochen?“
      Jake seufzte tief. „Das ist eine Eigenart der ShockClock. Das hat nichts mit deinem Kumpel zu tun.“ erklärte er in Kurzform. „Aber ShockClock hat Recht, es ist Heiligabend, Leute!“
      „Ja!“ jubelte Eddy und sprang auf.
      „Erst abräumen!“ machte sich eine tiefe, autoritäre Gorillastimme bemerkbar.

Alle faßten mit an, und so war schnell die von Tracy gewünschte Grundordnung hergestellt. Anschließend scharten sich die vier aufgeregt um den Weihnachtsbaum und ließen sich bei den Geschenken nieder.
      „Würfeln wir wieder?“ fragte Zino aufgeregt.
      „Nein, gewürfelt wird nur beim Wichteln.“ erklärte Jake. „Heute dürfen wir die Geschenke so aufmachen.“
      Zino ließ etwas die Ohren hängen. „Schade.“
      „Wollen wir anfangen?“ fragte Tracy.
      Prompt stellten sich Zinos Ohren aufmerksam wieder auf.
      „Meine dürft ihr gerne gleichzeitig aufmachen!“ erklärte Jake. Er schob drei Pakete in die Mitte, die in unterschiedliches Weihnachtspapier eingepackt waren. Das Paket mit den kleinen Bananen mit den Weihnachtsmützen bekam Tracy. Eddy erhielt das Papier, auf dem kleine Flugzeuge zwischen geschmückten Tannenbäumen hindurchflogen, und für Zino hatte Jake ein Weihnachtspapier mit dem Rentierschlitten ausgesucht. Offensichtlich hatte er sich so die Namenskärtchen gespart.
      Anhand der Form der Pakete konnten sich die drei schon denken, daß der Inhalt der gleiche war. Neugierig packten sie ihre Geschenke aus. Warum die Pakete so identisch aussahen, erschloß sich ihnen schnell – es handelte sich um Bücher aus der gleichen Serie.
      „Hey, das ist klasse!“ rief Eddy, als er den Titel »Fliegergeschichten« las.
      Zinos Ohren flogen nach oben, als er sein Buch auspackte.
      „Tracy, was hast du für eins?“ fragte Eddy neugierig.
      Tracy drehte sein Buch mit breitem Gorillagrinsen um.
      „»Bananenplantagengeschichten«?“ entfuhr es Eddy entgeistert.
      „Was meinst du, warum ich sofort zugeschlagen habe!“ kommentierte Jake.
      „Was hast du für eins, Zino?“ erkundigte sich Eddy wißbegierig.
      Der Gayaner drehte sein Buch um, so daß man den Titel »Heldengeschichten« lesen konnte. „Das ist mein erstes Buch auf terranisch!“ bemerkte er strahlend.
      „Dann habe ich also das richtige erwischt!“ Jake atmete auf. „Bei dir war ich mir nämlich nicht ganz sicher.“
      „Das ist toll!“ bestätigte Zino.
      „Oki Doki, jetzt meins!“ bat Tracy.
      Jake verteilte die Pakete, die alle eine eigentümliche Form hatten, und mit kleinen Namensschildchen versehen waren.
      „Hoffentlich ist es nichts mit Bananen.“ hoffte Eddy, als er sein Paket zu sich heranzog.
      „Ach, komm schon, Tracy hat bewiesen, daß er auch anders kann.“ lenkte Jake ein.
      Der Gorilla beobachtete es gespannt, als seine Freunde ihre Pakete auspackten.
      Zino war als erster fertig und staunte. Tracy hatte eine Uhr gebastelt, die er in einen kreativen Turm aus Streben und Metallelementen eingelassen hatte. Das besondere daran war, daß die Uhr die Zeit in gayanisch und terranisch anzeigte.
      „Jetzt kriegst du selbstgebastelte Geschenke nicht mehr nur von Boo!“ stellte Jake fest.
      „Das macht gar nichts!“ stellte Zino klar, der fasziniert das Gebilde betrachtete. „Das ist cool! Jetzt kann ich gleich sehen, wie spät es bei euch ist!“
      „War der tiefere Sinn.“ schmunzelte Tracy.
      Jake hatte sein Geschenk als nächster ausgepackt, und fand in der gleichen Machart einen Kalender mit einem gayanischen Kalender, und einem terranischen für das nächste Jahr. „Hey, hast du etwa gepetzt?“ grinste Jake, als er an das Gespräch in der Küche zurückdachte.
      Eddy sah unbeteiligt in die Luft. „Könnte sein, daß da mal ein Hinweis gefallen ist…“
      „Ich wünschte, unser Kalender wäre auch jedes Jahr gleich.“ sinnierte der blonde Ghostbuster.
      Als letztes packte Eddy sein Geschenk aus und staunte. Tracy hatte eine Skelevatorkabine nachgebaut, und eine Dalamitenblüte auf dem Dach installiert. „Aww, was ist das denn?“
      Tracy rückte näher. Zuerst deutete er auf die Blüte mit dem Dalamiten. „Bonbonschale.“ Dann zog er die Türen der Kabine auf. „Schokoladenfach.“
      „Das ist ja cool!“ freute sich Eddy begeistert.
      „Da hast du dich diesmal aber selbst übertroffen!“ pflichtete Jake bei.
      Tracy zeigte ein breites stolzes Gorillagrinsen. „Wollte etwas persönliches für alle von euch machen.“
      „Ich wette, Boo könnte hierauf richtig neidisch werden!“ war Zino sich sicher.
      „Paßt mal auf, jetzt versuchen Boo und Tracy, sich gegenseitig zu übertreffen!“ grinste Eddy.
      Tracys Lächeln war bestechend.
      Jake klatschte in die Hände. „Okay, wo machen wir denn weiter?“
      Zino schob die Pakete, die er mitgebracht hatte, in die Mitte. „Jetzt macht meine auf!“
      Die drei Pakete, die so wie bei Jake sich vom Format her sehr ähnelten, waren mit den Namen versehen, die unverkenntlich von Zino geschrieben worden waren – doch die drei konnten es ihm verzeihen, da er erst noch viel lernen mußte, bis er richtig in ihrer Sprache schreiben konnte. Jake verteilte wieder, und gab Eddy das Paket mit der Aufschrift »Ädi«, an den Gorilla gab er das Geschenk, auf dem »Träici« stand, und behielt das mit der Aufschrift »Djäik«.
      Neugierig packten sie die weichen Pakete aus. Eddy war am schnellsten fertig und breitete ein T-Shirt mit einem Zeldon drauf aus. „Wow! Das ist cool!“
      Jake bewunderte gerade sein T-Shirt, das den Dalamiten zeigte. „Hey, das müßte genau meine Größe sein!“ Er hielt es sich probehalber an. „Das ist klasse! Danke!“
      Gerade faltete Tracy sein T-Shirt auseinander. Seine beiden Teamkollegen sahen neugierig zu ihm herüber. „Was ist bei dir drauf, Tracy?“
      Der Gorilla hielt es grinsend in die Höhe. Auf dem Shirt war eine stilisierte Rennstrecke abgebildet, und über dem Motiv stand »Gaya Race 3736«. Er ließ es sich auch nicht nehmen, das T-Shirt gleich anzuziehen.
      „Das steht dir prima, Tracy!“ bekannte Jake.
      „Ja? Gefallen sie euch?“ erkundigte sich Zino aufgeregt. „Ich war mir ein bißchen unsicher, was euch gefallen könnte…“
      „Die sind toll, Zino!“ bekräftigte Jake. „Aber eins würde mich mal interessieren, woher hast du unsere Größen gewußt?“
      „Ganz einfach, ich habe die Skelewash gefragt!“
      Eddy sah ihn verblüfft an. „Du hast unsere Waschmaschine nach unseren Größen gefragt?“
      „Ja! Ich dachte mir, sie muß es ja wissen.“ meinte der Gayaner unschuldig. „Nachdem wir letztens im Schnee waren und du meine Sachen mitgewaschen hast, habe ich sie einfach gefragt, und nachdem ich ihr erzählt habe, wozu ich es brauche, hat sie es mir auch verraten!“
      Jake seufzte leicht. „Ich hätte drauf kommen können.“
      „Großartige Idee!“ Eddy begann ebenfalls bereits, sich umzuziehen, und so zog auch Jake schnell nach und tauschte Jackett und Hemd gegen das Dalamitenshirt.
      Zino konnte den Stolz in seiner Miene nicht verbergen. Anscheinend war es ihm eine noch größere Freude, daß seine Geschenke so gut ankamen, als selber welche zu bekommen.
      „So, jetzt sind noch Eddys übrig.“ erinnerte Tracy und zeigte auf die letzten Pakete.
      „Genau!“ Der Brünette schob die Pakete nach ihrer richtigen Zuordnung zu seinen Kameraden, und konnte nicht verbergen, daß er leicht aufgeregt war.
      Jake bedachte ihn mit einem verhaltenen Blick. Anscheinend war er auch schon ganz gespannt, wie es jetzt weiterging – von einem Geschenk wußte er immerhin schon.
      „Tracy, mach du mal zuerst auf!“ bat Eddy.
      Wißbegierig kam der Gorilla der Aufforderung nach. Zum Vorschein kam ein kleines Holzschaukelpferd, gerade mal in der Größe, daß man es gut auf einen Tisch stellen konnte. Tracy setzte es auf den Boden und stupste es an. Leicht schaukelte es hin und her. „Hübsch!“
      Eddy nickte. „Ihr bekommt nämlich alle diesmal ganz klassische Geschenke von mir, die typisch für ein ganz nostalgisches Weihnachten sind!“
      Neugierig geworden zog nun Jake nach und befreite eine etwas größere Schachtel von dem Geschenkpapier. Diese offenbarte eine kleine Holzeisenbahn. „Och, die ist ja niedlich!“ entfuhr es Jake, bevor er es aufhalten konnte.
      Währenddessen öffnete der gayanische Nationalheld gerade mit gespannt leicht aufgestellten Ohren sein etwas seltsam geformtes Paket und holte etwas weiches daraus hervor. Als er es in die richtige Position drehte, sahen ihn zwei dunkle Knopfaugen aus einem niedlichen Teddybärgesicht an. Eine Sekunde lang musterte Zino das Plüschtier erstaunt, als müsse sich der tiefere Sinn erst in sein Bewußtsein vorarbeiten.
      Jake beobachtete den Gayaner still. Zino war förmlich sprachlos. Eine solche Miene in etwa hatte er erwartet. Innerlich beschloß er für sich, im Zweifel mit Zino zu tauschen, wenn er wollte.
      Der blonde Gayaner beachtete die anderen aber gar nicht mehr. Plötzlich schnappte er entgeistert nach Luft und sah den Bären mit großen Augen an, als würde ihm jetzt erst langsam bewußt, was das zu bedeuten hatte. Gerade verklärte sich etwas in Zinos Blick, und zur Überraschung des Ghostbusterchefs drückte der Gayaner von einem zum anderen Moment den Teddy liebevoll an sich.
      Fasziniert stellte Jake fest, daß Zinos Reaktion nicht daher gerührt hatte, weil er mit dem Geschenk nichts anzufangen wußte, sondern weil er so überwältigt gewesen war – und noch immer war. Und der blonde Teamchef war nicht der einzige, der sich gerade an dem Augenblick erfreute.
      Offensichtlich hatte nicht einmal Eddy mit solch einer Reaktion gerechnet, denn dem Brünetten war ebenfalls förmlich die Sprache verschlagen. „Ähm…“ Er räusperte sich leicht. „Da habe ich wohl das richtige gefunden…“
      Zino schniefte leicht, während er den Teddy an seine Brust drückte, als wolle er ihn nicht mehr loslassen. „So etwas gibt es in Gaya gar nicht. Ihr seid echt beneidenswert.“
      Tracy reichte dem gerührten Gayaner die Taschentuchbox.
      Eddy wechselte einen Blick mit Jake, und auch wenn selbst er nicht mit einem solch durchschlagenden Erfolg gerechnet hatte, konnte er sich einen kleinen Triumph nicht nehmen lassen.
      Jakes Miene verriet, daß er ehrlich berührt war, und sich durchaus daran erfreute, mit seinen anfänglichen Befürchtungen so falsch gelegen zu haben. Er kam nicht umhin, er war beeindruckt von Eddys Volltreffer.
      Tracy betrachtete die Szene versonnen. Keiner mochte gerade in den Augenblick intervenieren.
      Zino faßte sich gerade wieder, zog die Beine an und setzte sich bequem so, daß er den Teddy in den Arm nehmen konnte.
      Eddy legte gemütlich die Arme um die angezogenen Beine. „Jetzt kannst du deinen eigenen Teddy mit in’s Bett nehmen, und überall mit hinnehmen…“
      Jake beobachtete Zino aufmerksam. So, wie er sich gerade gab, traute er es dem Gayaner sogar zu. Offenbar hatte Eddy mit seinem Geschenk den Vogel abgeschossen. Jake lächelte. „Und jetzt kannst du deinem Teddy noch einen Namen geben!“
      Zino stellte begeistert die Ohren auf.
      „Wie wär’s mit »Eddy«?“ schlug Tracy vor. „Steckt da ja praktisch schon drin!“
      Zino dachte kurz darüber nach, senkte dann aber die Ohren. „Ich weiß nicht… Das könnte etwas… seltsam werden, wenn ich zum Beispiel zu Boo sage, ich kuschele mit Eddy.“
      Die Freunde lachten herzlich.
      „Der Punkt geht an Zino!“ kommentierte Jake.
      Zino dachte einen Moment versunken nach. Plötzlich stellten sich seine Ohren wieder auf. „Wie wäre es mit Jadcy? Da steckt von euch allen etwas drin!“
      „Das ist eine tolle Idee!“ bekannte Jake begeistert. Eddy nickte, und Tracy brummte zustimmend.
      Zino überstrahlte mit seinem Lächeln sogar fast den Tannenbaum.
      „Ist dann aber weiblicher Bär?“ fragte Tracy.
      „Bestimmt!“ meinte Jake. „Mit den sanften Zügen…“
      „Das ist mir egal!“ bekannte Zino und legte die Arme fest um den kleinen Bären.
      „Aww, schaut mal…“ schwärmte Eddy beseelt. „So wie die kleine Jadcy sich in Zinos Arme schmiegt und zu ihm hochlächelt… Ich glaube, das war Liebe auf den ersten Blick!“
      Der Gayaner errötete verlegen.
      „Okay, jetzt haben wir noch die Geschenke vom Weihnachtsmann!“ verkündete Jake. „Wer will anfangen?“
      Zino verlagerte die Position und setzte sich so, daß Jadcy sich an ihn lehnen, und er die Arme um sie legen konnte.
      „Verteil die Geschenke doch einfach so, wie du sie zu fassen kriegst!“ meinte Eddy.
      Jake griff nach vorne und gab Tracy ein dickes, schweres Paket.
      Neugierig packte der Gorilla es aus, und schon bald konnte man sehen, daß es ein Buch war.
      „Was ist es, Tracy?“ fragte Eddy aufgeregt. Als sein Freund es grinsend umdrehte, las er ohne jede Begeisterung vor: „»Bananenkochbuch«? Hast du das nicht schon?“
      „Sieh genau hin!“ Jake deutete auf eine kleine Aufschrift. „Band 5, mit ganz neuen Rezepten!“
      „Gütiges Gaya!“ entfuhr es Eddy.
      Jake nahm indessen das zweite Geschenk und schaute auf das Etikett. „Oh, das ist meins.“
      „Dann mach‘ es auf!“ forderten Eddy und Zino gleichzeitig.
      Jake nahm das relativ kleine Paket und schüttelte es leicht.
      „Würde mich nicht wundern, wenn das nur eine Pralinenschachtel ist.“ frotzelte Eddy.
      Jake ging gar nicht auf den Kommentar ein und riß vorsichtig das Geschenkpapier auf. „Es ist tatsächlich eine Pralinenschachtel!“ meinte er entgeistert.
      „Was ist denn das da vorne…?“ Tracy deutete auf die Oberseite der Schachtel.
      Dort war etwas festgeklebt, was Jake jetzt vorsichtig löste. „Hey, eine Jahreskarte für den neuen Aquapark – All Inclusive! Toll!“
      „Die Pralinen brauchte der Weihnachtsmann anscheinend nur, damit das Paket nicht so mickrig aussieht.“ grinste Zino.
      „Ja, aber es ist auch meine Lieblingssorte!“ stellte Jake freudig fest. „Erdbeer-Sahnecreme!“
      „Machst du heute noch weiter, oder möchtest du den Rest des Abends deine Karte bewundern?“ erkundigte sich Eddy. „Ich frage nur, sonst machen wir jetzt alleine weiter.“
      Jake legte sein Geschenk beiseite und nahm das nächste Paket – ein rechteckiges, stabiles. „Eddy, das ist deins.“
      Aufmerksam öffnete der brünette Ghostbuster sein Geschenk. „Hey, die Betsy-Coleman-DVD, die ich mir gewünscht habe…“ Eddy strahlte Zino an. „Siehste, es funktioniert!“
      Zino stellte begeistert die Ohren auf.
      „Was hast du denn vom Weihnachtsmann bekommen?“ fragte Eddy neugierig, und auch ein wenig besorgt. Es interessierte ihn sehr, was Santa Claus sich hatte einfallen lassen – denn die Wünsche von Zinos Liste waren nicht so einfach zu erfüllen wie seine.
      Jake schob Zino sein Geschenk zu.
      Aufgeregt packte Zino, unter dem prüfenden Blick seines kleinen Teddys, das weiche Päckchen aus. Als er das Papier beiseite schob, hielt er zu seiner Überraschung das Paar Fäustlinge mit den kleinen Rentieren in den Händen, das er im Schaufenster bewundert hatte. Dem Blonden stockte förmlich der Atem. Dann fiel ihm eine handgeschriebene Karte in die Finger.
      Die drei Jungs sahen ihn erstaunt an. „Lies vor, Zino!“ forderte Eddy.
      „Lieber Sino. Es tut mir sehr leid, daß ich so auf die Schnelle keinen deiner Wünsche auf deiner Wunschliste erfüllen konnte. Ich hoffe aber, daß das kleine beigefügte Geschenk dich zumindest ein bißchen glücklich macht. Alles Gute, fröhliche Weihnachten und Ho Ho Ho, Santa Claus“
      Zino sah atemlos auf. „Woher wußte der Weihnachtsmann das?“
      „Tja, irgendwie kriegt Santa Claus alles mit!“ schmunzelte Jake.
      Mit einem begeisterten Grinsen zog Zino die Fäustlinge an. „Und es geht eben doch!“
      „Warum sollte es auch nicht gehen?“ fragte Jake irritiert.
      „Weil Eddy gesagt hat, das sind Fünf-Finger-Fäustlinge, und ich habe nur vier Finger.“
      Jake sah seinen Kumpel erstaunt an. „Sag‘ mal, was erzählst du Zino eigentlich für einen Mist?“
      „Ich war sturzbesoffen, als ich Zino das gesagt habe.“ nuschelte Eddy.
      „Wie bedauerlich, daß Zino sich daran erinnern kann, was?“ kommentierte Jake.
      „Zumindest hat Santa sein Ziel erreicht.“ Tracy beobachtete gerade den Gayaner, der sich sichtlich über die Fäustlinge freute. „Zino ist glücklich.“
      „Das Ziel hat noch eher Eddy erreicht!“ lachte Jake.
      „Es war eine Gemeinschaftsarbeit.“ behauptete der Gayaner.
      Als alle ihre Geschenke ausgepackt hatten, blieb ein Geschenk übrig. Irritiert zählte Jake durch. „Aber wir haben doch alle unsere Geschenke aufgemacht.“
      „Für wen ist denn das Paket?“ fragte Eddy.
      Tracy sah bereits nach und runzelte die Stirn. „Für den Weihnachtsmann…!“
      Zino spielte verlegen mit den Ohren. „Ich dachte mir, wenn ich ein Geschenk vom Weihnachtsmann bekomme, dann muß er doch auch ein Geschenk von mir kriegen!“
      Die Freunde sahen sich ratlos an. Jake räusperte sich leicht.
      „Na toll. Wie sollen wir denn das jetzt zum Weihnachtsmann kriegen?“ bemerkte Eddy.
      Zino sah nachdenklich zu ihm herüber. „Hast du nicht gesagt, er lebt am Nordpol?“
      „Naja, aber da fahren wir jetzt sicher nicht hin!“ erklärte Jake.
      „Dürfte auch noch unterwegs sein!“ Tracy deutete zur Uhr. „Treffen ihn gar nicht persönlich an.“
      „Und wenn wir es einfach an ihn adressieren?“ schlug Zino vor. „Meine Post kommt auch nur mit dem Namen und dem Ort an.“
      „Ich weiß etwas besseres!“ sagte Eddy und stand auf. „Und das ist jetzt unser Vorteil! Santa muß hier in der Gegend nämlich noch einmal durch! – Wir bringen das Paket einfach zu Elaine, und wenn Santa da ist, um die Geschenke zu bringen, dann kann er seins gleich mitnehmen!“
      „Hey, das ist eine gute Idee!“ stimmte Jake zu.
      „Leela sei Dank!“ kommentierte Tracy.
      „Zu irgend etwas muß es ja gut sein, daß sie früher Geschenke bekommt.“ behauptete Eddy.
      „Dann geht ihr beide doch zu Elaine, und Tracy und ich kümmern uns um das Abendessen!“ schlug Jake vor.
      „Buh, hattet ihr nach dem Kaffee nicht gesagt, Abendessen fällt aus? Buh!“ meldete sich die ShockClock zu Wort.
      Die vier Freunde sahen sich verlegen an.
      „Ach was! Humbug!“ kommentierte Tracy, und die Freunde lachten los.

Zino war mächtig aufgeregt, als er mit Eddy zusammen auf dem Weg zu Elaines Gaststätte ein Stück die Straße herunter war – kurz nachdem Jake ihm nahegelegt und versichert hatte, daß er Jadcy für die kurze Zeit ruhig im Ghostkommando lassen konnte, denn es hatte wieder leicht angefangen zu schneien. „Was meinst du, ob Santa sich über mein Geschenk freuen wird?“
      „Das kommt drauf an, was drin ist!“ lachte Eddy. Er ließ Zino den Vortritt in’s »Clover«, dem Lieblingsrestaurant der Ghostbuster, wo die beiden an den Tresen herantraten.
      „Hallo ihr zwei! Was kann ich denn für euch tun?“ begrüßte die Gastwirtin sie. „Ich dachte, ihr feiert Heiligabend zu Hause!“
      „Tun wir auch.“ erklärte Eddy. „Ähm, Zino hat ein Geschenk für den Weihnachtsmann, und wir wollten fragen, ob du es heute Abend für ihn hinlegen kannst, damit er es mitnehmen kann, wenn er bei euch Geschenke bringt? Bei uns war er ja schon.“
      Zinos Ohren spielten nervös.
      „Ein Weihnachtsgeschenk für den Weihnachtsmann? Das ist eine interessante Idee! Wir stellen immer nur Milch und Kekse für ihn hin.“ Elaine nahm das Paket entgegen. „Ich stelle das Geschenk einfach dazu, dann kann Santa es gar nicht übersehen!“
      Zino strahlte. „Danke!“
      Elaine zwinkerte ihm zu. „Für charmante Typen mit kuscheligen großen Ohren tu ich doch alles!“
      Der Gayaner lächelte verlegen.
      Elaine griff noch einmal in das Glas mit den Weihnachtslutschern und gab den beiden je eine Handvoll. „Hier, für euch, ihr Süßen! Frohe Weihnachten!“
      „Frohe Weihnachten!“ erwiderten Eddy und Zino unisono, dann verabschiedeten die beiden sich wieder.
      „Sie mag dich wirklich!“ bemerkte Eddy, als sie wieder auf die Straße traten.
      „Sie ist auch sehr nett!“ entgegnete Zino. „Wenn wir mal wieder da zum essen sind, gebe ich ihr etwas aus. Das ist wirklich toll, daß sie mein Geschenk an Santa ausliefert.“
      Eddy quittierte es mit einem amüsierten Lächeln. Bei seiner Art, wer sollte Zino da schon nicht mögen können? Bei der Gelegenheit fiel ihm etwas ein. „Morgen sind wir bei meiner Familie. Jakes Dad ist auch da, er lebt ja allein, und wir feiern den ersten Weihnachtstag immer zusammen.“ Er sah Zino auffordernd an. „Du kommst doch auch mit, oder?“
      Zino kippte die Ohren überrascht ein bißchen nach oben. „Meinst du wirklich? Ich kann doch nicht einfach so zu einem Familienfest von euch mitkommen.“
      „Natürlich kannst du!“ widersprach Eddy. „Tracy und Futura sind doch auch immer mit dabei. Die beiden gehören praktisch zur Familie – und du tust es jetzt auch! Sonst kriegst du doch gar keine Gelegenheit, Weihnachten bis zum Ende mitzufeiern!“
      „Und für deine Familie ist das wirklich okay?“ erkundigte sich Zino noch einmal vorsichtig.
      „Natürlich! Ich rufe Mom nachher nur an und sage ihr, daß ein Freund mitkommt, damit sie ein Gedeck mehr aufdecken kann, dann ist alles geregelt!“ Eddy merkte, daß Zino noch immer etwas unsicher war und setzte nach: „Komm schon. Die meisten kennst du doch, und das ist die Chance für unsere Eltern, dich mal kennenzulernen. Ich will dich dabei haben, sonst ist das kein richtiger Abschluß für Weihnachten dieses Jahr.“
      Zino schluckte leicht. „Okay…“
      Eddy strahlte. „Super. Wir treffen uns morgen Vormittag alle hier, damit wir gemeinsam losfahren können.“ Er ging vor Zino die Stufen zum Ghostkommando hoch, um die Tür aufzuschließen.
      Der Gayaner folgte ihm ein wenig aufgeregt.
      Als sie sich zu den anderen gesellten, saß Jadcy noch immer auf dem Platz am Tisch, den sie für Zino gesichert hatte, bevor die beiden zum Clover aufgebrochen waren.
      „Sie hat deinen Platz mit ihrem Leben verteidigt!“ erklärte Jake ernst, als Zino und Eddy an den nun vollständig aufgedeckten Tisch herantraten.
      Zino musterte Jake verunsichert. „War das notwendig?“
      „Naja, immerhin haben wir einen Gorilla im Haushalt.“ bemerkte Jake leichthin.
      Tracy kam gerade mit der großen Schale Bockwürstchen, die er zwischen die zwei Schüsseln mit Kartoffelsalat stellte. „Mit Bananen – ohne Bananen!“ erklärte er, während er - insbesondere für Eddy - nacheinander auf die beiden Schüsseln deutete.
      „Gut, dann weiß ich, wo ich mich hinsetze.“ kommentierte Eddy leise.
      Zino zog seine Fäustlinge aus und nahm Jadcy auf den Schoß, als er sich auf seinen Platz setzte.
      Bei einem gemütlichen Abendessen ließen die vier - beziehungsweise fünf - den Abend ausklingen, bevor Zino wieder nach Hause mußte – diesmal nicht mehr allein!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast