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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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22.12.2017 2.041
 
.~*~.
.~* Freitag *~.
.~* 22. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 22 *~.

Das Schmücken des Weihnachtsbaumes

Zino beobachtete fasziniert, wie Tracy einen relativ großen Tannenbaum in seinem Topf bis in’s Wohnzimmer bugsierte und dann sorgfältig und akkurat in der extra dafür freigeräumten Ecke ausrichtete. „Ist das auch eine Weihnachtstradition?“
      „Ja!“ bestätigte Eddy. „Du hast ja unterwegs schon die vielen geschmückten Tannenbäume gesehen – das macht man zu Hause auch!“ Er lehnte sich verschwörerisch zu dem Gayaner. „Unter den Tannenbaum werden dann auch die Geschenke gelegt!“
      „Apropos, wie läuft das eigentlich mit den Geschenken?“ erkundigte Zino sich. „Bekommt man die dann vom richtigen Weihnachtsmann?“
      „Ja.“ Eddy hüstelte leicht. „Der Weihnachtsmann bringt Geschenke, aber wir machen untereinander auch Geschenke.“ erklärte er. „Die Geschenke werden bei uns in New York eigentlich erst am 25. Dezember morgens ausgepackt. In Deutschland ist das anders, da darf man schon Heiligabend Geschenke auspacken.“
      „Das ist ja auch logisch!“ meinte Zino. Auf Eddys konsternierten Blick hin erklärte er: „Wie soll der Weihnachtsmann das denn auch schaffen, so schnell alle Geschenke auf einmal zu verteilen?“
      Eddy stockte sprachlos. Der Logik hatte er nichts entgegenzusetzen – daß ausgerechnet Zino so schnell darauf kam, der Weihnachten noch gar nicht kannte, fand er allerdings enorm. Aber vielleicht lag es auch einfach daran, daß er viel mehr Abstand zu den Dingen hatte, und dadurch nicht so »betriebsblind« war wie die Leute, für die all diese Traditionen selbstverständlich waren. Mit seiner einfachen Logik brachte er die Dinge jedenfalls sehr oft auf eine förmlich bezaubernde Weise auf den Punkt. Er wußte, warum er den Gayaner so sehr mochte.
      „Naja, jedenfalls machen wir das mit dem Geschenke auspacken auch schon am 24. Dezember, weil Leela ja aus Deutschland kommt und das so kennt. Das ist für sie einfacher, und für uns auch, weil es die Tage darauf immer gleich mit Familienfeiern weitergeht. So ist das streßfreier.“ erklärte der Ghostbuster weiter.
      „Und dann habt ihr eine Sondergenehmigung beim Weihnachtsmann bekommen?“ fragte Zino fasziniert.
      Damit brachte er Eddy tatsächlich endgültig aus dem Tritt. „Öhm, zumindest macht er das!“ Der Brünette sah seinen Freund aufgeregt an. „Du kommst doch übermorgen auch, oder? An Heiligabend machen Jake, Tracy und ich das üblicherweise nur unter uns. Aber dieses Jahr kommst du mit dazu!“
      Zino sah ihn überrascht an. „Echt? Ist das für euch wirklich okay?“
      „Na klar! Es ist doch dein erstes Weihnachten! Das gehört dazu, was wäre denn Weihnachten ohne Heiligabend und Geschenke auspacken? Ich habe Jake und Tracy auch gefragt, und die beiden finden die Idee auch toll.“
      „Okay…!“ Der Gayaner war sichtlich überwältigt.
      „Aber mach‘ wegen der Geschenke kein großes Brimborium!“ erklärte Eddy gleich. „Wir machen wirklich nur eine Kleinigkeit für jeden. Nichts großartiges, sonst nimmt es Überhand. Es geht mehr um die Geste, und das man ein bißchen was spannendes zum auspacken hat.“
      Zino nickte. „Weiß der Weihnachtsmann denn überhaupt, daß ich bei euch bin?“
      Eddy dachte an den Nikolaus, der die beiden schon überrascht hatte. „Bestimmt weiß er das!“
      „Naja, wenn nicht, ist es nicht schlimm. Hauptsache ihr wißt es.“ Der Blonde drehte sich um, als gerade Tracy auf die beiden zusteuerte.
      „So, fertig! Ihr seid dran!“ Der Gorilla zeigte ein bestechendes Lächeln und verließ das Wohnzimmer.
      Eddy sah Zino aufgeregt an. „Okay! Dann legen wir mal los!“ Zino folgte ihm neugierig, als er an den Tisch ging und die Kisten öffnete, in der sich die ganze Tannenbaum-Deko befand. Zur Demonstration nahm er einen Stern zum Aufhängen. „Die ganzen Sachen werden jetzt einfach am ganzen Baum verteilt.“ Er hängte den Stern über einen Ast und machte eine präsentierende Geste.
      In Zinos Augen leuchtete es. „Was für eine coole Idee!“
      Euphorisch machten sich die beiden an’s Werk, und bestückten den Baum mit Girlanden und Anhängern.
      Plötzlich wurde Zino ganz aufgeregt. „Da fällt mir etwas ein! Bin gleich zurück!“
      Eddy sah seinem Freund irritiert nach, als der zur Tür hastete. „Okay…“ Gedankenvoll machte er allein weiter.
      Nach einer Weile gesellte sich Jake zu ihm und musterte anerkennend die ersten Fortschritte. „Wo ist denn Zino?“ erkundigte er sich und ging Eddy ein wenig zur Hand.
      „Ich glaube, er mußte eben schnell nach Hause. Aber er meinte, er ist gleich wieder zurück.“
      „Ah.“ Jake ging um den Baum herum und verteilte auf der anderen Seite Sterne und Engel. „Zino kommt doch Heiligabend, oder?“ erkundigte sich der Teamführer.
      „Ja! Ich habe ihm gar keine andere Wahl gelassen!“ lachte Eddy.
      „Brav!“ Jake grinste. „Hast du denn schon alle Geschenke zusammen?“
      „Eins fehlt mir noch. Aber das für Zino habe ich schon!“
      Jake sah neugierig um den Baum herum. „Und, was ist es?“
      „Hey, willst du dir die Überraschung verderben?“ Eddy nahm sich eine Handvoll Sterne und kam auf der anderen Seite zu Jake herum.
      „Ich bin halt neugierig!“ verteidigte sich der Blonde. „Mir kannst du es doch sagen, es geht ja nicht um mein Geschenk!“
      „Aber wehe, du machst es nach!“ warnte der Mollige, als er die Sterne gleichmäßig verteilte.
      „Ich habe schon alle Geschenke, darum brauchst du dir keine Gedanken zu machen.“ beruhigte sein Freund ihn. „Also, was ist es?“
      „Okay. Ich habe mir überlegt, daß ich Zino einen Teddy schenken werde. Einen richtig schönen klassischen Kuschel-Teddy.“
      Jake sah Eddy skeptisch an. „Du willst Zino allen Ernstes einen Teddy schenken?“
      „Ja, ich habe mir überlegt, daß Zino ein paar ganz traditionelle Weihnachtsgeschenke bekommen soll. Und da gehört ein Teddy mit zu!“ erklärte Eddy.
      Jake lachte leicht auf. „Ähm, ja… Naja…“ Er räusperte sich leicht. „Okay, ich weiß zwar nicht, ob das nun unbedingt etwas für ihn ist, aber zumindest kann man ihm so ein paar Traditionen nahebringen.“
      Eddy bedachte ihn mit einem leicht niedergeschlagenen Blick. „Was schenkst du ihm denn?“ erkundigte er sich im Gegenzug.
      „Verrate ich nicht!“
      Eddy sah ihn entgeistert an. „Hey! Ich hab’s dir auch gesagt!“
      „Ja, freiwillig! Ich verrate nichts!“ beharrte Jake. „Du wirst schon merken, warum!“
      Eddy seufzte schwer. „Na, meinetwegen.“
      Jake hängte die letzten Anhänger auf, die er in der Hand hatte und klopfte sich die Hände ab. „So, jetzt muß ich noch mal los. Ich will für Jessica ein Weihnachtsgeschenk in der Redaktion abgeben, als Überraschung, und da sie heute den letzten Tag da ist vor ihrem Urlaub, muß ich mich ein bißchen beeilen.“
      „Okay, dann grüß die Leute da mal!“
      „Mach‘ ich!“ Der Blonde winkte rasch noch einmal und verschwand dann aus dem Ghostkommando.
      Ein paar Minuten arbeitete Eddy wieder allein weiter, bis er ein Geräusch hörte, und kurz darauf kam Zino zu ihm zurück, mit einer Schachtel in den Händen. „Oh, du bist aber schon weit…“
      „Jake hat ein bißchen mitgeholfen!“ Der Brünette nahm sich gerade das nächste Set Anhänger, das Tracy selbst entworfen hatte.
      „Ich habe auch noch ein bißchen was mitgebracht!“ erklärte Zino stolz, und ging Eddy wieder zur Hand.

Nach getaner Arbeit hatten Eddy und Zino sich erst mal in die Küche zurückgezogen, um sich mit einem Weihnachtstee zu belohnen.
      „Mag Tracy auch den Weihnachtstee?“ erkundigte sich Zino.
      „Ich glaube schon.“ überlegte Eddy.
      Zino stand auf und nahm einen Becher aus dem Schrank. „Dann bringe ich ihm mal eine Tasse runter. Er hat so schön den Baum aufgestellt, da hat er sich doch auch eine Tasse verdient.“
      Eddy drehte sich mit abschätzendem Blick zu ihm um. „Du verwöhnst ihn zu sehr!“
      Zino erwiderte seinen Blick perplex. „Ich bin einfach nur nett!“
      „Du weißt, woher Tracys Ambitionen unter dem Mistelzeig kommen könnten…?“ Eddy sah Zino tiefgründig an.
      Der Gayaner ließ verunsichert die Ohren hängen. „Meinst du…?“
      Eddy lachte herzlich. „Quatsch. Nein, mach das ruhig. Aber es stimmt schon, daß du dich ganz schön beliebt machst bei ihm.“
      Zino lächelte. „Ihr könnt es ja auch tun! Ich kann ja nichts dafür, wenn ihr nicht an ihn denkt!“ Er füllte rasch den Becher und verschwand aus der Küche.
      ‚Der Gorilla kann sich auch selber einen Becher holen!‘ kommentierte Eddy im Stillen für sich. ‚Mir bringt ja auch keiner was umsonst.‘
      Kurz darauf hörte er die Haustür in’s Schloß fallen. Das konnte nur Jake sein, der zurück war. Automatisch stand er auf, um für seinen Kumpel einen Becher zu organisieren.
      Nach einem Moment kam Jake mit irritiertem Blick zu seinem Freund in die Küche. „Eddy! Unser Weihnachtsbaum ist mit gayanischen Medaillen für außergewöhnliche Verdienste geschmückt!“
      Eddy zuckte die Schultern. „Na und? Wir haben ja auch unsere Gold- und Silberdematerialisatoren im Tannenbaum hängen, oder?“ Er hob fragend den Becher mit dem dampfenden Tee.
      Mit einem Seufzen nahm Jake dankbar den Becher und lehnte sich an die Arbeitsfläche. „Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß nicht nur in Gaya neue Traditionen eingeführt werden, sondern bei uns auch.“ Er nahm einen vorsichtigen Schluck. „Wo wir gerade dabei sind, wo ist Zino eigentlich?“
      „Unten bei Tracy.“ gab Eddy Auskunft.
      „Na, dann hat Tracy hoffentlich seine Geschenke gut weggepackt. Als ich gestern kurz zu ihm reinschauen wollte, hat er fast einen Herzanfall bekommen, weil er gerade an irgend etwas gebastelt hat, was wohl für Heiligabend ist.“
      Die beiden lachten herzlich.
      Indes hörten sie Schritte auf der Treppe, und kurz darauf gesellte sich Zino mit dem leeren Becher wieder zu ihnen. „Hi, Jake!“
      „Hi, Zino!“ begrüßte der Teamführer ihn.
      „Tracy ist gerade noch mal unterwegs, ich glaube, zum Baumarkt. Er sagte, er braucht noch etwas spezielles.“ erzählte Zino. Er drehte sich euphorisch zu Jake um. „Hast du schon gesehen, ich habe auch etwas zu dem Weihnachtsbaum beigesteuert!“
      „Das ist nicht zu übersehen!“ lachte Jake.
      „Und? Gefällt es dir?“ fragte er aufgeregt.
      „Es ist… mal etwas anderes!“ meinte Jake. „Auf jeden Fall finde ich es toll, daß du dir so viele eigene Gedanken machst.“
      Der Gayaner lächelte stolz, während Eddy registrierte, daß sein bester Freund noch nicht ganz überzeugt von der Idee als solches war. „Du mußt es dir gleich noch mal im richtigen Licht ansehen!“ meinte der Brünette und stand auf.
      Gemeinsam wechselten die drei Freunde in den Wohnbereich, und Eddy machte die Lichterkette an. Jake löschte das Licht, und der Baum erstrahlte in einem warmen Leuchten aus bunten Lichtern. Das Licht brach sich in den Medaillen, so daß der ganze Baum regelrecht schimmerte.
      „Wow!“ Das kam dreistimmig.
      „Das sieht wirklich toll aus!“ bekannte nun auch Jake.
      „Sag‘ ich doch!“ Eddy zog triumphierend den Stecker der Lichterkette, und Jake machte das Licht wieder an.
      Die Freunde musterten den Baum stolz, bis Jake stutzte. „Oh, nein!“ Er stöhnte unverhohlen auf. „Wir haben den Stern für die Spitze vergessen!“
      Auf Zinos verständnislosen Blick hin hielt Eddy mit verkniffener Miene den Weihnachtsstern hoch, den er gerade noch in dem großen Karton gefunden hatte. „Ohne den Stern auf der Spitze ist es einfach nicht dasselbe!“
      Zino sah ihn nachdenklich an. „Ist das schlimm? Kann man den nicht noch nachträglich anbringen?“
      „Doch, aber wenn der Baum noch nicht fertig geschmückt wäre, wäre es einfacher!“ erklärte Jake. „Jetzt kommt man kaum noch ran! Und ausgerechnet jetzt ist Tracy nicht da…“
      Zino ging aufmerksam um den Baum herum. „So groß ist er ja nicht…“
      Eddy hatte die Sternspitze bereits in die Hand genommen, sah jedoch respektvoll an dem Baum hoch.
      „Meinst du, du kriegst das hin, Zino?“ fragte Jake hoffnungsvoll.
      „Auf was muß ich denn achten?“
      „Du mußt nur die Spitze auf die Spitze stecken.“ Eddy zeigte zuerst auf den Stern, und dann auf die Spitze des Baumes.
      Zinos Ohren bewegten sich gedankenvoll, als er den Stern entgegennahm. Als er sich reckte, fehlte aber ein kleines Stück.
      „Stuhl?“ Jake reagierte sofort und schob seinem Freund einen Stuhl zu.
      Zino stellte sich darauf und versuchte es noch einmal. „Rettung naht…“ Er hatte gerade die Tannenspitze erreicht, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor. Mit einem Aufschrei stürzte er mitsamt des Baumes zu Boden.
      Jake und Eddy sprangen geistesgegenwärtig erschrocken zur Seite.
      Indes stürmte Tracy, der gerade von den Einkäufen heimkam, das Zimmer. „Was ist passiert?“
      Vor ihm bot sich ein seltsames Bild, seine zwei Kollegen, die vor dem umgestürzten Baum standen, auf dem ein mit der Lichterkette umwickelter Gayaner lag.
      Der Gorilla musterte die Szene gedankenvoll. „Hm. Zumindest mal nicht Eddy…“
      Der Mollige ging mit einem Lächeln zu der Steckleiste herüber und steckte den Stecker für die Lichterkette ein. Bunte Lichter tauchten Zino in ein eigentümliches Licht. „Dafür haben wir diesmal einen hübsch geschmückten Gayaner zu Weihnachten…“
      Jake legte gedankenvoll einen Finger an die Lippen. „Hat auch nicht jeder…“
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