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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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19.12.2017 1.842
 
.~*~.
.~* Dienstag *~.
.~* 19. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 19 *~.

Der Morgen danach…

Zino erwachte an diesem Morgen in ungemütlicher Position und desorientiert. Das hier war nicht sein Bett. Das hier war nicht einmal überhaupt irgendein Bett! Benommen richtete er sich auf. Was war am Vortag nur passiert?
      Von der Bewegung wachte auch GB aus seinem Schlaf. „Guten Morgen!“
      Der Gayaner zuckte zusammen. Als langsam die Konturen der im Schummerlicht liegenden Garage schärfer wurden, kehrte die Erinnerung allmählich zurück; zumindest bis zu dem Punkt, als er sich auf der Rückbank des Ghostbuggys eingerollt hatte. „Was ist passiert…?“
      „Ihr habt euch auf dem Weihnachtsmarkt die Kante gekippt, und dann hat Tracy euch nach Hause gefahren.“ erläuterte GB in Kurzform.
      „Oh. Das ist aber nett von ihm!“ Zino wirkte etwas verlegen, als er aus dem Ghostbuggy ausstieg.
      „Freu dich nicht zu früh! Ich wette, die große Rechnung kommt noch!“ warnte GB vor. „Tracy ist nicht so leicht auf hundertachtzig zu bringen, aber gestern Nacht war nicht gut Bananen essen mit ihm!“
      Zino senkte die Ohren betroffen ab. „Dann sollte ich vielleicht gleich ein paar Bananen als Entschuldigung mitnehmen, oder?“
      „Das könnte helfen!“ GB nickte. „Und für mich bitte eine Flasche hochwertiges Motoröl!“
      Das Ghostbuggy hatte geglaubt, Zinos Ohren hingen bereits auf Anschlag runter, doch der Gayaner schaffte es, sie noch ein Stück mehr hängen zu lassen. „Das ganze ist… anscheinend etwas ausgeartet. Wo kriege ich denn hier Bananen her?“
      GB musterte den verschämt dreinblickenden Gayaner, und plötzlich verflog sein Restärger. „Also, ein Stück die Straße runter ist ein kleiner Laden, der nennt sich »Auntie Alleys«, da kannst du verschiedene Sachen kriegen. Die haben unter anderem auch Bananenmarmelade, und so kreatives Zeug.“
      Zinos Ohren stellten sich ein Stück wieder auf, und er lächelte. „Danke, GB!“
      „Gern geschehen!“ Beeindruckt sah das Ghostbuggy ihm nach, als er zuerst die Garage in Richtung Straße verließ, bevor er sich zu seinen Kameraden im Ghostkommando gesellte. Dann versank er in Gedanken. Wie es wohl mit Eddy weiterging…

Eddy kam zerschlagen noch im Schlafanzug in die Küche, wo Jake bereits herumwerkelte und Frühstück bereitete. „Was ist denn mit euch heute Nacht losgewesen?“ erkundigte sich der Blonde. „Tracy sagte, er muß noch mal los, euch abholen?“
      Eddy sank auf einen der Plätze und stützte den Kopf in die Hände. „Frag‘ lieber nicht!“ Er sah etwas unbehaglich auf. „Wo ist Tracy eigentlich?“
      „Schläft noch. – Kaffee?“
      „Bin mir noch nicht ganz sicher…“ Eddy zuckte tödlich erschrocken zusammen, als Geräusche vom Flur zu ihnen in die Küche drangen.
      Kurz darauf sah Zino vorsichtig zu den beiden Jungs in die Küche. „Morgen. Ähm… Ist Tracy gar nicht hier?“
      Eddy atmete erleichtert auf, als er seinen Freund erkannte, statt seines Gorillakollegen.
      „Noch nicht!“ schmunzelte Jake. „Die Nacht hat ihn anscheinend ganz schön geschafft.“
      Kleinlaut gesellte sich der Gayaner zu seinen beiden Freunden. „Ja… Ich habe mir da etwas überlegt.“ Er präsentierte einen kleinen, hübsch zurechtgemachten Geschenkkorb.
      Jake sah ihn groß an. „Hast du den eben gerade besorgt?“
      „Ja, GB hat mir den Tip gegeben.“
      Der Teamführer der Ghostbuster deutete auf den Gayaner, der mit dem zerzausten Haar und dem zerknitterten Hemd, das auf halb Acht aus seiner Hose hing, den Eindruck erweckte, direkt dem Bett entstiegen zu sein. „Dir muß viel an Tracy liegen, wenn dir das so wichtig ist, daß du sogar dein Erscheinungsbild hintenanstellst…“
      Der blonde Gayaner schaltete mit Zeitverzögerung. Auf seine verkniffene Miene hin, als er nachträglich resumierte, was für einen Eindruck er bei »Auntie Alley« hinterlassen haben mußte, konnte sich Jake nur mit Mühe ein Lachen, nicht aber ein Grinsen verkneifen. Ganz offensichtlich hatte Zino darüber nicht einmal nachgedacht gehabt.
      Der Teamführer kam näher und sah in den Korb, versuchte, unter der Folie den Inhalt auszumachen. „Was hast du denn da alles schönes drin? Bananen – das ist gut! – Geleebananen, Bananenlikör…“
      Eddy stöhnte auf. „Super. Und ich habe natürlich nichts!“
      „Wir können es zusammen schenken.“ schlug Zino vor.
      Eddy sah ihn groß an. „Meinst du wirklich…?“
      „Na klar. Du hast gestern so viel ausgegeben, das ist der gerechte Ausgleich!“
      Einen kurzen Moment war Eddy sprachlos. Dann rang er sich zu einem Lächeln durch. „Okay…“
      Zino wandte den Blick indes verschämt zu Boden. „Ähm, kann ich mal euer Bad benutzen?“
      Jake kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. „Na, klar.“
      Mit einem dankbaren Lächeln stellte Zino den Korb auf die Arbeitsfläche und verschwand aus der Küche, um sich salonfähig zu machen.
      Jake setzte sich zu Eddy an den Tisch. „Ihr habt echt über die Stränge geschlagen, stimmt’s?“
      „Alles fing damit an, daß ich Zino einen Glühwein ausgegeben habe.“ erzählte Eddy. „Irgendwann ist dann alles zum Selbstläufer geworden. Ich erinnere mich nicht einmal mehr an alles.“
      „GB und Tracy dafür wahrscheinlich um so mehr. – Vielleicht solltest du es Zino gleich mal gleichtun. Du wirkst mindestens ebenso neben der Spur.“ Jake klopfte seinem Kameraden auf die Schulter und sondierte, was sie noch alles für das Frühstück brauchten.
      Als Zino zu ihnen zurückkehrte, erweckte er gleich einen ganz anderen Eindruck. Zwar hatte er keine Gelegenheit gehabt, die Klamotten zu wechseln, dafür steckte das Hemd nun wieder ordentlich in der Hose, und allein, daß er sein Haar sorgfältig aufgekämmt hatte, sorgte gleich für eine ganz andere Wirkung. Außerdem wurde Jake das Gefühl nicht los, der Gayaner hatte sich an seinem Gel bedient, um seine Ohren zu stylen…
      Nun stemmte Eddy sich hoch, um in’s Bad zu gehen, beeilte sich aber, bevor Tracy zu ihnen stieß. Dafür ließ Zino sich jetzt an dem Tisch nieder.
      „Magst du einen Kaffee?“ bot Jake an.
      „Ja!“ erwiderte Zino von Herzen.
      Jake füllte einen Becher für ihn und deckte dann für ihn mit auf. „Sorry, ich hatte gar nicht zum Frühstück mit dir gerechnet, und Eddy hat auch gar nichts gesagt.“ entschuldigte er sich.
      „Ich hatte auch gar nicht mit mir gerechnet.“ erwiderte Zino. Seine Ohren spielten nervös. „So ganz gemütlich schläft es sich im Ghostbuggy auch nicht…“
      „Du hast…“ Jake sah ihn perplex an, und lachte dann auf. „Jetzt kann ich mir auch erklären, warum du so einen zerschlagenen Eindruck gemacht hast!“
      Zinos Ohren kippten nach unten. „Ich möchte gar nicht wissen, was Alley gedacht hat…“
      „Alley? – Oh, Aunty Alley!“ Jake lachte, als sein Blick auf den Korb fiel. Er sparte sich den Hinweis, daß mittlerweilen nur noch der Laden so hieß, und keine der Angestellten wirklich Alley hieß. „Du kannst dich ja gleich noch mal richtig da vorstellen, und einen charmanten Eindruck hinterlassen!“ schlug er vor.
      Damit brachte er Zino tatsächlich zum lächeln. Dann sah der Gayaner sich verunsichert zu dem Korb um und fragte leise: „Meinst du, das hilft…?“
      „Das kommt darauf an, ob die Entschuldigung in einer guten Relation zu dem steht, was ihr euch geleistet habt.“ Jake schmunzelte.
      Während Zino gedankenvoll seinen Kaffee trank, deckte Jake den Rest auf. In der Zwischenzeit gesellte sich Eddy zu ihnen zurück, und auch er hatte eine magische Verwandlung hinter sich. Das änderte nichts daran, daß er eine ähnlich betretene Miene machte wie Zino.
      „Was bin ich froh, daß ich bei der Aktion nicht dabei war…“ flötete Jake vor sich hin, als er die Teller mit Weihnachtsjoghurts versah.
      Eddy atmete tief durch, stand wieder auf und drehte das Radio etwas leiser. Das Lied erinnerte ihn gerade an die letzte Fahrt in der Teetasse, und förderte gerade nicht allzu wohltuende Gedanken auf das noch kommende. Nervös ließ er sich wieder neben Zino auf seinen Platz sinken.
      Kurze Zeit später polterte Tracy zu ihnen in die Küche. Selbst Jake erschrak, obwohl er gar nicht beteiligt war, als er in die grimmige Miene des Gorillas blickte.
      Tracy klatschte den beiden Nachtschwärmern die Taxirechnung auf den Teller. „Hier! Könnt ihr euch teilen! Plus Pauschale für gestörte Nachtruhe!“ Die beiden sahen ihn groß an, da strafte Tracy sie allerdings schon mit Mißachtung.
      Zino reagierte zuerst, sprang auf und lief zu dem Präsentkorb. „Ähm, ja, also, wir haben uns da etwas ausgedacht.“ Er räusperte sich leicht, als er sich mit dem Korb in den Händen zu Tracy umdrehte, und Eddy sich schnell neben ihn stellte. Verlegen senkte er den Blick. „Wir wissen, daß wir gestern etwas über’s Ziel hinausgeschossen sind…“
      „Heute Nacht!“ korrigierte Tracy.
      „Heute Nacht. Jedenfalls haben wir uns überlegt, naja… Das ist eine kleine Entschuldigung von uns.“ Er reichte Tracy rasch den Korb.
      „Ja, auch wenn GB dich nicht zwingend hätte anrufen müssen.“ ergänzte  Eddy. „Das war jedenfalls sehr lieb von dir.“
      Tracy schien durchaus überrascht, als er den Präsentkorb annahm, und auch etwas verlegen. „Oh, Oki Doki…“ Neugierig spähte er durch die Folie.
      Jake stieß sich von der Arbeitsplatte ab. „Mach es doch mal auf, Tracy! Dann können wir alle sehen, was drin ist!“
      „Ja, genau! Das interessiert mich auch!“ stimmte Eddy zu, und fing sich einen leichten Ellbogenstoß von Zino ein.
      Beeindruckt ließ sich der Gorilla auf einem Platz nieder und packte den Korb aus. Zino hatte ganze Arbeit geleistet! Neben dem Bananenlikör und den Bananen, die Jake schon erspäht hatte, fand Tracy eine Lebkuchen-Bananenschokolade, ein Bananenbrot, eine Flasche Bananenbier, Zimt-Bananendrops, Bananenwaffeln, Bananenchips, Glühwein-Bananenmuffins, Bananenmarmelade und eine Tüte Bananen-Bratapfelmüsli. „Awww…“ ließ sich der Gorilla beseelt vernehmen.
      Zino kniete sich mit seinem besten unschuldigen Blick vor ihn. „Alles wieder gut, Tracy?“
      Eddys Hundeblick setzte der Szene noch die Krone auf.
      „Oki Doki, Oki Doki!“ bestätigte Tracy deutlich versöhnlich.
      Erleichtert atmeten die beiden Nachtschwärmer auf. Eddy nahm die Taxirechnung vom Teller. „Und… was ist jetzt damit?“
      Tracy grinste fröhlich. „Wie gesagt, könnt ihr euch teilen!“ Damit stand er euphorisch auf, um seinen Bananenkorb in seine Werkstatt zu bringen. Bevor er aus der Küche verschwand, hob er noch einmal grüßend die Hand. „Vielen Dank!“
      Als die Tür in‘s Schloß fiel, sahen Eddy und Zino ihm entgeistert hinterher. „Wenn er jetzt noch gesagt hätte, ‚Das wäre doch nicht nötig gewesen‘, hätte ich mich vergessen…“ hauchte Eddy.
      „Sieh es positiv!“ kommentierte Jake. „Er ist nicht mehr sauer auf euch!“
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