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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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18.12.2017 3.352
 
.~*~.
.~* Montag *~.
.~* 18. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 18 *~.

Auf uns!

Heute nutzten Eddy und Zino den Tag, und machten sich noch einmal auf zum Weihnachtsmarkt. Auf dem Weg in die Garage fragte Eddy: „Willst du GB fahren?“
      Zinos Ohren stellten sich aufmerksam auf. „Darf ich?“
      Eddy machte eine einladende Geste. „Warum nicht?“
      Der Gayaner grinste freudig.
      GB wurde aus sanftem Schlummer gerissen, als Eddy auf der Beifahrerseite einstieg und Zino sich auf den Fahrersitz fallen ließ. „Hey! Instruiert ihr eure Gäste darauf, daß das Dienstfahrzeug nicht wichtig ist, oder ist der schwergewichtige Gayaner von selbst darauf gekommen, daß ein bißchen Rücksicht nicht notwendig ist?“
      Zino hielt konsterniert inne. Dann ließ er etwas die Ohren sinken. „Tut mir leid…“
      „Davon kann ich mir auch nichts kaufen!“ motzte GB.
      „Ach, komm schon.“ lenkte Eddy ein. „Wir wollen uns einen schönen Tag machen!“
      „Vielleicht sollte man dich mal fragen, wie dein Tag ist, nachdem man dir in’s Kreuz gesprungen ist!“
      Zino hüstelte leicht. „Es tut mir echt leid!“
      GB seufzte. „Schon gut. Wo wünschen die Herrschaften denn hinkutschiert zu werden?“
      „In die Stadt, zum Weihnachtsmarkt.“ erklärte Eddy.
      GB schwieg kurz. „Na, Halleluja. Habt ihr euch das richtig überlegt, daß ihr allein fahren wollt? Wollt ihr nicht lieber Tracy als Chauffeur mitnehmen…?“
      „Tracy ist verhindert.“ Langsam wurde Eddy ungehalten. „Außerdem wäre er ein Schwergewicht mehr.“
      „Hm. auch wieder wahr…“
      „Okay, dann laßt uns starten! Wir wollen noch etwas vom Markt haben. – Vorne an der Straße mußt du rechts.“ erklärte Eddy bald demonstrativ für Zino.
      Der ließ nun endlich das Ghostbuggy an und fuhr aus der Garage. Schon auf dem ersten Wegabschnitt wurde es anspruchsvoll! Bald schon mitten in der Stadt, steckten sie auf einer sechsspurigen Straße im besten Weihnachtsverkehr. „Whoa…“ Der Gayaner, der solch ein Verkehrsaufkommen aus Gaya gar nicht kannte, wurde nun doch etwas nervös.
      „Ganz ruhig. Hier ist es immer so voll, das ist normal. Da vorne an der Ampel müssen wir gerade rüber. Am besten ordnest du dich schon mal mittig ein.“ erklärte Eddy.
      Zinos Blick huschte hektisch zu der stark befahrenen Nebenspur. Er setzte den Blinker, traute sich aber nicht, rüberzufahren.
      „Zieh ruhig rüber. Die anderen machen schon Platz.“ erklärte Eddy gelassen.
      Zino sah sich mit hängenden Ohren um. „Bist du sicher…?“
      „Na klar. Das ist hier in New York so.“
      Zino biß die Zähne zusammen und versuchte sich daran, wurde aber schnell unsicher und versuchte, auf die andere Spur zurückzuziehen. Um sie herum hupte es. Dadurch wurde Zino erst recht hektisch.
      „Okay, jetzt reicht’s!“ mischte GB sich ein und schaltete auf Automatik.
      „Whow…“ Zino nahm erschrocken die Hände vom Lenkrad, als das Ghostbuggy nun selbständig auf die richtige Spur und über die Kreuzung zog. Der Gayaner schluckte decouragiert. „Sprechende Autos finde ich ganz schön anspruchsvoll.“
      „Und ich finde zimperliche Sonntagsfahrer ganz schön anspruchsvoll!“ schoß GB zurück.
      Der Gayaner biß die Zähne zusammen, schluckte aber jegliche Kommentare herunter. Er war es gewohnt, schnell zu fahren. Wenn er eines hier nicht konnte, dann war es, schnell zu fahren. Also überließ er das fahren lieber dem Ghostbuggy…
      Wie praktisch es war, daß sie GB bei sich hatten, zeigte sich, als sie auf dem überfüllten Parkplatz ankamen. Staunend beobachteten Eddy und Zino, wie das rote Cabriolet ein älteres Fahrzeug anflirtete, das in einer schönen nahen, zentralen Parkbucht nahe der Ladenzeile vor dem Markt stand. Er schaffte es tatsächlich, daß das Auto ihm seinen Platz überließ – und so erledigte sich die elendig lange Parkplatzsuche in Verbindung mit einem kilometerweiten Weg, worauf Eddy sich bereits eingestellt hatte.
      Die beiden Freunde grinsten sich an. Dann sprangen sie aus dem Fahrzeug und verabschiedeten sich für ihren Trip über den Weihnachtsmarkt.

Auf dem Markt war bereits einiges los. Obwohl es nicht Zinos erster Besuch hier war, faszinierte es ihn noch immer sehr, aber zumindest war er nicht mehr ganz so geflasht wie zu Beginn. Nur wenige Schritte vom Parkplatz entfernt tauchten die beiden in die Weihnachtsstimmung ein.
      „Was auch gut zu Weihnachten paßt, ist Glühwein!“ erklärte Eddy. „Den mußt du unbedingt probieren. Komm mit, ich gebe aus!“ Er zog den neugierigen Gayaner zu einem der Glühweinstände. „Einen Glühwein, und einen Lumumba mit Amaretto, bitte.“
      Zino sah ihn fragend an. „Nimmst du gar keinen Glühwein?“
      „Nein, ich kenne den ja schon! Aber du mußt alle Weihnachtstraditionen ja kennenlernen.“
      „Und was ist… Lu…“
      „Lumumba? Kakao mit Amaretto, Rum oder Weinbrand. Wird in einigen Gegenden auch Tote Tante genannt.“ Als Zino ihn geschockt ansah, lachte er. „Es ist nur ein Name, Zino!“
      „Ich bleibe lieber bei Mumbula.“ Er nahm seinen Glühwein entgegen, der gerade von dem jungen Herren hinter dem Tresen herübergereicht wurde. Seine Ohren sprangen kurz überrascht nach oben. „Oh, das ist schön warm!“
      „Das ist der tiefere Sinn!“ erklärte Eddy, als er gerade seinen Becher entgegennahm. „In der kalten Jahreszeit kann man nämlich schön seine Hände daran wärmen. Naja, und innerlich wärmt es auch.“
      „Das können wir heute auch gebrauchen!“ bemerkte Zino. In den Lichtern der Laternen, der Lampen an den Ständen und vom großen beleuchteten Weihnachtsbaum konnten sie Schneeflocken tanzen sehen. Fasziniert sah der Gayaner in den Himmel.
      „Wenn jetzt schon Heiligabend wäre, wer weiß, vielleicht könnten wir dann Santas Schlitten irgendwo am Himmel sehen…“ sinnierte Eddy verträumt.
      Zino sah ihn an. „Tracy hat auch gesagt, die Geschichte ist wahr.“
      Ein leichtes Lächeln huschte über Eddys Mundwinkel. „Er ist eben ein weiser Gorilla!“
      Zino drehte sich zu seinem Freund um und lehnte sich auf einen der Stehtische. „Wie… ist es eigentlich zwischen dir und Jessica noch ausgegangen?“ erkundigte er sich vorsichtig. Nach dem Streit hatte er bislang nicht gewagt, nachzufragen, aber es beschäftigte ihn doch, so daß er diese Gelegenheit nutzte.
      Eddy verdrehte die Augen und schüttelte leicht den Kopf. „Wir sind überein gekommen, daß wir zu dem Thema nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden. Sie hat mir irgendwann den Kopf getätschelt und in bester Kindergartentantenmanier gesagt, wenn es mich glücklich macht, soll ich weiter an den Weihnachtsmann glauben, und ich habe beschlossen, es nicht weiter zu kommentieren. Armes Wesen. Echt zu bedauern.“
      Zino schmunzelte leicht. „Am besten laßt ihr das Thema, ja?“
      „Ja. Was das angeht, halte ich mich lieber an Tracy und dich.“ lächelte Eddy.
      „Ich finde es toll.“ meinte Zino und ließ sich den leeren Becher von Eddy abnehmen. „Das macht die Welt doch gleich viel bunter!“
      Eddy brachte schnell die Becher zum Tresen zurück und gesellte sich dann wieder an die Seite seines Freundes. Er bedachte seinen Kameraden mit einem versonnenen Seitenblick. Er wußte, warum er Zino so mochte…
      Gemächlich gingen sie weiter über den Markt, bestaunten Holzfiguren an einem Stand, schauten sich Kerzen an einem weiteren an und hielten langsam aber sicher auf das große Nostalgiekarussell zu.
      Plötzlich wurden sie von einer älteren Frau zu ihrer linken angesprochen. „Hallo! Wollt ihr vielleicht mal von den Weihnachtslikören probieren?“
      Eddy und Zino wechselten einen Blick. Dann traten sie neugierig näher.
      „Das hier zum Beispiel ist ein Zimtsternlikör!“ Sie deutete auf eine der Flaschen. „Der wird euch bestimmt gefallen!“ Sie füllte zwei kleine Becher ein und reichte sie den beiden Männern.
      „Oh, das ist gut!“ entfuhr es Eddy, als er kostete. „Der schmeckt ja wirklich nach Zimtstern!“
      „Zimtsterne mit Alkohol!“ spezifizierte Zino und leerte sein Glas.
      Die ältere Dame lächelte. „Sie sind alle selbstgemacht! Hier, probiert mal Winterapfel!“ Sie schenkte erneut aus.
      Eddy legte nachdenklich den Kopf schief. „Also, den Zimtstern fand ich interessanter…“
      „Ich mag diesen hier lieber!“ bekannte Zino. „Der ist irgendwie… fruchtig! Den kann man so wegtrinken!“
      Seine Gegenüber konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Was darf ich euch denn noch zum probieren anbieten? Oh, wie wäre es hiermit! Das ist »Kaminfeuer«!“ Als sie ausschenkte, erklärte sie: „Das ist etwas gegen die Kälte. Da braucht ihr keine Handschuhe mehr.“
      Zino ließ sich die Sorte auf der Zunge zergehen. „Schmeckt irgendwie… rauchig!“
      „Dann ist er genau richtig!“ Die Frau mit dem Kopftuch nickte anerkennend.
      „Was ist denn das hier für einer?“ fragte Eddy gerade nach, als er ein Etikett mit einem stilisierten Schlitten fand.
      „Oh, das ist etwas mit Minze und Lakritz.“ Sie hob die Flasche fragend, und Eddy hielt schon automatisch seinen Becher hin. „Hier drüben habe ich noch eine schöne fruchtige Variante mit Mango!“ erklärte sie für Zino, der sich bereits weiter umsah.
      Die Ohren des Gayaners kippten nach unten. „Oh, ähm… Das ist nichts für mich. Haben Sie zufällig etwas mit Himbeeren?“
      Die alte Frau lächelte gewinnend.

„Wow! Diese Liköre hauen aber ganz schön rein.“ bemerkte Eddy, als sie ihren Weg fortsetzten. „Ich wußte gar nicht, daß es so viele verschiedene Sorten Likör gibt!“
      „Vielleicht sollten wir erst mal etwas anderes trinken.“ schlug Zino vor.
      „Gute Idee! Mit Weihnachtstee kann man nichts falsch machen. Schau mal, da drüben ist ein Stand.“
      Sie schoben sich zwischen den anderen Gästen an den Tischen hindurch und überflogen das Angebot.
      „Hm, Schlittschuhtraum klingt gut.“ meinte Zino.
      Eddy nickte. Das war gerade einfacher als eine verbale Antwort, da es an diesem Stand recht laut zuging. Es mußte ein sehr beliebter Teestand sein.
      „Den gebe ich aus!“ Zino schob sich weiter an den Tresen heran. Über die laute Menge hinweg versuchte er, bei der jungen Frau hinter dem Tresen seine Bestellung aufzugeben. Als sie etwas erwiderte, hob er aufmerksam die Ohren. „Wie bitte?“
      „Rum?“ fragte sie noch mal.
      „Ja, ich komme eben rum!“ Er schob sich an die Seite, wo er die beiden Becher entgegennahm, und anschließend zu Eddy zurückkehrte. Sie stellten sich etwas abseits, wo das Getümmel nicht so stark war, und nahmen einen Schluck.
      „Whoa!“ entfuhr es Eddy. „Der ist ja gut mit Schuß!“
      Zino hielt nachdenklich inne. „Aber das stand in der Beschreibung gar nicht dabei…“
      „Du kannst hier alle Sorten mit und ohne Alkohol bekommen. Du mußt es nur dazusagen, wenn du es willst.“
      „Hm, vermutlich mußt du es dazusagen, wenn du es nicht willst…“ überlegte der Gayaner. „Mich hat sie jedenfalls nicht danach gefragt!“
      „Egal jetzt. Ist ja nicht so, daß es nicht schmeckt!“ kürzte Eddy ab. Sie vertrieben sich einen Augenblick damit die Zeit, das große Karussell zu beobachten, als es sich drehte. Eddy deutete auf die weißen Pferde. „Da müssen wir gleich unbedingt auch drauf!“
      „Das sieht lustig aus!“ Zino starrte fasziniert an dem Karussell hoch. „Wenn, dann aber nach oben. Sind das da oben Teetassen?“
      Eddy nickte. „Die kannst du sogar drehen!“
      Zinos Ohren schnellten nach oben. Zum ersten Mal ließ der Gayaner ein Lächeln sehen, das dem Ghostbuster Angst machte. – Dieses Mal brachte Zino die Gläser zurück und schob sich zu der jungen Frau vor, die ihm entgegenlächelte, um sie ihm abzunehmen. Sie lehnte sich zu ihm vor und rief über die Lautstärke hinweg: „Wo bekommt man denn so tolle Ohrenschützer her?“
      Zino lächelte zurück. „Nein danke, ich brauche keine Ohrenschützer!“ Er grüßte freundlich und ließ die verwirrte Bedienung hinter sich zurück, als er wieder zu Eddy aufschloß, der bereits aufgedreht auf ihn wartete.
      Der Brünette kaufte schnell zwei Karten, und kurze Zeit später liefen sie euphorisch die Treppe in der Mitte hinauf und sicherten sich eine Teetasse. „Wenn man an diesem Rad dreht, dann bringt man die Tassen dazu, sich zu drehen.“ erklärte Eddy, als er auf das Steuerrad in der Mitte deutete.
      Zinos Ohren klappten aufmerksam nach oben, und Eddy überlegte bereits, ob er einen Fehler gemacht hatte, ihm davon zu erzählen. Wahrscheinlich hätte Zino es irgendwann auch selbst herausgefunden – mit einem bißchen Glück aber nicht so schnell…
      Kaum hatte die Fahrt eingesetzt, versuchte Zino, die Tasse in Schwung zu bringen. „Whohoo, das wäre bestimmt auch etwas für Boo!“ rief er begeistert.
      Eddy war sich nie richtig darüber bewußt gewesen, daß sich die Tassen so schnell drehen konnten! „Ähm, es funktioniert auch, wenn sie sich langsam drehen, so daß man die Umgebung bewundern kann…“ versuchte er einzulenken.
      „Ach, wir können doch anschließend einmal um das Karussell herumgehen!“ behauptete Zino.
      Eddy atmete tief durch. Jetzt wußte er wieder, warum diese Freundschaft so anspruchsvoll für ihn war… Zum ersten Mal war er froh, daß die Fahrten nicht so ganz lange dauerten.
      „Hey, das müssen wir gleich noch mal machen!“ rief Zino begeistert, während Eddy sich noch ein paar Schritte vom Karussell entfernt versuchte zu sammeln.
      Der Brünette hob einlenkend einen Finger. „Ich habe da eine bessere Idee!“
      Sein Freund sah ihn aufmerksam an. „Ja? Was denn?“
      „Feuerzangenbowle!“ Er ließ das Wort einen Augenblick wirken, bevor er nachsetzte: „Auch ein klassisches Getränk für die Adventszeit! Komm mit, das gibt es hier auch irgendwo…“

GB schlummerte leicht vor sich hin und entschwand gerade mit einem Lächeln in den Träumen um eine schicke weiße Limousine, als sich die schrägen Klänge eines zweistimmig gegrölten „Let’s Go Ghostbusters“ in seine ferne Gedankenwelt mischten. Als sein Bewußtsein begann, beides voneinander zu sortieren, schreckte er mit einem Mal auf.
      Das Ghostbuggy schnappte geschockt nach Luft. Eddy und Zino kamen gerade Arm in Arm wankend auf ihn zu. Selten hatte das Auto ein solches Bedürfnis verspürt, auf schnellstem Wege Reißaus zu nehmen.
      „Hey, GB!“ grüßte Eddy, als die beiden vor dem decouragiert zu ihnen aufblickenden Fahrzeug stehenblieben.
      „Du meine Güte! Habt ihr einen ganzen Glühweinstand mitgebracht?“ rutschte es GB raus.
      „Ich habe gar keinen Glühwein getrunken!“ verteidigte sich Eddy automatisch. „Das war Zino!“
      „Du riechst aber auch wie eine Alkoholfabrik.“
      „Ach, komm, von dem einen Lumumba. Und den paar kleinen Fruchtlikörchen. Und dem Tee mit Rumkandis. Und der kleinen Feuerzangenbowle. Das kann doch wohl nicht dein Ernst sein!“ stieß Eddy hervor, wobei sich die halbgenuschelten Worte mit seinem vielseitig alkoholisierten Atem vermischten und vor GBs Augen in kleinen Wölkchen Cha Cha tanzten.
      Zino wippte auf den Zehenspitzen und erweckte den Eindruck, sich gleich an seinen Kumpel zu lehnen und einzuschlafen.
      GB sah die beiden groß an. „Okay! Von euch beiden darf keiner mehr fahren!“
      „Dann fährst halt du, GB!“ brachte Eddy hervor. „Hast du auf dem Herweg ja auch.“
      GB sah ihn verkniffen an. „Ich will sehen, wie du das dem Polizisten erklärst! – Ich rufe Tracy an!“
      Zino klopfte Eddy auf den Arm. „Können wir nicht einfach fliegen? Oder habt ihr auch eine Flugpolizei?“
      GB verdrehte die Augen. Indes meldete sich eine verschlafene Gorillastimme. Das Ghostbuggy konnte nicht beschreiben, was das für eine Erleichterung in ihm auslöste…

Jake hatte sich in der Küche für seinen gemütlichen Skelevisionabend noch eine heiße Zimtmilch mit Honig gemacht, als er Geräusche hörte und überrascht auf den Flur trat. Dort kam ihm Tracy gerade entgegen und unterdrückte ein Gähnen. „Tracy, wo willst du denn drauf los?“
      „Muß Eddy und Zino abholen.“ grummelte der Gorilla. „GB hat angerufen. Sind beide nicht mehr fahrtüchtig.“
      Jake sah ihn groß an.
      Tracy machte eine kategorische Geste. „Keine Kommentare! Nicht jetzt!“ Damit polterte der Gorilla die Treppen hinunter.
      Jake sah ihm verhalten nach und ging gedankenvoll zurück in’s Wohnzimmer. Wie gut, daß er beim Skelevision nicht auf die Werbeunterbrechungen angewiesen war.

Eddy lag vor GB auf den Knien und flehte ihn an. „Ach, komm schon, GB. Jetzt sei nicht albern. Wir müssen doch nicht extra Tracy bemühen.“
      „Ich bewege mich keinen Millimeter, bevor Tracy hier ist!“ erklärte GB konsequent.
      „GB, es wird langsam kalt!“ jammerte Eddy.
      „Das ist mir doch egal! Darüber hättet ihr vorher nachdenken können!“ gab das Ghostbuggy unerbittlich zurück.
      Zino klebte indes an einem Schaufenster und starrte auf die Auslage. Als Eddy an den mittlerweile vor Kälte zitternden Gayaner herantrat, stellte er fest, daß sein Freund vor einem Bekleidungsladen stand. „Schau mal, da gibt es Fäustlinge!“
      Eddy schüttelte den Kopf. „Das wird nicht funktionieren!“
      Zino sah ihn verständnislos an. „Wieso nicht?“
      „Na, das sind doch 5-Finger-Fäustlinge. Du hast aber nur vier Finger.“
      Der Blonde maß seinen Kumpel mit einem konsternierten Blick. „Darauf kommt es bei Fäustlingen auch an?“
      GB stöhnte im Hintergrund hörbar auf und verdrehte die Augen.
      „Na klar!“ Das war Eddys einziger Kommentar, bevor er zu GB zurückging, um noch einmal seinen ganzen Charme spielen zu lassen.
      Zinos Ohren kippten nach unten, als er sehnsuchtsvoll die Fäustlinge mit den kleinen Rentieren drauf ansah, in die er sich so verliebt hatte. Demoralisiert ließ er von der Scheibe ab und ging zu den anderen zurück.

Tracy reiste mit dem Taxi und grimmiger Miene bei dem von GB durchgegebenen Standort an.
      Eddy schmollte inzwischen und redete mit GB kein Wort mehr.
      Zino indes hatte sich der Länge nach, so gut es der Platz zuließ, auf die Rückbank des Ghostbuggys gelegt und versuchte, etwas zu schlafen.
      „Doki! Let’s Go!“ Der Gorilla sparte sich sogar das »Oki«, so sauer war er.
      Eddy stand, die Arme verschränkt, ein paar Schritte entfernt mit dem Rücken zur Szenerie. „Ich fahre keinen Millimeter mehr mit GB!“
      Inzwischen war GB ebenfalls auf hundertachtzig. „Glaubst du etwa, ich sehne mich nicht nach meiner warmen, kuscheligen, gemütlichen Garage? Wenn hier jemand Grund hat, sauer zu sein, dann bin ja wohl ich das! Ihr haltet schließlich den ganzen Laden auf!“
      „Ruhe!“ fuhr Tracy dazwischen. Ohne große Diskussion packte er Eddy und verfrachtete den Ghostbuster auf den Beifahrersitz, wo er den Sicherheitsgurt einschnappen ließ. „Verhalt dich ruhig! Darüber reden wir noch!“
      Da Eddy wußte, daß er gegen den Gorilla nicht ankam, beschränkte er sich nur auf’s Schmollen.
      Zino hatte sich auf dem Rücksitz eingerollt und schlief.
      GB atmete erleichtert auf, als Tracy durchstartete und den Heimweg antrat.
      Einige Zeit und Minuten der völligen Stille weiter kamen sie in GBs kuscheliger Garage an. Eddy stieg freiwillig aus und ging in’s GhostCommand hoch, ohne Tracy oder GB noch eines Blickes zu würdigen.
      GB schüttelte leicht den Kopf.
      Tracy sah indes nach Zino, der friedlich vor sich hinschlummmerte.
      „Laß ihn schlafen!“ bat GB den Gorilla. „Er ist pflegeleicht.“
      „Oki Doki.“ Tracy suchte schnell eine Wolldecke heraus und deckte den Gayaner fürsorglich zu.
      Kurz bevor der Gorilla ging, hielt GB ihn auf. „Tracy? – Danke!“
      „Oki Doki!“ Tracy nickte seinem erleichterten Kameraden zu, bevor er selbst in die wohlverdiente Nachtruhe zurückkehrte.
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