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.*~°~*. Weihnachten mit Eddy und Zino

von - Leela -
CrossoverFreundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
26.12.2017
26
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15.12.2017 1.936
 
.~*~.
.~* Freitag *~.
.~* 15. Dezember 2017 *~.
.~* Adventskalendertürchen 15 *~.

Weihnachtsbäckerei

Eddy stellte die Kiste mit den Backutensilien auf den Küchentisch und prüfte schnell den Inhalt. Es war alles da: Die Teigrolle, Ausstechförmchen, Schüssel, Mixer, Spritztüten…
      Zino beobachtete ihn aufmerksam. „Ich habe noch nie in meinem Leben Plätzchen selber gebacken!“
      Der Brünette sah erstaunt auf. „Ehrlich nicht?“
      Sein Freund wirkte etwas verunsichert. „Nein. Mit meiner Mutter zusammen habe ich früher mal Kuchen gebacken. Aber Plätzchen gab es bei uns immer nur in der Bäckerei.“
      „Dann wird es Zeit!“ behauptete Eddy. „Ich habe ein paar tolle Rezepte, die wir ausprobieren können.“ Er organisierte rasch die Zutaten für den ersten Teig aus dem Kühlschrank und den Küchenschränken.
      Zino begutachtete die Packungen neugierig. Mehl und Zucker waren dabei, Butter, zwei kleinere Tütchen… Gerade kam Eddy mit einem Ei dazu.
      „Ist das alles?“ erkundigte sich Zino erstaunt.
      „Ja! Mehr brauchen wir nicht!“ Er gab Zino das Ei in die Hand. „Das ist eigentlich total simpel!“ erklärte er, während er aus der Besteckschublade ein paar Messer und Löffel besorgte, die sie gleich verwenden konnten.
      Zino stand noch immer etwas unbeholfen mit dem Ei in den Händen da und sah es an, als könne er kaum glauben, daß nicht mehr dahintersteckte.
      Eddy sortierte derweil die Zutaten auf dem Tisch zurecht, nahm Zino das Ei schließlich wieder ab und legte es vorsichtig zwischen die Packungen. Dann nahm er einen Zettel zur Hand. „Jetzt machen wir mal ein normales Mürbeteigrezept.“ erklärte er.
      „Kann ich dir irgendwie helfen?“ erkundigte sich Zino.
      „Ja, sicher!“ Eddy schob Zino eine Schüssel und ein Sieb zu. „Also, du mißt 200 Gramm Mehl…“ Er hielt mitten im Satz inne und korrigierte, als er sich daran erinnerte, daß die Gayaner ein anderes Rechensystem benutzten: „Ich messe 200 Gramm Mehl ab, und du kannst es dann in die Schüssel sieben.“ Er nahm sich die Küchenwaage und gab vorsichtig das Mehl in die Schale, bis die entsprechende Marke erreicht war. Daß Zino ihn dabei peinlichst genau beobachtete, versuchte er dabei zu ignorieren. „So, jetzt noch ein Teelöffel Backpulver dazu, und dann kannst du loslegen!“ Liebevoll gab er das Backpulver in das Mehl und schob Zino die Schale mit dem abgemessenen Inhalt zu.
      Dessen Ohren flogen nach oben. Offenbar konnte der Ghostbuster ihm gerade keine schönere Freude machen, als daß er mithelfen durfte – es war tatsächlich wie an Weihnachten, wenn die Kinder in der Backstube mitwerken durften.
      Während Eddy bereits wieder mit der Waage beschäftigt war und versuchte, mit der Butter die 75 Gramm-Marke zu treffen, spürte er plötzlich Nebel aufkommen und sah irritiert auf. „Zino…“
      Der Blonde begann unwillkürlich zu husten und wedelte das aufgewirbelte Mehl beiseite. „Du hast nicht gesagt, daß das so eine staubige Angelegenheit wird…“ beschwerte sich der Gayaner, dem das Mehl mittlerweile in den Haaren, und dem Fell bis hin zu den Ohren festhing.
      „Du sollst das Mehl vorsichtig in das Sieb schütten, und nicht alles auf einmal umkippen!“ Eddy seufzte tief. „Ich hoffe, es kommt jetzt noch mit der Menge hin…“ Er zeigte Zino schnell, wie er das Mehl nun sieben mußte, bevor er sich wieder um seine Butterflöckchen kümmerte.
      Er hatte gerade weitere 75 Gramm Zucker abgemessen, als Zino fertig war. Vorsichtig verteilte er nun die Butterflöckchen auf dem Mehl, gab den Zucker dazu und gab Zino ein Päckchen Vanillezucker, was er dazufügen sollte. Es war ihm lieber, als ihm das Ei in die Hand zu geben, das ebenfalls in den Teig gehörte. Darum kümmerte er sich lieber selbst.
      „So, und jetzt…“ Eddys Blick fiel auf Zinos Hände. „Ähm, okay, ich weiß jetzt nicht, ob das unbedingt eine Arbeit für Fellträger ist…“ meinte er zerknirscht.
      Zino ließ die Ohren hängen.
      „Du kannst mir nachher wieder helfen, okay? Aber das mache jetzt besser ich.“ entschied Eddy und begann, den Teig durchzukneten, bis er schön glatt wurde.
      Zino beobachtete jede seiner Handbewegungen genau, als wollte er die ganze Arbeit studieren.
      „Okay.“ Eddy deckte den Teig ab und stellte die Schüssel in den Kühlschrank. „Jetzt muß der Teig für eine halbe bis eine Stunde ruhen, und dann können wir weitermachen. Und dann kannst du richtig kreativ werden!“
      Zinos Blick traf Eddys, und in seinen Augen lag ein aufgeregter Glanz.

Eddy war heilfroh, daß er die Stunde Wartezeit mit Zino durch ein kurzweiliges Kartenspiel hatte überbrücken können, denn der Gayaner war so aufgeregt, daß er es kaum erwarten konnte, die ersten Plätzchen in seinem Leben selber zu backen.
      Der Ghostbuster heizte den Backofen auf 160 Grad Celsius vor, nahm sich wieder die große Kiste, suchte alles notwendige heraus und sortierte das Material, das sie brauchten, auf der Arbeitsfläche.
      Irritiert nahm Zino eine Ausstechform in Tannenbaumform in die Hand. „Was sind denn das?“
      Eine Sekunde lang sahen sich die beiden Männer stumm an.
      „Du kennst keine Ausstechformen?“ entfuhr es Eddy entgeistert.
      Zino wirkte etwas verlegen. „Ähm, was?“
      „Na, Ausstechformen! Was meinst du denn, wie die Plätzchen ihre Form bekommen?“
      „Öhm… Naja, Quadrate und Kreise sind ja nicht so schwer, und ich weiß, daß unsere Bäckerin so ein lustiges Rädchendings hat, mit dem sie Wellenlinien in den Teig schneiden kann…“
      Eddy seufzte tief und sah Zino verheißungsvoll an. „Du mußt aber noch eine ganze Menge lernen! Aber Teigrollen kennst du?!“ Er deutete auf die Rolle an der Seite des Tisches.
      „Naja, damit rollt man den Teig aus. Das weiß ich!“ erklärte er stolz, noch immer mit dem Tannenbäumchen in seinen Händen.
      „Gut. Und wenn du den Teig ausgerollt hast, dann kannst du mit den Förmchen hier…“ Eddy nahm ein Kleeblatt zur Hand. „… Plätzchen ausstechen! Dann hast du nicht nur Vierecke und Kreise.“ Er ließ seinen Kameraden weiterstaunen und holte den Teig aus dem Kühlschrank.
      Zino sah sich die Ausstechförmchen interessiert an und musterte die Sterne, Herzen, Weihnachtsmänner und anderen Motive. In seinen Gedanken arbeitete es. Plötzlich schien sich eine Erkenntnis in seinen Blick zu mischen.
      „So, jetzt darfst du den Teig ausrollen!“ Eddy zeigte ihm schnell, wie er mit dem Mehl umzugehen hatte – ganz vorsichtig, aber das hatte der Gayaner inzwischen von selbst gelernt, und während Zino mit seiner Arbeit begann, bereitete Eddy ein Backblech vor. Als er an den Tisch zurückkam, besah er sich Zinos Bemühungen mit einem anerkennenden Lächeln. „Du kannst den Teig ruhig noch ein bißchen dünner ausrollen. Aber vorsichtig, zu dünn darf er auch nicht werden.“
      Zino ging wirklich vorsichtig vor aus Angst, etwas falsch zu machen, so daß er den Hinweis noch zwei Mal von Eddy bekam mit dem dazugehörigen Kommentar, nicht so zimperlich zu sein. Das schließlich packte den Gayaner bei der Ehre, und so hatten sie nach wenigen Augenblicken endlich das Resultat, das Eddy sich vorgestellt hatte.
      Der attraktive Ghostbuster hatte inzwischen die ganzen Förmchen in Reihe gelegt und sich einen Schneemann genommen. „So. Und jetzt darfst du Plätzchen ausstechen, und zwar so!“ Er drückte den Schneemann am Rand des Teiges ein, bis er das Plätzchen herausheben und auf das Backpapier legen konnte. „Am besten versuch‘ mal, so platzsparend wie möglich zu arbeiten. Je weniger wir den Teig neu ausrollen müssen, desto besser.“ erklärte er weiter und demonstrierte es mit einem zweiten Schneemann.
      Zino stellte die Ohren begeistert auf. „Das ist eine tolle Tradition!“
      Eddy grinste, als er Zino euphorisch beim Ausstechen der Plätzchen beobachtete. Liebevoll betrachtete der Gayaner das Ghostbuggy, das er gerade ausgestochen hatte.
      Nun machten sich die Freunde gemeinsam daran, das Backblech zu füllen, und während Eddy ein zweites Blech vorbereitete, bekam Zino ordentlich Gelegenheit, sich in Stern-, Tannenbaum- und anderen Formen auszuleben.
      Als kaum noch Teig zum verwerten übrig war, schob Eddy die Bleche in den Backofen. „So, in zehn Minuten sind sie fertig.“
      Zino betrachtete indes noch immer die Förmchen in heller Faszination. Er drehte sich rasch zu Eddy um. „Darf ich mir eins mal ausleihen?“
      Sein Freund sah zu ihm zurück und lächelte. „Ja, klar!“
      Begeistert steckte Zino eines der Förmchen ein.
      Eddy lehnte sich indes bei ihm an den Tisch und nahm sich etwas von den Teigresten. „Und noch etwas wichtiges zum Thema Plätzchenbacken: Das beste daran ist der Teig!“ erklärte er verschwörerisch und stopfte sich den Teig in den Mund.
      Zino musterte ihn erstaunt. „Echt? Wieso backt man die Plätzchen dann?“
      „Naja, zum einen lassen sie sich besser weiter verarbeiten mit Verzierungen und so, und außerdem wird einem von zu viel Teig irgendwann schlecht.“ lachte Eddy. „Aber probieren darfst du trotzdem.“ Er machte eine auffordernde Geste, bevor er sich wieder vor den Backofen kniete.
      Es dauerte gar nicht lange, bis die Plätzchen fertig waren, und Eddy sie zum auskühlen auf die Arbeitsfläche stellen konnte. Von dem Duft wurde Zino förmlich schwindelig – er konnte sich kaum erinnern, je vom Aroma frischgebackener Plätzchen umgeben gewesen zu sein. Eddy lächelte. „Willst du ein paar mit nach Hause nehmen?“
      „Wenn ich darf…“
      „Na, sicher, immerhin hast du sie ja selber gebacken! Du kannst auch das Rezept bekommen!“ Fasziniert bemerkte Eddy, daß er Zino selten so hatte strahlen sehen.
      Aufgeregt fragte der Gayaner: „Machen wir das morgen noch mal?“
      „Klar, gerne! Ich habe noch ein paar andere schöne Rezepte!“ Rasch füllte Eddy vorsichtig zwei kleine Tüten mit den Keksen und gab sie Zino in die Hand.
      In dessen Gedanken arbeitete es indessen bereits sichtlich…

Zino stürmte begeistert in Boos Werkstatt. „Hey, Boo!“
      Der Erfinder drehte sich neugierig um. „Hi, Zino! Was bist du denn so euphorisch?“
      „Schau dir das mal an!“ Er zeigte Boo aufgeregt das herzförmige Ausstechförmchen.
      „Hm. Hübsch!“ Er lächelte und meinte mit Augenaufschlag: „Ich wußte gar nicht, daß du mich so lieb hast!“
      Zino seufzte tief. „Ich hätte den Stern mitnehmen sollen!“ Er fand schnell zu seiner Euphorie zurück. „Nein, mal ernsthaft, das habe ich mir nur ausgeliehen! Schau es dir mal genau an!“
      Boo kam der Aufforderung nach und betrachtete die Form von allen Seiten. „Und was macht man damit? Füllt man die mit irgend etwas?“
      Zino stockte kurz. „Gewissermaßen…“ erklärte er unschuldig.
      „Hm, kein Boden.“ Der Erfinder inspizierte Zinos neue Errungenschaft genauer. „Aber mit den scharfen Kanten könnte ein Boden dazugehören. Sind das etwa kleine Kuchenformen?“
      Zino schnappte nach Luft. „Du bist so dicht dran!“ Er sah sich schnell nach etwas um, womit er den Nutzen demonstrieren konnte und fand durch Zufall eine dünne Styroporplatte auf der Werkbank. Er nahm sie zur Hand und lenkte Boos Aufmerksamkeit darauf. „Kuchenteig!“ Unter Boos konsternierten Blick legte er die Platte auf die Werkbank und drückte zum Entsetzen seines Kumpels die Ausstechform darauf, so daß es ein knirschendes Geräusch gab. Anschließend hielt er das weiße Styropor-Herzchen in die Höhe. „Plätzchen in Herzform!“
      Boo hatte sich noch nicht ganz von der Demonstration erholt. „Was soll ich mit einer Styroporplatte mit einem ausgestochenen Herz darin…?“ hauchte er hilflos.
      „Dir fällt schon was ein!“ Zino lächelte charmant und hielt Boo das Styroporherz hin. „Siehste, jetzt schenke ich dir wirklich mein Herz!“
      Boo verdrehte ungläubig die Augen.
      Indes wurde Zino wieder ganz aufgeregt. „Mal ernsthaft, Boo, die Terraner haben ganz viele von diesen Formen! Es gibt Sterne und Tannenbäume und Schneemänner und Engel… Eddy hat sogar eine Ausstechform in Form des Ghostbuggys! Und aus all diesen Formen kannst du Plätzchen backen!“
      „Das ist eine wirklich gute Idee…!“ Boo inspizierte das Förmchen mehr und mehr interessiert.
      Und nun folgte der seelenvolle Blick, dem Boo bei seinem Kumpel so selten widerstehen konnte. „Was ich dich fragen wollte, könntest du eventuell…“ Er deutete mit großen bittenden Augen auf die Herzform.
      Boo brauchte nicht lange um zu schalten. „Ob ich solche Förmchen bauen kann?“ Er lachte. „Das sollte kein großes Problem sein.“
      Zinos Lächeln war strahlend. Nun zog er eines der Kekstütchen hervor, das Eddy ihm mitgegeben hatte, und drückte es dem überraschten Boo in die Hand. „Dann ist das auch verdient!“
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