Nevli Heff - Der Ring des Xim

von Olol
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
OC (Own Character)
30.11.2017
10.10.2019
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In der Tat war der Flug der "Beskar'gam" und der "Feuerherz" nun ein Spaziergang.
Ungehindert näherten sie sich dem Orbitalring, dessen wundersame monumentale Architektur sie nun bewundern konnten.

Nevli und die anderen konnten sich danach nicht gut an Details erinnern und auch die Kameraaufzeichnungen verwirrten eher, als dass sie die Erinnerung auffrischten.
Die fremdartige Bauweise und Technologie war trotz allem so vertraut. Elemente fanden sich überall in den Kunst- und Architekturstilen der Völker, besonders bei megalomanischen Kulturen wie den Sith mit ihren wuchtigen Pyramiden.

Die Angehörigen der vergelichsweise jungen Rassen im All kamen aus dem Staunen nicht heraus. Wieder war es Nevli und ihre "magische" Kontrolle über das Ringartefakt, was ihnen den Weg in die kavernenartigen Schächte der Hangars ebnete.
Alles war so bombastisch, dass die beiden Schiffe wie kleine Spielzeuge wirkten.

Traumwandlerisch, trotz aller professioneller Vorsicht verließen sie an der Landetone, die für große Kampfschiffe gedacht war, ihre Raumfahrzeuge.
Die Schatten großer Fregatten ragten im Zwielicht der Station auf. Ablative Panzerplatten und das Totenkopfemblem Xims zeigten, dass es Schiffe des Despoten waren. Trotz der Jahrzehnttausende wirkten sie, als seien sie jederzeit stratbereit.
Die Scans wiesen auf die Anomalie hin, dass die Schiffe ungebraucht waren und aus seltsamen Legierungen bestanden, die zu Xims Zeiten unbekannt waren.

Dieses Rätsel löste sich bals, als die beiden Gruppen von Abenteurern zu Fertigungsstraßen kamen, auf deren Fließbänder staubbedeckte Droiden in unterschiedlichen Stadien der Vollendung standen. Es mussten Millionen sein! Alle sahen sie aus wie die legendären Kampfroboter des Xim, alle hatten sein Totenkopfsymbol auf der Panzerung.
"Energie zu Materie-Replikation, unbegrenzte Produktion ohne Resourcenverbrauch", mumrmelte Anilin ehrfürchtig. "Das ist eine der legendären Sternenschmieden der Rakata. Xim muss sie gefunden und in Gang gesetzt bekommen haben. Wenn ich das hochrechne, muss es in der Ringstation mehr Droiden und Kampfschiffe geben, als Xim auf dem Höhepunkt seines Impriums zur Verfügung hatte."

Nevli drehte sich der Magen um. "Wenn er die bei der Schlacht von Vontor einsatzbereit gehabt hätte, gäbe es die Hutten nicht mehr und unsere Rassen wenn überhaupt nur noch als Sklaven."

Deshs Stimme erklang verzerrt aus dem Helm. "Wenn irgendwer, egal ob Hutten, Sith oder Republik die Hände hierauf legt, droht der Galaxis ein ähnliches Schicksal."

"Vielleicht funktioniert diese... diese Fabrik ja nicht mehr", hoffte Nevli wider aller Vernunft.
Der pragmagnitische Desh sagte sarkastisch: "Du meinst wie der Traktorstrahl?"

Nevli sagte nichts mehr dazu. Ergriffen wegen der so hochentwickelten und so missbrauchten technologischen Wunder schritt sie durch die Fabrikanlagen, Lagerhallen und Schatzkammern.
Die Abenteuer vergassen ihre Beklemmung angesichts glitzernder Schätze.

"Er hat also nicht nur Waffen replizieren lassen", meinte Desh trocken.

""Militaristischer Narr!", rief Anilin erbost. "Wie kurzsichtig muss man sein, nicht zu erkennen, dass das Herstellen von seltenen Kostbarkeiten zu Inflation und wirtschaftlichen Desaster führen muss?"

Alle, Anilin inklusive, stopften sich trotzdem die Taschen voll mit Geschmeide der wertvollsten Art. Selbst die Droiden horteten kostbare Platinen und Schaltkreise aus seltensten Edelmetallen und Erden.

Als führe ein unsichtbarer Leitstrahl Nevli, erreichten sie nach einigen Stunden das, was wohl eine Kommandozentrale darstellen sollte. Zumindest legten die Konsolentürme, die sich in einer nicht erkennbaren Höhe verloren, und die gestürzten Stauen von Rakata, die von Statuen eines herrisch dreinblickenden Menschenmannes ersetzt worden waren, das nahe.

"Hallo, Xim", murmelt Nevli und es hallte in der Kaverne der Technik wider. "Zu ungeduldig und selbstherrlich wie alle Despoten. Hättest du gewartet und das hier genutzt, hättest du gewonnen."

"Und nun?", erklang die helle Stimme von Terriami etwas ratlos. "Sollen wir das alles an Tuusa übergeben?"

Die Wookie  knurrte etwas in ihre gutturalen Sprache und der Trandoshaner übersetzte: "Oder sssollen wir esss behalten und Desssh und Nefffli die Desssspoten auf den Thron heben?"

Beide Lepi zuckten zusammen und schauten einander an. Bei Nevli konnte man das Schuldbewusstsein erkennen, denn für einen kurzen Moment hatte sie natürlich diese Möglichkeit in Erwägung gezogen und hasste sich dafür.
Desh Helm verbarg seine Gefühle und doch glaubte sie, ein Echo ihres eigenen Unwohlseins bei ihm zu spüren. Ihr wurde warm ums Herz, als sie das fühlte. Er war hartgeworden, aber er war immer noch der aufrichtige Desh, der er als Welpe gewesen war.

"Nein", meinten beide Lagomorphen gleichzeitig und mussten beide lachen.

"Und was machen wir dann?", wollte Terriami wieder wissen.

Bevor jemand antworten konnten, schrillte der Komm von Desh und ein Mitglied seiner Crew, das Nevli noch nicht kannte, war über offenen Kanal zu hören: "Gravitationsschockwelle, Kapitän! Da kommt gerade was aus dem Hyperraum und es ist riesig! Schlachtkreuzerklasse!"
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