Du hast es versprochen!

GeschichteAllgemein / P18
Hotsuma Renjou Shusei Usui
29.11.2017
29.11.2017
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“Shusei,“ schrie Hotsuma verzweifelt. “Du hast mir doch versprochen mich nicht alleine zu lassen! Mach deine Augen auf! Shusei!“
Hotsuma lief im Tasogarekan unruhig auf und ab. Shusei lag oben in seinem Zimmer und wurde von Yuki behandelt, der von Luca bewacht wurde, während die übrigen Wächter im Salon auf Neuigkeiten warteten und Gottes Stimme besorgt musterten.
“Hotsuma, jetzt versuche dich doch mal zu beruhigen. Shusei ist bei Yuki in guten Händen. Er wird schon wieder auf die Beine kommen“, erhob Touko das Wort, die sich eigentlich nur immer mit dem Blonden in den Haaren hatte, aber das war ihre Art, miteinander umzugehen, dennoch konnte man die Sorge, die in ihrer Stimme lag, nicht überhören.
“Touko, du warst nicht dabei. Du hast es nicht gesehen. Also halte mir keine Reden, dass ich mich beruhigen soll“, schrie er wütend, entschuldigte sich aber sofort für sein aufbrausendes Verhalten der jungen Wächterin gegenüber, die es eigentlich nur gut mit ihm meinte und ihn verständnisvoll anlächelte. Aber was sollte er machen? Seine Nerven lagen auf Grundeis.
Frustriert ließ er sich im Salon auf einen Sessel nieder. Er faltete betend seine Hände ineinander und stützte seinen Kopf auf diese, um ein wenig Halt zu haben, während seine blonden Strähnen ihm verwuschelt ins Gesicht fielen.
Erschöpft schloss er seine Augen und betete zu Gott, dass er seinen Partner noch nicht zu sich rief. Er hatte dem Braunhaarigen doch noch so viel zu sagen und gerade, als er erneut mit seinen Gedanken dabei war abzudriften, flog die Salon Tür mit einem lauten Knall und mit einem hineinstolpernden Licht der Götter auf. Dicht gefolgt von dem Duras, der den jungen Mann für keinen Moment aus dem Augen ließ, während die Wächter kurz davor waren über Yuki herzufallen, um sich nach dem Zustand ihres Freundes zu erkundigen. Einzig und allein der eisige Blick von Luca hinderte sie daran, wobei Hotsuma die Ausnahme darstellte und den erschöpften Yuki verzweifelt bei den Schultern packte.
"Yuki sag schon, wie geht es ihm? Konntest du ihn heilen? Wird er wieder? Oh bitte, jetzt sag doch was", überschütte er den jungen Mann mit Fragen und ließ diesen gar nicht erst zu Wort kommen. Doch ein einziges Lächeln seines Gegenübers reichte aus, um sein Herz kurz stillstehen zu lassen – vor Freude!
"Du kannst zu ihm gehen, Hotsuma, aber sei leise. Er schläft!", richtete Luca an ihm das Wort und dieser ließ sich dies nicht zwei Mal sagen. Sofort rannte er an die beiden vorbei, während der Duras die anderen davon abhielt hinterher zu stürmen und ihnen die Anweisung vom Doktor gab, dass die übrigen Wächter erst morgen zu Shusei dürften, da er sich heute noch ausruhen solle. Missmutig nahmen sie dies zur Kenntnis, waren aber alle unsagbar froh darüber, dass Shusei auf dem Weg der Besserung war.
Entgegen seiner üblichen Art öffnete der Blonde leise die Tür zu Shusei's Zimmer und fand seinen Partner schlafend im Bett vor, ganz, wie Luca es gesagt hatte. Um keinen unnötigen Lärm zu machen ließ er sich vor dem Bett nieder und ergriff die Hand seines Partners, die er fest in seinen Händen hielt.
Wolltest du wirklich sterben? Hat Ashurei die Wahrheit gesagt? Wieso habe ich deinen Schmerz nicht gespürt? Wieso habe ich es nicht bemerkt?, schossen ihm diese Fragen durch den Kopf und versank erneut im Selbstmitleid. Was war er bloß für ein schlechter Partner?
"Haha, ihr seid zu spät. Der Wächter ist Tod", ertönte eine schrille Stimme von einem weiblichen Oberst, die wie eine Puppe aussah und das Gesagte riss ihm den Boden unter den Füßen weg.
"Du lügst! Shusei würde mich niemals alleine lassen!", schrie die Stimme der Götter erbost, doch konnte man auch die Unsicherheit aus dieser hören.
"Haha, er hat sich den Tod gewünscht. Sein Herz hat von ganz alleine aufgehört zu schlagen. Ich habe nur ein wenig nachgeholfen. Er wollte sterben!"
Sprach der Oberst die Wahrheit? Hotsuma war verunsichert. Er konnte und wollte es nicht glauben, was er da hörte. Erst recht nicht, als er die ganzen Verletzungen am Körper seines Freundes sah. Sie hatte ihn gefoltert und das hieß, Shusei hatte gekämpft. Er konnte sich den Tod nicht gewünscht haben. Niemals!
Fest drückte er die Hand seines Partners an sein Gesicht.
“Hatte sie wirklich recht gehabt? Hast du dir den Tod gewünscht, Shusei?“ fragte er hilflos mit einer brüchigen Stimme, die ganz und gar nicht zu ihn passte. “Aber wieso nur?“
Kummer, Verzweiflung und eine unbändige Sorge um seinen langjährigen Seelenverwandten stiegen in ihm hoch und zum ersten Mal seit Jahren sammelten sich salzige Tränen in seinen Augen an und er ließ seinen Schmerz freien Lauf.
"Weil du mich nicht mehr brauchst", erwiderte eine sanfte Stimme leise.
Das Auge der Götter hatte gespürt, dass er mit einem Mal nicht mehr alleine war. Eine sanfte Wärme hatte ihn eingehüllt.
"Ich konnte dich von deinem Schmerz nicht befreien. Egal, was ich über die Jahre getan oder gesagt habe, aber Yuki konnte es und das in nur einem einzigen Augenblick", sprach er wahrheitsgemäß und fühlte sich schuldig, dass er ihn nicht hatte befreien können. Dabei war er doch sein Partner. Er hätte es schaffen müssen. "Ich bin deiner nicht würdig!"
"Red' nicht so einen Stuss, Shusei! Was fällt dir ein, so was überhaupt zu denken?", konterte er sauer und beugte sich so weit zu seinem Partner vor, dass sich ihre Nasespitzen fast berührten. Die Tränen, die er vergossen hatte, waren längst vergessen und nun sah er ihn mit vor Wut lodernden Augen an.
Kurz schloss er seine Augenlider, um sich innerlich zu beruhigen. Die Wunden hatte Yuki zwar geheilt, aber trotz alledem war sein Partner noch lange nicht wieder auf dem Damm und er durfte sich nicht aufregen.
So tat er was, was er noch nie getan hatte, aber Shusei würde es anscheinend auch nicht anders begreifen, dabei war er doch von allen Wächtern der Intelligenteste und der, der alles durchschaute, aber ihn persönlich schien der Braunhaarige gar nicht zu verstehen und irgendwann würde er darüber lachen können, aber jetzt noch nicht.
Er zog sich kurzerhand seine Jeanshose aus und entledigte sich seiner Sweatshirt-Jacke, noch bevor der Andere fragen konnte, was das werden würde, krabbelte er über ihn hinweg und ließ sich neben Gottes Auge unter die Decke nieder. Was war schon dabei? Schließlich lagen sie nicht zum ersten Mal nebeneinander im Bett.
"Das ist mein Bett", sagte Shusei trocken. Er hatte seinen Kopf zu Hotsuma gedreht, doch war er alles andere als böse über das Verhalten seines Partners. Er hatte es aufgegeben den Handlungen des Blonden einen Sinn zu geben, da dieser einfach nur impulsiv agierte, ganz im Gegensatz zu ihm, der jeden Schritt bis ins kleinste Detail durchplante und sich der Konsequenzen seines Tuns bewusst war. Dass er sich insgeheim freute und sich nichts sehnlicher wünschte, als in Hotsuma‘s Nähe zu sein, sagte er natürlich nicht, denn egal was er tat, er würde Hotsuma's Schattenseite bleiben, und zwar so lange, wie er diese verdammte Brandnarbe auf seinem Körper trug. Er wollte die Stimme Gottes von seinem Leid erlösen, die der andere jedes Mal verspürte, wenn er ihn oberkörperfrei sah, wenn sie sich zufällig im Bad begegneten. Dies war auch ein Grund gewesen, warum er sich so leicht Ashurei's Hypnose hingegeben hatte. Er hatte es gewollt, für Hotsuma... und genau dieser lehnte sich ihm gerade entgegen, so dass sich ihre Stirn berührten, während er ihn liebevoll? - oder war das nur Einbildung – in die Augen blickte.
"Tu so was nie wieder, Shusei und wenn, dann wähle den Tod nicht allein. Als ich mich damals für diesen Weg entschieden hatte und meine eigene Kraft gegen mich angewandt hatte, da hast du mich aufgehalten und zu mir gesagt, dass ich dich nicht allein lassen dürfte," sprach er sanft und legte zur Bestätigung seine Hand auf die Brandnarbe, die er ihm damals durch sein Handeln zugefügt hatte und die er problemlos durch das halb geöffnete Hemd berühren konnte. Er spürte, wie Shusei unter dieser Berührung zusammenzuckte, doch vernahm er zeitgleich das pochende Herz seines Partners, was ihn ungemein beruhigte. Denn dies war der unwiderrufliche Beweis dafür, dass sein Partner noch lebte und darüber war er unendlich froh. "Also lass du mich auch nicht allein. Ich brauche nicht die anderen Wächter. Ich brauche auch Yuki nicht und Luca erst recht nicht", grinste er ihm entgegen und entlockte dem Braunhaarigen durch diese Aussage ein kleines Schmunzeln, da jeder wusste, dass sich diese beiden bis zum Haaransatz nicht ausstehen konnten. "Um zu Leben brauche ich allein dich, Shusei und niemand anderen. Nur du allein bist mir wichtig!"
"Ich glaube, ich habe es endlich verstanden", lächelte Shusei seinen Partner an. "Auch, wenn du immer nur um den heißen Brei herumredest und nie auf den Punkt kommst, Hotsuma, aber...", fügte er hinzu und verschränkte zur Bestätigung seine Finger mit denen des Blonden, dessen Hand immer noch auf seiner Brust lag, wo sein Herz wild in dieser pochte. "… ich liebe dich auch!"
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