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Schwarze Liebe

von Liaya
GeschichteMystery / P18 / Gen
29.11.2017
08.05.2018
34
122.437
6
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
18.02.2018 3.935
 
Liebe Leser,
Ohne große Worte hier das neue Kapitel :))
Keine Angst, es ist noch nicht das Ende dieser FF. Denn es sind noch einige Fragen,die zu klären sind, offen. Ich wünsche euch angenehmes Lesen und verbleibe

Eure
Liaya

Bis zum nächsten Mal! *Freu*

***********************


Mehrere Minuten lang umgab Noyns Körper ein heller Lichtstrahl. Als der Strahl immer blasser wurde und schließlich ganz verschwand, löste sich auch der Körper auf.

Marron wandte ihren Blick ab.
Der, der ihr gegenüber stand lächelte sie an. Ganz sanft. Seine Augen leuchteten und strahlten voller Energie und Lebensfreude.
Neben ihm befand sich Acces.
Marron starrte den Ersteren an und merkte, wie ihre Augen zu brennen anfingen. Tränen sammelten sich und ihr Herz fing ihr bis zum Hals zu schlagen an.
Sie begann stoßweise zu atmen, weil sie glaubte sonst in Ohnmacht zu fallen.
"Hallo mein Engel. Du warst sehr tapfer gewesen" Seine Stimme klang wie Melodie in ihren Ohren. Erst jetzt begriff sie langsam, dass es kein Traum war.
Das hier war die Realität und er stand wirklich vor ihr!
Sie schniefte und schloss überglücklich ihre Lider. Ihre Wangen glühten.
"Ich... ich glaube es nicht. Bist ... bist du es wirklich?", fragte sie leise.
Sie wollte sich erheben, spürte aber dass ihr Körper vor lauter Schock ihr nicht gehorchte.
Er holte tief Luft und
räusperte sich absichtlich.
Fynn war die Einzige von allen gewesen, die Sindbads Andeutung sofort checkte.
Acces und Akeru blickten ziemlich erwartungsvoll zuerst zu Sindbad dann zu Marron. Wobei Akeru weniger glücklich war.
Jetzt war es Fynn, die sich ziemlich eindeutig und deutlich lauter als Sindbad räusperte. Nun verstand auch Acces.
"Kommt, lass uns schon mal etwas vorgehen", sagte er und deutete Akeru mit einer Kopfbewegung ihm und Fynn zu folgen.
Akeru seufzte etwas enttäuscht und erhob sich um ihnen hinterher zu gehen.
Mit hallenden Schritten entfernten sich die Drei und marschierten den langen Flur entlang und ließen Sindbad und Jeanne allein.
Der Blauhaarige näherte sich mit sicheren Schritten Jeanne und kniete sich vor sie hin. Er sagte nichts, schaute ihr eine Weile lang  ruhig in ihre verweinten Augen. Dann legte er seine Hand zärtlich auf ihre Wange und drückte seine Stirn auf ihre Schulter.
"Ich liebe dich", flüsterte er leise und umarmte sie fest.
"Ich wurde fast verrückt ohne dich", wisperte sie. "Wo warst du? Wie geht es dir?"
Ihre Stimme bebte. Sie schlängelte ihre Arme um seinen Körper und schluchzte.
"Das war das letzte Mal, dass ich dich verlassen habe. Ein weiteres Mal wird es nicht geben", schwor er ihr und strich sanft über ihre Haare.
Dann ließ er seinen Blick wieder auf ihren Augen ruhen.
"Ich hatte solche Angst um dich, Chiaki! Ich wollte... wollte es mir bis zum Schluss nicht eingestehen aber als du .... als du leblos da lagst, hat mein Herz ausgesetzt. Du warst tot und ich dachte, dass ich nicht überleben werde ohne dich. Als du gegangen bist, ist ein Teil von mir mit dir gegangen. Ich hab mich so leer gefüllt. Ich...."
Er legte seinen Zeigefinger auf ihre Lippen und stoppte sie. Dann berührte er ihre Lippen und küsste sie. Lange und einfühlsam.
"An so etwas darfst du niemals denken, Marron. Nie! Zumal du jetzt nicht nur dein Leben zu verantworten hast", zwinkerte er ihr zu als er sich von ihr löste. Seine Hand glitt zu ihrem Bauch hinab und blieb an dieser Stelle. "Ich werde also Vater, was?", grinste er sie an und zog seine Augenbrauen mehrmals begeistert in die Höhe.
Jeanne merkte, wie ihr plötzlich die Hitze zu Kopfe stieg und wurde nervös.
"Chiaki, ich... es tut mir leid..."
"Wofür?", wunderte er sich.
"Na dass es ausgerechnet jetzt passiert ist. Das kann mal wohl nicht als perfektes timing bezeichnen"
Er begann zu lachen und machte sie dadurch verrückt. "Wieso lachst du?!"
Nachdem er sich beruhigt hatte entgegnete er "Wann ist schon das perfekte timing?! Außerdem wieso entschuldigst du dich überhaupt? Wir bekommen ein Baby und was kann auf der Welt schöner sein, als Eltern zu werden? Ja, zugegeben etwas später wäre es vielleicht passender gewesen. Aber ich bereue nichts, Marron. Du trägst jetzt unseren Sohn in dir und ich werde dich, euch jetzt umso mehr beschützen müssen. Und das ist nur selbstverständlich. Ich liebe ihn jetzt schon mindestens genau so stark wie dich"
"Hey, hey, warte mal! Wieso bist du dir so sicher, dass es ein Junge werden wird?!", unterbrach sie ihn und beäugte ihn misstrauisch.
Er zuckte gespielt mit seinen Schultern.
"Tja, ich weiß es einfach. Außerdem wenn es ein Mädchen wird, werde ich es ziemlich schwer haben. Sie wird dir aller Wahrscheinlichkeit nach sehr ähnlich sehen. Mit anderen Worten sie wird atemberaubend hübsch sein. Das heißt, dass ich doppelt auf sie aufpassen müsste als auf einen Jungen. Und stell dir nur mal vor, wenn eines Tages ein selbstverliebter, arroganter und besserwisserischer Gockel in unser Haus kommt um mit ihr auszugehen!" Er schüttelte bei dieser Vorstellung angewidert den Kopf.
"Du meinst so einer wie du?", grinste sie ihn mit einem breiten Lächeln an.
Er wich bewusst ihrem Blick aus und starrte pfeifend Löcher in die Luft anstatt zu antworten.
Eine Weile schwiegen sie sich dann an.
"Komm, lass uns gehen. Die Anderen warten schon auf uns", sagte er schließlich und sie nickte. Er stand auf und streckte ihr seinen Arm aus. Sie ließ sich von ihm hochziehen.
"Apropos- was sollte das? Kaum bin ich weg, lässt du einen Anderen an dich heran. Also wirklich, ständig muss ich auf dich aufpassen. Sag, willst du ernsthaft behaupten, dass er besser ist als ich?!", neckte er sie mit Absicht.
"Was?! Spinnst du jetzt total?! Yamato ist nur ein Freund!", verteidigte sie sich.
"Ja ja, das behaupten alle Mädels und landen dann mit ihren angeblichen "nur Freunden" in der Kiste", grinste er.
"Sag mal gehts noch?!", meckerte sie entgeistert.
"Schon gut, schon gut. War nur ein Scherz", beruhigte er sie und verschloss seine Finger in ihren.
"Ha ha! Ich lach mir die Seele aus dem Leib!"
"Ich werde ihn trotzdem im Auge behalten. Nur für alle Fälle", bemerkte er ernst.
Sie seufzte. "Das ist überflüssig. Aber meinetwegen. Tu was du nicht lassen kannst"

Sie gingen einige Meter und trafen irgendwann auf die Anderen, die wartend mit ihren Rücken an den Steinwänden angelehnt hockten. Fynn hielt ein Amulett in ihren Händen und schaute es mit höchster Konzentration an. "Er versteckt sich hier irgendwo. Das Amulett sucht den Teufel. Ich brauche seine genaue Position, damit wir uns dahin beamen können. Ruht euch noch etwas aus, ich sag euch Bescheid, sobald ich etwas registriere.
Ihn auf eigene Faust zu suchen wäre zeitaufwendig. Genauso könnten wir nach einer Nadel im Heuhaufen suchen", erklärte sie.
Jeanne und Sindbad nickten einsichtig und gesellten sich neben Fynn. Acces saß mit Akeru gegenüber den Dreien.
Es wurde ruhig im Raum. Bis auf das Piepsen des Amuletts war absolut nichts zu hören.
Jeanne grübelte über etwas nach und Acces entging dies nicht.
"Du willst es wissen, nicht wahr?", blickte der Engel sie ernst an.
Sie schreckte aus ihrer Träumerei auf. "Was?!"
"Wie er es schaffen konnte wieder lebendig zu dir zurückzukehren", erläuterte er.
Sie schluckte und fixierte ihn mit ihren Augen. Dann nickte sie. "Ja"
Acces lächelte sie an. "Ich erzähle es dir. Da sich die Gelegenheit gerade dazu bietet, verrate ich dir, wie es dazu kommen konnte".
Die Blonde spürte plötzlich, wie sich ihr ganzer Körper anspannte. Irgendetwas hatte Angst in ihr, die Story zu hören. Doch ein anderer Teil brannte darauf, dieses paradoxe Ereignis zu entschlüsseln. So sehr sie sich darüber freute, Sindbad wohlauf neben sich zu haben, brauchte sie trotzdem eine logische Erklärung für sein Überleben. Er war doch getötet worden. Sie hatte es mit ihren eigenen Augen gesehen. Rein aus dem Verstand und der medizinischen Seite her war es schlicht und ergreifend unmöglich, dass er wieder hier war. Irgendetwas musste passiert sein und sie wollte unbedingt wissen, was sich in der Zeit ereignet hatte, nachdem sie zusammengebrochen war.
"Nachdem Noyn ihn getötet hatte", begann Acces und richtete jetzt auch Akerus Aufmerksamkeit auf sich. "Bin ich erschienen und habe ihn belebt. Aber alles von Anfang an. Schon bevor Sindbad zu Noyn gegangen war, hatte er eine böse Vorahnung gehabt"
"Ich auch! Ich wußte, dass er sterben würde!", unterbrach ihn Jeanne und warf einen undeutbaren Blick zu Sindbad rüber.
Der Dieb blieb ruhig und drückte ihre Hand.
"Ja, du hattest richtig gefühlt, Jeanne. Du musst eins verstehen, Sindbad ist viele Möglichkeiten in seinem Kopf durchgegangen. Aber wie er es drehte und wendete, er wäre in jedem Fall gestorben. Das war unausweichlich. Selbst wenn er dich mitgenommen hätte, hätte es nichts geändert. Du hättest ihm nicht helfen können. Das hast du ebenfalls gespürt. Nun, an jenem Tag, an dem wir - Fynn und ich- damals das erste Mal bei euch aufgetaucht waren, hat er mit mir über seine Vorahnung gesprochen. Leider war ich gezwungen, seine schreckliche Vorahnung zu bestätigen. Wir standen auf der Brücke, während Fynn bei dir war und haben uns über seine einzige Möglichkeit unterhalten, wie er doch noch überleben konnte. Ich hatte einen Plan. Ob er auch wirklich funktionieren würde, wussten nur die Sterne. Aber einen Versuch war es wert. Obwohl Sindbad wusste, dass er schlechte Karten hatte, wollte er es trotzdem riskieren. Wir haben dir von unserem Vorhaben nichts verraten, weil wir dich nicht unnötig quälen wollten. Wäre unser Plan nicht aufgegangen, wärst du noch mehr am Boden zerstört gewesen als du schon warst. Du hättest mich angefleht, ihn dir zurückzugeben obwohl ich keine Chance dazu gehabt hätte. Ihn einmal zu verlieren war schon hart genug für dich. Hättest du im vorhinein gewusst, dass ich für einen solchen Fall über einen Ass im Ärmel verfüge und wäre das Vorhaben nicht aufgegangen, wäre  es ein doppelter Schlag für dich gewesen. Und das wollte Sindbad nicht. Das sollte dir erspart bleiben"
Er machte eine Pause um ihr Zeit zu geben, das eben Gesagte zu verarbeiten.
Sie nickte mehr oder weniger einsichtig.
"Was geschah dann?", wollte Jeanne wissen.
Acces warf ihr einen berechnenden Blick zu und schilderte das Geschehene weiter "Unser, mein Plan sah wie folgt aus: Sindbad geht mit mir zu Noyn und wir versuchen ihn, trotz der Einsicht, dass er keine Chance gegen Noyn hat, aus dem Weg zu räumen. Vorahnung ist zwar gut aber wer weiß, vielleicht wäre ein Wunder geschehen und er hätte Noyn tatsächlich besiegt. Dann wäre ihm die ganze Prozedur, die er durchgemacht hatte, erspart geblieben. Leider ist es ihm nicht gelungen, Noyn zu töten. Also musste Plan B her. Er unterwarf sich Noyn in letzter Minute, bevor dieser die Chance gehabt hatte ihn zu vernichten. Er bat ihm seine Seele an und ließ seinen Körper von der schwarzen Macht ergreifen. Noyn sperrte Sindbads reine Seele in eine Schachfigur ein. Nun, als er sich sicher war, Sindbad durch Erstechen endgültig getötet zu haben, warf er die Schachfigur mit seiner Seele achtlos weg. Er brauchte sie ja nicht mehr. Als er durch Fynns Angriff verwundet verschwinden musste, bin ich aufgetaucht nachdem Fynn dich weggebracht hatte. Ich habe seine Seele mit Gottes Macht wieder freigelassen. Glücklicherweise hatte es funktioniert. Da der Körper von der schwarzen Macht besessen war, war es nicht Sindbad selbst gewesen, der bei der Attacke gestorben war. Deshalb hatte ich diese einzige Chance genau hier gesehen. Aber ich wiederhole mich, es hätte auch anders verlaufen können. Es gab keine einzige Garantie für dieses Manöver. Wir haben Glück gehabt"
Sie schaute Sindbad mit einem Gemisch aus Schock und Freude an. "Wie fürchterlich. Das muss grauenhaft für dich gewesen sein"
Der Dieb lächelte ihr mit einem Pokerface zu. "Nicht der Rede wert"
Doch trotz seiner gespielten Stärke nach außen hin wusste sie, dass er gelitten hatte.
Jeanne konnte das Ganze irgendwie nicht begreifen. Beunruhigt fragte sie Access, wieso Sindbad unbedingt sterben musste und ob es nicht einen anderen Ausweg gab.
Dieser zuckte ratlos mit den Schultern und schien kurz zu überlegen, was er entgegnen sollte. Dann stöhnte er kurz auf und antwortete "Das kann wohl niemand sagen. Dinge geschehen manchmal einfach so. Manche Menschen führen ihr Leben lang ein gesundes Leben, passen gut auf sich auf und dann eines Tages wie vom Donnerschlag getroffen sterben sie und jeder ist geschockt. Niemand kann  sich einen Reim darauf bilden. Warum sterben sie? Das kann keiner beantworten. Es ist einfach so. Und in Sindbads Fall war es nicht anders. Er musste sterben ganz gleich welchen Plan wir durchgezogen hätten. Wie gesagt, wir haben Glück gehabt"
Niemand wusste, was er darauf sagen sollte und so schwiegen sich alle aus. Bis auf Fynn, die immernoch hochkonzentriert an dem Aufenthaltsort des Teufels arbeitete.
Sindbad fixierte Akeru mit seinem Blick und dieser wich ihm aus. Der Blauhaarige hatte ihn schon die ganze Zeit während Access Schilderung beobachtet gehabt. Dabei entging ihm Eines ganz und gar nicht. Akeru war der Einzige von allen Anwesenden gewesen, der sich nicht über Sindbads Erscheinen freute. Und er fragte sich, wie lange es noch dauern würde, bis Minazuki endlich checken würde, dass Marron sich nichts aus ihm macht. Ob er inzwischen von Marrons Schwangerschaft wusste? Hatte sie es ihm verraten?
Doch selbst wenn er es wüsste, würde er dann endlich von Marron ablassen?
Sindbad sah in Minazuki keine Konkurenz, das war offensichtlich. Doch schon allein, dass er sich immer noch Hoffnungen machte, das sah er ihm nämlich an, sorgte für eine unangenehme Störung für ihn.

"RENNT! SCHNELL, VERSCHWINDET VON HIER! ALLE!", ertönte plötzlich Fynns Stimme und riss alle aus ihren Gedanken.
Vor lauter Unererwarten und Panik sprangen alle gleichzeitig auf. Doch wegzurennen schafften sie es nicht mehr. Irgendetwas flog plötzlich auf sie zu und warf jeden einzelnen in verschiedene Richtungen.
Alle kreischten und rangen nach Luft. Mühsam und unter großer Kraftanstrengung rappelten sie sich auf und blickten nach vorn.
Akeru, Sindbad und Jeanne verschlug der Anblick dieser Figur die Sprache.
"Ich heiße euch willkommen in meinem unterirdischen Palast! Wie hat euch mein Gruß gefallen?" Seine dunklen Augen blieben auf Jeanne haften.
Sie starrte ihn mit Schrecken an.
Der Mensch oder wer auch immer er war, trug lange, bis zum Boden reichende schwarze Haare, kniehohe Lackstiefel und einen pechschwarzen Anzug mit einem Umhang in der gleichen Farbe. In der rechten Hand hielt er einen Dreizack. Aus seinem Rücken stachen dunkelgraue Flügel hervor.
"Ich glaube, dass ich mich nicht vorstellen muss bei euch. Ihr wisst auch so ganz gut, wer ich bin. Die Menschen haben sich viele Namen für mich ausgedacht. Azazel, Baphomet, Chutriel, Mephisto, Lucifer....
Die Liste ist unendlich lang. Nun, nennt mich wie ihr wollt! Ich bin der Gegenpart zum Guten. Und ich habe vor, das Gute endgültig aus der Welt verschwinden zu lassen. Ganz einfach deswegen, weil das Gute nichts bringt! Über ganze Jahrhunderte hinweg hab ich euch dumme Narren beobachtet! Und wisst ihr, was ich gesehen habe? Nichts! Jahrhunderte lang habe ich gewartet! Ja, ich war sehr geduldig, denn Zeit spielt für mich keine Rolle. Ich habe amüsiert und neugierig dabei zugesehen, wie sich Menschen verhalten.
Es war hoffnungslos! Nie gab es eine Veränderung. Das gleiche Spiel wiederholt sich immer und immer wieder!"
"Von was reden Sie?", stierte Jeanne ihn an.
Er lachte sie an. "Die Menschen ändern sich nicht! Jeden Tag haben sie die Chance etwas besser in ihrem Leben zu machen. Doch keiner nutzt diese Chance. Welch eine Verschwendung! Ihr seid dumm, egoistisch und abscheulich!
Schaut euch doch nur mal um! Jahrhunderte lang bekriegt ihr euch! Das war zu Jesus Zeit so und ist heute immer noch so. Die Menschen haben es bis heute nicht gelernt, ohne Krieg zu leben. Anstatt Geld in Frieden zu investieren wird es für vernichtende Waffen ausgegeben. Ihr könnt nicht friedlich miteinander leben! Ihr habt es über die ganzen Jahre nicht gelernt! Der gesamte Planet blutet schon längst! Ihr seid undankbar! Die Erde ist euer einziger Lebensraum und was tut ihr? Sie Stück für Stück ausrotten! Jeden Tag, jede Minute sterben Menschen auf grausame Weise. Andere beobachten die Kriege und lachen sich einen ab über die zahlreichen dummen Todesopfer. Für euch ist Krieg Reichtum! Mach die Augen auf, Jeanne! Krieg ist Macht! Krieg ist Geld! Je mehr Menschen sterben desto besser! Denn es schert keinen. Warum auch? Jeden Tag werden neue Menschen geboren! Öffne die Augen, schau dir die Welt, die du so sehr beschützen willst doch einmal an! Tag für Tag wird in den Nachrichten verkündet, dass hier und dort Krieg herrscht und dass es zahlreiche Todesopfer unter Ihnen auch unschuldige Kinder gibt. Und was macht ihr? Nichts! Ihr denkt euch wie schrecklich und geht fröhlich tanzen, shoppen, arbeiten und wie auch immer! Und Du willst ernsthaft diese Welt retten?! Vor wem? Vor mir?!" Er lachte laut.
"Ich bin nicht derjenige, der sie zerstört! Ihr selbst seid es! Eure Gier nach Geld, Macht und Ansehen raubt diesem Planeten das Leben!
Ich habe genug! Ihr hattet eure Chance! Jetzt bin ich an der Reihe. Ich werde euch alle auf grausame Weise sterben lassen! Sieben Milliarden Menschen werden morgen ihr Leben verlieren. Dann wird dieser Planet mir gehören! Dunkelheit wird hier herrschen! So, wie es vor eurer Geburt war. Es wird endlich wieder still sein. Und dann, wenn es mir irgendwann langweilig wird, werde ich eine neue Menschenrasse erschaffen! Sie werden klüger sein als ihr! Mal sehen, wie sich die neue Generation verhalten wird!
Sieh mich an, Jeanne! Selbst wenn es dir gelingen sollte, mich zu verbannen, es wird sich nichts ändern! Gar nichts!  Ein Dritter Weltkrieg steht euch bevor und es ist nur eine Frage der Zeit, wann es soweit sein wird, dass die ersten Atombomben abgeworfen werden! Es herrscht schon längst überall Krieg! Die Menschen, die du so sehr zu schützen versuchst, wollen nicht leben! Keiner interessiert sich für Frieden! Ich verkürze lediglich die Zeit eures Abgangs! Wie findest du meinen Plan?"
Die Angesprochene schwieg und sah ihn schockiert an.
Sindbad machte sich angriffbereit.
Fynns Stimme ertönte. "Hör ihm nicht zu, Jeanne! Ja, er hat nicht ganz Unrecht damit, was er sagt aber dennoch! Es gibt auch noch andere Bewohner dieser Erde, die einen starken Willen zum Leben haben! Diejenigen, die in Frieden leben möchten, sind in der Überzahl! Das Gute existiert und wir müssen dafür kämpfen, dass es nicht verbannt wird! Es gibt einen Gott und wer an ihn glaubt, der kann seine Existenz spüren! Lass nicht zu, dass das Gute für immer erlischt! Bitte!"
Jeanne nickte und nahm Sindbad entschlossen bei der Hand. "Jetzt! Greifen wir an!"
Ein gefasstes Lächeln zuckte um seine Mundwinkel.
Der Teufel beobachtete die beiden gespannt. "Okay. Ihr gebt also nicht auf! Schade für euch"
Damit hob er seinen Dreizack und richtete ihn gegen die Kämpfer. Zeitgleich attackierten auch Jeanne und Sindbad ihn.
Es entwickelte sich eine machtvolle Schlacht. Akeru, Access und Fynn kämpften ebenfalls an der Seite von Jeanne und Sindbad.
Alle schlugen sich tapfer. Sie wussten, worauf sie sich einließen, als sie diesen Weg gingen und jeder Einzelne war bereit für das Überleben dieses Planeten sein Leben herzugeben. Es war die letzte Schlacht und sie waren gewillt, sie zu gewinnen.
Bisher führte der Teufel in diesem Kampf. So sehr sich alle anstrengten, ihre Angriffe wurden ohne großen Kraftaufwand abgewiesen.
"Ich muss sagen, euer Wille mich zu besiegen beeindruckt mich! Doch wie lange werdet ihr noch durchhalten können?",rief der Teufel interessiert und donnerte mit seinem weiteren Angriff alle fünf auseinander.
Jeanne wurde schlecht vor Schmerzen. Doch als sie ihre verletzten Freunde anblickte, die fast leblos und blutend am Boden lagen, zwang sie sich, all ihre Kraft zu sammeln und aufzustehen.
Für eine gewisse Zeit sah es so aus, als hätten sie keine Chance gehabt. Alle Versuche, das dunkle zu besiegen endeten in einer Niederlage. Für alle.
Trotz immer größeren Anstrengungen landeten alle fünf immens geschwächt auf dem Boden auf.
Akeru, als neuem Kämpfer fiel es ganz besonders schwer, sich von den Angriffen des Teufels schnell wieder zu erholen.
Und genau ihn suchte sich der Angreifer gezielt aus. Mit einem Stechschritt von den schwarzen Stiefeln stolzierte der Teufel elegant direkt auf Akeru, der niedergeschlagen auf dem Boden kauerte, zu.
Augenblicklich kam Todesangst in ihm auf.
Der Teufel blieb einen Schritt entfernt vor ihm stehen und musterte ihn mit einem neugierigen Blick.
"Akeru, was? Du bist also vor kurzem erweckt worden um Jeanne zur Seite zu stehen. Hm... wie interessant! Bist du bereit dein Leben für sie herzugeben?"
Er spürte, wie er unwillkürlich zu zittern begann. Jetzt, wo Chiaki neben Marron stand war er sich nicht mehr so sicher. Deshalb zögerte er.
"Lass ihn in Frieden!", schrie Jeanne und zog die Aufmerksamkeit auf sich.
"So, so, du willst also an seiner Stelle sterben?", wandte der Teufel sich an sie und zog seine Augenbrauen hoch.
Sie schluckte, fixierte ihn dennoch ernst.
"Das würde ich dir nicht raten. Soweit mir bekannt ist, entwickelt sich gerade ein neues Leben in dir", sagte der Teufel ernst.
Unbewusst legte Jeanne sich ihre flache Hand auf ihren Bauch.
"Gibt es noch Freiwillige?" Er schaute alle interessiert an und sorgte für eine angespannte Atmosphäre.
Jeder schwieg. Der Teufel verdrehte die Augen und seufzte. Dann urplötzlich kehrte er allen den Rücken zu.
Genau in diesem Moment schielte Sindbad zu Access rüber; dieser nickte zustimmend und beide schossen eine große Energiewelle auf den Bösewicht.
Doch auch damit hatte er gerechnet und beamte sich von der Stelle, wo der Angriff auftraf, weg.
Jeanne verfiel in eine Panik. Sie begann zu wimmern und hämmerte verzweifelt mit ihren Fäusten auf dem Boden. "Wieso? Verdammt! Wieso können wir ihn nicht besiegen?! Was sollen wir tun?", schrie sie.
Sindbad sah sie von der Seite an. Sie so am Boden zerstört zu sehen, löste Schmerz bei ihm aus. Sie tat ihm leid. Er wollte sie nicht weinen sehen. Deshalb versuchte er mit der letzten Kraft, die ihm noch blieb, den Teufel zu vernichten.
Geschockt beobachtete Jeanne, wie Sindbad gnadenlos zerschmettert wurde. Er lächelte sie an und schloss schließlich seine Augen.
"NEEEEEEEEEEEEEIN!" Der Schrei, den sie ausstieß, ging durch Mark und Knochen.
Was weiterhin geschah, kam ihr wie ein verrückter Traum vor.
Plötzlich standen Akeru, Fynn und Access an ihren Seiten und wie in Trance vereinigten die vier ihre Mächte und schossen sie auf den Teufel los.
"Für diesen Planeten und für die Menschen, die hier leben! Im Namen des Herren", riefen alle laut.
Himmlische Flügel erschienen hinter dem Rücken der Blonden und breiteten sich aus. Die Macht, die diesmal auf den Teufel ausgesandt wurde, war um Welten gigantischer. Sie blendete alles um sie herum.
Dann ertönte ein greller Aufschrei.
Das Letzte, woran sich Jeanne noch erinnern konnte, war, dass der Korpus des Bösen in tausend Teile zerbrach.
Dann fielen alle in einen langen Schlaf.
Müde. Erschlafft. Kraftlos.

Das Schloss in der Unterwelt fing zu beben an.
Im selben Augenblick wurden die schlafenden Körper der fünf von einer Lichtwelle überströmt. Die Kreuze, mit denen sich Jeanne, Sindbad und Akeru verwandelt hatten, zerbrachen.
Alle Schachfiguren erschienen und wurden ebenfalls von einer Außenmacht vernichtet.
Danach trug die Welle alle Kämpfer von Ort und Stelle weg.

In Tokio ging gerade die Sonne auf...
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