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Schwarze Liebe

von Liaya
GeschichteMystery / P18 / Gen
29.11.2017
08.05.2018
34
122.437
6
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.02.2018 3.754
 
Liebe Leser,
Ich kann mich nicht oft genug für eure Kommentare bedanken! Ehrlich vielen herzlichen Dank an jeden Einzelnen! :)
Nun, sorry für die Wartezeit. Jetzt geht es weiter. :)
Mehrere Kapitel hat man von Yamato Minazuki nichts gehört. Eine Person hat mich per E-Mail gefragt, ob er überhaupt noch vorkommen wird in der Geschichte. In diesem Kapitel wird darauf geantwortet :)

Liebe Grüße an alle und bis möglichst bald,
Liaya

***********************

Geweckt durch das verführerische, wohlduftende Aroma vom frisch  aufgebrühtem Kaffee öffnete sie langsam ihre Augen und lächelte. Ein Gefühl höchster Entspannung, innerer Zufriedenheit und Glückseligkeit kam in ihr auf. Marron blieb noch einige Minuten lang im Bett liegen, sog den Duft des Kissens neben ihr tief ein. Es war sein Duft. Das Parfüm, dass er immer benutzte. Emporio Diamonds, Giorgio Armani. Sie würde ihn selbst unter tausenden von Düften wiedererkennen. Seine ganze Wohnung hatte immer danach gerochen. Und in letzter Zeit auch seine Hütte. Sie mochte das Parfüm. Unbewusst strich sie mit ihrem Zeigefinger über sein Kissen mit dem weißem Bezug.
Wie lange er wohl schon wach war?
Ihr Gefühl sagte ihr, dass es acht, vielleicht neun Uhr morgens war. Mittlerweile hatte sie sich schon daran gewöhnt, dass er ein Frühaufsteher gewesen war. Sie dagegen, genoss es, etwas länger zu schlafen, wenn sich ihr die Möglichkeit dazu bot.
Sie gähnte ausgiebig, schloss kurz ihre Augen und ließ vorsichtig ihre Hand über ihren Bauch gleiten.
Junge oder Mädchen? Wie würde wohl das Baby - Chiaki und ihr Neugeborenes aussehen?
Braune oder blaue Augen? Würde es nach ihr oder eher mehr nach Chiaki kommen?
Als sie sich gerade voll und ganz ihrer Fantasie hingeben wollte, hörte sie ein lautes Geräusch aus der Küche und schreckte hoch. Irgendetwas war gerade zu Bruch gegangen. Das Geräusch von Scherben.
Im selben Moment sah sie Chiaki auf sich zukommen.
"Sorry, hab ich dich geweckt?"
Seine meerblauen Augen strahlten sie an. Seine Lippen umspielte ein herzliches, warmes und liebevolles Lächeln.
"Wie schön, du bist bei mir", murmelte sie noch halb verträumt.
Er saß sich aufs Bett direkt neben sie und strich ihr zärtlich über die Wange. "Ja. Wieso wunderst du dich so?"
"Na weil ich gedacht habe, dich für immer verloren zu haben"
Er lachte kurz auf und stupste ihr mit seinem Zeigefinger auf die Nase. "Du Dummerchen. Ich werde dich nie verlassen. Nie. Das könnte ich nicht, dafür liebe ich dich viel zu sehr"
Dann beugte er sich zu ihr vor und gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange. "Ich werde immer bei dir sein, vergiss das niemals"
Sie nickte glücklich und schloss langsam ihre Augen, um seine Nähe noch einen Moment lang zu genießen. Dann wurde plötzlich alles schwarz um sie herum und ganz langsam erwachte sie aus ihrem Schlaf.
Automatisch tastete ihre Hand den Platz ab, wo er eben noch gesessen hatte. Er war leer.
Erschrocken riss sie ihre Augen auf und setzte sich auf. "Chiaki?"
Keine Antwort.
"Chiaki?"
Ein unheimlicher Verdacht keimte sich in ihr auf.
Hastig sprang sie vom Bett auf und registrierte erst jetzt, wo sie war.
Ihre Wohnung. Sie befand sich nicht wie erwartet in seiner Hütte sondern in ihrem eigenem Apartement.
Völlig unkontrolliert und panisch rannte sie aus ihrem Schlafzimmer raus und merkte, dass auch der soeben wahrgenommene Geruch von frischem Kaffee fehlte.
"Chiaki, wo bist du?", rief sie verzweifelt.
"Er ist nicht hier, Marron", antwortete ihr eine weibliche Stimme.
Sie riss ihren Kopf in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war und erkannte Fynn, die in ihrem Wohnzimmer auf dem Sessel saß.
"Fynn?"
Die Angesprochene nickte.
Marron ging schleunigst auf sie zu. "Wo ist Chiaki?"
Der Engel schloss bedauernd seine Augen und schüttelte den Kopf. "Es tut mir leid, Marron. Er... er hat es nicht geschafft"
"Nein! Nein, ich hab ihn doch soeben noch gesehen! Er hat neben mir gesessen! Fynn, ich hab ihn gesehen!"
"Du hast geträumt, Marron", seufzte Fynn und zog sie sanft an ihrem Arm zu sich, damit sie Platz neben ihr nehmen konnte.
Die Angesprochene wehrte sich und entzog ihr ihre Hand. "Nein! Ich will das nicht glauben. Du lügst! Ich will zu ihm! Jetzt! Bitte Fynn, bitte bring mich zu ihm!"
"Das ist nicht möglich. Leider. Und das weißt du. Er ist tot, Marron. Es tut mir leid, ich konnte ihn nicht wieder zum Leben erwecken. Ich hab es versucht, mit allen Mitteln. Es ist mir nicht gelungen. Ich wollte ihn retten, das musst du mir glauben. Ich wollte es wirklich aber leider hat meine Macht nicht ausgereicht. Es war zu spät"
Erschüttert schloss die Braunhaarige ihre Lider und spürte, dass ihre Beine ihr den Dienst versagten. Zitternd fiel sie auf ihre Knie und blickte den Engel vorwurfsvoll an. "Warum....? Warum habt ihr ihn mir weggenommen?! Es war doch gerade alles so gut zwischen uns geworden!", kreischte sie und sah sein Bild vor ihren Augen auftauchen. Noyn hatte gnadenlos auf ihn eingestochen und sie war über seinem leblosen Körper zusammengebrochen. Erst jetzt holte die Wirklichkeit sie ein und sie registrierte langsam, dass Fynn nicht log.
Sie begann zu schluchzen. Zuerst ganz leise, dann immer lauter. Ihre Welt brach in viele einzelne kleine Scherben zusammen. Scherben, die so scharf waren wie ein frisch geschärftes Messer. Ihr Brustkorb zog sich zusammen. Jeder Atemzug schmerzte sie unendlich.
Fynn nahm sie in die Arme. "Sch... Marron, ich weiß, dass es wehtut"
"Du weißt gar nichts! Hör auf mich zu trösten! Hättet ihr ihn nicht alleine handeln lassen, wäre er womöglich noch am Leben gewesen!", rief sie aufgebracht und vergrub ihr weinendes Gesicht in ihren Händen.
Nervös biss sich Fynn auf ihre Lippen und haderte. Marrons Verzweiflung ließ sie nicht kalt. Am liebsten hätte sie ihr alles erzählt. Aber sie wusste gleichzeitig auch, dass sie damit womöglich alles zerstören würde. Das war zu riskant. Viel zu viel stand auf dem Spiel. Sie durfte nicht reden. Noch nicht.
Betrübt seufzte sie und schlängelte ihre Arme noch fester um Marrons Körper, um ihr Halt zu geben und erschrak zugleich. Marrons Körper fühlte sich sehr kalt an und bebte.
Der Blick, den sie von ihr durch das tränennasse Gesicht einfing, zeigte Abneigung. Unverhohlene Abneigung. Sie machte Fynn deutlich, dass sie ihr die Schuld für Sindbads Tod gab. Und auch Acces.
"Lass mich los, Fynn! Ich brauche keinen Trost. Nicht von dir! Ich will alleine sein, hörst du? Geh! Verschwinde!"
Fynn ließ sie los, erhob sich, blieb dicht an ihrem Rücken stehen und antwortete in einem strengen Ton "Nein. Auch wenn du mich tausend Mal darum bittest. Ich werde dich nicht alleine lassen. Zumal Black Smoke noch nicht zerstört ist. Das ist viel zu gefährlich! Der Kampf ist noch nicht vorbei. Leider"
"Das ist mir doch egal! Ich will nicht mehr kämpfen! Alles, was ich will, ist ihn zurück haben! Sag mir, wo du ihn hingebracht hast. Wo ist sein Körper?"
Der Engel drehte verneinend seinen grünen Schopf und wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, wurde aber im selben Augenblick von einem Klingeln an der Tür unterbrochen.
Marron zuckte durch das plötzlich ertönende Geräusch zusammen, machte aber keine Anstalten, sich zur Tür zu begeben.
Stattdessen ging Fynn aufmachen, drehte sich aber kurz zu der Brünetten um noch bevor sie die Tür erreichte. "Bitte Marron, ich flehe dich an, reiß dich zusammen. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie schwer es für dich gerade ist aber du musst stark sein. Bitte. Wir müssen den Kampf endlich zu Ende bringen. Dafür ist die Person, die dir ... uns dabei helfen wird, gekommen"
Wie in Trance schaute sie Fynn an und machte ein verständnisloses Gesicht. Sie erwartete keinen, wollte niemanden um sich herumhaben und fühlte sich leer, kraftlos und am Boden zerstört.
Zu ihrem Entsetzen wollte Fynn es nicht einsehen und dachte nur an den Kampf gegen die Organisation! Warum mussten alle um sie herum ihr die Welt so schwer machen?

Nach einigen Sekunden kehrte Fynn wieder zurück.
Beim Anblick der Person, die der Engel mit sich brachte, setzte ihr Verstand nun endgültig aus.
Der Hereinkommende seinerseits bedachte Fynn mit einem konfusen Blick. "Hallo", sagte er etwas unsicher und fühlte sich angesichts der Situation, dass Marron verweint auf dem Boden hockte etwas seltsam.
"Yamato, was machst du hier?",fragte die Braunhaarige und wischte sich mit dem Ärmel die Tränen aus den Augen.
"Ich... ich war bei Miyako gewesen. Eigentlich wollte ich mit.. mit Chiaki sprechen. Ist er hier?"
Die Angesprochene begann wieder zu weinen.
Yamato schluckte. "Hab ich was Falsches gesagt?"
"Komm, setz dich besser", meldete sich Fynn zu Wort.
"Und wer bist du, wenn ich fragen darf?" Er musterte die Grünhaarige befangen.
Ehe Fynn antworten konnte, mischte sich Marron ein. "Yamato, was willst du? Warum suchst du ihn?"
Der Jugendliche seufzte tief und nahm auf der Lehne des Sessels direkt vor Marron Platz. Einige Minuten herrschte Stille. Er suchte nach Worten. Und dann fing er an zu erzählen. "Ich habe wie gesagt, Miyako im Krankenhaus besucht und sie hat... hat mir erzählt, was passiert ist. Ihr wurdet im Park angegriffen. Als sie gesagt hatte, dass Chiaki sich vor Augen aller Anwesenden in Sindbad verwandelt hatte, da hab... da hab ich mich an alles erinnert. Ich weiß jetzt, was damals vorgefallen war. Er ist Sindbad und du bist Jeanne, stimmts?" Er schaute sie ernst an.
Sie biss sich auf die Lippen und gab nach. "Was spielt das noch für eine Rolle? Er ist tot verdammt und er kommt nicht mehr wieder!", rief sie und strich sich mit der Hand über ihre Stirn.
"Tot?!" Der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Ja, Yamato. Letzte Nacht ist er durch Noyns Hand tödlich verwundet worden. Und aus diesem Grund bist du hier. Daher ist es gut, dass du dich wieder erinnern kannst. Ich wusste, dass du früher oder später hierherkommen würdest. Hättest du es nicht getan, hätte ich nach dir gesucht", berichtete Fynn.
"Bitte was?!", entrang es Marron fassungslos.
Der Braunhaarige verstand ebenfalls nicht das Geringste.
Fynn nickte. "Ja. Wir brauchen ihn, Marron. Er muss nun anstelle von Sindbad mit dir antreten. Du wirst jemanden an deiner Seite brauchen. Alleine wird es schwierig für dich sein gegen die Organisation anzutreten. Ich habe ein Kreuz für ihn"
"Sag mal Fynn, bist du taub?! Ich habe gesagt, ich werde nicht kämpfen! Und wie kannst du es wagen, mir nach so kurzer Zeit einen Ersatz für Sindbad zu beschaffen? Glaubst du,ich werde fröhlich und heiter gemeinsam mit ihm in die Schlacht ziehen? Nein! Er... er ist nicht Sindbad! Und er wird ihn nie, hörst du, nie ersetzen können!", warf sie ihr mit lauter Stimme vor.
Der Engel blieb ruhig. "Das behauptet auch keiner. Er soll IHN nicht ersetzen. Er wird dich lediglich stützen. Du brauchst Rückhalt. Außerdem ob du willst oder nicht, die Welt ist in großer Gefahr. Das ist kein Scherz. Noyn kann hier jeden Moment auftauchen! Du musst kämpfen. Du musst einfach!"
Sie schüttelte ihren Kopf. "Ich kann nicht"
Yamato war sichtlich angespannt. Er verstand kein Wort von all dem, was gesagt wurde.
Fynn zwang sich, die Nerven zu behalten. Sie war auch angespannt. Die Zeit spielte gegen sie alle und so sehr sie Marrons Trauer nachvollziehen konnte, durfte sie nicht nachgeben. Die Menschheit und der wunderschöne, leuchtende, blaue Planet mussten gerettet werden.
Sie wollte es nicht aber sie musste eine andere Tonart wählen, um zu Marron durchzukommen.
"Tut mir leid, Marron. Du wirst antreten müssen. Ob du willst oder nicht. Ihr seid die Einzigen, die Letzten, die die Erde noch retten können"
"Was hast du vor? Du machst mir Angst". Yamato schaute Fynn panisch an.
Sie sagte nichts, ließ ein silbernes Kreuz in ihrer Hand erscheinen und streckte es ihm hin.
"Nimm es"
Er wollte ablehnen aber ihr strenger Blick jagte ihm Furcht ein und duldete keine Widerrede.
Sir legte ihm das Kreuz in die Hand und wandte sich an Marron. "Ich gebe dir jetzt die Energie, die du für den Kampf brauchen wirst"
Die Angesprochene machte keine Anstalten, sich zu rühren. Fynn handelte, trat näher an sie, legte eine Hand auf ihren Rücken und die andere auf ihren Brustkorb und ließ eine machtvolle Welle durch ihren gesamten Körper hindurchgehen.
Marron begann stoßweise zu atmen, fühlte einen riesigen, ihr nie zuvor gekannten Strom an Energie in jeder Faser ihres Körpers.
Der Engel breitete seine Arme aus und sah die Brünette ohne jegliche Emotionen auf dem Gesicht an.
Melancholisch breitete Marron ebenfalls ihre Arme zu den Seiten aus. Sie konnte sich nicht mehr kontrollieren. Wie unter einer Hypnose stehend begann sie sich auf die Beine aufzurichten und rief "Im Namen des Herren, weiße Mächte erscheint!"
Augenblicklich begann sie sich zu verwandeln.
Yamato starrte das Geschehen wortlos an. "Also ist es wahr... ich habe mich damals nicht getäuscht. Du bist tatsächlich Jeanne...", dachte er und sah wie gebannt ihrer Verwandlung zu.
Als sie diese vollendet hatte, nickte Fynn zufrieden und richtete ihre Augen auf Yamato. "Und jetzt du"
"Ich? Was soll ich denn tun?", fragte er unsicher.
"Rufe die Worte "Macht des Herren erscheine", befahl sie ihm.
"Warte, warte. Ich bin nicht so sicher, ob ich das wirklich tun soll" Bis zu jener Minute hatte er gehofft, verschont zu bleiben.
Fynns Blick wurde etwas härter, sodass er sich gezwungen sah, ihrer Bitte; bzw. dem Ton nach zu beurteilen; ihrem Befehl Folge zu leisten.
Angespannt erhob er sich und kreischte die Worte aus lauter Nervosität.
Jeanne verzichtete bewusst darauf, seine Verwandlung anzusehen.
Da sie sich nichts mehr wünschte, als dass jetzt aus irgend einem Wunder heraus  plötzlich Sindbad neben ihr stehen würde und ihr zugleich bewusst war, dass dieser Wunsch vergeblich war, wandte sie ihren Kopf mit Absicht in die entgegengesetzte Richtung.

"Wer...wer bin ich? Was ist mit mir passiert?", fragte Yamato ziemlich verdutzt nach seiner Verwandlung und schaute begutachtend auf sich hinab.
"Dein Name ist Akeru, Diener Gottes und Jeannes Schutzpatron. Sie wird gegen die schwarzen Mächte kämpfen und du wirst ihr Rückendeckung geben. Dafür bist du erwacht, Akeru", klärte der Engel ihn auf.
Nun starrte ihn auch Jeanne an. Allerdings konnte er ihren Blick nicht genau deuten. Ein Gemisch aus Schock und Abscheu.
"Jeanne?", kam es seitens Fynn.
"Ich werde nicht mit ihm kämpfen! Sieh ihn dir an, Fynn! Schwarze Hose, schwarzes Shirt und ein weißer Mantel. Er sieht ihm so ähnlich!"
"Fast. Sein Gesicht ähnelt Sindbad überhaupt nicht. Und er trägt auch kein Stirnband", bemerkte die Angesprochene und ignorierte Jeannes Verweigerung zum Kampf.
"Gegen wen werden wir kämpfen? Und wer sind die schwarzen Mächte?", interessierte sich Akeru.
Fynn beeilte sich zu antworten, dass sie ihm alles auf dem Weg zu Black Smoke erklären würde.
"Wir müssen jetzt los. Es bleibt uns keine Zeit mehr. Die letzte Schachfigur ist immer noch in unseren Händen. Wir lassen Sie hier. Noyn soll sie nicht in seinen Besitz ergreifen. So wie ich die Lage einschätze, wird er gemeinsam mit seinem Erschaffer auch ohne die Figur versuchen, die Dämonen, die er bereits hat, miteinander zu vereinen. Mit der letzten Figur wäre ihre Macht um einiges gigantischer. Aber auch so ist sie enorm genug, um die Welt in ein elendes Trümmerfeld zu verwandeln. Wir müssen sie aufhalten. Dafür werden wir uns direkt in den Kern der Unterwelt begeben. Denn genau dort halten sich Noyn und der Teufel auf. Mit aller Wahrscheinlichkeit rechnen sie mit unserem Kommen. Allerdings wissen sie nicht, dass Akeru erweckt wurde. Mit geballter Macht werden wir die beiden angreifen. Jeanne, Akeru", sie blickte beide gleichzeitig an. "Konzentriert euch nur auf die Vernichtung der beiden und auf nichts anderes. Es ist unsere einzige Chance, ein für alle Mal das Böse zu vertreiben", ergänzte sie ernst.
"Und was dich persönlich betrifft, Marron, ich bitte dich um Verzeihung. Du denkst, dass ich emotionslos und hart bin. Das ist nicht wahr. Ich verstehe deine Trauer voll und ganz und das meine ich absolut ernst. Es ist hart für dich, das ist nur verständlich. Trotzdem bitte ich dich inständig, dich zu sammeln und mir zu vertrauen. Ich werde bei dir sein. Diesmal wird Noyn mich nicht so einfach außer Gefecht setzen können, das verspreche ich".
"Lass gut sein, Fynn. Ich will es endlich hinter mich bringen. Lass uns gehen, bevor ich es mir anders überlege", entgegnete sie ohne jegliche Emotion auf ihrem Gesicht.
Die Grünhaarige stellte sich zwischen Jeanne und Akeru, nahm ihre Hände und bat die beiden die Augen zu schließen. "Auf das wir wohlbehalten zurückkehren werden", murmelte sie und ließ ein grelles Licht um alle erscheinen.

"Wo bin ich?",erkundigte sich Akeru benommen.
"Wir befinden uns gerade in einem Spalt zwischen Raum Zeit", erläuterte Fynn ihm.
Er füllte sich geborgen hier und hatte das Gefühl, dass er in einem Traum war. "Wir haben nicht viel Zeit. Gleich werden wir diesen Spalt durchquert haben und erscheinen direkt vor Noyn und seinem Erschaffer", ergänzte sie und begann Akeru die Geschichte der Organisation zu schildern.


Schließlich erschienen alle drei in einem riesigen, kahlen und abscheulichen Raum. Es war kalt und feucht dadrin. Von der Decke tropfte es. An den Wänden brannten dunkelrote Lichter.
Akeru verzog angewiedert sein Gesicht und bemerkte, dass er sich hier wie auf dem Friedhof fühlte.
Jeanne ließ all das kalt. Mit ihren Blicken suchte sie forsch und unter starker Anspannung den Raum ab.
Und fand schließlich, wonach sie suchte.
Einige Meter vor ihnen, im Schutze der Dunkelheit stand Noyn Claude und stierte sie mit den Augen einer wilden Bestie an. Als er merkte, dass sie ihn entdeckt hatte, breitete er genüßlich seine Mundwinkel aus.
"Da vorne!", rief Jeanne und streckte ihren Finger aus in seine Richtung.
"Wie schön, dass ihr da seid! Ich habe bereits auf euch gewartet!", äußerte der Mann in Schwarz und trat aus seinem Versteck heraus.
"Stirb!", stieß Jeanne aus und schleuderte einen leuchtenden Ball auf ihn.
Er wehrte ihn ohne jegliche Kraftanstrengung ab.
Sie wiederholte ihren Angriff und wurde wieder abgewiesen.
"Wie lange hälst du das durch, Gebieterin des Herren?",fragte er sie amüsiert.
"Bis zu deinem Tod! Eher gebe ich nicht auf! Du wirst dafür bezahlen, was du Sindbad angetan hast!", sagte sie entschlossen.
Ihm entging es nicht, dass sie um einiges stärker geworden war. Und dass sie bedingungslos angestrebt war, ihr Ziel zu erfüllen.
Noyn gefiel ihre Einstellung und er stellte sie auf die Probe. Mehrmals nacheinander griff er sie mit seiner schwarzen Macht an. Zuerst gelang es ihr auszuweichen, doch je mehr er auf sie ballerte, desto schwächer wurde sie. Trotzdem richtete sie sich nach jedem seiner Angriffe wieder auf. Ihre Schmerzen ignorierte sie.
Nun mischten sich auch Fynn und Akeru ein. "Jetzt! Greifen wir ihn zusammen an!", schrie der Engel und alle streckten ihre Arme gegen Noyn aus. Eine geballte, weiß leuchtende Energiewelle bildete sich und flog direkt auf den Mann in Schwarz zu.
Es folgte ein kurzer, schriller Aufschrei und er fiel erschöpft auf seine Knie. "Nicht schlecht", sagte er außer Atem und warf einen vernichtenden Powerball als Antwort auf alle.
"Wie ich sehe, hast du Akeru erweckt, Fynn. Aber das wird dir nichts nützen!"
Kreischend flogen die drei einige Meter nach hinten und prallten auf dem Betonboden auf.
Jeanne war die Erste, die sich schnell zitternd wieder aufrichtete.
"Verdammt! Warum können wir ihn nicht besiegen?", dachte sie voller Verzweiflung und wollte zu einem weiteren Gegenangriff ansetzen als plötzlich ....
Irgendetwas hielt sie auf. Ein Gefühl, dass aus ihrem Inneren kam.
Eine Stimme...
Sie kannte sie.
Es war seine Stimme.
Sie schloss angestrengt ihre Augen und horchte auf sie.
Einen kurzen Augenblick herrschte Ruhe. Dann öffnete sie entschlossen ihre Lider und wandte sich an ihre Freunde. "Los! Greifen wir nochmal an! Ich weiß, was zu tun ist!"
Akeru und Fynn gehorchten, rappelten sich mühsam wieder auf und alle starteten erneut einen Angriff auf Noyn.
Dieses Mal war die Energiewelle viel stärker und schaffte es, Noyns schwarze Macht zu toppen.
Verletzt fiel er hin.
Gnadenlos ging Jeanne auf ihn zu und rief "Im Namen des Herren, erscheint Mächte Gottes und macht ihn unschädlich!"
Ihren Worten folgte ein weißer, langer Lichtstrahl, der zielgerichtet auf Noyns schwarzes Kreuz, welches er immer an seinem Hals trug, zuflog.
"Nein!", schrie er laut und es hallte im ganzen Raum.
Sie sah die Furcht, die sich auf seinem ganzen Gesicht abzeichnete. Mit einem Mal verschwand all die Selbstsicherheit aus ihm und er krachte mit dem Rücken nach hinten.
Erstaunt blickten Fynn und Akeru den Mann, der jetzt äußerst gebrechlich wirkte an.
Mit letzter Kraft richtete Noyn sich auf und stieß eine Gegenwelle direkt auf Jeanne aus.
"Pass auf!", rief Akeru ihr zu und sprang schützend vor sie hin. Der Angriff prallte an Akeru ab.
Keuchend fiel er wie ein schweres Gewicht in ihre Arme.
Jetzt war es Fynn, die Noyn attackierte. Doch ihre Macht traf ihn nicht. Er richtete eine unsichtbare Mauer  als Schutzwall vor sich auf.
Jeanne war fassungslos. "Wieso hast du das getan, Yamato?", murmelte sie entsetzt.
Er blickte sie an. "Weil... weil ich dich beschützen muss. Und...weil...weil ich dich liebe, Marron", wisperte er.
Sie schüttelte frustriert ihren Kopf. "Nein, Yamato, bitte nicht! Sag sowas nicht! Ich will das nicht hören!"
Er lächelte sie an und berührte zärtlich mit seiner Hand ihre Wange.
Noyn sah seine Chance und nutzte den Moment, um einen letzten Kraftstrom auf die beiden zu entsenden.
Fynn setzte an, diesen abzuwehren doch eine Person war schneller gewesen. Hinter den Rücken aller erschien ein hell leuchtender, silberner Machtball und traf sein Ziel. Noyns Schutzwall wurde durchbrochen und sein Kreuz zerbrach in tausend Stücke. Ein letzter Atemhauch entrang aus seinem Mund. Dann fielen seine Augen zu.

"Lass deine Finger von ihr, Minazuki!", kam es verärgert von der Person.
Schockiert und außer Fassung rissen alle Beteiligten ihre Augen auf die Person auf.
Jeanne blieb fast das Herz stehen.
Im Raum herrschte eine unerträgliche Anspannung.
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