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Schwarze Liebe

von Liaya
GeschichteMystery / P18 / Gen
29.11.2017
08.05.2018
34
122.437
6
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.11.2017 2.394
 
So hier folgt das zweite Kapitel.
Damit ziehe ich mich für heute erstmal zurück:))
Es geht gleich zur Sache :)

Viel Vergnügen :P

LG
Liaya


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Kapitel 2- Zugfahrt zur Hölle

Als er seine Augen öffnete, lag er in seinem Bett. Das erste, was er wahrnahm, war das prasselnde Geräusch des Regens. Chiaki machte keine Anstalten sofort aufzustehen, sondern lauschte noch eine Weile den Naturgeräuschen außerhalb seiner Wohnung. Langsam drehte er sich auf die Seite, versuchte sich zu erinnern, ob ihn irgendwelche Träume in der Nacht heimgesucht hätten, merkte aber, dass da außer einem schwarzen Nichts kaum etwas Auffälliges war.
Der Regen draußen wurde immer stärker, der Wind drängender. Als es ihm etwas zu frisch wurde, setzte er sich auf und beschloss seine gleitende Balkontür zu schließen. Er schlief immer mit halb geöffneter Tür, da er es von Kind an gewohnt war, immer frischen, zirkulierenden Sauerstoff im Zimmer zu haben.
Nachdem er sachte die Tür zugeschoben hatte, beobachtete er noch eine Weile lang die gläsernen Regentropfen, die wie zahlreiche glänzende Kristalle vom grauen Himmel herabfielen.
Was zum Henker ging in ihm vor? Das Mädchen von gestern Nacht hatte in ihm Erinnerungen wachgerufen. Nicht irgendwelche. Er musste auf einmal an seinen eigenen Verlust, als er noch ein Kind gewesen war, denken. Er hatte auch einen Menschen, der ihm sehr nahe gestanden hatte, verloren. Und der Fall von Satomi hatte diese Erinnerung in ihm wieder präsent gemacht.
Chiaki gähnte und strich sich mit der Handfläche übers Gesicht. Seit wann war er so sensibel? So emotional? Schließlich war es nicht das erste Mal, dass er Menschen begegnete, die unter persönlichen Verlusten litten. Aber dieses Mädchen...sie .... sie war anders als all die anderen Opfer.
Er schüttelte den Kopf, versuchte all den Unfug wieder loszuwerden und wollte gerade duschen gehen, als ihn ein brummendes Geräusch aus den Gedanken riss. Chiaki wandte den Kopf, spähte zu seiner Nachtkommode und sah das aufleuchtende Display seines Handys.
Eine SMS...
Na super! Er wusste schon, bevor er auf sein Telefon schaute, wer es war.
Sein Boss.
Desinteressiert machte er diese auf.
"Und? Hast du den Dämon? Ich erwarte dich um 18:00 Uhr in der untersten Etage. Gezeichnet der Boss"
Chiaki verdrehte die Augen, überlegte kurz, ob er ihm eine Antwort darauf schicken sollte und entschloss sich dazu mit einem bloßen "Okay" zu antworten.
Er hasste diese ganzen SMS - Getue. Nach all den Jahren hatte sein Chef ihm nicht zu vertrauen gelernt. Dabei hätte dieser einen guten Grund dazu.
Bei all seinen nächtlichen "Ausflügen" hatte der Blauhaarige noch nie einen Fehler begangen. Er wusste es, seine Aufträge korrekt auszuführen. Vorsicht und zielsicheres Handeln waren das A und O bei seinem Job. Und trotzdem misstraute ihm der Boss.
Es ärgerte ihn maßlos aber er beschloss nicht mehr weiter darüber nachzudenken. Der Tag hatte erst begonnen, bis zum Abend hatte er noch einiges vorgehabt.
Nachdem er einige Liegestützen zum endgültigen Wachwerden gemacht hatte, streifte er seine Boxershorts ab, griff sich ein weißes Handtuch von seinem Drehstuhl, band es sich um die Hüfte um und ging duschen.

Um 16 Uhr nachmittags hatte er eine Verabredung. Ein Date. Na ja, eigentlich kein wirkliches Date. Eher ein Termin zur Massage. Aber aus einer Massage konnte ja noch mehr werden...
Nachdem er den ganzen Vormittag mehr oder weniger mit unsinnigen Sachen verbracht hatte, beschloss er um halb vier seine Wohnung zu verlassen, nach unten in die Garage zu laufen, um seinen Wagen zu nehmen -ein Audi TT -und Richtung SPA-Center loszufahren.
Dort wurde er bereits von der Empfangsdame erwartet. Eine junge Dame von etwa 20 Jahren mit braunen Haaren, die in Locken über ihre Schulter fielen.
"Hallo Chiaki, Minami wartet bereits. Du kannst direkt ins Zimmer Nummer sechs gehen. Den Weg kennst du ja".  Das zuckersüße Lächeln, das sie dabei aufsetzte, war etwas übertrieben für seinen Geschmack aber er ignorierte es und bedankte sich freundlich.
Das erste, was er wahrnahm, als er das genannte Zimmer betrat, war der Glanz ihrer langen, rot-blonden Haare, die in der Sonne, die durchs Fenster strahlte, noch intensiver leuchteten. Sie schien ihn nicht bemerkt zu haben, da sie mit dem Rücken zu ihm an einem Tisch stand und mit irgendwelchen Notizen beschäftigt war.
Der Blauhaarige betrachtete sie eine Weile lang, grinste, schloss leise die Tür hinter sich und tastete sich auf Zehenspitzen zu ihr vor.
Als er sie plötzlich und unerwartet umarmte, in dem er seine Arme um ihre Taille schlängelte, erschrak sie und ließ ihren Kugelschreiber auf den Boden fallen.
"Hi Mina-Schatz, na hab ich dich erschreckt?"
Sie ignorierte sein unverschämtes Grinsen, als sie sich wütend zu ihm umdrehte.
"Du Idiot! Was fällt dir ein, Chiaki?! Wenn...wenn...", begann sie zu stottern.
"...wenn was?", lächelte er breit und zufrieden und begann mit einer ihrer Haarsträhnen kokett zu spielen.
Minami schob seine Hand beiseite und wanderte, suchend nach Fassung, an ihm vorbei zur Massageliege um diese zu präparieren.
Er stützte sich mit seinen Händen am Tisch hinter ihm ab und beobachtete die Szene.
Als sie immer noch nicht reagierte, wiederholte Chiaki seine Frage. "Also? Was wolltest du sagen? Wenn was ?"
Minami schloss ihre Augen, hörte für einen Moment auf, die Liege mit einem weißem Laken abzudecken und seufzte. "Wenn mein Chef uns so sieht! Chiaki, ich mein das ernst, das zwischen uns muss....muss aufhören. Sonst....sonst bin ich bald meinen Job hier los, das weißt du doch!"
"Aber dir gefällt es doch oder? Oder etwa nicht?"
Minami stutzte. "Was?"
Er ging auf sie zu. "Dass ich dich so berühre". Ehe sie ihm eine Antwort geben konnte, schob er ihre Haare von ihrem Nacken weg und begann mit seiner Zunge an ihrem Ohrläppchen zu lecken. Seine Hände wanderten nach unten zu ihren Brüsten, die er energisch zu massieren begann.
Sie spürte, wie ihr plötzlich heiß wurde und stöhnte genießerisch auf.
"Chia....ki.... nich...", versuchte sie sich zu wehren. Es gelang ihr jedoch nicht, da es schon zu spät war. Der Typ war einfach verdammt gut und wusste, wie er Frauen rumkriegte. Zwischen ihren Beinen fing es  zu kribbeln an, so dass sie diese unwillkürlich kreuzen musste.
Chiaki tastete mit seiner Zunge ihren Nacken ab, knöpfte ihre roasarne Dienstbluse auf und glitt mit beiden Händen unter ihren BH, griff nach ihren nackten Brüsten, presste sie einwenig und fing an mit ihren Brustwarzen, die sich mittlerweile vor drängender Lust nach ihm aufgestellt hatten, zu spielen.
Ihr Körper bebte vor Verlangen. Ihre rötlichen Wangen glühten, die Hitze in ihr stieg.
"Sag mir, was ich tun soll, Mina. Sag es mir! Was gefällt dir?", hauchte er in ihr Ohr.
Sie stöhnte ein weiteres Mal. "Die...die Tür abschließen..."
"Das hab ich bereits", wisperte Chiaki und streifte ihre Bluse und ihren BH ab.
Sie drehte sich zu ihm um, schaute ihm intensiv in seine blauen Augen.
"Verdammt, ich .... ich will dich so sehr, ich kann dir nicht widerstehen...ich...zieh mich aus! Zieh mich aus, Nagoya! Mir ist so heiß. Ich will IHN!", flüsterte sie, küsste ihn auf die Lippen und griff mit ihrer Hand nach seiner harten Beule in der Hose und massierte diese ebenfalls.

Der Blauhaarige verschwendete keine Zeit und tat nur zu gern, was ihm befohlen wurde.
Während er den Knopf ihrer Jeans aufmachte, massierte Minami seine erregte Stelle immer heftiger. Schon längst hatte sie jegliche  Kontrolle über sich aufgegeben. Chiaki jedoch nicht. Er bewahrte immer einen kühlen Kopf und führte jede seiner Bewegungen kontrolliert aus. Zudem genoss er es, wenn Frauen lustvoll stöhnten und immer mehr von ihm wollten.
Als Minami seinen Gürtel öffnete, breitete sich auch in ihm zunehmend die Lust aus. Er glitt mit seinen Fingern unter ihren Slip, streichelte anfangs zart über ihre Vagina und glitt dann mit seinem Mittelfinger in sie hinein. Was er spürte, gefiel ihm sehr. Sie war feucht. Sehr feucht. Und sie stöhnte immer erregter. Genussvoll spielte er mit seinem Finger in ihr, sie presste vor Verlangen ihre Beine zusammen und ließ wieder locker. Ihre Zungen jagten einander, sie enthüllte rasant seinen erregierten Penis und rieb sich an ihm. Er zog seine Hand aus ihrer glühenden Vagina, streichelte über ihren Kitzler, küsste sie energischer, blickte ihr kurz in die Augen, die vor Lust nur so funkelten und stieß schließlich in sie ein. Als ihr Gestöhne immer lauter wurde, legte er ihr einen Zeigefinger auf den Mund und flüsterte "Tsch... etwas leiser, Süße... sonst kommen noch deine Kolleginnen hier rein". Bei dieser Vorstellung musste er leicht grinsen. Ein Dreier wäre auch nicht verkehrt. Vielleicht. Aber nicht heute.
Mina umklammerte mit ihren Händen seine an der Liege abgestüzten Arme und schob ihr Becken weiter zu ihm vor. Er stöhnte ebenfalls. Ganz leise. Seine Bewegungen wurden schneller, packender bis ...
"Oh Gott, Chiaki...ich....ich .... komme gleich"
Er küsste sie und hörte nicht auf, bis sie schließlich ihre Höhepunkte erreicht hatten und Minami erschöpft auf die Liege fiel.
Einige Minuten blieb sie glücklich so liegen, während Chiaki zufrieden seine Jeans wieder überstreifte.
"Eigentlich sollte .... sollte ich dich massieren, du Idiot!", keuchte sie außer Atem und lächelte glücklich.
"Das hast du doch", grinste er schelmisch. "Aber wenn du möchtest, bin ich jetzt bereit" Sein breites Lächeln erinnerte sie buchstäblich an ein Honigkuchenpferd. Unwillkürlich hielt sie sich die Hand vor den Mund und lachte. "Ne, sorry. Ich brauch jetzt eine Pause".
"Na dann", zwinkerte er und blickte auf seine schwarze Armbanduhr.
17:00 Uhr. Er musste weiter. Sein Boss wartete ungern.
"Musst du los?", erkundigte sich Mina.
Er nickte, zog sie am Arm sanft von der Liege hoch, drückte ihr einen Kuss auf die Wange, nahm einen Schluck Wasser vom Tisch nebenan und verabschiedete sich schließlich.
"Machs gut, Süße. Der Job ruft. Wir sehen uns. Schließlich schuldest du mir noch eine Massage", zwinkerte er ihr zu woraufhin sie ihm frech die Zunge rausstreckte.
Er formte ihr einen Kussmund als Antwort darauf und verließ leise den Raum.

Zehn Minuten später saß er bereits hinter seinem Lenkrad und fuhr aus der Tiefgarage des SPA-Centers heraus. In Tokio begann es bereits zu dämmern. Der Regen von heute Morgen hatte bis dato nicht nachgelassen und verstärkte sich. Was für ein Wetter! Er schaltete die Scheibenwischer an und steuerte mit Tempo 120 durch die nasse Fahrbahn der Autobahn. Sein Ziel war der 50 km weit entfernte Zenko-Bahnhof.
Unterwegs ließ er sich nochmal den Sex mit Mina Revue passieren. Vorne bildete sich ein Stau, er musste unwillkürlich abbremsen und presste leicht verärgert seine Lippen aufeinander. Sein Wagen wurde immer langsamer, bis er schließlich ganz abbremsen und in den ersten Gang schalten musste. Der Wagen hielt an, er betätigte seufzend den Warnblinker und spürte Unruhe.
Grübelnd und unter einem leichten Zeitdruck stehend, trommelte er mit den Fingern auf seinem Lenkrad rum.
Seine Gedanken drifteten ab.
Wie konnte es eigentlich nur so weit kommen? So oft hatte er sich geschworen, damit aufzuhören. Mit dem Sex. Bis zu seinem Highschool Abschluss war er doch "ordentlich" gewesen. Er wollte studieren gehen, wollte einen guten Job haben, eine Familie mit Kindern ... Aber plötzlich geriet sein Leben ab einem gewissen Zeitpunkt aus den Fugen und zwar komplett. Er war dabei, seinen eigenen Vater zu kopieren. Chiaki schloss seine Augen und fuhr leicht müde durch seine Haare. Sein Vater war ein guter Arzt aber privat? Er vögelte genauso durch die Gegend rum, wie er selbst es auch tat. Dabei hatte er sich doch geschworen ein ganz anderes Leben zu führen. Doch dann kam ER. Sein jetziger Boss und zog ihn mit einem lukrativen Angebot in dieses Leben. Tagsüber war er der Sunnyboy für alle. Beruflich ging es ihm gut, er studierte Medizin. Nachts jedoch war er Sindbad der Dieb. Ein Hellboy. Und er hatte unendlich viel Macht. Anfangs gefiel ihm dieser dunkle Job sogar. Aber mit der Zeit spürte er immer mehr, dass er sich von diesen Nächten irgendwie auspowern musste. Irgendetwas fehlte ihm. Mit seinem Umfeld konnte er darüber nicht reden. Und so kam es, dsss sein Boss ihm irgendwann den Rat gegeben hatte, sich mit Sex abzulenken. Frauen waren ja genug da. Nach anfänglichem Zögern befolgte er schließlich den Rat. Doch der Sex wurde immer mehr zu einem Spiel für ihn. Zu einer Sucht. Er hasste sich dafür. Er hasste es, all diese Mädchen wie Mina auszunutzen. Aber er konnte nicht anders. Er brauchte diesen Gegenpart zu seinem Job.
Der  Blauhaarige seufzte, registrierte ein lautes Hupen hinter ihm und schreckte aus seinen Gedanken hoch.
Der Stau hatte sich aufgelöst. Er startete den Motor, schaltete vom ersten in den dritten Gang und fuhr weiter.
Am besagten Bahnhof angekommen, parkte Chiaki den Wagen, stieg aus, drückte auf den Schließknopf an seinem Schlüssel und begab sich in die Unterführung, die zu den Zügen führte.
Mittlerweile war es 17:45 Uhr. Er beschleunigte seine Schritte, kam schließlich am Gleis 0 an und wartete auf seinen Zug. Nervös blickte er sich um. Keine Menschenseele weit und breit. Dies war auch kein Wunder, schließlich war Gleis 0 normalerweise bis auf weiteres gesperrt. Und dies seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Hier fuhren keine Züge mehr. Außer einem einzigen. Der Zug, der hier fuhr, führte direkt in die Hölle. Und er kam immer um dieselbe Uhrzeit. 17:50 Uhr. Wie auch heute.
Von weitem her hörte er diesen schon anfahren.
Als er dann anhielt, stieg Chiaki rasch ein, verzichtete auf einen Sitzplatz, registrierte kurz andere "Menschen" in schwarzer Kleidung, die, wie er wusste, alle für die Unterwelt arbeiteten und blieb mit dem Rücken an eine Glasscheibe angelehnt stehen.
Diese Menschen, er kannte keinen einzigen von ihnen. Es waren mindestens 150, der Zug war voll. Sie alle waren im Büro der Unterwelt tätig. Was sie dort machten, wusste er allerdings nicht. Als nächtlicher Jäger war er jedenfalls der Einzige, dies hatte man ihm versichert.
Einige Minuten später war der Zug angekommen. Er stieg aus, steuerte auf einen der zahlreichen Aufzüge zu, stieg ein, betätigte die U66- die letzte Etage - und fuhr abwärts.
"Wird wohl wieder mal Zeit zum Erwachen, Sindbad", lächelte er ironisch und umfasste mit seiner Hand sein schwarzes Kreuz, welches an einer Kette um seinen Hals hing. Im selben Augenblick wurde er zu Sindbad....

Fortsetzung folgt....
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