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Schwarze Liebe

von Liaya
GeschichteMystery / P18 / Gen
29.11.2017
08.05.2018
34
122.437
6
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.01.2018 2.903
 
Hallo Leute,
Zuerst einmal: Euch allen ein glückliches, schönes Neues Jahr 2018!!!! Ich hab im Flieger gefeiert, war mal eine abwechslungsreiche  Erfahrung !!!!! :D Ich hoffe, es geht euch allen gut ))) Mir geht es prächtig :)
Zum Jahresanfang lade ich ein neues Kapitel hoch. Ich hab schon Mails bekommen, ob die Story abgebrochen wurde. Das ist nicht Fall. Es wird bis zum Schluss durchgeschrieben, das verspreche ich und ich halte mich auch daran ;)
Bis zum nächsten Mal,

Eure
Liaya

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Kapitel 19- Das Angebot


Himuro saß stocksteif auf seinem Stuhl und rauchte seine Zigarette fertig. Eigentlich wollte er schon längst zu Hause bei seiner Familie sein. Seit dem erfolglosen Verhör war eine Stunde vergangen. Er konnte nicht heimfahren. Das Gefühl, Sindbad auf seinem Revier zu haben und kein einziges Wörtchen aus ihm herausbekommen zu haben strengte ihn an. Es brannte ihm regelrecht unter den Fingernägeln, den Dieben endlich zum Reden zu bewegen. Er brauchte Informationen. Nicht irgendwann. Jetzt! Deshalb beschloss er, noch ein weiteres Mal in dieser Nacht seinen Inhaftierten aufzusuchen.
Nachdem er die Zigarette im Aschenbecher ausgedrückt und seinen kalten Kaffee ausgetrunken hatte, erhob er sich vom Stuhl und verließ seinen Arbeitsplatz.

Sindbad wanderte nachdenklich in seiner Kammer auf und ab. Die Frage, wie der Kommissar hinter seinen Aufenthaltsort gekommen war, ließ ihm keine Ruhe. Sein Boss hatte doch extra darum gebeten, dass keine Warnungen rausgeschickt werden sollten. Daran hatte er sich auch gehalten. Niemand sollte wissen, wann und wo Sindbad zuschlagen würde. Nicht einmal er selbst hatte damit gerechnet, das Opfer so schnell  anzutreffen. Woher erfuhr also die Polizei, dass er dort war? Hatte Jeanne ihn verraten? Er schüttelte den Kopf. Nein, das war unmöglich. Sie wusste schließlich  nichts von dem Auftrag. Und sie war ihm zu Hilfe gekommen. Das schloss sie als infragekommende Person aus. Müde rieb er sich über die Augen und massierte seine Schläfen. Er hatte Kopfschmerzen. Seit ihn die Erleuchtung über seinen Verrat traf, donnerte es in seinem Schädel. Schon von Anfang an, als er die SMS mit dem Auftrag von seinem Boss erhalten hatte, verspürte er das Gefühl, dass irgendetwas faul an dem Ganzen war. Nur konnte er nicht sagen, was genau. Wie er es drehte und wendete, er hatte nur eine einzige Erklärung für sein Auffinden durch die Polizei. Und diese war schlicht und absurd unmöglich.
Als er sich gerade wieder auf die Bank hinsetzen wollte, vernahm er Schritte aus dem Korridor und hörte, wie jemand den Schlüssel im Schloss umdrehte. Gespannt beobachtete er den Kommissar, der mit einem selbstsicheren Lächeln den Raum betrat.
Auch Sindbad setzte ein Lächeln auf seinen Lippen auf.
"Ah Herr Kommissar, haben Sie etwas vergessen? Ich hab nicht mehr mit Ihnen gerechnet heute Nacht", grinste er.
Himuro schloss die Tür hinter sich und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand gegenüber von seinem Inhaftierten. "Wie ich sehe, kannst auch du nicht schlafen. Das trifft sich gut. Weißt du, ich frage mich, wie lange du vor hast, dieses Schweigen noch einzuhalten. Denn Eines kann ich dir versprechen. Es wird nicht mehr lange dauern und wir fassen auch deine Partnerin. Wie heißt sie gleich nochmal, Jeanne nicht wahr? Sie wird bestimmt den Mund aufmachen! Ich kaufe dir nämlich deine Story mit dem angeblichen Seelenraub von Jeanne nicht ab. Du wolltest uns damit hinters Licht führen, stimmts?"
Der Angesprochene schwang in aller Ruhe sein Bein über das andere und verschränkte die Arme vor der Brust. "Denken Sie, was Sie nicht lassen können. Ich bin Ihnen keine Erklärung schuldig. Bezüglich Jeanne kann ich Ihnen nur eines sagen; wenn Sie denken, dass Sie sie schnappen werden, muss ich Sie enttäuschen. Sie ist keine einfache Diebin. Sie werden immer einen Schritt hinter ihr sein"
Der Kommissar lachte auf "Ach ja? Dasselbe hast du bezüglich deiner Person auch behauptet. Und jetzt sitzt du hier. Na was sagst du nun?"
Der Blauhaarige nickte zustimmend "Das ist wahr. Und ich bleibe bei meiner Behauptung. Auch jetzt, in diesem Moment, bin ich Ihnen bereits einen Schritt voraus. Denken Sie etwa, ich hab diese Festnahme nicht eingeplant? Denken Sie das im Ernst?! Dann täuschen Sie sich gewaltig. Ich gehe immer mit Vorsicht vor. Alle meine Pläne sind doppelt und dreifach abgesichert. Sie werden noch Ihr blaues Wunder erleben"
Himuro stutzte, schluckte und ging auf den Blauhaarigen angespannt zu, um ihn am Kragen zu packen.
"Was soll das heißen, deine Festnahme war geplant?! Hast...hast du uns mit Absicht deine Warnung geschickt? Das tust doch immer. Du schickst immer Warnungen heraus.Bist uns aber in der Vergangenheit immer entwichen"
Himuro wurde kreidebleich, ließ Sindbad wieder los und tappte einen Schritt nach hinten. Er spürte, wie er dabei war, die Beherrschung zu verlieren, zwang sich aber konzentriert und ruhig zu bleiben.
"Ok, angenommen" seine Tonart mäßigte sich "du hast es wirklich geplant, dass wir dich schnappen. Wozu?"
Sindbad schüttelte verneinend den Kopf. "Nein. Sie hören mir nicht zu, Herr Todaj. Ich habe lediglich behauptet, dass ich eine Situation wie die von heute eingeplant hatte. Dass es ausgerechnet heute und nicht an einem anderen Tag zu einer Festnahme kommen würde, wusste ich nicht. Aber ich hätte da eine andere Frage an Sie. Könnte ich die Karte, die ich an Sie verschickt habe mal sehen?"
Der Kommissar wurde nachdenklich, legte die Stirn in die Falten und beäugte seinen Gesprächspartner kritisch. "Wozu? Hast du schon vergessen wie deine Warnungen aussehen?"
"Nein. Ich möchte mich nur vergewissern, dass die Karte tatsächlich in ihren Händen ist", log er.
Himuro Todaj räusperte sich, verstand Sindbads Masche nicht, ging aber trotzdem zähneknirschend aus dem Raum heraus um zwei Minuten später mit der Warnung wieder aufzutauchen.
"Hier", reichte er ihm die schwarz-weiße Benachrichtigung.
Der Dieb nickte ihm zu und überflog die Karte mit seinen Augen. "Ich danke Ihnen". Er reichte sie dem Kommissar zurück.
Er hatte gesehen, was er sehen wollte und ihm ist tatsächlich etwas Unstimmiges aufgefallen. Etwas, das auf seinen eigenen Warnungen nicht vorhanden war. Es handelte sich um ein äußerst winziges Detail. Ein Außenstehender würde es nicht bemerken. Ihm fiel es jedoch direkt auf.
Er lächelte zufrieden in sich hinein, behielt aber nach außen hin sein Pokerface, welches dem Polizisten signalisierte, dass er tatsächlich nur aus reiner Vergewisserung die Meldung sehen wollte.
Himuro lehnte sich wieder an die Wand und verschränkte die Arme vor der Brust. "Was für ein Spiel spielst du mit uns? Und was sehen deine Pläne noch vor? Ich warne dich, geh bloß nicht zu weit. Wir bzw. Ich habe noch einige andere Methoden um dich zum Reden zu bringen. Momentan bin ich noch gnädig und gebe dir in Ruhe die Möglichkeit zu reden. Morgen kann es schon ganz anders aussehen!"
Gleichgültig zuckte der Angesprochene mit den Schultern. "Wollen Sie mich foltern?"
Himuros Gesichtsfarbe nahm einen rötlichen Teint an. Er wurde wütend. Konnte es einfach nicht fassen, dass der Dieb sich regelrecht über ihn lustig machte.
"An deiner Stelle würde ich genau aufpassen, was ich sage! Morgen! Morgen wird dir das Lachen noch vergehen, das kannst du mir glauben!"
Damit drehte er seinem Gefangenen den Rücken zu und verschwand mit einem lauten Türknall aus der Zelle.
Sindbad atmete auf und begann nervös an seiner Hose herumzuzupfen. Verdammt! Er hatte dieses klitzekleine Zeichen am rechten oberen Rand sofort erkannt. Warum? Was zum Henker  sollte der Winterscherz? Er wischte sich über die Augen und legte sich auf die Bank. Seine Gehirnzellen arbeiteten auf Hochtouren und suchten nach Antworten. So sehr er sich bemühte, umso weniger konnte er begreifen weshalb hinter seinem Rücken so vorgegangen wurde.

Still saßen sie sich gegenüber und starrten ins Leere. Jeder schlürfte leise seinen Kaffee und wusste nicht, was er sagen sollte. Es war bereits weit nach Mitternacht. Miyakos Mutter war schon im Bett und ließ die beiden im Wohnzimmer alleine. Vor etwa vier Stunden war Miyako in den Flur gegangen, um den Müll zu entsorgen und bemerkte dabei Marron, die stürmisch aus ihrer Wohnung rausgelaufen war. Da die Braunhaarige es ziemlich eilig hatte, kam Miyako nicht dazu, sie zu fragen, was so plötzlich geschehen war. So blieb es ihr nur übrig, diese zu beobachten, als sie in den Aufzug hineinrannte. Und seitdem war Funkstille. Bis jetzt tauchte sie nicht wieder auf. Vor zwei Stunden hatte die Schwarzhaarige es aufgegeben, ihre Freundin telefonisch zu erreichen. Sie nahm nicht ab und las auch die Nachrichten nicht, die Miyako ihr geschickt hatte. Also alarmierte die Schwarzhaarige ihren besten Freund Yamato. Er wusste zwar auch nicht, wo Marron sein konnte, kam aber auf schnellem Wege zu ihr. Und jetzt saßen beide da, ließen die Tür nach draußen zum Gang einen kleinen Spalt breit offen, um gegebenfalls zu horchen, ob die Vermisste auftauchen würde.
Mit einem Seufzer unterbrach Miyako die Stille zwischen den beiden. "Weißt du Yamato, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass da irgendetwas im Busch ist"
Der Angesprochene blickte irritiert zu ihr auf. "Wie meinst du das?"
"Na ja... sie ist öfters weg in letzter Zeit. Es ist nicht das erste Mal, dass sie zuerst verschwindet und später wieder auftaucht. Anfangs dachte ich, sie wäre bei Chiaki. Vielleicht ist dem auch so. Ich weiß es nicht. Apropos ich würde zu gern wissen, wer das ist. Ich hab ihn bis heute nicht gesehen. Was für ein Typ ist das überhaupt?"
Yamato räusperte sich, senkte seinen Blick in seine Kaffeetasse. "Wir waren in der gleichen Klasse in der Highschool. Haben aber kaum miteinander zu tun gehabt. Sein Vater hat ein Klinikum hier. Das Nagoya Krankenhaus. Kennst du bestimmt. So viel ich weiß lebt Chiaki sehr wohlhabend. War auch ein Mädchenschwarm in der Schule. Nach der Highschool habe ich ihn lange Zeit nicht gesehen. Vor kurzem traf ich ihn allerdings zufällig. Marron war auch dabei. War schon ziemlich spät gewesen. Die beiden haben mich heimgebracht als...." Er stockte, atmete tief durch und beendete seinen Satz. "....als das mit mir passiert war. Ich meine als ich so komisch war. Leider weiß ich bis heute nicht, was mit mir damals geschehen war. Ich kann mich an nichts erinnern. Blackout"
Miyako riss erstaunt die Augen auf. "Was?! Die beiden waren damals bei dir?"
"Ja, wieso?"
Sie schloss ihre Augen, dachte einen Moment lang nach, konnte aber keine plausible Erklärung finden. "Das...das ist doch seltsam. Findest du nicht?"
"Wie meinst du das?"
Sie erhob sich rasch von ihrem Sitzplatz, begann gedankenverloren hin und her zu tappen. "Na ja, überleg doch mal, erst benimmst du dich ganz komisch, dann wachst du mitten im Nirgendwo auf und vor dir stehen Marron und Chiaki. Ich meine wie kommt das? Und seit dieser Nacht bist du wieder normal, nicht? Da stimmt doch etwas nicht! Woher wussten die beiden wo du bist?"
Yamato zuckte ahnungslos mit den Schultern. "Ich...wenn ich ehrlich bin, habe ich nie darüber nachgedacht. Vielleicht waren wir davor zu dritt unterwegs gewesen. Wie gesagt, Miyako, ich kann mich nicht erinnern...."
Sie biss sich auf die Lippe und schüttelte den Kopf. "Hm... das glaub ich kaum. Du hast doch eben selbst gesagt, dass du mit Chiaki nie richtig befreundet warst. Wenn du zusammen mit Marron weggewesen wärst, könnte ich mir das noch erklären. Aber warum solltest du mit Chiaki weggewesen sein? Das passt überhaupt nicht zusammen!"
"Ich...ich weiß es doch auch nicht. Vielleicht, ich meine die beiden waren vielleicht damals schon zusammen, vielleicht haben wir uns wirklich zu dritt verabredet", machte Yamato einen Versuch es zu erklären.
Bestimmt schüttelte sie wieder ihren Kopf. "Ja, schon klar! Man, Yamato, wie blöd bist du eigentlich? Ich weiß doch, wie lange du in Marron schon verschossen bist! Gut, mittlerweile hast du vielleicht schon akzeptiert, dass Marron mit ihm zusammen ist aber damals? Ich kann mir schlecht vorstellen, dass du seelenfröhlig mit Marron und Chiaki ausgegangen bist. Oder? Sei ehrlich, würdest du es heute tun, gemeinsam mit ihnen weggehen, mit dem Wissen, dass diejenige, in die du verliebt warst, vor deinen Augen einen Anderen anhimmelt?"
Der Angesprochene schluckte verlegen.
"Würdest du es?", wiederholte sie ihre Frage strenger.
Er zuckte zusammen. "Nein... nein, natürlich nicht!"
"Na siehst du", nickte sie ihm zu.
"Ja aber.... ich... ich kann doch nichts dagegen tun, wenn sie IHN liebt! Ich kann sie nicht zur Liebe zwingen!", rief er und riss im selben Moment geschockt den Mund auf. Seine Pupillen weiteten sich.
Miyako bemerkte seinen Schock und wunderte sich. "Was hast du?"
Er antwortete nicht, verharrte auf der Stelle und blinzelte entgeistert.
Dieser Satz...
Irgendwo hatte er ihn schon mal gehört. Nur wo?
Krampfhaft dachte er nach und presste seine Augen zusammen. Diese Stimme... es war nicht seine.
Als er immernoch stumm blieb, fing Miyako ihn zu rütteln an. "Hey Yamato, was ist?"
Er drehte seinen Kopf, spürte einen aufflackernden Blitz in seinem Schädel und rang nach Luft. Und plötzlich erinnerte er sich. Zwar nur an einen einzigen Moment aber er erinnerte sich.
Der Satz hallte laut in seinem Kopf. Er sah sich in Chiakis Wohnzimmer. Vor mehreren Wochen. "Hat sie dich auch geliebt oder wolltest du sie zur Liebe zwingen?"
Fassungslos schlug er die Augen auf und schüttelte vehement den Kopf.
"Verdammt, Yamato! Jetzt sag doch irgendwas!", rief Miyako besorgt auf ihn ein.
"Ich....ich war bei ihm...", stotterte er konfus.
"Bei wem?"
Er wollte gerade antworten, als beide ein leises Zuschlagen der Wohnungstür vernahmen. Beide schreckten auf und starrten in den Flur.
Miyakos Vater war von seiner Schicht zurückgekehrt und wunderte sich über die beiden.
"Hallo Papa, wie geht's dir?", grüßte Miyako ihn.
Irritiert blickte er die beiden an und tappte zum Eßtisch um sich einen Stuhl zu greifen und sich hinzusetzen. Als er erschöpft Platz nahm, seufzte er tief. "Den Umständen entsprechend. Und ihr? Was raubt euch beiden den Schlaf? Müsst ihr nicht langsam in eure Betten?"
Seine Tochter schluckte, kaute auf ihrer Unterlippe und wollte etwas entgegnen als Yamato sie unterbrach.
"Sie haben Recht, Herr Todaj. Ich muss wirklich langsam nach Hause. Wir sehen uns morgen, Miyako. Gute Nacht Herr Todaj, gute Nacht Miyako!" Er verbeugte sich höflich, ging in die Diele, griff rasch nach seiner Jacke, schlüpfte in seine Schuhe und verschwand.
"Hey Yamato, jetzt warte doch! Du warst doch noch nicht fertig mit Reden!", rief Miyako und rannte ihm nach. Doch er war schon weg.
Himuro seufzte schwer. "Was für ein Tag..."

Zur selben Uhrzeit stand sie an der Mauer des Polizeireviers und lauschte auf die Geräusche der Umgebung. Bis auf einige Vögelgezwitscher war nichts zu hören. Kurz warf sie einen Blick um sich, verkrampfte, begann nervös zu atmen und schlug schließlich ihre Lider zu. Mit der einen Hand umklammerte Jeanne sein Kreuz und mit der anderen ihr eigenes.
Sie versuchte sich zu konzentrieren und dachte an ihn. Sindbad.
Im nächsten Augenblick löste sie sich auf und erschien in einem dunklen Raum.
Als sie die Augen aufschlug, sah sie Sindbad vor sich.
Sie merkte, wie ihr kurz heiß wurde und atmete auf.
Der Blauhaarige erhob sich freudestrahlend von der Bank. "Ich wusste, dass du kommen würdest"
Die Angesprochene verdrehte ihre Augen. "Chiaki..Ich meine Sindbad, lass das! Ich bin nur gekommen, um dir das hier zu geben" Sie streckte ihre Hand aus und hielt ihm seine Kette hin.
Statt nach ihr zu greifen, schnappte er ihre andere Hand und zog sie an sich. Ehe sie reagieren konnte, drückte er ihr einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen. Sie begann ihre Augen zu schließen, war gerade dabei, ihm nachzugeben, stieß ihn aber in letzter Sekunde von sich. "Ich sagte, lass das, Sindbad! Wir müssen schnell von hier verschwinden!"
"Ich weiß", grinste er. "Zu dir oder zu mir?"
"Nach draußen!", flüsterte sie laut und ging nicht auf seine Anspielung ein.
Er nickte, streckte seine Hand aus, damit sie ihm sein Accessoire geben konnte und stellte fest, dass sie zögerte.
"Was ist?", fragte er irritiert.
Sie entzog ihren Arm. "Dein Kreuz gegen meine Forderung", sagte sie ernst.
Sindbad zog seine Augenbrauen amüsiert in die Höhe. "Oha, ich bin ganz Ohr"
Sie schluckte, haderte eine kurze Weile und sprach drauf los. Bestimmt und ernst. "Du sagst mir endlich, wer der Boss ist! Hörst du, ich will wissen, wer die Fäden hier zieht!"
Er seufzte, wandte den Blick von ihr ab.
Sie griff mit Daumen und Zeigefinger nach seinem Kinn und zwang ihn so, sie anzusehen. "Ich meine es ernst, Sindbad!"
Er unterdrückte ein Auflachen, zögerte und kapitulierte geschlagen. "Ein Angebot? Also gut. Ich führe dich zu ihm. Aber zuerst lass uns von hier verschwinden"
Sie nickte.
"Dreh dich um, bitte", bat er sie ernst.
Jeanne wunderte sich, verstand nicht, was das sollte,tat es aber widerwillig. Sindbad stellte sich hinter sie, ließ sein Kreuz in seine Hand fallen, schloss die Augen und umarmte sie von hinten. "Wer weiß, wann ich wieder die Chance haben werde, dich zu umarmen", zwinkerte er ihr zu und beamte sich gemeinsam mit ihr aus der Zelle weg.

To be continued....
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