Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Schwarze Liebe

von Liaya
GeschichteMystery / P18 / Gen
29.11.2017
08.05.2018
34
122.437
6
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.12.2017 2.512
 
Guten Tag ihr Lieben ))

An dieser Stelle geht es weiter mit der FF.
Dieses Kapitel ist etwas kürzer als die anderen. Melde mich bald wieder mit der Fortsetzung.

Lieben Gruß und ein schönes WE euch allen ;)
Liaya

**************************************

Kapitel 14- Blut

"Im Scheine des Mondes, wenn der Tag sich zur Nacht wandelt und der Himmel voller Sterne erstrahlt, werde ich, Jeanne, die Kamikaze-Diebin, deiner Seele die Schwärze rauben. Keine Polizei!
Gez. Jeanne"
Es war ihre erste Karte, die sie an ihr Opfer schrieb und losschickte.
Soweit Chiaki sie richtig informiert hatte, war die Besessene diesmal eine Junge Frau namens Akô Miyano, 21 Jahre alt, ledig und die Tochter eines  Bestattungsunternehmers.
Gerade eben hatte Jeanne die Karte in Akôs Briefkasten eingeworfen und saß nun gemeinsam mit Sindbad in sicherer Reichweite in seinem Wagen.
"Ist deine Verletzung eigentlich inzwischen wieder verheilt?", fragte sie ihn und unterbrach die Stille zwischen den beiden.
"Wie kommst du denn jetzt plötzlich darauf?",wunderte er sich und blickte zu ihr auf.
"Na ja, ich hatte es in der ganzen Zeit vergessen gehabt, mich danach zu erkundigen. Und außerdem ist mir vorhin nichts aufgefallen an deinem Arm. Dabei war die Wunde sehr ernst gewesen", meinte sie besorgt.
Der Blauhaarige grinste schief. "Dir ist nichts aufgefallen, weil du mit etwas Anderem beschäftigt warst" Er zog mehrmals seine Augenbrauen in die Höhe, um ihr seine Anspielung auf vorhin deutlich zu machen.
Jeanne verdrehte die Augen. "Ja, ja schon gut! Ich gebe ja zu, dass ich's etwas eilig hatte" Ihr Gesicht färbte sich rötlich.
"Ist doch kein Problem. Mir hat es gefallen", zwinkerte er ihr leidenschaftlich zu. "Wer weiß, wann ich nochmal so eine Gelegenheit haben werde".
Die Blonde räusperte sich. "Also? Was ist mit deinem Arm? Du bist grade vom Thema abgewichen", erinnerte sie ihn.
Er zuckte mit den Schultern. "Was soll sein? Alles gut. Ist komplett verheilt"
"Was? So schnell?"
Er nickte. "Ja. Das Kreuz ist nicht nur für Verwandlungen gut. Legst du es auf die Wunde, wird es diese heilen. Dummerweise hab ich es damals vergessen gehabt, als ich zu dir gefahren bin. Ich war unvorsichtig. Hab es außer Acht gelassen"
"Oha! Gut zu wissen. Hat es sonst noch irgendwelche Funktionen?", fragte sie interessiert und beäugelte das Accessoir.
"Ja, du kannst dich damit an Orte beamen", lächelte er.
Sie nickte. "Hm, stimmt! Das hab ich bereits ausgetestet als ich zu dir in die Hütte gekommen bin".
Er nickte ihr zu und begann ungeduldig auf seinem Lenkrad mit den Fingern zu trommeln.
Irgendetwas bekümmerte ihn. Er spürte Unruhe und konnte sich nicht erklären woher diese kam. Eigentlich war doch alles in Ordnung. Sie waren jetzt zu zweit, falls der Dämon zu stark sein würde. Hatte er auf einmal Angst davor, mit ihr auf die Jagd zu gehen? Oder war es die Furcht davor, sie ausbilden zu müssen, quasi ihr Lehrer zu sein?
Er horchte in sich hinein. Nein, das war es nicht. Und doch fühlte er eine gewisse Unruhe.
Momentan war alles noch ruhig und friedlich. Für seinen Geschmack etwas zu ruhig. War es die berühmte Ruhe vor dem Sturm?
Sindbad versank immer tiefer in seinen Gedanken und kam erst wieder zu sich, als Jeanne sanft ihre Hand auf seine legte.
"Was ist? Hast du Angst?", fragte sie und warf ihm vorsichtig einen Blick von der Seite zu.
Abrupt schüttelte er den Kopf "Ach was. Ich und Angst? Machst du Witze?"
Seine Gesprächspartnerin seufzte und lächelte verlegen. "Na ja, ich dachte nur..."
"Komm, lass uns fahren. Momentan können wir  hier sowieso nichts mehr ausrichten. Wir kommen in zwei Stunden wieder". Damit setzte er den Wagen in Gang und fuhr los.
Er hatte keine Angst. Nicht um sich selbst. Aber um sie. Wenn es eine Person auf der Welt gab, um die er sich Sorgen machen würde, dann war es sie. Nie würde er es sich verzeihen können, wenn der Brünette etwas zustoßen würde. Doch er beließ es dabei, sich ihr gegenüber auszuschweigen. Sindbad wollte nicht, dass sie sich unnötig Sorgen machte.
"Wohin fahren wir?",erkundigte sich Jeanne überrascht.
"Geheimnis", zwinkerte er ihr zu und machte ein Pokerface.
Ihr Gesicht verzog sich vor Nervosität. Sie hatte in den letzten Tagen schon genug Überraschungen erlebt. Und überhaupt konnte sie es nicht ausstehen, wenn sie jemand auf die Folter spannte.
Beunruhigt blickte sie aus dem Fenster raus und beobachtete die vorbeifahrende Straße. Es war schon ganz dunkel gewesen, die Straßenlaternen strahlten in ihren hellsten Farben.
Sindbad steuerte den Wagen an einen Ort, wo sie sich mal wieder nicht auskannte.
Außer der beleuchteten Straße war die sonstige Umgebung in einen unheimlichen Mantel voller Schwärze getaucht. Die Bäume wirkten mit ihren kahlen, abstehenden,dunklen Ästen wie unheimliche Phantome.
Als er ihre Befangenheit spürte und merkte, dass sie zu still wurde, legte Sindbad behutsam seine Hand auf ihren Schenkel.
"Du brauchst vor der Finsternis keine Angst zu haben. Sie wird von nun an dein ständiger Begleiter sein. Am Tag sind wir gewöhnliche Menschen. In der Nacht jedoch gibt es keine Marron und keinen Chiaki. In der Dunkelheit des Tages, umgeben vom Schutze der Finsternis erwachen wir. Jeanne und Sindbad. Vertrau ihr. Der Nacht. Sie wird dir Kraft und Energie verleihen, die du brauchst"
Etwas beruhigt schüttelte die Blonde ihren Kopf und stimmte ihm zu.
Einige Minuten später bog er in eine schmale, menschenleere Gasse ab und stellte den Motor aus.
"Wir sind da. Komm mit, ich zeige dir einen Ort, von dem du aus fast ganz Tokio bewundern kannst. Um diese Uhrzeit ist es atemberaubend dort".
Sie sog tief die Luft durch ihre Nase ein und stieg aus dem Fahrzeug aus.
Sindbad räusperte sich bei ihrem Anblick und blieb kurz an seiner Fahrertür angelehnt stehen.
"Alles ok?", wunderte sich Marron.
Sein unverschämtes Grinsen irritierte sie.
"Ich hab es dir nie gesagt. Weißt du, wie verdammt scharf du aussiehst? Du bist unglaublich. Wie schaffst du es nur, sowohl als du selbst als auch als Jeanne so verdammt hinreißend auszusehen? Du raubst mir den Atem, weißt du das? Jeanne, tu etwas, sonst werde ich mich eines Tages, so wie heute, kaum beherrschen können", gestand er in einem sexy Ton und blickte sie verführerisch an.
Die Angesprochene war perplex und wusste nicht, was sie sagen sollte.
"Also na hör mal..... Chia... Sindbad was soll das? An was für Fantasien denkst du schon wieder???" Rot angelaufen starrte sie ihn an.
"Wenn du wüsstest.... meine Fantasien haben keine Grenzen", grinste er frech und streckte ihr keck die Zunge raus.
Sie räusperte sich und gab ihm zu verstehen, dass sie momentan anderes vorhatten.
Sindbad schmunzelte und zwang sich, auf andere Gedanken zu kommen. Sie hatte ja Recht.
Also stieß er sich vom Wagen ab und ging einige Schritte auf sie zu.
Als er ganz eng vor ihr stand, bat er sie, ihre Augen zu schließen.
Sie wunderte sich und blinzelte ihn an.
"Na komm, tu es. Vertrau mir", nickte er ihr liebevoll zu.
Nachdem sie tief durchgeatmet hatte, folgte sie etwas angespannt seiner Bitte.
Er umschloss zärtlich ihre Hand mit seiner und legte seine andere Hand auf seine Kette.
Jeanne begriff nicht direkt, was geschehen war. Es ging alles so schnell. Sie spürte einen Hauch Wärme um sich herum und dann bat er sie die Augen wieder zu öffnen.
Bei dem Anblick, den sie vor sich sah, öffnete sich ihr Mund vor Staunen. Sindbad hatte tatsächlich nicht übertrieben gehabt, als er meinte, die Aussicht wäre atemberaubend.
Sie befanden sich auf einem Turm in erstaunlicher Höhe.
Jeanne hielt sich am runden, steinernen Gelände fest und hielt inne. Vor ihren Augen bot sich eine traumhafte Aussicht auf die Stadt Tokio. Die Straßen und Gebäude funkelten und glänzten in den prächstigsten Lichtern. Zusammen mit den Schneeflocken, die sachte vom Himmel fielen, kam sie sich wie in einem zauberhaften Wintermärchen vor.
"Gefällt es dir?", fragte Sindbad und legte seine Arme, hinter ihr stehend, um ihre Schultern.
Unwillkürlich musste sie lächeln. Ja, sie genoss diesen Moment der Stille. Und dennoch, trotz ihres Lächelns und ihrer Freude musste sie sich eingestehen, dass sie gleichzeitig enttäuscht war.
Sie liebte es, von ihm umarmt zu werden, seine Küsse zu spüren und seine Nähe. Und sie wollte mehr.
In jenem Augenblick dachte sie einen einzigen Gedanken. Wie schön es wäre, wenn sie ein Paar wären.
Längst hatte sie sich aufgehört dagegen zu wehren, dass sie ihn trotz dessen, dass er sie wahrscheinlich ausnutzte, unwiderstehlich liebte.
Dann spürte sie einen Kuss auf ihrem Nacken und bekam Gänsehaut.
Jeanne drehte sich mit dem Gesicht zu ihm und sah ihn ernst an.
Sindbads Augen schauten ebenfalls entschieden. Gerade wollte er sich zu ihr vorbeugen, um ihre Lippen zu berühren, als sein Smartphone vibrierte.
Seufzend zog er es aus seiner Jacke hervor.
Es war der Timer. Das Signal dafür, dass die Zeit für Dämonenjagd reif war.
Verdammt! Das Timing passte überhaupt nicht.
"Wir müssen los, stimmts?",fragte Marron melancholisch.
Er nickte und steckte das Funkgerät wieder weg.
"Ja"
Damit machten sie auf dem Absatz kehrt.

Akô Miyano war fuchsteufelswild. In ihr krachte und donnerte es. Als ob es nicht schon genug wäre, dass ihr Vater ihre Post geöffnet hatte, nein! Beim Studieren der Nachricht, Jeannes Ankündigung an sie, liefen bei ihrem Vater alle Alarmglocken auf Höchststufe. Er ließ Akô keine Zeit zum Handeln und rief direkt die Polizei.
Und jetzt um Punkt Mitternacht befand sie sich nun in einem großen Ritualsaal auf einem Stuhl sitzend und wurde von zwanzig Polizisten gleichzeitig angestarrt.
Es regte sie auf, dass ihr Daddy ihr nicht vertraute. Dabei war sein Misstrauen völlig umsonst. Schließlich fühlte sie sich stark genug, um selbst auf sich aufzupassen!
Hastig erhob sich die Braunhaarige von ihrem Platz und steuerte die Tür nach draußen an.
"Akô! Bleib stehen! Wohin willst du?", rief ihr Vater ihr hinterher und folgte ihren Schritten.
Die Polizisten wurden ebenfalls wachsam.
Harsch drehte sie sich zu ihrem Erzeuger um. "Auf die Toilette! Ist das auch schon verboten?!"
"Nein, natürlich nicht. Aber geh nicht alleine. Die Männer werden auf dich Acht geben", bat er sie.
"NEIN! Ich will meine Ruhe haben. Wenigstens auf der Toilette! Das wird nicht lange dauern. In Fünf Minuten wird mir schon nichts zustoßen. Lasst mich allein. Hört ihr! Ich will keinen von euch um mich herum haben! Macht euch nicht in die Hosen, ich komme ja gleich wieder!"
Damit verließ sie den Raum.
Die Polizisten warfen ihrem Vater einen fragenden Blick zu.
Er zuckte nur ratlos mit den Schultern und winkte ihnen als Zeichen, dass sie seine Tochter, wie sie es gewünscht hatte, einige Minuten alleine lassen sollten.
Was er allerdings nicht ahnen konnte, war, dass Akô nicht wie geplant zur Toilette ging, sondern über einen Umweg nach draußen eilte.
Schon nach wenigen Sekunden war sie weit genug vom Haus entfernt und blickte sich um.
"Na los, komm raus! Ich weiß, dass du hier irgendwo bist, Jeanne!, rief sie aufgebracht und verzog ihre Augen zu Schlitzen.
Obwohl sie mit ihr gerechnet hatte, erschrak Akô trotzdem, als die Aufgerufene plötzlich hinter ihrem Rücken erschien.
Hinter Jeanne stand außerhalb Akôs Sichtweite in einem Schatten versteckt, Sindbad.
"Akô, ich verspreche dir, dass es schnell gehen wird. Bitte wehr dich nicht!", rief die Blonde ihr zu und griff nach ihrem Pin.
Die Angesprochene lächelte fies. "So so, du bist also Jeanne! Was für eine Ehre für mich!"
Jeanne beherrschte sich und wich nicht von der Stelle. Zielsicher visierte sie die Besessene an und rief "Im Namen des Teufels, weiche..."
Weiter kam sie nicht, denn im selben Augenblick vernahm Jeanne eine ihr nur zu gut bekannte Stimme hinter Akô und erstarrte.
"Keinen Schritt weiter, Jeanne!",schrie Miyako und bewegte sich mit einer Waffe in der Hand auf sie zu. Hinter Miyako folgte der Kommissar samt seinen Leuten.
Sindbad ballte seine Hände zu Fäusten. Verflucht! Die Polizei war schneller an Ort und Stelle, als er gerechnet hatte.
"Jeanne, jetzt oder nie! Mach schon!", schrie er und trat aus dem Schatten hervor.
Jeanne wusste, dass Miyako in Polizeiausbildung war und dass sie ihren Vater hin und wieder bei Einsätzen begleitete. Aber dass sie hier auftauchen würde, damit hatte sie nicht gerechnet. Sie erstarrte zur Salzsäule und war unfähig, sich zu bewegen.
Sindbad checkte die Lage rasant und zog ebenfalls seine Nadel heraus.
Doch Miyako kam ihm dazwischen, in dem sie ihn warnte. "Du auch! Keinen Schritt näher zu Akô! Ich meine es ernst! Ich werde schießen!", forderte sie ihn zornig auf.
Im selben Moment drehte sich Akô mit einem fiesen Lächeln zu den Staatsbediensteten um und schleuderte eine heftige Welle auf sie. Die Angestellten hatten keine Chance zu reagieren und flogen einige Meter nach hinten weg.
"Miyako!", schrie Jeanne schockiert.
Als Sindbad den Moment nutzen
und den Dämon aus Akô vertreiben wollte, hob sie ihren Zeigefinger und stoppte ihn dadurch.
"Einen Moment noch! Ich möchte Jeanne etwas fragen!"
Die Blonde riss herzklopfend ihre Augen auf, während die Besessene auf sie zusteuerte.
"Weißt du eigentlich für wen du arbeitest, Jeanne? Wer erteilt dir die Befehle, uns einzufangen? Hat er" Sie deutete mit ihrem Kopf Richtung des Blauhaarigen "hat er dir die Wahrheit erzählt? Oder vertraust du ihm einfach nur blind? Na?", provozierte Akô sie.
Die Angesprochene blinzelte fassungslos und geschockt "Wie... wie meinst du das? Gibt es etwas, was ich nicht weiß?", stotterte sie.
"Jeanne, hör nicht auf sie! Sie provoziert dich, um Zeit zu gewinnen!", rief Sindbad.
Jeanne war unfähig, sich zu bewegen. "Was gibt es denn, was ich nicht weiß?"
Akô wollte gerade einen erneuten Angriff starten, als Sindbad sich fasste und seinen Pin schleunigst auf die Zielperson warf. "Im Namen des Teufels, verschwinde Dämon!
Seinem Ruf folgte ein grässlicher, laut ertönender Schrei von der angegriffenen Person.
"Glaub nicht, dass du damit gewonnen hast, Sindbad! Wir sind zu viele und wir kommen wieder!", war das letzte, was der Dämon schrie, als er Akôs Körper verließ.
Im selben Moment fing der Blauhaarige die Schachfigur mit seiner Hand auf und vernahm zuerst einen Schuss und dann einen weiteren hell ertönenden, bis in die Knochen durchgehenden Schrei.
"Ich hab euch ja gewarnt, dass ich schießen werde!",keuchte Miyako außer Atem.
Sindbad war paralysiert. Wie hypnotisiert starrte er auf Jeannes unbeweglichen Körper am Boden. Sein Herz setzte aus. Sein Atem stockte, als er die Unmenge heraustretenden Blutes aus ihrem Bauch sah. Ihm wurde schlecht.
Was als nächstes passierte, geschah aus einem Schockzustand heraus. Er zielte, vollkommen emotionslos und kalkweiß mit seiner Hand auf Miyako und stieß sie samt den Polizisten weg.
Wie betäubt schluckte er und nahm Jeannes reglosen Körper in seine Arme und verschwand.
Zurück blieb eine eisige Stille...

To be continued.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast