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Schwarze Liebe

von Liaya
GeschichteMystery / P18 / Gen
29.11.2017
08.05.2018
34
122.437
6
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
14.12.2017 3.906
 
Hello at all from the other side of the world ;)
Hier geht es weiter mit dem 13. Kapitel. Vielen Dank an dieser Stelle, an alle, die diese Geschichte lesen und mit Spannung verfolgen ))) ehrlich, es ehrt mich :)
Da ich momentan um die Welt herumreise  und nicht gleich überall w-lan hab, braucht das laden der Kapitel immer etwas Zeit. Aber ich gebe mir alle Mühe, sie innerhalb von 2 Tagen zu veröffentlichen ;)

Und nun kurz zu diesem Kapitel - es wird mal wieder etwas pervers. Wem es zu viel oder zu unangenehm ist, liest einfach drüber ^^

Bis bald und viel Freude ))))

Eure Liaya


PS. Ein liebes Dankeschön an dieser Stelle an eine treue Kommentatorin dieser FF. Desiree )) *LG schick*

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Kapitel 13- Teuflisches Verlangen


Kommissar Todaj stützte sich nachdenklich mit der Hand an seinem Bürotisch ab. Vor ihm lagen alle Karten ausgebreitet, die Sindbad ihm bis zu jenem Zeitpunkt geschickt hatte. Für zwei Jahre, in denen er und Sindbad sich begegnet waren, waren es nicht viele gewesen. Sechs Stück, um genau zu sein.
In einer Periode von zwei Jahren ist er dem Dieb also insgesamt sechs Mal begegnet. Und konnte ihn nicht fassen. Warum?
Er schob seinen Chefsessel ein Stück vom Tisch weg, so dass genug Raum zwischen Tisch und Stuhl blieb, um Platz zu nehmen.
Dann rollte er sich näher an seinen Arbeitsplatz heran, zog eine Zigarette aus einer Packung in seiner Schublade heraus, zündete sie an und betrachtete Sindbads Karten intensiver.
Wieso war es ihm bis zum heutigen Tag nicht gelungen, den Dieben zu stellen?
Dabei war Himuro doch ein Meister in seinem Metier. Doch nicht in Sindbads Fall. Er konnte ihn nicht schnappen. Jedes Mal, wenn er kurz davor stand, löste sich der Blauhaarige in Luft auf.
Er war zu schnell für ihn.
Himuro schüttelte ungläubig den Kopf, legte seine Zigarette in einen Aschenbecher weg und sammelte die Karten wieder ein.
Aus den Augenwinkeln vernahm er, dass ein Angestellter auf sein Office zutappte.
Offenbar hatte er Neuigkeiten für den Kommissar.
Vor einigen Stunden wurde Himuro darüber informiert, dass Yamato wieder in seiner Wohnung aufgetaucht war. Heil und munter. Deswegen erteilte er den Befehl dazu, den Jungen von seinen Männern zu sich zu bringen. Jetzt war einer der Männer wieder zurückgekehrt, um ihn vermutlich in Kenntnis zu setzen, dass der Student auf ihn draußen wartete. Er räusperte sich, verließ seinen Platz und begab sich zur Tür.
Mal sehen, ob ein Verhör des Jungen ihn weiterbringen würde. Ihm war es durchaus bewusst, dass er nicht zu viel erwarten durfte. Seiner Erfahrung nach, konnten sich Sindbads Opfer nach ihrem Erwachen an nichts mehr erinnern. Zudem wusste er nicht einmal, ob Yamato überhaupt in Sindbads Gewahrsam gewesen war.
Aber ein Versuch war es wert, den Studenten auszufragen. Möglicherweise würde er in seinen Ermittlungen einen kleinen Schritt weiterkommen.
Mit diesem kleinen Stück Hoffnung verließ er seinen Arbeitsraum, begrüßte nickend seinen Mitarbeiter und ließ sich von ihm ins Verhörzimmer bringen.


Marron verzichtete auf den Aufzug, als sie kalkweiß den Eingangsraum ihres Wohnhauses betrat. Sie war ziemlich durcheinander, konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und wollte nur noch schnellstmöglich in ihr Apartment zurückkehren.
Sie steuerte auf die Treppe zu und lief sie eiligst hinauf. Die Frau, die ihr dabei entgegenkam, bemerkte sie nicht und rempelte sie ausversehen an.
"Hey! Pass doch auf!", meckerte diese, als sie beinahe die Stufen runterfiel. Im letzten Moment schaffte sie es jedoch, sich am Geländer festzuhalten und einen Sturz zu verhindern.
Marron verharrte außer Atem auf der Stelle und entschuldigte sich bei der Passantin.
Die Frau verdrehte entsetzt ihre Augen und setzte ihren Weg nach unten kommentarlos fort.
Marron hielt sich die Hand auf die Stirn, seufzte und begab sich weiter nach oben, diesmal aber umsichtiger.
Als sie vor ihrer Wohnungstür ankam, musste sie verzweifelt feststellen, dass diese abgeschlossen war und die Brünette keinen Schlüssel bei sich hatte.
Sie wischte sich mit dem Jackenärmel den Schweiß von der Stirn weg und hämmerte wütend gegen ihre Tür.
Verdammt, daran hatte sie nicht gedacht. Yamato hatte sie ja an diesem Abend betäubt und anschließend entführt gehabt. Sie hatte keine Möglichkeit, ihre Handtasche samt Wohnungsschlüssel mitzunehmen.
Sie steckte in einer Sackgasse und presste niedergeschlagen ihre Stirn gegen den Eingang.
Himmel und Hölle nochmal! In letzter Zeit lief wirklich alles schief für sie. Sie biss sich auf die Lippe und schwieg bedrückt.
Wieso sie? Weshalb passierte ausgerechnet IHR das alles? Am liebsten wäre sie jetzt einfach eingeschlafen, um am nächsten Morgen aufzuwachen und festzustellen, dass alles, was sie in den vergangenen Tagen erlebt hatte, nur ein Traum war. Kein Treffen mit Chiaki, keine Dämonen und keine Jeanne. Ja, das wünschte sie sich tatsächlich in diesen Minuten.
Marron atmete hörbar aus, versuchte sich zu sammeln und nachzudenken.
Die unerwartete Stimme ihrer Freundin hinter ihrem Rücken ließ sie aufschrecken.
"Brauchst du deinen Schlüssel?"
Abrupt drehte sich Marron um und registrierte Miyako, die mit einem ernsten Gesichtsausdruck am Geländer anlehnend stand und sie musterte.
Diese Möglichkeit hatte die Brünette in ihrer Verzweiflung vollkommen außer Acht gelassen. Miyako besaß ja einen Zweitschlüssel zu ihrem Apartement. Für den Fall des Falles. Eben für solche Situationen, wie jetzt.
Die Brünette nickte und versuchte ein Lächeln aufzusetzen, was ihr vergeblich misslang.
"Ja, das wäre nicht schlecht. Seit ... seit wann stehst du hier schon?", fragte Marron erschrocken.
Die Angesprochene legte ihr Kinn auf ihre Hand und hielt sich mit der anderen am Geländer fest.
"Seit fünf Minuten ungefähr. Hab dich zufällig aus dem Küchenfenster gesehen, als du aus dem Taxi ausgestiegen bist. Du hattest es ziemlich eilig gehabt, da dachte ich, ich seh mal nach dir. War, wie ich jetzt feststelle, keine so schlechte Idee gewesen. Du siehst scheiße aus, wenn ich das so ausdrücken darf".
Marron versuchte wieder ein Lächeln und schüttelte verneinend ihren Kopf. "Ach was. Da täuschst du dich. Es ist alles gut. Wirklich. Ich hab mich nur darüber aufgeregt, dass ich meinen Schlüssel vergessen hab", log sie.
Ihr war momentan nicht nach Reden zumute und schon gar nicht mit Miyako.
Was sollte sie ihr denn erzählen?
Das, was sie bedrückte, konnte sie ihrer Freundin nicht sagen.
Miyako seufzte und verdrehte ihre Augen. "Uhum, ja schon klar. Und ich bin der Weihnachtsmann. Warte, ich hol den Schlüssel und dann begleite ich dich in deine vier Wände, ob du willst oder nicht. Ich sehe, dass mit dir etwas nicht stimmt. Und ich lasse dich nicht in diesem Zustand alleine"
Ehe Marron etwas dagegen sagen konnte, war die Schwarzhaarige schon in ihrer Wohnung verschwunden.
Verdammt und zugenäht! Was war das bloß für ein Tag?! Sie wusste, dass Miyako nicht locker lassen würde. Ihr war aber nicht nach Erzählen zumute. Sie fühlte sich schlapp, außer Kräften und würde am liebsten einfach nur Schreien.
Zudem wusste sie, würde sie ihrer Freundin erzählen, dass Chiaki sie verletzt hätte, würde sie mit Predigten wie "Ich habe dich ja gewarnt, Marron aber du wolltest ja nicht auf mich hören! Wusstest alles besser" und dergleichen kommen.
Nein, das musste sie verhindern. Das war das Letzte, was ihr noch gefehlt hatte.
Als Miyako mit dem Schlüssel wieder herauskam, taumelte Marron etwas zur Seite und ließ ihre Freundin die Tür öffnen.
Einige Minuten später hockte die Brünette verschwiegen auf ihrem Sessel und wartete, bis Miyako ihr einen Tee machte. Sie wollte zwar nichts trinken, wusste aber, dass eine Widersprache zwecklos war.
Als ihre Besucherin mit einem vollen Tablett in der Hand wieder erschienen war, stellte sie es behutsam auf dem kleinen Tischchen ab und reichte ihr die Tasse gefüllt mit einem Kräutertee.
Marron nahm das heiße Getränk passiv entgegen und blickte zögernd zur Seite.
Miyako nahm seufzend ihr gegenüber Platz.
"Marron, ich...", begann sie und wurde direkt unterbrochen.
"Miyako, bitte.... ich....", versuchte die Braunhaarige abzuwehren.
Miyako schloss kurz ihre Lider und atmete hörbar ein.
"Nein, Marron, hör DU mir zu. Entgegen deiner Erwartungen werde ich dich nicht danach fragen, was vorgefallen war"
Erstaunt und verwirrt zugleich riss die Brünette ihre Augen auf.
Kurz warf sie Miyako einen Blick zu und wandte ihn wieder ab.
Ihre Freundin nahm ein Schluck Tee und stellte die Tasse wieder ab. "Ja, ich meine es ernst. Ich werde dir keine Fragen stellen. Ich sehe dir an, dass dieser Mistkerl irgendetwas angestellt hat, was dich sehr mitnimmt. Sonst gäbe es keinen Grund für dich, so niedergeschlagen zu sein. Und jetzt, meine Liebe, hör mir genau zu". Sie streckte lehrreich ihren Zeigefinger in die Luft und fixierte ihre Freundin ernst.
"Es gibt zwei Optionen für dich. Möglichkeit eins ist, ihn schleunigst in den Wind zu schießen und nie wieder auch nur einen einzigen Gedanken an ihn zu verschwenden! Das würde dann infrage kommen, wenn er dich belogen und betrogen hätte. Was ich ja nicht weiß, weil du offensichtlich nicht darüber sprechen willst"
"Und die zweite Option?", fragte Marron mit einer rauen Stimme und räusperte sich.
Miyako lächelte sie an. "Ihm das, was er dir angetan hat, zu verzeihen"
"Bitte was? Wie meinst du das?!", fragte sie ungläubig und glaubte ihren Ohren nicht zu trauen.
Miyako nickte. "Genau so, wie ich es gesagt habe. Marron, ich weiß nicht, was zwischen euch vorgefallen ist. Aber möglicherweise hatte er seine Gründe für seine Handlungen gehabt. Ich kenne ihn nicht und kann es schlecht einschätzen. Und damit es klar ist, ich stelle mich nicht auf seine Seite. Und das Vergeben trifft auch nicht auf jenen Fall zu, wenn er dich mit einer Anderen betrogen hätte. Da gibt es nämlich kein Verzeihen! In diesem Fall ist er ein Idiot. Da kannst du nur direkt mit ihm abschließen und fertig! Sollte es etwas anderes gewesen sein, womit er dir weggetan hat oder dich enttäuscht hat, dann würde ich dir raten über mögliche Beweggründe, die ihn zu einer solchen Handlung veranlasst haben, nachzudenken. Möglicherweise blieb ihm keine andere Wahl, als so zu handeln. Und überhaupt- höre auf dein Bauchgefühl und auf dein Herz. Und triff dann die Entscheidung, wie es mit euch weitergehen soll. Aber bitte, bitte Marron mach dich nicht verrückt wegen ihm. Das wird dich nur runterreißen, ich sehe es dir jetzt schon an, dass du ziemlich fertig bist. Und so bist du nicht. So kenne ich dich nicht. Die Marron, die ich kenne, ist herzlich, stark und voller Lebensfreude. Damit fällt eine dritte Option, nämlich die, bei der du ewig Trübsal blasen wirst, direkt weg".
Als Miyako fertig gesprochen hatte, merkte sie, dass ihr Hals ziemlich trocken geworden war und griff nach ihrer Tasse, um ein paar Schlucke der mittlerweile lauwarm gewordenen Flüssigkeit zu trinken.
Dann herrschte Stille in dem großen Raum.
Marron grübelte über Miyakos Worte, wusste nicht, was sie sagen oder machen sollte und begann auf ihrem Daumennagel zu kauen.
Irgendwann schluckte sie, kratzte sich verbissen am Hinterkopf und atmete durch ihre Lippen aus.
"Danke, Miyako. Danke dafür, dass du für mich da bist. Ich werde über deine Ratschläge nachdenken. Ich verspreche es dir. Sei mir bitte nicht böse, aber...."
Die Angesprochene nickte geschlagen. "Ja, ja schon gut. Du willst jetzt deine Ruhe haben. Ich versteh das. Solltest du mich brauchen, bin ich nebenan", erwiderte sie freundlich und erhob sich von ihrem Platz, um Richtung Ausgang zu gehen.
Marron folgte ihr dankbar in die Diele, um sie zu umarmen. "Dankeschön. Ich werde zu dir kommen, wenn mir danach sein sollte. Ehrlich, vielen Dank, Miyako"
Als die Schwarzhaarige sich von Marron löste, kam sie nicht umhin, eine letzte, ihr auf der Zunge brennende Frage an die Brünette loszuwerden. "Übrigens, seit wann trägst du eigentlich solche Klamotten?", wunderte sie sich und musterte Marron von oben bis unten.
Die Angesprochene wurde verlegen und senkte ihren Blick.
Genervt und einsichtig zugleich schüttelte Miyako ihren Kopf und verdrehte ihre Augen. "Schon gut, schon gut! Ich wills gar nicht wissen. Steht dir aber nicht schlecht", grinste sie ihr zu und machte auf dem Absatz kehrt.
Die Tür schlug hinter ihr einen Tick zu laut zu.
Die Brünette ließ sich an ihr hinabsinken und schluckte bitter.
Was sollte sie jetzt tun? Was? Ihm verzeihen? Ihn hassen und verfluchen?
Sie spürte, wie ihr warm wurde und streifte ihre schwarze Lederjacke ab.
Am liebsten würde sie ihn hassen. Ihm eine kräftige Ohrfeige verpassen, die sitzen würde. Schließlich hatte er sie für seine Pläne ausgenutzt! Chiaki hatte die ganze Zeit mit ihr gespielt! Und sie hatte ihm vertraut. Und trotzdem!...
Trotzdem konnte sie ihn nicht hassen.
So sehr sie es wollte, es gelang ihr nicht. Sie war wütend, ja! Sie war enttäuscht von ihm, ja! Aber zu mehr war sie nicht in der Lage gewesen.
Sie war nicht mal dazu fähig, zu heulen. Dabei würde sie es am liebsten tun. Doch es ging nicht. Die Tränen wollten nicht fließen.
Erbost stand sie vom Boden auf, wanderte auf ihren Balkon zu und riss die gläserne Schiebetür auf.
Sie brauchte frische Luft, musste wieder einigermaßen klar werden im Kopf.
Dass sie ohne Jacke hinausgetreten war, störte sie nicht. Im Gegenteil, die Kälte tat ihr gut. Ernüchterte sie und brach sie wieder mehr oder weniger zur Besinnung.
Draußen fing es an zu dämmern. Der Wind blies über ihre Locken und wirbelte sie etwas durcheinander.
Unwillkürlich strich sie sich einige Strähnen aus dem Gesicht und beobachte mit einem leeren Blick die passierenden Autos unten auf der Straße.
Dann schloss sie wehmütig ihre Augen und sah sein Bild davor auftauchen.
Ah verdammt!!! Was sollte sie nur tun? Welche Entscheidung sollte sie treffen?
Was hatte Miyako ihr gleich geraten? Auf ihr Bauchgefühl hören?
Sie versuchte es krampfhaft, in dem sie ihre flache Hand darauflegte und lauschte.
Aber....
Sie hörte nichts.
Sie war viel zu aufgeregt, um etwas zu vernehmen.
Und dann plötzlich tauchte wie aus dem Nichts die Szene ihres ersten Mals mit dem Blauhaarigen vor ihren Augen auf.
Widerwillig erinnerte sie sich an seine Küsse, seine Berührungen und an sein verführerisches Grinsen.
"Ich werde trotzdem weiterhin zu dir kommen wollen", hörte sie seine Worte in ihrem Kopf schallen.
Marron rang nach Luft, keuchte, spürte ein Gemisch aus Verlangen und Wut zugleich.
Sie kämpfte gegen das Verlangen nach ihm. Versuchte es mit allen Mitteln zu unterdrücken. Zu Verdrängen.
Sie zitterte am ganzen Leib und zog ihr Kreuz hervor. In ihr kam der Drang auf, es einfach wegzuschleudern. Weit weg in die Ferne. Weil sie wütend und verzweifelt war.
Sie presste ihre Hand mit dem Accessoire darin zu und holte gerade aus, als sie im letzten Augenblick innehielt und zur Besinnung kam.
Sie konnte es nicht wegwerfen.
Innerlich wusste sie schon längst, dass es viel zu spät dazu war.
Obwohl sie sich bisher nur ein einziges Mal in Jeanne verwandelt hatte, steckte in ihr bereits Jeannes Blut. Sie war Jeanne und Jeanne war sie. Auch wenn sie es wollte, konnte sie sich nicht dagegen wehren.
Sie öffnete ihre Hand wieder und betrachtete das Kreuz.
Dann blickte sie zur Seite, schluckte und zwang sich, eine Entscheidung zu treffen.
Sie wusste, dass sie sich gerade an einem Hang befand und kurz davor stand, in die Tiefe zu stürzen. In der Hoffnung, dass es soweit nicht kommen würde, traf sie diesen für sie äußerst schwierigen und lastreichen Entschluss und rief anschließend die magischen Worte "Im Namen des Teufels....."


Er war gerade dabei, seine Duschkabine zu verlassen, als es vollkommen für ihn unerwartet an der Tür klopfte. Zuerst leise, dass er dachte, sich bestimmt verhört zu haben, dann immer lauter.
Chiaki schnappte sich eilig ein Handtuch, trocknete sich damit ab und band es um seine Hüfte.
Er wurde etwas nervös und stutzig.
Da er mit allem rechnete und auf der Hut sein musste, schnappte er beim Vorbeigehen an seiner Bettablage sein Kreuz und begab sich wachsam zur Tür.
Es hielt es in einer Faust versteckt hinter seinem Rücken, als er öffnete und sprachlos den Mund aufriss.
Beim Anblick der Person, die plötzlich an seiner Tür auftauchte, stockte er und wurde bleich.
Er wollte etwas sagen, brachte aber kein einziges Wort heraus.
"Da staunst du, was?",kam es seitens der Person grinsend.
"Jea....Jeanne?"
Seine Pupillen weiteten sich.
Er schüttelte fassungslos den Kopf. Er verstand es nicht.
"Höchst in Person", antwortete sie ernst und grinste fies.
Er schluckte, wusste nicht, was er von ihr erwarten sollte. So wie er die Situation einschätzte, war ihr alles andere als nach freundlicher Unterhaltung mit ihm. Ihre Augen funkelten ihn an.
Anscheinend wollte sie ihn herausfordern.
Er schnappte nach Luft, merkte aber dass sich seine Kehle zuschnürte.
"Nein! Ich werde nicht gegen dich kämpfen, Marron. Greif mich meinetwegen an,wenn dir danach ist, lass deine Wut und deinen Frust raus, ich werde mich nicht wehren" Er öffnete seine Hand mit dem Kreuz und warf die Kette bewusst weg.
"Ich meine es ernst! Ich werde nicht gegen dich kämpfen!", wiederholte er bitterernst und stierte sie an.
Dann tat sie wieder etwas vollkommen Unerwartetes für ihn.
Sie lachte ihn an. Selbstbewusst und mit einem Hauch innerer Sicherheit, die er vorher nie an ihr gesehen hatte.
"Was ist?",fragte er sie irritiert.
Jeanne zog an ihrem Haarband und wurde wieder zu Marron.
Jetzt verstand Chiaki noch weniger als vorher.
Was war mit ihr los? Was sollte ihr eigenartiges Verhalten?
Allem Anschein nach war sie unberechenbar.
"Du Dummkopf! Ich hab nicht vor, mich mit dir anzulegen", sprach sie leise und ließ ihren Blick über seinen halbnackten Körper schweifen. Am Handtuch blieb er neugierig haften.
"Wieso bist du dann hier und weshalb kamst du als SIE ?", erkundigte er sich gewappnet.
Er traute ihr nicht. Nicht in diesem Zustand, in dem sie war.
Sie passierte an ihm vorbei, er begleitete sie.
Vor seinem Bett blieb sie stehen.
"Weil es so für mich einfacher und schneller gewesen war, hierherzukommen. Deswegen hab ich Jeanne gewählt", lächelte sie selbstsicher.
Er öffnete den Mund, wollte etwas sagen, kam aber nicht mehr dazu.
Sie machte einen Schritt auf ihn zu, berührte seine Lippen und küsste ihn.
Zuerst genoss er es, drückte sie dann aber ein Stück von sich weg.
"Marron, was soll das? Was zum Henker willst du?"
"Dich!", wisperte sie. "Ich will dich. Jetzt. Weißt du noch, als wir miteinander geschlafen haben, da hab ich es genossen. Ich will es wieder. Dieses Gefühl spüren. Ich will Sex. Mit dir. Jetzt!", flüsterte sie und blickte fordernd in seine blauen Augen.
Er schüttelte den Kopf. "Nein. Marron, du bist nicht du selbst. Ich kann das nicht!" Er biss sich auf die Unterlippe und schaute ebenfalls in ihr Gesicht.
Im selben Moment öffnete sie vor ihm den Reißverschluss ihrer Jacke, warf sie auf den Schlafplatz hinter sich, streifte ihr Shirt ab und entledigte sich ihrer Leggings.
Mit einem fordernden Gesichtsausdruck und nur in Unterwäsche bekleidet  stand sie vor ihm und musterte ihn.
Es war ihm unmöglich, den Blick von ihr abzuwenden. Er kämpfte mit sich selbst.
Ihre langen Haare, ihr Lächeln, der heiße Körper.... ihre verführerischen Augen.... Verdammt! Er war schließlich auch nur ein Mann mit Bedürfnissen. Er konnte ihr nicht wiederstehen.
"Du meinst es also wirklich ernst? Was erhoffst du dir davon?", flüsterte auch er jetzt in ihr Ohr und öffnete langsam den Verschluss ihres BH's.
Sie spürte, wie ihr Puls langsam anstieg.
Ihre Hände krallten sich in seinen Rücken. Genießerisch schloss sie ihre Augen.
"Ich erhoffe mir nichts davon. Ich hab dich einfach nur vermisst. Auch wenn du... wenn du nicht in mich verliebt bist, ich ... " Sie stöhnte auf, als er ihren Hals zu küssen begann.
"Ich will es trotzdem. Ich will deine Berührungen spüren, DICH in mir spüren", wisperte sie und streifte sein Handtuch ab.
Er hielt bewusst inne, schaute tief in ihre fordernden, lustvollen Augen und strich über zärtlich über ihren enthüllten Busen und wanderte bis nach unten zu ihrem Slip.
Sie half ihm nach, indem sie ihre Hand auf seine legte und ihn so drängte, das Wäschestück auszuziehen.
Er tat es und stupste sie anschließend sachte aufs Bett.
Dann beugte er sich zu ihren Lippen vor und flüsterte "Du hast Unrecht" zu ihr.
"Womit?", wunderte sie sich.
Doch er verkniff sich die Antwort.
Schon beim Anblick ihrer rehbraunen, glänzenden Augen wusste er es. Spürte es in seinem Inneren. Und lächelte. Glücklich.
"Womit?", wiederholte sie ihre Frage, als er immer noch nicht reagierte.
Doch statt etwas zu entgegnen, küsste er sie wild und drang mit seinem Finger in sie ein. Voller Unerwarten stöhnte sie laut auf und reckte sich unter ihm.
"Chiaki, ich..."
"Sch.... Entspann dich, Süße. Jetzt ist es zu spät für einen Rückzieher. Genieß es und lass dich fallen", hauchte er in ihr Ohr und nahm ihre Hände in seine und streckte sie über ihrem Kopf aus. Seine Finger verschloss er in ihren und leckte mit seiner Zunge über ihre Lippen.
Marron unterdrückte ein Stöhnen. Ihr wurde noch heißer als es schon war. Ihr Körper begann zu schwitzen.
"Unterdrück es nicht. Stöhne, das macht mich an", grinste er.
Sie schluckte und schloss ihre Augen.
Dann spreizte er mit seinen Schenkeln ihre Beine und drang sehr erregt in sie ein.
"Wow", hauchte sie voller Lust.
"Das ist so..."
"Geil, nicht wahr?",grinste er und stieß rhythmisch zu.
Dann hörte er kurz auf, zog sie hoch, legte sich unter sie. "Setz dich auf ihn", wisperte er.
Sie war etwas irritiert und zögerte.
"Na komm, tu es. Sowas nennt man reiten. Du wirst es lieben". Er grinste sie breit an.
Ihr Körper zitterte. Langsam tat sie, was er von ihr verlangte und stöhnte auf, als sie sein erregtes Glied in ihrer Vagina noch intensiver als zuvor spürte.
Er griff nach ihrem Busen und bewegte sich unter ihr. Zuerst langsam dann immer schneller.
Bis sie eine innere Explosion in sich spürte. Der Orgasmus ließ ihren ganzen Körper beben.
Sie konnte einen lauten Aufschrei nicht verhindern.
Keuchend und außer Atem ließ sie sich auf den Rücken neben ihm fallen.
"Bist du glücklich?", fragte er sie ebenfalls nach Luft ragend.
Sie nickte. "Ja, sehr"
Er küsste sie zärtlich auf den Mund und spielte mit einer ihrer Haarsträhnen.
"Sagst du mir jetzt, was du vorhin gemeint hast? Womit hatte ich Unrecht?", ließ die Brünette nicht locker.
Er setzte ein freches Grinsen auf. "Nö. Du wirst etwas warten müssen"
Ehe sie etwas einwenden konnte, vernahmen beide ein Vibrieren neben dem Bett.
Marron stutzte und blickte überrascht auf.
"Das war meins" Der Blauhaarige griff nach seinem Handy auf der Bettablage und laß die Nachricht.
Im nächsten Moment legte er das Gerät seufzend zur Seite.
"Was ist? Alles ok?", erkundigte sich die Braunhaarige.
Er zögerte, blickte nachdenklich aus dem Fenster neben dem Bett raus und schaute in Marrons neugierige Augen.
Dann seufzte er. "Es gibt ein neues Opfer. Eine junge Frau. Bist du bereit, mich zu begleiten, Jeanne?"
Die Angesprochene schloss kurz ihre Augen, um sie dann wieder um einiges entschlossener zu öffnen.
"Immer", antworte sie fest.
Chiaki lächelte zufrieden.
"Na dann auf zur Jagd, Jeanne", zwinkerte er ihr zu und streifte seine Jeans über.
Marron zog sich ebenfalls an und folgte ihm. In eine Welt, die ein komplettes Neuland für sie war.


Fortsetzung folgt ....
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