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Alleine auf der Welt

von MeLo-Me
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Helene Fischer OC (Own Character)
29.11.2017
02.02.2018
25
14.834
1
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19.12.2017 552
 
**Helene**

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag gemeinsam und es war wirklich witzig. So viel Spaß hatte ich seit langem nicht mehr gehabt und es fühlte sich schön an, mal wieder unter Leuten zu sein. Ich war so lange nicht mehr glücklich gewesen. Ich hatte immer nur geweint und versucht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nun konnte ich seit langem mal wieder abschalten. Dennoch verspürte ich den ganzen Nachmittag das Verlangen, Florian zu küssen oder ihn zu umarmen. Das war doch nicht richtig. Man konnte sich doch nicht in einen Mann verlieben, den man nicht kannte. Zudem liebte ich ja eigentlich Josef. Das redete ich mir zumindestens noch immer ein und hoffte, dass es der Wahrheit entsprach. Sicher war ich mir da nämlich nicht mehr.

Am Abend kamen wir wieder nach Hause. Draußen war es schon stockdunkel, da es Winter war. „Ich gehe kurz auf Klo, bin gleich wieder da", sagte Philine, nachdem ich die Tür aufgeschlossen hatte. Nun stand ich da, alleine, mit Florian.

„Okay. Ähm, es. Es war schön", gab ich zu. Ich wollte mich nicht in ihn verlieben, aber es ging einfach nicht. Ich wollte ihn so gerne küssen. Es war mir egal, ob es falsch war. Ich brauchte das. Wenigstens eine Umarmung.

„Ja, das war es", grinste er. „Hast du, hast du eigentlich eine Freundin?", fragte ich. Das kam mir plötzlich in den Sinn. Sofort bereute ich meine Frage wieder, denn das kam nun total aufdringlich rüber. „Nein", lachte er. Bei seiner Stimme lief mir eine angenehme Gänsehaut über den Körper. Und das merkte er sofort, denn ich hatte meine Ärmel hochgekrempelt. „Ist dir kalt?", fragte er besorgt und schaute meine Arme an. „Nein, ich, ähm", ich zog sofort die Ärmel meines Pullovers runter, auch, damit er die Schnitte nicht sah. Er war so einfühlsam und aufmerksam. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass er mich auch wirklich mochte. Das war wirklich unglaublich und machte mich glücklich. Er mochte mich. Ich fühlte das, wie er sich verhielt.

Und dann näherten wir uns langsam. Wir standen uns direkt gegenüber und ich konnte seinen Atem spüren. In wenigen Momenten würden wir uns küssen, wenn keiner von uns stoppte. Ich sah in seine wunderschönen Augen und er lächelte leicht. Ein Kuss mit ihm wäre das schönste, was ich mir momentan wünschen konnte, doch...

„Das, das ist keine gute Idee", sagte ich und sah verlegen zu Boden. Ich hatte den Moment zerstört und vielleicht für immer alles kaputt gemacht, doch es fühlte sich so unfassbar falsch an. Wahrscheinlich hielt er mich jetzt für dumm und würde mir aus dem Weg gehen, doch das war meine eigene Schuld.

„Du hast Recht", sagte er. „Tut mir leid, Helene", flüsterte er leise. Nun sah ich wieder auf. „Ich hab' einen Freund", sagte ich. „Ja. Ich weiß. Entschuldige", murmelte er verlegen. In dem Moment kam Philine zurück. Wir redeten nur noch kurz und dann verabschiedete er sich.

„Tschau Große", er umarmte Philine. „Bye Bruderherz", lächelte sie und drehte sich dann um und ging. „Bis nächstes mal?", fragte Flo hoffnungsvoll. Ich nickte. Wieder schauten wir uns einige Zeit nur still an. Schließlich umarmte er mich, ehe er dann ging. Ich hatte wohl doch nicht alles kaputt gemacht.
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