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Schwarzer Prinz

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Der Tod OC (Own Character)
27.11.2017
22.12.2021
3
2.414
6
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
28.04.2020 933
 
Hallo, meine Lieben :) Es tut mir wirklich leid, dass die Geschichte so lange pausieren musste. Diese Geschichte ist ursprünglich durch Schreibblockaden entstanden, d.h. immer wenn ich an meinen Hauptgeschichten nicht weiterkam, konnte ich meiner Fantasie im Rahmen dieser Geschichte freien Lauf lassen. Da ich in letzter Zeit aber gar nicht mehr am Schreiben war und die Uni mich sehr beanspruchte, wurde das ganze Forum hier ein wenig vernachlässigt. Umso mehr freue ich mich jetzt, ein neues Kapitel hochladen zu können. Gerade in der Corona Zeit, finde ich dieses Forum sehr trostspendend.
So, genug geredet :) Viel Spaß beim lesen, hinterlasst mir gerne ein Review!
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Eilig lief ich die Treppen der U-Bahn Station hoch. Es war ein typischer Montagmorgen und natürlich, typisch Deutschland, regnete es. Ich konnte nicht fassen, dass eine Woche so schlecht starten konnte. Erst konnte ich meinen Hintern nicht aus dem Bett schwingen, weil ich ein typischer Morgenmuffel und Langschläfer war, als Konsequenz musste ich zum Bahnhof rennen, da ich sonst den Zug verpasst hätte. Den Zug hatte ich zwar bekommen, doch meine U-Bahn, die mich an mein endgültiges Ziel bringen sollte, hatte natürlich Verspätung. Somit war die komplette Woche jetzt schon für mich gelaufen und natürlich musste es dann auch noch regnen. Hoffentlich hatten wenigstens die Kunden nicht so schlechte Laune wie ich selbst, sonst würde auch die Arbeit heute Horror werden.

Ich arbeitete in einem kleinen urigen Café mitten in der Innenstadt. Ich liebte den Geruch von frischem Kaffee, der mir immer entgegenkam, wenn ich das Café betrat und auch heute war mir die Wärme und der liebliche Duft meiner Arbeitsstelle mehr als nur willkommen. Völlig durchnässt öffnete ich die Ladentür. Das kleine Glöckchen klingelte als ich eintrat und automatisch fühlte ich mich besser.
„Na da bist du ja Elena. Bist du auch so motiviert wie ich?“, begrüßte mich Rebecca.
Ich verdrehte die Augen und grinste.
„Na klar, ich bin voller Lebensfreude“.
Rebecca lachte und stapelte die Tassen.
„Heute ist Montag, das heißt jeder ist schlecht gelaunt und erhofft sich einen mega geilen Latte Karamell mit extra fett Sahne obendrauf, um wenigsten den Gaumen zu erfreuen“, sagte ich und zog meine Schürze an.
„Sollen sie nur kommen, meinen Kreationen können sie nicht widerstehen und wenn einer meint er müsste mich anblaffen, dann wird sein Kaffee extra hässlich“.

Ich lachte und bereitete die Kaffeemaschine vor.
„Fünfzehn Minuten haben wir ja noch ehe wir öffnen“.
Sie seufzte und nickte.
„Ich muss kurz ins Lager und die Milch holen“.
„Alles klar“, meinte ich und platzierte die kleinen Törtchen, die wir servierten, auf einen Teller.

Rebecca ging nach hinten und ließ mich allein. Während ich alle Vorbereitungen traf, war ich völlig in meine Gedanken vertieft und summte leise vor mich hin. Nur langsam fiel mir auf, dass die warme und wollige Luft sich in einen kühlen Lufthauch verwandelte.

Ich fröstelte.

Hatte ich die Tür nicht richtig zugemacht?
Irritiert drehte ich mich um und schrie erschrocken auf. Vor mir am Tresen stand ein dunkel gekleideter Mann und er strahlte eine Kälte aus, wie ich sie noch nie zuvor verspürt hatte. Mir war völlig schleierhaft wie er unbemerkt ins Café kommen konnte, denn weder hatte das Glöckchen geklingelt, noch hatte ich Schritte gehört. Mir lief es eiskalt den Rücken runter.

„Verzeihung, aber wir haben noch geschlossen“, sagte ich mit zitternder Stimme.
Sein Blick traf meinen und ich japste erschrocken. Blaue Augen.
„Nun, du kannst mich sehen. Meine Frage hätte sich hiermit selbst beantwortet“, sprach er.  

Seine Stimme war so kalt und so schneidend, dass ich mich nicht traute zu antworten. Er bemerkte meine Schockstarre und kam einen Schritt auf mich zu, ich ging automatisch einen zurück.

„Und ich weiß, dass du eine Vermutung hast wer ich bin. Die Frage ist nur, was mache ich jetzt mit dir?“, fragte er und musterte mich.

Bevor ich auch nur realisieren konnte was geschah, kam Rebecca in den Raum gestürmt.

„Mein Gott, alles in Ordnung? Du hast geschrien“, sagte sie und schaute mich besorgt an.

Ich reagierte nicht, sondern wand meinen Blick wieder zurück auf den Tresen. Er war fort. Ich fühlte mich schrecklich erstarrt und stütze mich an der Kante der Theke ab.
„Oh mein Gott“, flüsterte ich und versuchte mich irgendwie zu beruhigen.
„Elena was ist los? War jemand hier? Du siehst aus, als wärst du dem Tod persönlich begegnet“, sagte sie und musterte mich besorgt.

Ich wusste, dass wenn ich nicht eine Erklärung für mein Verhalten hatte, sie mich nach Hause schicken würde und das wollte ich nicht. Dann wäre ich allein und vielleicht würde ich diesem Mann noch einmal begegnen. Diesem düsteren Engel. Mein Gott! Ich wurde verrückt.

Es gab keine Engel! Es gab keine schwarzen Prinzen und es gab weder einen Teufel, noch gab es den Tod! Das war alles nur Einbildung! Pure Einbildung. Ich hatte mich so meiner Trauer um meinen Großvater hingegeben, dass ich anfing mir Fantasie-Wesen vorzustellen.

Ich atmete tief durch. Es war nicht real, er war nicht real.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken. Ich habe nur eine Spinne gesehen und… und ganz ehrlich, wenn ich die sehe bekomme ich halbe Panikattacken“, stotterte ich, wissend das meine Ausrede mehr als nur lahm war. Rebecca musterte mich kritisch.
„Sicher das nichts war?“, bohrte sie nach.
Ich versuchte mich an einem Lächeln.
„Klar. Vermutlich hat die Spinne von meinem Gekreische nun auch eine Panikattacke bekommen“, sagte ich spaßeshalber.
Sie nickte langsam und lächelte dann.
„Ja, vielleicht“.

Es war sieben Uhr, wir öffneten. Den ganzen Tag über beschäftige mich nur der eine Satz: „Was mache ich jetzt mit dir?“ Ja, was machte er nur mit mir?
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