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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
11.08.2020 1.733
 
Regina war guter Laune. Dirk würde heute endlich wiederkommen. Sie wusste, wann sein Flug ging und Paul Dänning hatte angeboten, ihn vom Flughafen abzuholen. Emma würde bis morgen bei ihrer Oma bleiben, so dass Dirk heute Abend noch seine Ruhe hatte. Nach der langen Zeit in Kanada musste er ohnehin erst mal ankommen. Vom Jetlag ganz zu schweigen.Und Regina war ehrlich, dass sie sich auf einen Abend alleine mit ihrem Mann freute.Das flaue Gefühl in ihrer Magengegend ignorierte sie einfach.

Bisher war Paul Dänning noch nicht losgefahren, aber sie vermutete, dass der Flieger Verspätung hatte. Es war ja anzunehmen, dass Dänning vorher im Internet geschaut hatte, ob das Flugzeug pünktlich landete.

Heute war auch der letzte Tag von Hanno Hahnisch. Regina war noch immer verwundert, denn er hatte sich einfach aus dem Staub gemacht ohne auch nur ein Wort zu sagen. Aber sie wusste, dass lange Verabschiedungen waren noch nie seine Stärke gewesen. Dennoch war er ein gute Polizist, sie schätzte seine Arbeit und wusste, dass sie ihn jederzeit wieder abkommandieren lassen würde wenn es Not tat.

Ausnahmsweise hatte sie sich zu den Kollegen gesetzt, denn heute gab es nicht nur einen abgeschlossenen Fall zu feiern.

Sie saß auf ihrem Schreibtisch und schaute ihr Team nacheinander an.

“Ich möchte Ihnen allen zur erfolgreichen Zusammenarbeit gratulieren, auch wenn es nicht immer”;  sie machte eine bedeutungsvolle Pause und fuhr fort. “Reibungslos war, am Ende zählt das Ergebnis”
.
Sie schaute Hannes Krabbe an, der sie anstrahlte als wäre eine Glühbirne in seinem Kopf angeknipst worden.
.
Urplötzlich wurde sie unterbrochen. Das Ehepaar Dressler stand im Eingang, in den Händen einen großen Korb voll mit wunderbar frisch duftendem Gebäck.

“Wir wollten uns bedanken”, sagte Gitta Dressler und lächelte, während ihr Mann den Korb trug.

“Oooohhhh”, Hannes Krabbe war schnell und sehr interessiert aufgesprungen.

“Das sehen wir aber gerne”, sagte er und beäugte neugierig den Präsentkorb.

“Schlesische Mohnkringel” erklärte Manfred Dressler.

“Ich weiß nicht, ob wir das annehmen dürfen!”, wandte Daniel Schirmer vorsichtig ein.

“Wieso?”, fragte Krabbe trotzig. Fehlte nur noch dass Daniel ihm einen Strich durch die Rechnung machte und die Dresslers den Korb wieder mitnehmen würden. Es sah so lecker aus.

“Sie müssen”, sagte Manfred entschlossen.

“Geschenk unter 15€?” wandte sich Harry mit einem verschmitzten Grinsen an den Wachhabenden.

“Pro Person”, fügte Nina noch hinzu.

“Ach da bleiben wir locker drunter”, versicherte Krabbe und runzelte zunächst die Stirn. Dann grinste er.

Die Stimmung war deutlich ausgelassener als sonst. Die Dresslers waren eine nette Unterhaltung und erzählten Anekdoten aus dem Kneipenleben und die Anzahl der Mohnkringel nahm rapide ab. Aber wo steckte Dirk eigentlich? Regina war sich nicht sicher, aber der Flieger hätte doch schon längst gelandet sein müssen. Sie wusste, dass Paul Dänning ihn abholen wollte, aber er stand noch immer hier im Raum und unterhielt sich mit den anderen. Von einer Verspätung hatte er nichts gesagt.

Plötzlich klingelte das Telefon

Hannes Krabbe nahm ab und meldete sich mit vollem Mund “PK 14 Krabbe?”, schmatzte er schaute in die Runde.

“Dirk?”; fragte er dann.

Regina schaute Krabbe an und wartete darauf, dass er weiter redete.
Krabbe hob den Arm und versuchte, seine Kollegen zum Schweigen zu bringen, weil die Verbindung am anderen Ende der Leitung schlecht war.

“Seid ma´ ruhig, bitte”, forderte er sie auf, immer noch mit vollem Mund und verdeutlichte seine Worte mit dem linken Arm.

Schließlich schaltete er den Lautsprecher an und hielt den Hörer überflüssigerweise in die Luft.

“Sach ma´ Paul, was ist denn los?”, fragte Dirk in die Runde.

“Dirk?”, fragte Mads grinsend und schaute den Hörer an.

“Wie was ist los?”; fragte Harry.

“Wann kommst Du?”, fuhr sie neugierig fort.

“Ich steh hier in Fulsbüttel auf´m Flughafen und keiner is´hier!”, erklärte Dirk ungehalten.

“Is´kalt”, fügte er noch hinzu.

“Ich hab doch Paul ´ne SMS geschickt”, erklärte er dann.

“Ohhhh”, machte Paul plötzlich und rollte mit den Augen.

Hatte er völlig vergessen!

“Ich bin schon unterwegs, Dirk”, sagte er dann und suchte nach seiner Jacke.

“So, sieh zu, dass Du hierher kommst!”, befahl Dirk am anderen Ende der Leitung.

“Mit Blaulicht, is´kalt”, fuhr er fort während Paul nach seiner Jacke griff.

“Dem hab ich ´ne Menge zu erzählen”, sagte Paul während er den Wachraum verließ.

“Das kann der sicher kaum erwarten”; rief Regina hinter ihm her, denn sie kannte Dirks Einstellung zu seinem Kollegen; Paul war einfach immer am Sabbeln.

Sie schaute Paul hinterher, biss nochmal in den Mohnkringel und freute sich darüber, dass ihr Mann sehr bald wieder Zuhause sein würde.


Regina hatte sich in ihr Büro zurückgezogen, die Tür aber offen gelassen. Sie hatte den Kollegen zu verstehen gegeben, dass sie gegen ein munteres Beisammensein nichts hatte und ein Auge zudrückte. Jeder hatte in den vergangenen Wochen harte Arbeit geleistet und sie konnte verstehen, dass ihr Team noch auf Dirk warten wollte. Sie hatten ihn so lange nicht gesehen und entbehren müssen.

Sie schaute aus dem Fenster und sah, wie Paul Dänning den 14/2 parkte. Normalerweise wäre es undenkbar, den Peterwagen zu benutzen nur um Dirk vom Flughafen abzuholen aber auch hier hatte sie ein Auge zugedrückt. Was das Polizeipräsidium nicht wusste...und außerdem könne sie immer noch behaupten, es ginge um Ermittlungsarbeit. Und wenn Paul Dänning vergass, die kleine Reise ins Fahrtenbuch einzutragen...nun denn… Sie war zwar die Chefin aber sie konnte ja nicht auf alle aufpassen.

Kurz darauf rumpelte es im Foyer und sie stand auf, stellte sich wartend in den Türrahmen und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr komplettes Team drehte sich erwartungsvoll zum Eingang und alle begannen zu strahlen, als Dirk endlich eintrat.

“Mann Mann Mann, endlich wieder Zuhause”, polterte er los und schaute seine Kollegen grinsend an.

“Mensch Dirk, schön dass Du wieder da bist”, begrüsste Hannes ihn freudestrahlend und ging auf ihn zu. Dann überlegte er kurz, ob er ihm die Hand schütteln oder auf die Schulter klopfen sollte, überlegte es sich aber in der Bewegung anders und umarmte ihn herzlich.

Dirk runzelte die Stirn und schaute irritiert hinter Krabbes Rücken zu Regina. Diese zuckte die Achseln und schmunzelte.

Dirk machte sich langsam los und schaute Krabbe verwirrt an.

“Ja, Danke, Dicker”, sagte er schließlich und wandte sich auch seinen anderen Kollegen zu.

Er umarmte Harry herzlich. “Ich bin so froh, dass Du wieder da bist”;flüsterte seine griechische Kollegin ihm ins Ohr und er lachte.

“Bin auch froh”, sagte er.

Nachdem er alle begrüsst hatte, ging er zu Regina und schaute ihr kurz in die Augen. Sie erwiderte den Blick und bemerkte, dass ihre Knie weich wurden. Er konnte es immer noch.

Er grinste schief und lächelte.

“Ich bin froh, wieder Zuhause zu sein”; sagte er schließlich und zog sie einfach an sich. Regina überlegte kurz, ob sie vor ihren Kollegen Widerstand leisten sollte, denn schließlich war sie die Chefin, aber sie überlegte es sich anders. Man musste auch mal Ausnahmen machen.

Dirk küsste sie leidenschaftlich und sie erwiderte den Kuss sogar. Sie hatte die Augen geschlossen, aber hörte, wie die Kollegen im Hintergrund jubelten und sie anfeuerten. Sie überlegte, ob es ihr peinlich war, aber das war es tatsächlich nicht. Sie gehörte genauso zu diesem Team wie jeder andere, auch wenn sie die Chefin war. Und sie durfte jawohl auch ihren Mann entsprechend begrüssen, wenn der nach Monaten in der Ferne endlich wieder Zuhause war. Wofür rechtfertigte sie sich eigentlich?

Langsam ließ DIrk von ihr ab und sie schob sich nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie wusste, dass ihre Wangen glühten, aber auch das war ihr egal.

Dirk lächelte sie noch immer an.

“Auf ein paar Worte?”; fragte sie grinsend und deutete auf ihr Büro.

“Klar”; antwortete Dirk.

Sie hielt ihm ungeschickt die Tür auf und schloss anschließend die Jalousie, während er die Tür schloss und an ihrem Schreibtisch Platz nahm.

Er beobachtete sie interessiert und grinste. Warum war sie heute so fahrig und nervös? Da war doch was im Busch oder nicht?

“Sach´ma, is alles in Ordnung bei Dir?”, fragte er beiläufig, als sie sich an ihren Schreibtisch setzte und fast das Glas umgeworfen hätte.

“Ja, alles okay”, antwortete sie schnell.

“Und bei Dir, wie war Dein Flug?”; versuchte sie , ihn abzulenken.

“Gut”, antwortete Dirk einsilbig.

“Schön”, sie lächelte. Dirk kannte dieses Lächeln. Das setzte sie immer auf, wenn sie verlegen war.

Er beugte sich vor und griff nach ihrer Hand.

“Regina, was ist hier los?”, fragte er und schaute ihr tief in die Augen.

Regina schnappte nach Luft und ärgerte sich darüber, dass sie sich nicht besser zusammenreißen konnte. Sie konnte ihm inzwischen nichts mehr vormachen.

Sie dachte kurz nach. Jetzt oder später? Wenn sie es ihm jetzt sagte, würde der Abend sicher ganz anders verlaufen, als sie es sich ausgemalt hatte. Wenn sie es ihm später sagte, machte es wahrscheinlich sowieso keinen Unterschied mehr.

Sie holte tief Luft und sah ihm ins Gesicht.

“Ähmm…”, stammelte sie und suchte nach den richtigen Worten.

“Was ist los, Deern?”, frage Dirk dieses Mal sanfter. Irgendwas brachte sie übelst aus dem Gleichgewicht. So aufgelöst hatte er sie selten erlebt.

“Ich …” sie versuchte zu lächeln, aber es misslang.

Schließlich holte sie noch mal tief Luft.

“Ich bin wieder schwanger?”, es war mehr eine Frage als eine Aussage. Aber jetzt war es raus.

“Was?”, polterte Dirk.

Sie zuckte zusammen.

“Wie konnte das denn passieren?”, fragte er schließlich woraufhin sie die Augen rollte.

“Verhüten wir denn überhaupt nicht mehr?” fuhr er fort und dachte nach.

“Doch, aber “, sie zuckte entschuldigend mit den Schultern. “Der Jetlag in Kanada, und…”

“Regina, ich glaub, wir müssen ma´über Verhütung reden”, sagte er ernst, konnte sich aber das Grinsen doch nicht verkneifen.

Seltsamerweise ängstigte ihn die Vorstellung, nochmal Vater zu werden überhaupt nicht. “Meine Mutter hat immer gesagt, ob jetzt einer oder zwei, is doch egal”, sagte er leise.

Dann stand er auf und nahm seine Frau in den Arm. Er konnte es zwar nicht fassen, dass er noch mal Vater werden würde, aber vielleicht war das ein weiteres Abenteuer.

Er setzte sich auf ihren Platz hinter dem Schreibtisch und zog sie auf seinen Schoß.

“Watt mutt dat mutt”, sagte er und küsste sie.


[So, eigentlich ist das hier das letzte Kapitel in der Story. Ich habe mal nachgeschaut. 2.5 Jahre, 42 Kapitel und mehr als 90 000 Wörter. Wow. Danke an alle treuen Leser, die mich auf diesem Weg begleitet haben und mit den beiden mitgefiebert haben. Es wird wahrscheinlich noch einen kleinen Epilog geben ,aber da arbeite ich noch dran :) ]
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