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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
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Dieses Kapitel
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13.03.2020 1.057
 
Draußen begann es zu dämmern und das Licht tauchte den Raum in ein angenehmes grau. Die Nacht war vorüber. Regina streckte sich und gähnte. Sie betrachtete ihren schlafenden Mann liebevoll und strich ihm zärtlich eine Haarsträhne hinter das Ohr. Sie waren schon eine Weile wach und hatten vorhin noch einmal miteinander geschlafen. Die Sehnsucht war einfach zu groß gewesen und die Entfernung über verschiedene Kontinente ebenfalls. Dirk war danach wieder weggedöst und sie hatte mit Muddel telefoniert, obwohl es jetzt in Deutschland mitten in der Nacht war und sich versichern lassen, dass mit Emma alles in Ordnung war.

Eigentlich hätte sie sich gewünscht, dass dieser Moment nicht vorbeigehen würde, aber sie konnte die Zeit nicht aufhalten. Sie hoffte nur, dass er bald wieder nach Hause kommen würde.

Regina duschte und zog sich an. Jeans, ein graues Shirt und eine blaue Strickjacke, genau das richtige für einen Tagesausflug. Ihr Flug ging heute Abend sehr spät und sie würde ihn mit Sicherheit verschlafen. Warum mussten schöne Tage nur so schnell vorüber gehen? Wenn sie ehrlich war, wäre sie am liebsten hier geblieben. Mit ihm. Aber das ging nun mal nicht. Emma brauchte sie und das PK14 brauchte sie mit Sicherheit auch. Ein Wunder, dass Hannes Krabbe noch nicht Alarm geschlagen hatte!

Wenig später saßen sie beide beim Frühstück. Elli trug die Kaffeekanne und schenkte ihnen ein.  Die Wirtin summte vergnügt vor sich hin und schmunzelte.Nachdem sie sich schließlich zu beiden an den Tisch gesetzt hatte, guckte sie von einem zum anderen. Beide hatten ein Grinsen im Gesicht und Dirk strahlte regelrecht. Elli wusste warum, sie war weder blöd noch taub, aber natürlich würde sie ihre Gäste nicht darauf ansprechen. Stattdessen gähnte sie betont laut.

“Ich hab geschlafen wie ein Stein heute Nacht”, versicherte sie den beiden, um Regina jegliche Unbehaglichkeit zu nehmen. “Muss wohl das Wetter sein”; murmelte sie.

“Jo, kann sein”, gab Dirk knapp zurück.

Regina nippte an ihrem Kaffee und sagte nichts. Elli wurde ihr immer sympathischer.

“Und Deine Mutter passt jetzt auf die Lütte auf?”, fragte Elli neugierig um das Thema zu wechseln.

Regina nickte.

“Das is´ja nett”, sagte Elli.


“Kricht Deine Mutter das denn noch hin in ihrem Alter?”, fragte sie weiter.

Dirk lachte auf.

“Regina´s Mutter kriegt alles hin”; sagte er dann und Regina nickte.

“Meine Mutter ist noch recht agil”, erklärte Regina und überlegte, ob das Wort ihrer Mutter gerecht wurde.

Elli zog neugierig die Augen hoch. Über Reginas Mutter hatte sie noch nicht viel gehört, aber es schien interessant zu werden.

“Ach ja?”, fragte sie als Dirk immer noch grinste.

“Reginas Mutter hat mal einen Stalker engagiert, weil sie uns verkuppeln wollte”, berichtete er schließlich und Elli verschluckte sich an ihrem Kaffee.

“In Echt jetzt, Dirk?”, fragte sie hustend.

“Damit macht man doch keine Scherze”, fuhr sie fort.

Regina nickte ein bisschen verlegen “Meine Mutter schon”, fuhr sie fort und erklärte: “Meine Mutter hat einen Schauspieler engagiert, damit der so tat als wäre er ihr Stalker. Im Grunde wollte sie Dirk auf den Zahn fühlen und uns miteinander verkuppeln”.

“Is´ nich´Dein Ernst, Deern”, Elli staunte nicht schlecht

“Doch, isses”, antwortete Dirk trocken.

“Oh Mann, Du has´ja ´ne Mutter!”, Elli lachte und goß Kaffee nach.

Für einen Moment wirkte sie nachdenklich.

“Ich hatte ja auch ma ´n Stalker”, sagte sie, während sie ihren Kaffee umrührte.

“Dirk, weißt Du das überhaupt noch?”, fragte sie und schaute ihn an.

“Ja logisch”, Dirk grinste.

“Der hat mitten in der Nacht bei mir angerufen und mir Gedichte vorgelesen, stell Dir das ma´vor, Deern!”, wandte sie sich an Regina.

Diese sah sie fragend an und zog eine Augenbraue hoch.

“Du bist eine schöne Frau, das weiß ich genau”, zitierte Elli aufgeregt.

“Das werd´ich nie vergessenr” fuhr sie fort.
“Ich kriech´ja jetzt schon wieder Gänsehaut!”, sagte sie und deutete auf ihren Arm.

Dirk musste sich das Lachen verkneifen und drängte Regina plötzlich zum Aufbruch.

“So nu´komm man los, wir ha´m heute noch viel vor”, sagte er und räumte das Geschirr zusammen.

Sie folgte ihm in die Küche, während Elli noch am Tisch sitzen blieb.

“Warum hast Du es denn auf einmal so eilig?”, fragte sie irritiert.

“Pssst” , Dirk bedeutete ihr leiser zu sprechen.

“Weil ich sonst lachen muss”, antwortete er im Flüsterton.

Sie schaute ihn fragend an.

“Das war damals kein Stalker, das waren Lothar und Dietmar aus Mitleid”, verkündete er dann.


“Bitte was?”, fragte Regina nach.

“Krüger und Steiner?” wollte sie wissen.

Dirk nickte.


“Naja, das gab so´n Stalker in der Nachbarschaft”, fuhr Dirk leise fort. “Aber der hat bei allen angerufen, nur bei Elli nicht”, sagte er dann. “Und Lothar und Dietmar hatten dann Mitleid mit ihr...”, beendete er seine Geschichte.

“Unglaublich”, Regina wusste nicht was sie sagen sollte.

“Aber sach´ihr das jetzt nich`!”, forderte Dirk sie auf.

“Nein, um Himmels Willen!”, entfuhr es Regina.

“Und jetzt los”, Dirk legte ihr die Hand in den Rücken und schob sie sanft aus der Küche.

Sie verabschiedeten sich von Elli. Regina bedankte sich nochmal für die Gastfreundschaft und schließlich saßen sie im Auto und fuhren Richtung Niagarafälle.


Der Tag war viel zu schnell vergangen. Sie hatten den Alltag hinter sich gelassen und die Zeit miteinander genossen. Regina hatte Souvenirs für ihre Mutter gekauft und für Emma einen kleinen Teddybären mit einer Mountie-Uniform. Dirk hatte ein bisschen skeptisch geguckt, weil er sich an den Zwischenfall am Abend zuvor erinnerte, aber die Sache dann doch mit Humor genommen.

“Auf den bin ich jetzt auch eifersüchtig”, sagte er leise am Flughafen und schaute ihr in die Augen.

“Warum?”, fragte sie und schaute den Bären, der zu groß für die Tasche war, an.

“Weil er mit Dir nach Hause fliegen darf”, antwortete Dirk und seufzte.

Sie zuckte mit den Achseln und schaute ihn an.

Ihr Flieger wurde aufgerufen, sie musste gehen.

“Ich liebe Dich”, sagte Dirk und zog sie an sich.

Er küsste sie zum Abschied und es zog ihr den Boden unter den Füßen weg.

Sie umarmte ihn und ließ ihre Hände durch seine Haare wandern, sog seinen Duft noch ein letztes Mal ein, bis sie sich von ihm löste.

“Ich muss los”, sagte sie und er nickte.

“Regina, ich komm so schnell ich kann”, sagte er.

Sie nickte.

“Und drück die Lütte ganz doll von mir”, rief er ihre nach.

Regina drehte sich noch mal kurz um und winkte. Dann verschwand sie auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle.
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