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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.01.2019 1.517
 
Regina war positiv überrascht. Harry hatte ihr zwar erzählt, dass Elli eine kleine Kneipe in Toronto hatte, aber in Wirklichkeit war es ein kleiner Pub mit Bed & Breakfast. Regina erklärte sich Harrys Understatement einfach damit, dass sie nie selbst hier gewesen war.
Von außen war das Gebäude eher unscheinbar, aber von innen erfüllte die kleine Pension nahezu jedes Klischee, das man im Ausland von Deutschland bzw. Norddeutschland  haben musste, aber es war dennoch gemütlich und bis zu einem gewissen Grad geschmackvoll eingerichtet. Statt Kuckucksuhr gab es Buddelschiffe und an den Wänden hingen Souvenirs aus Deutschland, allerdings überwiegend maritime. Leuchttürme, blau-weiße Straßenschilder mit den Namen bekannter Hamburger Straßen, Modellschiffe, Anker,... Es sah aus als hätte jemand die Souvenirshops an den Landungsbrücken geplündert. Trotzdem wirkte alles irgendwie einladend und heimelig.

Dirk schloss die Tür auf und führte sie schnellen Schrittes durch das Gebäude. Sie gingen an mehreren Türen vorbei, schließlich hielt er an und schloss die letzte Tür auf. Er hielt sie ihr auf und sie ging an ihm vorbei in den Raum. Er trat hinter ihr hinein und schloss die Tür. Er stellte ihren Koffer ab und gab ihr einen Augenblick Zeit, sich in dem Zimmer umzuschauen.
Regina fühlte sich an einen Urlaub auf Sylt erinnert. Das Zimmer war in blau-weißen Farben gehalten, weißes Holz dominierte bei den Möbeln. Die Wände waren blau gestrichen. In der Ecke stand ein kleiner Schreibtisch und daneben eine gemütlich aussehender Sessel mit einer bunten Decke. Gegenüber ein kleiner Fernseher. An der anderen Wand dominierte das große Bett. Die Bettwäsche war ebenso hellblau. Es sah gemütlich aus. Regina widerstand der Versuchung, sich einfach einen Augenblick auf das Bett zu legen und die Augen zu schließen. Trotz allem Reisekomfort war sie müde. Sie gähnte verhalten und schaute Dirk an.

“Vielleicht möchtest Du Dich noch ein bisschen frisch machen?”, frage er und deutete auf das Badezimmer.

“Das ist eine gute Idee”, sie war fast etwas verlegen. Alles fühlte sich plötzlich so fremd an.

Sie öffnete ihren Koffer, nahm die Kulturtasche und Kleidung heraus und schaute ihn fragend an.

“Kannst in Ruhe duschen, wir ham Zeit”, erklärte Dirk und schaute auf die Uhr.

Wenig später kam sie frisch geduscht und in ihren Morgenmantel aus dem Badezimmer. Das warme Wasser hatte sie munter gemacht.

Dirk hatte sich in den Sessel gesetzt und zappte sich desinteressiert durch das Fernsehprogramm. Elli hatte deutsches Fernsehen über Satellit, das verstand er wenigstens. Mit Englisch hatte er es ja nun nicht so.

Die Badezimmertür öffnete sich und seine Frau kam in den Raum. Die Haare lagen offen und noch feucht über ihren Schultern, den Bademantel hatte sie locker zugebunden. Sie lächelte ihn fast verlegen an. Er erwiderte das Lächeln.

Es war irgendwas unsichtbares zwischen ihnen. Zuhause lebten sie zusammen, aber hier waren sie sich irgendwie fremd. Dirk musterte sie und schluckte. Der Bademantel versteckte wirklich nicht viel.

“Du siehst toll aus”, sagte er leise und räusperte sich.

Sie kicherte auf. “Dirk, ich trage meinen Bademantel”, sagte sie grinsend.

“Ja, und?”, fragte er und grinste schief.

Sie zuckte mit den Achseln und ging zu ihm. Er zog sie auf seinen Schoß und legte seinen Arm um sie.

“Ich bin froh, dass Du da bist”, flüsterte er leise in ihr Ohr und zog sie dichter an sich heran.

Es tat gut, sie so nah zu fühlen. Was war er nur für ein Idiot gewesen, einfach so zu gehen.Sicher war Elli eine gute Freundin, aber Regina war seine Frau. Seine Familie. Sein Leben.

Sie schloss einfach die Augen und kuschelte sich an ihn, gähnte dann abermals.

“Machst Dich noch ´n Moment hinlegen, bevor wir los müssen?”, fragte er. Sie nickte dankbar, stand auf und ging zum Bett. Sie kuschelte sich in die Laken und war wenig später eingeschlafen.

Dirk schaute ihr einen Augenblick beim Schlafen zu und entschloss sich schließlich, die Gunst der Stunde zu nutzen und auch ein Nickerchen zu machen. Es würde ein langer Abend werden und er wusste noch nicht, wie sich die Dinge entwickeln würden, wenn Regina und Elli das erste Mal aufeinander trafen.

Regina atmete tief durch, als sie die Kneipe betrat. Sie hatte sich umgezogen und trug jetzt eine legere Stoffhose, ein blaues Shirt und eine blaue Strickjacke. Die Haare hatte sie wieder zu einem schlichten Pferdeschwanz zusammengebunden. Wenigstens hatte sie ausgeschlafen, auch wenn sie es bedauert hatte, überhaupt aufstehen zu müssen. Sie wäre viel lieber im Bett geblieben und hätte sich weiterhin an ihren Mann gekuschelt. Sie war so müde gewesen, dass sie nicht mal mitbekommen hatte, als er zu ihr ins Bett gekommen war, aber es war ein schönes Gefühl neben ihm aufzuwachen.

Dirk hatte ihr eine Hand in den Rücken gelegt und schob sie sanft in den Raum. Sie versteifte sich augenblicklich uns hielt instinktiv die Luft an.

Sie ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. Ähnlich wie auch auf Dirks Zimmer wirkte hier alles wie eine urige Seemannskneipe. Sie dachte an den Schellfischposten in Hamburg, in den sie sich auch schon einmal verirrt hatte  und musste grinsen. Elli hatte es wirklich geschafft,  ein bisschen Hamburg nach Kanada zu bringen.

Überall an den Wänden hingen alte vergilbte Fotografien von Schiffen, Seemännern und maritimen Motiven, es standen Buddelschiffe und Leuchttürme herum, auf einem Regal stand ein altes Schifferklavier. Sie seufzte. Es war gemütlich und sie war sich sicher, dass Dirk sich hier richtig wohl fühlte.

Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss und Dirk legte den Arm um sie und zog sie an sich.

“Wenn du keine Lust mehr hast, kannst du dich auch wieder hinlegen. Wenn du Schetläg hast”, flüsterte er ihr zu. Sie lächelte. Wie hatte sie ihn vermisst.

Hinter dem Tresen öffnete sich eine Tür und plötzlich stand eine kleine untersetzte Frau vor ihnen. Blonde Haare bis zur Schulter und ein fröhliches Lächeln im Gesicht.

Das war Elli? Regina wirkte überrascht.

Irgendwie hatte sie sich in ihrer Fantasie einen völlig anderen Menschen ausgemalt, trotz langer Erklärungen von Harry.

“Moin Elli”,  begrüßte Dirk sie.

“Moin Dirk”, entgegnete Elli, ignorierte ihn aber weitestgehend und strahlte stattdessen Regina an.

Sie ging um die Theke herum bis sie schließlich vor ihr stand. Sie war noch kleiner als Regina es zunächst vermutet hatte und lächelte Regina entwaffnend an, musterte sie von oben bis unten und grinste. Dann streckte sie ihr die linke Hand entgegen. Erst jetzt bemerkte Regina, den Gipsverband an ihrem rechten Arm, der zudem in einer Schlinge steckte.

“Und du musst Regina sein! “, stellte sie fest. Ihren norddeutschen Akzent hatte sie bisher auch nicht abgelegt.

Regina nickte, ergriff ihr Hand und schüttelte sie nickend.

“Ich bin Elli Meier”, stellte sich ihr gegenüber jetzt vor. “Aber kannst ruhig Elli  zu mir sagen”, fuhr sie grinsend fort.

Regina fiel ein Stein vom Herzen.

Sie wusste nicht recht, wen oder was sie eigentlich erwartet hatte, aber jetzt war sie erleichtert.

“Och Mensch, Deern”, begann Elli und zog sie einem Impuls folgend einfach an sich.

“Komm mal her”, fuhr sie fort, während sie Regina herzlich umarmte.

"Ich freu mich ja so für Euch", sagte sie. "Wer hätte gedacht, dass Dirk auch noch mal n Mädchen findet!"

Schließlich ließ sie von ihr ab und schielte zu Dirk.

“Er hat mir kein Sterbenswörtchen gesagt!”, begann sie und schüttelte den Kopf.

“Wenn ich gewusst hätte, dass er inzwischen ´ne Familie hat, hätte ich ihn doch nie gefragt, ob er hierher kommt. Das würd ich nie machen, das musst Du mir glauben”, forderte sie Regina auf.

“Och Elli!”, unterbrach sie Dirk und versuchte, sich zu verteidigen aber Elli winkte einfach ab und brachte ihn zum Schweigen.

Regina musste grinsen. Die beiden hatten wirklich eine tolle Dynamik. Es kam nicht oft vor, dass Dirk sich von jemandem etwas sagen ließ.

Elli nahm Reginas Hand und zog sie resolut zum Tresen, drückte sie förmlich auf einen Stuhl.

“So, Deern, dann setz Dich mal”, befahl sie. “Wi´ss was essen? Du hast sicher Hunger nach dem Flug”, sagte sie und wartete gar nicht erst Reginas Antwort ab.

Sie ging hinter den Tresen und sprach dabei weiter.

“Heute müssen wir aufmachen, weil ich ne große Gesellschaft hab”, sie lachte. “Eure Kollegen. Mounties von der kanadischen Polizei”, erklärte sie.

“Aber morgen lassen wir zu, da könnt Ihr Euch einen schönen Tag machen, nach Toronto rein oder zu den Niagarafällen oder was ihr wollte”, sie winkte grinsend ab.

“Aber schön, dass Du da bist; Mädchen”, wiederholte sie. “Ich hoffe, Du hast noch´n paar Bilder von der Lütten dabei, ich sterbe vor Neugier”, sie grinste verschmitzt und öffnete die Tür hinter der Theke.

“Und jetzt guck ich mal was mein Küchenjung´ Dir zaubern kann”, mit diesen Worten verließ sie den Raum und schloss die Tür hinter sich.

Regina sah ihr lächelnd nach. Was für ein Persönchen! Sie grinste.

Plötzlich stand Dirk neben ihr, der sich während der Unterhaltung mit Elli im Hintergrund gehalten hatte. Er legte seinen Arm um sie und lachte.

“Ich schätze, sie mag Dich”, stellte er trocken fest.

Regina atmete erleichtert aus.

[Anmerkung: Es ist schon spät, ich entschuldige mich für Rechtschreibfehler (ich lese morgen noch mal Korrektur) und dafür, dass es im Moment nicht so schnell mit dem Schreiben geht...]
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