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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
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Dieses Kapitel
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15.10.2018 1.182
 
Regina schnaubte frustriert und betrachtete das Chaos auf ihrem Schreibtisch. Heute wäre ein guter Tag um früher Feierabend zu machen. Aber dann dachte sie daran, dass ihr im Moment abends Zuhause irgendwie auch die Decke auf den Kopf fiel. Dirk hatte sich vor einer Stunde telefonisch gemeldet und zerknirscht seinen Aufenthalt in Kanada verlängert. Ellis Bruch war noch nicht richtig verheilt und er würde noch mindestens eine Woche verlängern.

Sie seufzte und stand auf, öffnete die Tür zum Wachraum und wandte sich an den Wachhabenden.
Sie hatte jetzt keine Lust, es ihren Leuten selbst mitzuteilen. Und Hannes Krabbe würde es sicher gerne für sie tun.

„Herr Krabbe?“, fragte sie und wartete, dass er aufblickte.

„Ja, Frau Küppers?“, fragte er motiviert.

„Kommen Sie mal einen Augenblick, bitte?“, fragte sie und beobachtete, wie er fast augenblicklich aufsprang.

„Ja, natürlich, Moment“, kommentierte er und ging zu ihrem Büro.

Sie hatte bereits wieder hinter ihrem Schreibtisch Platz genommen und bedeutete ihm, die Tür hinter sich zu schließen und sich einen Stuhl zu nehmen.
Als er vor ihr saß, sah er sie neugierig an.

„Was gibt’s, Frau Küppers?“, fragte er interessiert und verschränkte die Hände ineinander.

Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.

„Herr Krabbe, ich habe gerade mit meinem Mann telefoniert...“,begann sie langsam.

„Wie geht’s Dirk?“, fragte Krabbe augenblicklich und gab ihr keine Gelegenheit, ihren Satz zu Ende zu sprechen.

„Und wie geht es Elli?“, fragte er dann, ohne auf eine Antwort zu warten.

„Ist schon besser?“, fuhr er fort.

Regina holte tief Luft.

„Wenn Sie mich vielleicht auch mal zu Wort kommen lassen würden, könnte ich Isie auch auf den neusten Stand bringen“, sagte sie schließlich.

„Oh ja, natürlich. Entschuldigung“, sagte er pikiert.

Sie holte noch mal Luft.

„Mein Mann wird mindestens noch eine Woche in Kanada bleiben. Der Bruch scheint komplizierter zu sein als man zunächst angenommen hat“, antwortete sie.

„Oh scheiße“, entfuhr es Krabbe.

Das kann er laut sagen, ging es Regina durch den Kopf.

Sie kniff die Augen zusammen und sah ihn an.

„Entschuldigung, ich mein´natürlich das ist ja blöd“, korrigierte sich Hannes.

„Ja...“, mehr sagte sie nicht.

„Herr Krabbe, wenn Sie möchten, können Sie es den Kollegen gerne mitteilen“; ermunterte sie ihn.

Ein Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit. Das war ja nett, er durfte es den Kollegen sagen.

„Nur zu, Sie sind der Wachhabende!“, sie lächelte ihn kurz an.
„Werd´ ich machen, Frau Küppers“, er stand auf. „Und danke für die Info“, fügte er hinzu.
„Da nicht für“, murmelte sie und widmete sich wieder ihren Unterlagen.

Als sie wenig später in die Küche ging um sich einen Kaffee zu holen, hörte sie, wie Hannes gerade seine Kollegen informierte.

„Elli geht’s noch nicht so gut“, begann er.

„Und da hat Dirk gesagt, er bleibt noch zwei Wochen in Kanada“, teilter er seinen Kollegen mit.

Regina schüttelte mit dem Kopf. Sie hatte zwar gesagt, dass es ein oder zwei Wochen werden würden, aber so war Krabbe eben. Immer am Übertreiben.



Abends holte sie Emma bei ihrer Mutter ab und war sichtlich genervt.

„Was ist denn mit Dir los?“, fragte ihre Mutter sie besorgt.

„Du siehst müde aus, Rübchen“, kommentierte sie und ihre Tochter schaute sie an.

„Ich bin müde, Muddel“, antwortete sie ehrlich.

„Und Du guckst traurig!“, stellte Renate fest.

„Och Muddel“, Regina schüttelte den Kopf.

„Ich guck doch nicht traurig“, sagte sie empört.

„Ist was mit Dirk?“, fragte ihre Mutter schließlich und traf den Nagel auf den Kopf.

Regina zuckte vage mit den Schultern und schaute zu ihrer Tochter, die auf dem Teppich saß und in einem Bilderbuch blätterte. Die gleichen dunklen Haare und die gleichen braunen Augen wie Dirk. Das machte es in diesem Moment auch nicht leichter. Sie wusste nicht mal, warum es ihr so nah ging. Normalerweise war sie doch auch nicht so.

„Er bleibt noch in Kanada. Mindestens noch eine Woche“, berichtete sie ihrer Mutter tonlos und ließ sich auf die Wohnzimmercouch fallen.

„Oh“, kommentierte Renate die Worte ihrer Tochter und nahm ihr gegenüber Platz.

„Und?“, fragte sie schließlich erwartungsvoll.

„Nichts und!“, antwortete Regina giftig.

„Jetzt sprich doch mit mir, Kind!“, kam es von ihrer Mutter.

„Er kommt doch wieder“, fügte sie hinzu.

„Das ist es nicht, Muddel“, Regina rollte mit den Augen.

„Er ist jetzt die zweite Woche in Kanada und ich habe das Gefühl, mir schwimmen alle Felle davon“, gab sie ehrlich zu.

Ihre Mutter hörte aufmerksam zu, sagte aber zunächst nichts. Erst als sie sicher war, dass Regina geendet hatte, fragte sie weiter nach.

„Beruflich oder privat?“

„Beides“, schnaubte Regina.

„Auf der Arbeit bleiben alle seine Fälle liegen und ich krieg schon Ärger mit dem Präsidium“, gab sie ehrlich zu.

„Und Privat?“, fragte ihre Mutter sanft. Sie war sich sicher, dass Rübchen den beruflichen Teil in jedem Fall meisterte.

Nur wie es um das Gefühlsleben ihrer Tochter aussah, da war sie sich nicht so sicher.

„Ach ich weiß nicht“ ,murmelte Regina leise und blickte nach unten, spielte mit dem Saum ihres Blazers.

„Ich vermisse ihn“, gab sie kleinlaut zu.

Renate tätschelte ihr Knie.

„Und das ist doch auch völlig in Ordnung, Rübchen. Er ist Dein Mann“; gab sie zurück.

Regina nickte.

„Mensch Muddel, hast Du Papa auch so vermisst, wenn er auf Reisen war?“, fragte sie schließlich.

„Ja natürlich“, Renate nickte.

„Aber es ging eben manchmal nicht anders“, sagte sie und schaute verträumt aus dem Fenster.

„Das weiß ich, Muddel“, murmelte ihre Tochter.

„Und mit Dirk geht es eben  manchmal auch nicht anders. Du hast Dir nun mal einen Mann ausgesucht, der einen ausgesprochenen Dickkopf hat und seine Sache durchzieht“, stellte sie anschließend fest.

„Das weiß ich doch auch, Muddel“, bestätigte Regina entnervt.
Das war ja schließlich nichts neues.

Renate schaute nachdenklich durch den Raum und grinste schließlich triumphierend, als hätte sie eine tolle Idee.

„Warum fährst Du nicht zu ihm?“, fragte sie und schaute ihre Tochter an.

„Wie meinst Du das?“, fragte Regina .

„Er ist in Kanada. Weit weg“, erklärte sie ihrer Mutter, als wäre diese geistesgestört.

„Ja, und?“, entgegnete Renate und lehnte sich mit einem triumphierenden Grinsen in ihrem Sessel zurück.

„Mensch Muddel, das sind acht Stunden Flug“, entgegnete Regina und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ja, und?“, wiederholte ihre Mutter.

„Muddel, wie stellst Du Dir das vor? Mit Emma?“

Renate schaute liebevoll zu Emma und dann wieder zu ihrer Tochter.

„Flieg ein langes Wochenende. Am Donnerstag hin und am Sonntag zurück. Ich passe solange auf Emma auf“, sagte sie lächelnd.

„Muddel, das kann ich nicht machen“; antwortete Regina resolut.

Ihre Mutter kam vielleicht auf Ideen!

„Und warum nicht?“

„Weil...“, sie suchte nach einer geeigneten Antwort, aber es wollte ihr einfach keine einfallen.

„Siehst Du“, ihre Mutter grinste.

„Emma und ich werden uns ein schönes Wochenende machen, da brauchst Du Dir keine Sorgen machen“, bestätigte sie lächelnd.

„Fahr zu Dirk!“, forderte sie ihre Tochter auf.

„Ich bin mir sicher, er freut sich, wenn Du ihn besuchst!“

[Eigentlich wollte ich schon viel früher mit dem Kanada-Kapitel anfangen, allerdings komme ich bei 25 Grad nicht so wirklich in Herbststimmung und heißer Tee mit Ahornsirup passt bei den Temperaturen auch nicht wirklich, aber ich bin dran... ]
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