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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
23.08.2018 1.091
 
Die Chefin betrat den Wachraum und ließ sich selbst durch die Thekenklappe. Sie strahlte schlechte Laune aus. Sehr schlechte Laune.
Niemand wünschte guten Morgen oder ähnliches. Alle schauten mehr oder weniger betreten irgendwohin, als würden sie ahnen, dass etwas im Busch war.

Daniel Schirmer fiel schließlich mit der Tür ins Haus.

„Was ist mit Dirk?“, fragte er neugierig und schaute sie an.

Sie ging einfach weiter zu ihrem Büro und ignorierte ihn weitestgehends.

„Würd ich auch gern wissen“ sagte Paul Dänning und schaute ihr hinterher.

„Das erfahren Sie gleich“, antwortete sie seufzend, machte kehrt als sie den Schrank erreichte und drehte sich zu ihren Mitarbeitern um, die ihr keine Verschnaufpause ließen.

Sie hatte erst Dirk zum Flughafen gefahren, dann Emma im Kindergarten abgeliefert und danach war sie direkt hierher gefahren. Keinen Moment zum Verschnaufen und Durchatmen.

Sie schaute ihre Mitarbeiter an. „Ich wünsche Ihnen auch einen guten Morgen“, sagte sie genervt.

„Guten Morgen“, kam es einstimmig zurück.

Sie kam sich vor wie in der Schule.

Hannes Krabbe schaute fragend von seinem Schreibtisch zu ihr auf.

„Dirk ist dohc nicht etwa krank, oder?“, fragte er vorsichtig.

Regina seufzte und machte einen Schritt auf ihre Mitarbeiter zu.

„Meinem Mann geht es Bestens...“, begann Sie und fuhr fort.

„Im Gegensatz zu einer Freundin...“, referierte sie, schaute kurz aus dem Fenster um ihre Fassung wieder zu erlangen und dann zu Harry.

„...die nach Kanada ausgewandert ist und dort ein Lokal betreibt“, schloss sie schließlich und rollte mit den Augen.

Sie erinnerte sich wieder an die hitzige Diskussion, die sie nachts mit ihrem Mann geführt hatte und fragte sich noch immer, ob sie überreagierte oder nicht.

„Ach Elli!“, schlussfolgerte Harry grinsend und schaute lächelnd ihre Kollegen an.

„Die kennt Ihr nicht!“, stellte sie fest.

„Das ist die Wirtin unserer ehemaligen Stammkneipe“, berichtete sie und drehte sich wieder zur Chefin um.
„Wasn´passiert?“ fragte sie besorgt und schaute ihre Chefin neugierig an.

„Sie hat sich bei Bauarbeiten einen komplizierten Bruch zugezogen“, antwortete Regina einsilbig.

„Ach Du scheiße...“, entfuhr es Harry leise.

Bevor sie weitersprechen wollte, meldete sich ihr Kollege zu Wort.

„Ja gut, da muss er dann natürlich hinfahren“, schlussfolgerte Krabbe und machte eine entschuldigende Geste mit den Händen.

Nina schaute skeptisch von Krabbe zu ihrer Chefin und zurück.

„Ja wie, von jetzt auf gleich?“, fragte sie und suchte Blickkontakt mit Paul.

So selbstverständlich war das doch schließlich auch nicht.

Frau Küppers grinste gekünstelt und jeder ihrer Kollegen dachte sich seinen Teil.

„Wenn Herr Matthies einer alten Freundin helfen will, dann...“begann sie müde.

„..lässt er sich nicht aufhalten“, fiel ihr Harry lachend ins Wort und beendete ihren Satz.

So schnell wie das Lächeln über ihre Züge huschte, war es auch wieder verschwunden.

„Ich hab ihm zwei Wochen gegeben!“,  berichtete sie und drehte sich um um in ihr Büro zu gehen.

„Und so lange fahr ich alleine auf dem 14/2 oder wie?“, fragte Paul Dänning erstaunt und schaute ihr hinterher.

Die Chefin nahm ein paar Papiere aus ihren Postfach und drehte sich nochmal zu ihren Mitarbeitern um.

„Ich bemühe mich um einen Springer von einem anderen Revier, aber Sie alle kennen die Personalsituation, vielen Dank“, sagte sie genervt, verschwand in ihrem Büro und knallte die Tür hinter sich zu.

Was sollte sie denn auch sagen? Sie war genauso unglücklich mit Dirks Entscheidung wie alle anderen auch. Aber alle wussten, wenn sich Dirk etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann zog er das auch durch. Ohne wenn und aber.

„Haut einfach ab, ohne Tschüss zu sagen“, sagte Paul nachdenklich. „Na vielen Dank“.

„Ja, vielen Dank auch“, ging es Regina durch den Kopf, aber sie schluckte den Kommentar herunter.

Sie drehte sich noch mal um und schaute ihre Kollegen an. Ihr Blick blieb an Harry hängen und sie versuchte zu Lächeln, was allerdings eher wie eine Grimasse wirkte.

„Frau Möller...“ begann sie und Harry schaute sie erwartungsvoll an.

„Harry...“, berichtigte sie sich. Schließlich war Harry ja die Patentante von Emma und sie waren schon lange vom Du.

„Ja?“, fragte diese und hob den Kopf.

„Kann ich Dich mal kurz sprechen?“, es klang schon fast bittend.

„Natürlich“, Harry nickte und folgte ihr.

Als Harry die Bürotür geschlossen hatte, ging Regina zum Fenster und ließ die Jalousie herunter.

„Bitte setz Dich“, bot sie der Kollegin einen Stuhl an und ließ sich auf ihren Sessel hinterm Schreibtisch fallen.

Harry tat wie ihr geheißen und schaute Regina erwartungsvoll an.

Sie wusste nicht recht, wie sie anfangen sollte und holte tief Luft, legte den Kopf schief und lächelte.

„Ich weiß nicht...“ , sie spielte verlegen mit ihrem Kugelschreiber.

Harry schaute sie nach wie vor aufmerksam an und folgte ihren Worten.

„Ja?“, fragte sie vorsichtig.

„Ach, ich weiß auch nicht“, Regina schüttelte den Kopf und blinzelte eine Träne weg. Sie lächelte gekünstelt.

„Harry, muss ich mir ...“, sie unterbrach sich selbst und machte eine Pause.

„Ach das ist so albern“, sagte sie schließlich aber Harry schüttelte den Kopf.

Sie konnte sich denken, was los war. Dirk war aber auch nicht der taktvollste manchmal!

„Nein, was ist denn los?“, fragte Harry schließlich einfühlsam.

„Harry, muss ich mir bei dieser Elli irgendwie Gedanken machen?“, fragte Regina schließlich frei heraus. Es hatte sie Überwindung gekostet und sie schaute Harry skeptisch an.

„Bei Elli doch nicht“, beruhigte sie Harry sofort.

„Nein, das musst Du nicht“, sie schüttelte den Kopf und überlegte.

„Dirk und Elli kennen sich schon ewig, aber da war nie mehr als Freundschaft“, berichtete sie und sah, wie sich Regina langsam wieder entspannte.

„Da musst Du Dir wirklich keine Sorgen machen“, beruhigte sie ihre Chefin und schüttelte bekräftigend den Kopf.  

„Ich komme mir so dumm vor“, gestand Regina und schaute Harry an.

„Ich kann das schon verstehen“, bestätigte diese sie. „Ich kenn´ Dirk schließlich auch schon ´n paar Jahre und manchmal benimmt er sich echt voll daneben!“, sagte Harry lachend.

Regina stimmte in das Lachen ein.

"Das kannst Du laut sagen", gab sie als Antwort zurück.

Harry schüttelte nochmals den Kopf.

„Aber bei Elli brauchst Du Dir keine Gedanken machen, echt nicht“, bestätigte sie wieder.

„Außerdem ist sie n ganzes Stück älter als Dirk“, sie zwinkerte und Regina grinste.

Harry hatte es tatsächlich geschafft, sie zu beruhigen.

„Danke“, sagte sie ehrlich.

Harry nickte. „Da nicht für“, sagte sie und machte Anstalten, das Büro zu verlassen. Regina blieb an ihrem Schreibtisch sitzen und schaute ihr hinterher. So langsam entwickelte sich eine Art Freundschaft zwischen ihr und der kleinen Griechin und sie war dankbar dafür.

Harry ging zurück zu ihrem Büro und atmete tief aus. Wenn Dirk zurück war, würde sie ihm die Ohren lang ziehen!
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