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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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09.08.2018 3.073
 
Regina fuhr den Rechner herunter und seufzte. Zeit für den Feierabend. Dirk war noch mit Dänning auf Streife, weil sie kurz vor dem Feierabend noch einen Einsatz hereinbekommen hatten, aber für sie wurde es Zeit. Sie wartete, bis der Monitor dunkel wurde und griff dann nach ihrer Tasche und ihrem Mantel. Als sie die Tür ihres Büros öffnete, schaute Hannes Krabbe auf und sah sie an.

„Schönen Feierabend, Herr Krabbe“, wünschte sie ihm mit einem Lächeln und er strahlte zurück

„Ihnen auch, Frau Küppers“, antwortete er und starrte sie verliebt an.

Sie musste der Versuchung widerstehen, mit den Augen zu rollen und verkniff sich auch das Schmunzeln. Stattdessen wandte sie sich an Daniel Schirmer, den neuen Kollegen im Innendienst, der eigentlich Hannes Krabbe entlasten sollte, aber jetzt schon ohne Probleme doppelte Arbeit machte.

„Ihnen auch, Herr Schirmer“, sagte sie freundlich.

Er lächelte zurück. „Danke, Frau Küppers“, sagte er und wandte sich wieder seinen Unterlagen zu.

Sie verließ das Gebäude und ging zu ihrem Wagen, schrieb Dirk währenddessen eine kurze Nachricht, dass sie jetzt Feierabend machte und Emma bei ihrer Mutter abholen würde. Diese war so nett gewesen und hatte die Lütte aus der Krippe geholt, das hätte sie nämlich heute nicht geschafft.

Nachdem sie sich mehrmals mit dem Personal in der Krippe angelegt hatte, weil sie nicht immer ganz pünktlich war um ihre Tochter abzuholen und die Kindergärtnerinnen offensichtlich auch Feierabend machen wollten, hatten sie beschlossen, dass Renate Küppers einspringen würde, wenn sie längermachen musste. Das klappte bisher ganz gut und hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass ihre Mutter plötzlich ausgelastet zu sein schien und ihr deutlich weniger auf die Nerven ging.

Sie hielt unterwegs kurz beim Bäcker und holte ein Brot fürs Abendessen sowie ein Bisschen Aufschnitt und Käse beim Discounter nebenan. Währenddessen meldete sich Dirk, und teilte ihr mit, dass er nun auch endlich Feierabend machen konnte und nach Hause fuhr.

Als sie bei ihrer Mutter vorfuhr, stand diese schon mit der Lütten vor der Haustür. Emma hatte gerade angefangen zu Laufen, klammerte sich aber mehr schlecht als Recht am Bein ihrer Großmutter fest. Regina musste schmunzeln, als sie die Beiden zusammen sah.

„Hallo Muddel, Danke“, begrüßte sie ihre Mutter.

Eigentlich wollte sie sie kurz in den Arm nehmen, aber aufgrund ihrer Tochter, war das nicht möglich.

„Da nich´für, Rübchen“, entgegnete ihre Mutter.

„Ich freu mich doch, wenn ich was um die Ohren hab“, fuhr sie fort und nahm die Lütte auf den Arm.

Regina nahm ihr das Kind ab. Emma gluckste fröhlich, als ihre Mutter sie auf den Arm nahm und brabbelte „Mama“.

„Hallo mein Schatz, geht’s Dir gut?“, Regina musterte die Kleine neugierig, entdeckte die Schokoladenreste in den Mundwinkeln und seufzte.

„Muddel, Du hast Ihr schon wieder Schokolade gegeben...sie isst doch erst seit ein paar Monaten richtig“, sagte sie vorwurfswoll.

Ihre Mutter schüttelte energisch den Kopf.

„Das hat noch keinem Kind geschadet“, sagte sie schließlich. „Und es schmeckt ihr doch so gut“, fügte sie lächelnd hinzu.

Regina seufzte und zuckte mit den Achseln. „Sonst war alles in Ordnung heute?“, fragte sie ihre Mutter.

Diese nickte nur.

„Sie braucht neue Windeln im Kindergarten“, informierte sie ihre Tochter und Regina nickte.

„In Ordnung“.

Sie streichelte ihrer Tochter über die dunklen Haare.

„Komm, wir wollen nach Hause, Papa wartet“, sagte sie lächelnd, worauf das Kind fröhlich in die Hände klatschte.

Sie verabschiedete sich von ihrer Mutter.

„Soll ich sie morgen auch wieder holen?“, fragte diese und Regina nickte dankbar.

„Das wäre nett, Muddel, ich muss morgen Nachmittag noch zum Präsidium“, erzählte sie, während sie die kleine auf ihren Kindersitz im Auto setzte und anschnallte.

„Mach ich doch gerne, Rübchen“, sagte ihre Mutter.

„Machs gut, Muddel“, Regina drückte sie kurz und ging dann zu ihrem Wagen. „Bis morgen und Danke“.

Sie brauchte eine ganze Weile, bis sie durch den Feierabendverkehr zu Hause ankam. Dirk war schon da. Er stand in der Tür und nahm ihr die Lütte ab.

„Da seid ihr ja“, begrüßte er seine beiden Frauen. Er drückte seine Tochter herzlich und gab seiner Frau anschließend einen Kuss auf die Wange.

„Feierabendverkehr“, sagte Regina entschuldigend, hängte ihren Mantel in die Garderobe, zog ihre Schuhe aus  und stellte ihre Tasche ab.

Dirk zog währenddessen seiner Tochter die Schuhe und die Jacke aus.
Regina trug die kleine Einkaufstasche in die Küche und förderte Brot und Aufschnitt zu Tage. Dirk hatte bereits den Tisch gedeckt. Ihr kleines Abend-Ritual. Wer zuerst nach Hause kam, deckte den Tisch. Er setzte Emma in ihren Stuhl und zog ihr ein Lätzchen an. Regina ging an den Kühlschrank und nahm ein kaltes Bier heraus, öffnete es und stellte es ihm hin.

„Danke“, sagte er und setzte sich.

Sie schenkte sich und ihrer Tochter Wasser ein. Dirk hatte bereits eine Scheibe Brot genommen und beschmierte sie mit Butter. Anschließend belegte er sie dick mit Wurst und schnitt das Brot dann in kleine Stückchen. Diese Stellte er Emma vor die Nase. Das kleine Mädchen gluckste fröhlich, kommentierte ihr Abendessen mit „Bot“und aß mit Hochgenuss. Regina schmunzelte. Eine Scheibe Wurst hätte es sicherlich auch getan, aber Dirk nahm immer zwei, wenn er Emmas Abendbrot machte. Manchmal fragte sie sich, ob sie eigentlich die einzige war, die fand, dass ihre Tochter von allen Seiten viel zu sehr verwöhnt wurde. Sie zuckte die Achseln, nahm sich ebenfalls eine Scheibe Brot, belegte sie und begann zu essen. Sie lächelte still in sich hinein und ließ ihren Blick durch die Küche schweifen.

Wer hätte gedacht, dass aus zwei so eigenständigen Individuen so schnell ein eingeschworenes Team werden konnte, eine Familie?  Seit sie sich von Peter getrennt hatte, hatte sie eigentlich immer nur auswärts gegessen oder hin und wieder den Roomservice im Hotel bemüht. Selbst mit Peter war sie meistens nur essen gegangen. Und jetzt genoß sie das abendliche Familienessen so sehr.

Nach dem Essen badetete sie Emma und machte sie bettfertig. Die Kleine gähnte hingebungsvoll und rieb sich mit der kleinen Faust in den Augen. Regina ging das Herz auf, wenn sie ihre Tochter in solchen Momenten beobachtete. Sie legte sie hin und gab ihr einen Gute-Nacht-Kuss, drückte ihr ihr Plüschtier in den Arm und deckte sie zu. Dann machte sie das Nachtlicht an, sagte Gute Nacht und verließ den Raum.

Dirk stand vor der Tür. „Ich geh auch noch ´rein, ihr Gute Nacht sagen“, sagte er aufgeregt.

„Aber sie schläft schon fast“, gab Regina genervt zurück.

„Ich bin auch ganz leise“, prophezeite er trotzig.

Sie rollte mit den Augen und schmunzelte. Jeden Abend das Gleiche.

„Aber weck sie nicht auf“, bat sie und legte einen Finger an die Lippen.

Er nickte und betrat das Zimmer.
Die Kleine schlief tatsächlich schon. Den Schnuller im Mund, das Plüschpferdchen im Arm. Er musste grinsen. Manchmal fragte er sich, ob Regina als Kind auch so ausgesehen hatte.

Er deckte sie nochmal zu, obgleich sie vorher auch schon zugedeckt war und sagte leise „gute Nacht Prinzessen, Dein Papa hat Dich lieb“. Dann verließ er den Raum.

Er fand Regina im Wohnzimmer auf der Couch, wo sie lustlos durch das Fernsehprogramm schaltete. Er setzte sich neben sie, stellte sein Bier auf den Tisch und zog sie an sich.

„Harter Tag?“, fragte er und sie nickte.

„Meine Mutter holt Emma morgen, ich muss ins Präsidium“, verkündete sie schließlich und kuschelte sich an ihn.

Er nickte. Da er auf Streife fuhr, machte er selten pünktlich Feierabend.

„Wie läuft es mit Dänning?“, fragte sie neugierig.

„Jo, geht“, kam zur Antwort.

Ihr war schon aufgefallen, dass ihr Mann und der neue in den vergangenen Monaten ein ganz gutes Team geworden waren, aber er ließ nie viel darüber verlauten.

„Wie läuft es mit den anderen neuen?“, fragte er und sie nickte.

„Jo, geht“, immitierte sie ihn mit einem Lachen.

„Sie machen gute Arbeit“, sagte sie schließlich und er nickte bejahend.

„Schirmer ist sehr fleißig und Frau Sieveking ist sehr ehrgeizig“, berichtete sie.

„Ich weiß immer noch nicht, woher ich diesen Schirmer kenne“, sagte er dann nachdenklich und runzelte die Stirn.

„Ist doch egal, er macht gute Arbeit und hält Krabbe auf Trab“, sie zuckte grinsend mit den Schultern, beugte sich nach vorne und trank einen Schluck von seinem Bier.

Er zog die Augenbrauen skeptisch hoch.

„Was?“, fragte sie als er sie so ansah.

„Ich stille nicht mehr“, sagte sie dann grinsend.

Nee, aber das ist mein Bier“, er lachte und sie knuffte ihm zärtlich in die Seite.

„Aua!“, sagte er gespielt empört und hielt sie fest.

Sie versuchte, sich zu bewegen, aber sein Griff war fest.

„Das ist Widerstand gegen die Staatsgewalt, was Sie da machen“, sagte er und versuchte, ernst zu klingen.

Sie lachte auf und machte sich aus seinem Griff los, lächelte ihn an und beugte sich schließlich vor, um ihn zu küssen.

„Wenn sich doch alle Verbrecher so nett wehren würden“, sagte er grinsend und schaute zum Fernseher.

“Läuft nix in der Glotze, oder?“, fragte er und sie schüttelte den Kopf.

„Wir müssen morgen früh wieder früh raus“, stellte er schließlich fest.

„Wie wäre es mit Bett?“, fragte er anschließend.

Sie nickte und schaltete den Fernseher aus. Er trank sein Bier leer und brachte die leere Flasche in die Küche.


Regina lag schon im Bett als er aus dem Badezimmer kam. Sie trug ein weißes Spitzennachthemd und die Haare fielen ihr in Wellen auf die Schultern. Sie las in einem Buch, aber er konnte den Titel nicht lesen. Aber mit Büchern konnte er sowieso nicht so viel anfangen. Ein Rätsel, wie er damals die Polizeischule geschafft hatte. Er hoffte nur, dass er seiner Tochter trotzdem ein Vorbild sein würde.

„Emma schläft“, informierte er sie und sie nickte.

Sie rollte wieder mit den Augen.

„Ich weiß“, sie deutete auf das Babyphone.

“Und ich bin froh, dass Du sie nicht wachgemacht hast“, sagte sie dann.

Er zuckte entschuldigend die Achseln.

„Ich wollte nur noch mal nach ihr sehen und ich war auch ganz leise“, sagte er dann.

Sie schüttelte den Kopf, legte das Buch beiseite und löschte das Licht.

„Gute Nacht“, sagte sie leise und küsste ihn auf die Wange.

„Gute Nacht“, gab er zurück.

Sie drehte sich auf die Seite und es dauerte nicht lange, da kuschelte er sich von hinten an sie und legte den Arm um sie.

„Du wolltest doch schlafen, weil wir morgen früh raus müssen“, sagte sie kichernd.

„Nein“, sagte er und seine Stimme klang rauh.

„Das hast Du Dir eingebildet“, fuhr er fort.

„Ich wollte lediglich ins Bett mit Dir“, informierte er sie.

Sie drehte sich auf den Rücken und schaute ihn an. Ein Bisschen Licht drang durch die Vorhänge, so dass sie in der Dunkelheit seine Umrisse ausmachen konnte.

„Und jetzt?“, fragte sie neugierig.

„Jetzt?“, wiederholte er und überlegte einen Augenblick.

„Jetzt fürchte ich, musst Du Deine Strafe antreten“, sagte er dann grinsend.

„Strafe?“, wiederholte sie.neugierig und zog eine Augenbraue hoch.

„Wofür?“

„Diebstahl und Widerstand gegen einen Polizisten“, flüsterte er leise und küsste sie, bevor sie etwas erwidern konnte.

Regina erwiderte den Kuss und merkte, dass sie ziemlich schnell erregt war.

„Ich hab doch nur an Deinem Bier genippt“, verteidigte sie sich.

„Das war Diebstahl“, er schaute ihr in die Augen.

Sie ließ ihre Finger unter sein Shirt wandern und zog es ihm schließlich über den Kopf, streichelte seine Schultern, seinen Rücken und seine Brust und beugte sich vor, um ihn wieder zu küssen. Als sie  mit der Zunge seinen Mund erforschte, zog er sie enger an sich.  Er stöhnte leise auf als sie sich an ihn presste und spürte, wieseine Hose immer enger wurde. Seine Hände wanderten über ihren Körper, vorsichtig öffente er die Knöpfe ihres Nachthemdes und bedeckte den Ansatz ihrer Brüste mit Küssen. Schließlich ließ er seine Hand unter ihr Nachthemd wandern und liebkoste sie vorsichtig. Sie atmete schneller und  überrascht stellte er fest, dass sie schon bereit war. Schließlich zog er ihr das Nachthemd aus und ließ seine Hände abermals über ihren Körper wandern. Sie atmete schneller und machte sich an seinen Boxershorts zu schaffen und streifte sie ihm herunter. Er küsste sie wieder und schob sich zwischen ihre Beine. Als er in sie eindrang, stöhnte sie leise und begann, sich rhythmisch unter ihm zu bewegen. Er stöhnte auf und bewegte sich vorsichtig in ihr.

Sein Handy klingelte. Er schüttelte mit dem Kopf. Er würde jetzt nicht ans Telefon gehen! Unter keinen Umständen!

Es hörte auf zu klingeln, nur um ein paar Sekunden später abermals zu klingeln. Regina schaute ihn einen Augenblick an und blieb bewegungslos liegen.

„Einfach nicht hinhören“, flüsterte und schüttelte den Kopf.

Schließlich versuchte Sie, sich aufzusetzen. Er hielt mitten in der Bewegung an.

„Vielleicht ist es wichtig“, überlegte sie.

„Nichts kann so wichtig sein, oder?“, sagte er verzweifelt, aber der Moment war vorbei.

Er seufzte, setzte sich enttäuscht neben sie und griff nach dem Handy. Regina schaltete die Nachttischlampe ein. Er betrachtete nachdenklich das Display seines Telefons.Die Nummer war seltsam lang und begann mit einer 1. Schließlich nahm er das Gespräch entgegen, während Regina auf dem Boden nach ihrem Nachthemd angelte und sich wieder anzog. Wenn sie enttäuscht war, ließ sie es sich nicht anmerken. Sie hob seine Shorts vom Boden auf und warf sie ihm ins Bett. Er nickte dankend. Erwartungsvoll betrachtete sie ihn, als er sich mit „Matthies“meldete. Wen jemand mitten in der Nacht anrief, konnte es ja nur etwas Wichtiges sein. Sie hoffte, das nichts passiert war.

„Mensch, Elli!“, hörte sie ihren Mann reden.

„Was ist? Was ist passiert?“, fragte er neugierig.

„Du bist was? Von der Leiter gefallen? Bei Baumaßnahmen in Deiner Kneipe?“ wiederholte er scheinbar was die Person am anderen Ende der Leitung gesagt hatte.

„Nee!... Natürlich komm ich. Sofort“, sagte er dann und Regina schluckte. Irgendetwas zog sich in ihrem Magen zusammen und sie merkte, dass sie einen roten Kopf bekam.

Sie konnte sich keinen Reim darauf machen und wartete, bis Dirk das Gespräch beendet hatte.

„Ja, ich sach´Dir Bescheid, wenn ich einen Flug habe! Ja, tschüss tschüss“, verabschiedete er sich und legte auf.

Regina schaute ihn erwartungsvoll an.

„Das war Elli“, informierte er sie.

„Das habe ich auch mitbekommen“; sagte sie trocken.
„Elli, die Wirtin von meiner alten Stammkneipe. Die hatte nachher einen Gasthof auf´m Land, fuhr er dann fort. „Ist ne gute Freundin von mir“, berichtete er. „Die ist doch jetzt in Kanada. Und hat sich die Schulter gebrochen“, sagte er schließlich.

„Ich muss hin. Am Besten morgen früh“, berichtete er aufgeregt.

„Du musst was?“, fragte sie und ihre Stimme nahm einen frostigen Tonfall an.

„Nach Kanada. Ich kann sie doch jetzt nicht in´Stich lassen“, sagte er treudoof und konnte nicht verstehen, warum Regina offensichtlich nicht begeistert war von seiner Idee.

Sie zog mißbilligend die Mundwinkel zusammen, bis ihr Mund nur noch eine dünne Linie bildete. Das konnte nicht sein Ernst sein. War er jetzt vollkommen durchgeknallt?

„Gibt es da ein Problem?“, fragte er schließlich weil sie sauer aussah.

„Wie stellst Du Dir das vor?“, fragte sie vorsichtig.

„Mit Emma, mit Deiner Arbeit...und mit mir?“, zählte sie auf  aber er zuckte nur mit den Schultern.

„Ich hab doch noch genug Urlaub über und mit Emma kommst Du doch auch mal ne Weile alleine klar“, stellte er fest.

„Oder soll ich Emma mitnehmen?“, fragte er dann.

Regina schüttelte den Kopf. „Um Gottes Willen!“

Das konnte er doch nicht ernst meinen! Sie explodierte fast vor Wut.

„Mitten in der Nacht kommt ein Anruf während wir miteinander schlafen und dann sagst Du mir Du fliegst jetzt einfach mal so ne Woche zu irgendeiner Elli nach Kanada?“, schrie sie ihn an.

„Elli ist ne alte Freundin, jetzt sei doch nicht so“, antwortete Dirk und Regina schüttelte den Kopf.

Das konnte doch nicht wahr sein!

„Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?“, fragte sie und schüttelte den Kopf, verschränkte die Arme vor der Brust.

„Och komm, Rübchen, nur eine Woche, ich muss ihr doch helfen“, bettelte er.  

„Sie hat mir früher auch so manches Mal den Arsch gerettet“, fuhr er fort.

Regina ließ sich in die Kissen fallen und drehte sich beleidigt auf die Seite.

„Ich fahr doch auch nicht zu jedem hin, der gerade ein Problem hat! Und schon gar nicht nach Kanada!“ sagte sie ungehalten.

„Bitte“, er hatte schon wieder den Arm um sie gelegt.

„Nur diese eine Woche“, sagte er bettelnd.

Der Klumpen in ihrem Magen meldete sich abermals. Kein schönes Gefühl. Sie wollte nicht, dass er nach Kanada flog. Und schon gar nicht direkt morgen!

Auf der anderen Seite, einen Dirk Matthies konnte man nicht einsperren und was er sich in den Kopf setzte, zog er für gewöhnlich auch durch.

Sie schluckte und kämpfte gegen die Tränen der Wut an, die in ihr aufstieg.

„Komm schon, Rübchen, in einer Woche bin ich wieder da“, sagte er und streichelte sie am Arm.

Sie versteifte sich.

„Wi stellst Du Dir das denn vor?“ fragte sie durch die zusammengebissenen Zähne.

Er zuckte mit den Schultern.

„Wie meinst Du das?“, fragte er schließlich

„Naja, Du kannst doch hier nicht alles stehen und liegen lassen, Du hast doch Verantwortung“, gab sie zurück.

„Verantwortung!“, wiederholte er.

„Soviel Verantwortung hab ich ja nun auch nicht!“, stellte er schließlich fest und seufzte.

Wo lag denn eigentlich ihr Problem? Es war ja nur für eine Woche und er würde ja wiederkommen. Aber er musste Elli doch helfen!

„Früher bin ich auch immer ne Woche im Sommer zu Elli gefahren, da ist das doch jetzt auch nicht viel anders“, versuchte er, seine Frau zu beschwichtigen.

„Aber jetzt hast Du Familie!“ gab Regina genervt zurück.

„Könnt ja mitkommen“, schlug er leise vor.

Sie schnaufte nur.

„Du weißt genau, dass das nicht geht!“, sagte sie traurig.

„Komm, Regina, eine Woche, okay?“, fragte er wieder und sie seufzte.

„Hab ich denn eine Wahl?“, fragte sie traurig und drehte sich zu ihm um.

In ihren Augen glitzerten verräterisch Tränen, die sie schnell wegblinzelte.

Er schüttelte den Kopf und dachte kurz nach.

„Nö, eigentlich nicht“, gestand er ehrlich.

Sie zuckte mit den Achseln.
„Eine Woche und nicht länger“, sagte sie und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Mehr Urlaub ist nicht drin“, fuhr sie fort.

„Danke, Rübchen“, er küsste sie überschwenglich auf den Mund und grinste.

„Ich mach´s wieder gut“, sagte er leise und streichelte ihr zärtlich über die Wange.


[An dieser Stelle (auch wenn ich im Moment das Gefühl habe, dass hier alle schlafen)  mal ein großes Dankeschön für 60 Reviews. Das ist eine ganze Menge und ich freue mich nach wie vor über jedes Einzelne und bemühe mich immer "in time" zu antworten.  Danke :) ]
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