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Hello Again

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Dirk Matthies Regina Küppers
27.11.2017
27.08.2020
43
100.579
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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22.07.2018 3.438
 
Hannes schleppte acht Aktenordner auf einmal durch den Gang und machte einen äußerst beschäftigten Eindruck. Als Dirk ihn sah, musste er lachen.

„Na Dicker, tust´wieder so, als ob Du arbeitest?“, fragte er seinen Kollegen.

„Na hör mal, seit Nicky  auf der Polizeihochschule ist, da bleibt ja alles an mir kleben“; jammerte Hannes.

„Ehrlich, ich glaub, ich muss zum Dokter, ich hab burn our“, fügte er dann fast verzweifelt hinzu.

Sie erreichten den Wachraum.

„Wäh?“ fragte Dirk irritiert.

„Ich krieg´ heut meine neue Partnerin, weißt Du wie die heißt?“, fragte Dirk neugierig.

Regina hatte bisher nichts über seine neue Partnerin verlauten lassen sondern hatte immer geschickt vom Thema abzulenken gewusst. Das machte ihn irgendwie stutzig. Und zudem war es nervtötend. Ein derartiges Verhalten war er von seiner Frau gar nicht gewöhnt.

„Die Chefin“, er zeigte auf die Tür von Reginas Büro „ war so´n Büschen durch´n Wind“, fügte er nachdenklich hinzu.

„Dänning... aber dann was mit P...“ grübelte er.

„P...P....“, er zuckte die Achseln.

Er schaut Krabbe an.

„Keine Ahnung“, gab dieser zurück.

„Also hier hat sie sich noch nicht blicken lassen“ berichtete er. „

Vielleicht schminkt sie sich ja noch“, gab Dirk zurück und marschierte zu seinem Schreibtisch.

Hannes versuchte, den Ordnern in seinen Armen neuen Halt zu geben, als die Chefin die Tür öffnete. Sie hatte einen Aktenordner in der Hand.

„Krabbe, was soll das werden?“, fragte sie ihn neugierig und folgte ihm durch den Raum.

„Elbphilharmonie?“

„Chefin, wann wird eigentlich Nickys Stelle neu besetzt?“ Hannes schaute seine Chefin neugierig an.

Umständlich ließ er sich mit den Ordnern am Funktisch nieder.

„Ich hab mir da was überlecht, weil ich weiß ja, dass Sie Mitabeiter schätzen, die sich ihre eigenen Gedanken machen“, berichtete er und schaute zu ihr auf.

„Also ich hab mir überlgt wie es wäre, wenn wir für den Wachraum vielleicht zwei neue Kollegen einstellen würden“, sagte er fröhlich und ließ seinen Blick über die Ordner in seinen Armen schweifen.

„Hier ist ja unglaublich viel zu tun“ fügte er dann selbstsicher hinzu.

„Herr Krabbe, manchmal frage ich mich, auf welchem Planeten Sie eigentlich leben. Haben Sie überhaupt die geringste Ahnung, was bie der Hamburger Polizei so los ist?“ fragte die Chefin ihn freundlich.

Krabbe hatte die Ordner inzwischen auf dem Tisch abgelegt und hielt sich daran fest.

„Ja!“, antwortete er wie aus der Pistole geschossen und zögerte dann.
„Nee...“ korrigierte er sich.

Frau Matthies zog die Stirn kraus.

„Was denn?, “ fragte Krabbe kleinlaut.

„Wir müssen an allen Ecken und Enden sparen, jedes einzelne Komissariat steht auf dem Prüfstand“, berichtete sie.

„Heute ist die entsprechende Haushaltssitzung und wenn wir Pech haben, stehen auch für uns große Veränderungen an“, sagte sie.

„Große Veränderungen klingt ja gar nicht gut“, stellte Krabbe besorgt fest.

„Eins steht jetzt schon fest, ich werde nur hochmotivierte Mitarbeiter behalten können“, sagte sie.

„Und zu ihrer Kenntnisnahme, Ihre Aufklärungsstatistik habe ich gestern Abend ncoh gemacht, nach Feierabend!“,  sie knallte den Aktenordnerr auf seinen Stapel, drehte sich um und ging zurück in ihr Büro.

„Frau Möller und Herr Thomsen sollen in einer halben Stunde in meinem Büro erscheinen“, sagte sie, warf einen Blick zu ihrem Mann, der noch immer an seinem Schriebtisch saß und verschwand wieder in ihrem Büro.

Nachdem die Tür ins schloss fiel, schluckte Hannes.

„Aber ich bin doch motiviert“, sagte er zu sich selbst und überlegte angestrengt.


Hannes saß immer noch am Funktisch und starrte seine Ordner an. Er war in Gedanken versunken und bemerkte nicht, als Dirk vor ihm am Thresen stand.

„Und? Hast was rausgekricht?“, fragte dieser ihn neugierig.

Hannes reagierte zunächst nicht, schaute dann auf.

„Neue Kol-le-gin?“, Dirk betonte jede Silbe. „Dän-ning. Vorname mit P-eh“.

Hannes schaute auf.

„Die Chefin hat gerade so ganz komische Andeutungen gemacht“, sagte er verwirrt.

„Mir ist richtig übel. Ich weiß doch gar nicht, wie ich das alles schaffen soll“, fuhr er fort.

Dirk zog die Augenbrauen nach oben und sah ihn fragend an. Das Telefon klingelte und Hannes nahm den Hörer ab.

„PK 14, Krabbe am Apparat“, meldete er sich in gestresstem Tonfall.

Er schaute zu Dirk.

„Ja, Herr Matthies ist grad da“.

Dirk schaute ihn interessiert an und versuchte, dem Gespräch zu folgen.

„Ja, gut dann...“,  Hannes wurde unterbrochen.

„Ja, sag ich ihm“, er schaute Dirk an.

„Gut!“, er legte auf.

„Ja das war Deine Frau Dänning“, informierte er Dirk .

Dieser schaute ihn interessiert an und wartete gespannt auf weitere Informationen

„Sie ist noch im Umzugsstress und fragt, ob Du in die Glücksburger Strasse 7 kommen kannst“,  berichtete Krabbe.

Dirk nickte.

„Auch noch ne Diva!“, stelle er fest und fragte sich, was das blos für eine neue Kollegin war.

Er fragte sich, wen Regina da ausgesucht hatte. War das der Grund, warum sie ihm bisher noch nicht viel über die neue Kollegin gesagt hatte?

Er hatte den Wachraum fast verlassen, als Hannes ihm hinterherrief: „Aber sie hat ne ganz junge Stimme!“.  

Dirks Neugier war geweckt, er wollte unbedingt wissen, wer die neue Kollegin war, die sich so feiern ließ und noch so jung war. Was hatte Regina sich nur dabei gedacht? Als er den PK14 in der Glücksburger Strasse parkte, sah er den Umzugswagen sofort. Er stieg aus und schaute sich neugierig um, betrachtete die junge Frau mit der Lederjacke und den Röhrenjeans, die sich an den LKW lehnte und rauchte. Das musste sie sein. Naja, war ja nicht ganz so übel,  hätte schlimmer kommen können. Er stieg aus.

„Tach!“, sagte er und stellte sich vor: „Dirk Matthies“.

Sie schaute ihn nur an, sagte aber nichts. Er warf die Tür des Wagens zu.

„Mal auf die Uhr geguckt?, fuhr er sie an.

Wenn sie so eine Diva war, sollte er ihr besser gleich zeigen, wo es lang ging!

„Wie spät das ist?“, fügte er einträglich hinzu.

Sie schaute ihn immer noch an, zog an ihrer Zigarette und hatte bisher nichts gesagt.

„Naja, ich weiß, Umzug und so, Stress und so weiter“, sagte er schließlich etwas freundlicher.

„Hauptsache gut aussehen, ne“, sagte er zu ihr.

Langsam fragte er sich, ob sie überhaupt sprechen konnte. Das konnte ja heiter werden.

Schließlich machte sie den Mund auf.

„Ich glaub, Sie verwechseln mich mit irgendwem“, sagte sie schließlich.

Auch das noch! Dirk grinste verlegen und ging um den Umzugswagen herum und sah eine deutlich in die Jahre gekommene Frau mit Brille, roten Haaren und einer Polizeimütze auf dem Kopf.

„Ach...dann bist Du...äh...?“, stammelte er.

Sie trug einen Blaumann und bei noch genauerer Betrachtung stellte er fest, dass sie wahrscheinlich in seinem Alter war. Was hatte sich Regina denn dabei gedacht?  Da wäre er lieber mit der jungen Deern von eben auf dem Bock gefahren. Jetzt musste er wohl umdenken. Er schaute seine neue Partnerin an. Sie schleppte einen blauen Sack mit Bettzeug durch die Gegend.

„Pia“, stellte sie sich kurz und knapp vor.

Dirk dachte kurz nach, Pia begann mit P... „na klasse“, dachte er ironisch. Was hatte Regina da denn an Land gezogen? Er hielt sich am LKW fest und schaute der Dame hinterher als sie den blauen Sack ins Haus trug. Sie ging an der geöffneten Fahrertür vorbei, über der noch ein Teppich lag. Genau in diesem Moment fiel die Tür ins Schloss. Dirks Blick fiel auf einen Polizisten, der an der Scheibe hantierte und ihn anschaute. Er trug die dunkelblaue Uniform der Hamburger Polizei, war etwa so groß wie Dirk, hatte dunkle Haare, blaue Augen und seine Nase ließ vermuten, dass er früher einmal geboxt hatte.
Er schaute Dirk überrascht an und kam auf ihn zu.

„Moin Dicker“, begrüßte ihn der andere.

„Du bist Dirk oder was?“, frage er neugierig als Dirk ihm nicht gleich antwortete und schüttelte ihm die Hand.

„Dänning, Paul Dänning“, stellte er sich vor.

Dirk schaute ihn aln, als wäre er ein Außerirdischer. Die junge Dame neben ihm, die ihm jetzt die Polizeimütze aufsetze war aus dem Nichts aufgetaucht und lächelte scheu. Dirk wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Ein Kerl?

„Du siehst irgendwie enttäsucht aus“, stellte Paul fest.

„Kann das sein?“, fragte er.

„Ja, stammelte Dirk.

„Ich hatte jemand´mit langen Haaren erwartet“, gab er zu.

„Ja, siehste Frauke“, Dänning wandte sich an die Deern neben ihm.

„Wär ich bloß nicht zum Friseur gegangen“, sagte er trocken und entlockte ihr ein Lächeln.

„Darf ich vorstellen, meine Tochter“, er deutete auf sie und Dirk schüttelte ihr die Hand.

„Hallo“, sagte er.

„Ach dann hast Du auf dem Revier angerufen?“, fragte er.

„Ja“, antwortete sie und zeigte auf ihren Vater.

„Weil Papa mal wieder überhaupt nichts auf die Reihe bekommt“, fügte sie hinzu.

„Ich hab Dir gesagt, wir hätten viel früher in Flensburg losfahren müssen.“ sagte sie.

Dirk grinste. Die Lütte hatte ihren Vater scheinbar gut im Griff. Sie schaute zur Seite und ihr Blick fiel auf das Holzungetüm am Strassenrand.

„Und was ist jetzt mit dem Schrank?“, fragte sie.

„Ja... das Mistding lässt sich nicht auseinander nehmen“, berichtete Paul und schaute Dirk an.

„Muss noch vier Treppen hoch“, fuhr er fort.

„Magst Du mal eben mit anpacken?“, fragte er schließlich.

Dirk seufzte. Das konnte ja heiter werden. Er würde heute Abend ein ernstes Wort mit seiner Frau reden müssen! Was hatte sie sich nur dabei gedacht?




Er klopfte an ihre Tür und waretete ausnahmsweise auf das Herein. Sie stand auf und schaute ihn aufmerksam an.

„Kann ich Dir helfen?“, fragte sie in neutralem Tonfall und musste sich das Schmunzeln verkneifen.

Sie hatte so eine Ahnung, was jetzt kam und sie hatte damit gerechnet. Mit ein paar wenigen Schritten war sie am Fenster und ließ den Rolladen herunter.
Dirk holte tief Luft. In seinen Augen blitzte es auf.

„Was hast Du Dir denn dabei gedacht?“, fragte er erbost und schaute ihr in die Augen.

Seine Nasenflügel bebten und Regina musste sich das Lachen fast verkneifen. Ihr Mann war unzufrieden mit seinem neuen Partner. Damit hatte sie fest gerechnet.

„Wobei?“, fragte sie unschuldig.

„Das weißt Du ganz genau“, er schaute ihr tief in die Augen.

„Warum hast Du mir diesen ...“, er suchte nach den richtigen Worten.

„Diesen Sabbelmors auf´n Bock gesetzt?“, fragte er dann.

Sie schaute ihn mit großen Augen unschuldig an.

„Wieso nicht?“, fragte sie.

„Erstens wollt ich keinen Kerl sondern eine Partnerin und zweitens denkt der Typ den ganzen Tach nur ans Essen und sein Mund steht auch nicht still“, besschwerte er sich und seufzte.

„Was ist so schlimm daran, dass er ein Mann ist?“; sie ging um den Schreibtisch herum und ließ sich auf den Stuhl fallen.

Dirk nahm sich ebenfalls einen Stuhl und setzte sich ihr gegenüber.

„Seit ich auf dem PK 14 bin, hatte ich nur Partnerinnen. Und das ist eine lange Zeit“, seine Stimme wurde lauter.

Regina faltete die Hände und schaute ihn an.

„Dann hast Du jetzt eben zum ersten Mal einen Partner“, stellte sie gelassen fest.

„Das will ich aber nicht. Und den schon gar nicht“, gab Dirk wütend zurück.

Sie holte tief Luft, verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn aufmerksam an.

„Es tut mir leid, aber die Personalsituation lässt eine Partnerin für Dich im Moment nicht zu“, erklärte sie ihm sachlich.  

„Ich bin froh, dass wir Dänning bekommen haben“, sagte sie schließlich.

Sie wich seinem Blick aus. Ganz stimmte das nicht. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass ihr Mann dieses Mal einen Partner bekam, die Gründe dafür kannte nur sie selbst und sie würde sie ihm nicht auf die Nase binden. Dirk seufzte und sie schüttelte den Kopf.

„Seit Anna Bergmann weg ist, liegst Du mir in den Ohren dass Dir der Innendienst auf die Nerven geht, dass Du endlich wieder auf die Strasse willst...“ begann sie.

„Und dann hast Du endlich wieder einen Partner und willst ihn dann plötzlich nicht“.

Sie rollte mit den Augen. „Ich versteh Dich nicht, Dirk“, sagte sie schließlich und schaute ihn an.

„Das ist hier Kindergarten!“, fügte sie hinzu.

„Wir haben im Moment keine Alternativen“, gab sie ihm dann zu verstehen.

„Du hast die Wahl“, erklärte sie. „Entweder Du freundest Dich mit ihm an oder Du machst ab sofort Innendienst und ich setze Dänning mit Krabbe auf den 14/2“ , drohte sie ihm.

Dirk riss wütend die Augen auf.

„Das ist nicht Dein Ernst, oder?“, fragte er leise.

Sie machte eine entschuldigende Geste und bemühte sich, nicht zu grinsen.  

„Ich habe im Moment keine andere Wahl, tut mir leid“, sie schüttelte mit dem Kopf.

„Na wenn das so ist...“, Dirk stand auf, rückte seinen Stuhl zurecht und verließ ihr Büro.

Sie schaute ihm hinterher und seufzte. Er würde sich schon wieder beruhigen und Dänning hatte auf sie eigentlich einen recht guten Eindruck gemacht.



Dirk saß auf der Repsold und genoß den Abend. Er trank ein Bierchen und schaute auf die Elbe, beobachtete die vorbeifahrenden Schiffe und dachte nach. Seit er mit Regina zusammen war, kam er hierher, wenn er mal seine Ruhe haben oder nachdenken wollte. Er hatte ihr gesagt, dass es später werden würde und sie hatte es hingenommen. Sie kannte ihn inzwischen so gut um zu wissen, dass er manchmal einfach nur vor sich hingrübeln musste und sie war sicher, dass diese Grübelei dem Verhältnis zwischen ihm und Dänning nützlich war und hatte sich deshalb auch nicht beschwert.

„Geiler Karren!“, tönte plötzlich Pauls Stimme durch die Dunkelheit und riss ihn aus seinen Gedanken.

Dirk rollte mit den Augen, was wollte der denn jetzt noch hier? Um diese Zeit? Ließ er ihn denn nie in Ruhe? Er lachte aufgesetzt und wandte sich an den Kollegen.

„Ja“, gab er zurück.

„Hochseetauglich“, berichtete er.

„Wenn ich Bock hätte, wäre ich morgen weg“, sagte er dann und legte die Hände ineinander.

„Aber!, er machte eine Pause und schaute grübelnd in die Luft. „Vielleicht will ich ja gar nicht“, fügte er dann hinzu.

Paul hatte es bis zu ihm nach oben geschafft.

„Nimm Platz“, forderte ihn Dirk mit einer Geste auf und Paul tat wie ihm geheißen.

Dirk kratze sich am Kopf. Paul setzte sich, legte die Hände auf die Knie und schaute sich um. Er atmete mehrmals laut aus und nahm das Bier entgegen, das Dirk ihm in die Hand drückte, fand den Flaschenöffner auf dem Tisch und öffnete es.

„Als Kind wollt ich auch ma´ abhauen“, erzählte er ungefragt.

„Segelboot klau´n und ab rüber nach Dänemark“, fuhr er fort.

Dirk hörte ihm schweigend zu.

„Ja, war mir damals alles zuviel, Du...“ sprach Paul weiter.

„Die Alten, die Schule“, er machte eine nachdenkliche Pause.

„Dirk, ich weiß ja dass ich ab und zu ´n Bisschen nerven kann, aber …“ er machte wieder eine Pause.

„Mir geh´n ja immer tausend Dinge gleichzeitig durch den Kopf“,  zur Unterstützung seiner Worte zeigte er auf seinen Kopf und machte eine entsprechende Geste.

„Ist alles ´n Büschen chaotisch bei mir, aber... keine Frau die einem was abnimmt...“, er dachte nach.

„Also was ich sagen wollte... is´... falls ich mal ´n Bisschen zu anstrengend bin, sachst´ Bescheid, ne!“, forderte er seinen Kollegen auf und nippte an seinem Bier.

Dirk schaute ihn fragend an, griff nach seinem Bier und stieß mit ihm an.

„Du und anstrengend?“, fragte er ironisch.

„Meinst das echt oder was?“,  er lehnte sich in seinm Stuhl zurück.

Paul grinste.


Dirk steckte den Schlüssel leise ins Schloss und bemühte sich, keinen Lärm zu machen, als er die Wohnung betrat. Es war spät geworden, aber Regina war noch wach. Sie saß am Küchentisch bei einer Tasse Tee und las die Tageszeitung. Als er kam, schaute sie auf. Er lächelte entschuldigend und gab ihr einen Kuss auf die Wange und fühlte sich augenblicklich schlecht, weil er sie den Abend alleine gelassen hatte.

„Was ist mit Emma?“, flüsterte er.

„Alles in Ordnung, sie schläft“, Regina lächelte.

„Konntest Du genug nachdenken?“, fragte sie dann.

Er nickte und grinste.

„Rate mal, wer vorbeigekommen ist“,  forderte sie auf.

„Dänning?“, fragte sie trocken.

Er nickte.

„Und, was wollte er?“, fragte sie interessiert.

„Einfach klönen“, gab Dirk zurück.

Sie grinste.

„Soso“, sagte sie in neutralem Tonfall. Sie verschwieg, dass sie Dänning heute Abend den Tip mit der Repsold gegeben hatte.

„Du, so verkehrt ist der glaub ich gar nicht“, sagte er entschuldigend und schaute auf seine Schuhe.

Regina musste sich ein Lachen verkneifen.

„Du willst ja nur  nicht, dass ich Krabbe auf den 14/2 setze“, sagte sie und schnitt eine Grimasse.

„Das auch“.

Dirk lächelte schief und griff nach ihrer Hand.

„Rübchen, es tut mir leid“, sagte er schließlich und schaute sie mit Dackelblick an.

„Ist schon in Ordnung“, sagte sie leise.

„Man kommt eben nicht mit jedem auf Anhieb aus“, sagte sie und zwinkerte ihm zu.

Er zog sie an sich und küsste sie.

„Lass uns ins Bett gehen“, schlug er leise vor.

Sie grinste.

„Das ist eine gute Idee, ich bin müde und muss morgen früh raus“, sagte sie, weil sie wusste, dass er genau das nicht hören wollte.

„So hab ich das gar nicht gemeint“, stammelte er schließlich.

„Ich bin sehr müde, ich hatte heute ein anstrengendes Gespräch mit einem Mitarbeiter...“ begann sie lachend.

Er verschloss ihren Mund mit einem Kuss und ließ seine Hände unter ihr Shirt wandern. Dann nahm er sie ihn bei der Hand und zog sie ins Schlafzimmer. Als sie die Küche verließen, löschte sie das Licht.


Paul und Dirk standen am 14/2 und machten Mittagspause. Sie standen allein auf einem Parkplatz mit Elbblick. Der Wind zerzauste ihnen die Haare. Möwen flogen durch die Luft und kreischten. Dirk musste zugeben, dass sein neuer Kollege doch gar nicht so übel war. Sicher, er sabbelte ´n bischen viel und war auch sonst ziemlich chaotisch, aber ansonsten war er in Ordnung.

„Wo ist eigentlich Deine Frau?“, fragte Dirk neugierig.

Frauke hatte er ja schon kennengelernt. Und der Ehering an Pauls Hand war ihm auch schon aufgefallen. Aber von seiner Frau hatte der neue Kollege noch nichts erzählt. Vielleicht lebte er in Scheidung und der Ring war ein Artefakt aus längst vergangenen Zeiten? Ein Lächeln huschte über Pauls Gesicht, er schluckte und schaute aufs Wasser und dann zu Dirk.

„Passt auf“, sagte er.

„Hm?“, fragte Dirk neugierig.

Mehr brachte er nicht heraus, denn er war am Kauen.  

„Von da oben irgendwo“, Paul deutete mit dem Senfbrötchen in der Hand nach oben und schaute in die gleiche Richtung.
 
Dirk überlegte und schaute ebenfalls kurz nach oben. Er dachte kurz an Ellen. Lange her. Anderes Leben. Er verzog das Gesicht.

„Tut mir leid“, sagte er entschuldigend.

Paul legte den Kopf schief und nickte.

„Schon okay“ meinte er mit vollem Mund.

„Ich habs halbwegs verknust“ sagte er.

„Und sie passt ja auf“, fügte er hinzu.

Dirk nickte. Paul biss wieder in sein Brötchen.

„Und bei Dir so?“ fragte er neugierig.

Dirk zuckte mit den Schultern.

„Na, Du erzählst ja auch nichts“, bohrte Paul weiter nach.

„Wie sieht´s bei Dir aus? Bist Du verheiratet?“, fragte er direkt.

Dirk grinste.

„Meine Frau kenn´su doch“, gab er zurück.

Paul überlegte kurz und dachte nach. Es dauerte einen Moment, bis er begriff.

„Du und die Chefin?“, fragte er überrascht.

Dirk legte den Kopf schief und grinste stolz.

„Und ich dachte, der gleiche Name wäre Zufall“, gab Paul zurück.

„Matthies is ja nu´ nich´ so selten“, sagte er dann.

„Nee“, entgegnete Dirk.

„Is´ meine Frau“, sagte er dann stolz.

Paul grinste immernoch.

„Und?“ fragte er weiter.

„Was und?“; fragte Dirk ungeduldig zurück.

„Habt Ihr Kinder?“ fragte Paul neugierig.

Dirk rollte mit den Augen und überlegte, was er dem Kollegen erzählen sollte. Aber war ja kein Geheimnis.

„Jo“, sagte er.

„Alter, nu´sach doch ma´!“, Paul grinste.

„Wir ha´m ne lütte Tochter“ sagte Dirk stolz.

„Süß“, sagte Paul grinsend.

„Jo!“, kam es von Dirk.

„Wie alt ist die Lütte?“, fragte Paul schließlich.

Dirk holte tief Luft und fragte sich, ob sein neuer Partner ihm jetzt Löcher in den Bauch fragen würde.

„Fast ´n Jahr“, gab er zurück und grinste.

„Nee...“, Paul konnte es nicht glauben.  „Ne!“, wiederholte er überrascht.

„Du bist so spät Vadder geworden?“, es war mehr eine rhetorische Frage, aber Dirk nickte.

„Hätt ich auch nicht mehr mit gerechnet“, gab er ehrlich zu.

Bevor sein Kollege noch weitere Fragen stellen konnte, trank er seinen Kaffee aus und warf den Becher in den nächsten Mülleimer.

„So, dann woll´n wir mal“, sagte er und öffnete die Wagentür.

Dann schaute er nochmal kurz nach oben.

„Und äh...“, stammelte er.

„Immer schön aufpassen“, er schaute grinsend zu Paul, der immer noch am kauen war.

Paul entsorgte seinen Müll ebenfalls und schaute Dirk grinsend an.  

„Deswegen siehst Du also immer so fertig aus, Alter“, stellte er fest und ließ sich mit einem triumphierenden Grinsen  hinterm Steuer nieder.

[Ja, ich habe mich für dieses Kapitel mal wieder an einer Folge bedient, aber ich denke, es passt ganz gut und erklärt ein Bisschen was ;) ]
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