Nobody Does It Like You

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
26.11.2017
16.03.2020
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Hallöchen liebe Leser!

Zu aller erst tut es mir wahnsinnig leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe! Das war so gar nicht geplant! *Affe-mit-verdeckten-Augen-Smiley*
Irgendwann wurde die Zeitspanne immer länger und länger. Ich gelobe Besserung!
In diesem Kapitel habe ich die Olympischen Spiele zusammengefasst, ab nächstem Kapitel geht es dann tatsächlich inhaltlich weiter. Wann das kommt, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall nächsten Monat, vermutlich innerhalb der nächsten zwei Wochen.

Ich hoffe, dass ihr weiterhin dabei seid!

PS: Das französische Eislaufpaar, das ich hier erwähne, gibt es wirklich. Ich verlinke kein Video mehr von ihnen, da es ständig gesperrt wird. Wer mehr wissen möchte, darf mich gerne anschreiben. Sie sind übrigens letzte Woche dritte bei den Weltmeisterschaften geworden. ;)

Liebe Grüße und Frohe Ostern!
Eure Flowerista




Nobody Does It Like You
Olympische Winterspiele 2018


Gangneung, Südkorea; Mittwoch, 14. Februar 2018  

Valentinstag. Und ich habe ehrlich gesagt kein Auge dafür. Nicht nur, weil ich keinen Mann habe, mit dem ich es feiern könnte, vielmehr freue ich mich auf das vielfältige Kurzprogramm der Paarläufer. Bisher gab es nur den Teamwettbewerb, jedoch hat Spanien schlicht zu wenig gute Läufer, um hier teilnehmen zu können. Aber schon in zwei Tagen ist unsere Medaillenhoffnung auf dem Eis. Doch heute sind zuerst die Paare dran. Wie passend, so am Valentinstag.
Ich bewundere Eislaufpaare zutiefst. Als Frau muss man so unfassbar viel Vertrauen zu seinem Partner haben, bei den vielen Hebefiguren. Für mich wäre es nie eine Option gewesen. Auch aus Mangel an einem gleichwertigen Partner. Ich bin aber nicht sehr traurig darüber.
Als Zuschauer ist es jedoch ein ständiges Mitfiebern, dass alle Figuren wie geplant ausgeführt werden können. Ich habe zugegeben ein paar persönliche Favoriten, wie zum Beispiel das Paar aus Frankreich. Ihr Kurzprogramm ist wirklich sehr gelungen. Sie laufen zu einem Soundtrack von Fifty Shades of Grey. Mutig, aber es passt zu den beiden, wie ich finde. Ich hoffe, dass es genauso gut für die beiden laufen wird, wie bei den Europameisterschaften in Tschechien vor ein paar Wochen, wo sie nach dem Kurzprogramm auf dem zweiten Platz lagen.
Zusammen mit einem ehemaligen Choreographen kommentiere ich die Wettbewerbe und schon beim Teamwettbewerb hat es viel Spaß gemacht. Bei den Eistänzern gibt es sogar ein spanisches Duo, aber leider sind sie nicht auf dem hohen Niveau, dass eine sehr hohe Platzierung möglich ist. Aber allein bei Olympia dabei zu sein, ist der Höhepunkt einer jeden Karriere. Dass ich dieses Highlight gleich drei Mal miterleben durfte, ist noch immer etwas, das ich selten wirklich realisiere. Nur wenn ich Zuhause meine Medaillen betrachte, kann ich es glauben.
„Bevor wir mit den Paaren anfangen, haben wir noch etwas Zeit. Daher werden wir einen Blick auf deine Olympia-Karriere und deinen ersten Auftritt auf olympischen Boden werfen. Wir fangen heute mit deinem Kurzprogramm aus Turin 2006 an. Kannst du uns etwas dazu erzählen?“, fragt mein Co-Kommentator mich und ich versuche mich an den Auftritt von vor zwölf Jahren zu erinnern.
„Gerne. Ich hatte ein weißes Kleid an, was nach unten hin ins Himmelblaue verlief. Den ersten Sprung, den zweifachen Axel, habe ich natürlich nicht gestanden, aber danach war es soweit ich mich erinnere ziemlich fehlerfrei. Nach dem Kurzprogramm lag ich auf Platz elf“, erkläre ich den Zuschauern.
„Eine schöne Choreographie, wie ich finde. Dann werfen wir doch einen Blick darauf, danach geht es auch schon mit den 22 Paaren los“, entgegnet der ehemalige Choreograph und der Bildschirm vor mir zeigt schließlich mein Kurzprogramm. Eigentlich war der Sprung gut eingeleitet, aber am Ende gab es dennoch einen Sturz. Aber so ist das manchmal. Trotzdem bin ich sehr stolz auf all meine olympischen Auftritte, wie auch auf diesen.

Eine Stunde ist vergangen und mein heimlicher Favorit, was das Kurzprogramm angeht, ist auf dem Eis. Ich liebe diese Choreographie, so leidenschaftlich, frei und wenn alles gelingt, ein Kandidat für die ersten drei Plätze. Es gibt einige Elemente und Sprünge, die Pflicht sind, so kann man die Paare sehr gut miteinander vergleichen. Die nächsten drei Minuten werde ich hoffentlich einen gelungenen Auftritt sehen.
„Du bist Fan von diesem Kurzprogramm, nicht?“, fragt mein Co-Kommentator Daniel.
„Ja. Es ist mal was anderes, als diese langsamen, melodischen Lieder und ich bin immer für Abwechslung. Und das ist definitiv eine. Also genießen Sie diesen Auftritt, erst recht heute an Valentinstag“, leite ich ein, als das französische Eislaufpaar auf dem Eis steht.
Während der Auftritte sagen Daniel und ich selten etwas, damit die Zuschauer genießen können. Denn auch das Gefühl ist wichtig, nicht nur die erfolgreichen Sprünge, die Musik muss man den Eisläufern ansehen. Und bei diesen beiden ist das der Fall und bei jeder schweren Hebefigur drücke ich die Daumen. Natürlich bei allen Paaren, aber hier noch ein bisschen mehr. Am Ende ist es ein gelungener Auftritt und man sieht es beiden an, dass sie zufrieden sind. Der Sprung, den beide parallel springen müssen, war unglaublich synchron. Selbst in der Wiederholung nach dem Auftritt sieht man kaum einen Unterschied.
„Zufrieden mit dem Kurzprogramm?“, fragt Daniel amüsiert.
„Sehr. So gut wie bei den Europameisterschaften. Das sollte für die ersten fünf Plätze reichen“, vermute ich. Etwas später sind alle Paare durch und das französische Paar liegt momentan auf Platz sechs. Fast richtig. Ich hoffe, dass es für beide noch ein paar Plätze nach vorne gehen wird.
„Es hat wie immer sehr viel Spaß mit dir gemacht, Isabell. Freuen wir uns auf morgen und auf deine Kür aus Turin. Schalten Sie sehr gerne morgen wieder ein. Im Programm geht es jetzt mit Curling weiter“, erklärt Daniel und auch ich verabschiede mich für heute von den Zuschauern.
„Danke, Daniel, mir ist es noch immer eine Ehre, mit dir zusammen die Wettbewerbe kommentieren zu dürfen. Bis morgen zur Kür“, sage ich und jemand aus dem Team sagt uns, dass wir nicht mehr live auf Sendung sind. „Jetzt brauche ich dringend einen warmen Tee“, lache ich und Daniel stimmt mir zu.
„Unbedingt“, lächelt er und wir verlassen die Eishalle für heute.


Gangneung/Pyeongchang, Südkorea; Sonntag, 25. Februar 2018  

Wie alle Eiskunstlauf-Wettbewerbe der diesjährigen Winterspiele, findet auch das Schaulaufen morgens gegen zehn Uhr statt. Am letzten Tag der Olympischen Spiele. Sie sind genauso schnell vorbei, wie sie angefangen haben. Mein favorisiertes, französisches Paar ist am Ende Fünfter geworden. Zu Platz drei hat doch ein bisschen was gefehlt. Aber sie können trotzdem zufrieden sein.
Unsere Gold-Hoffnung bei den Herren hat den Wettkampf auf dem Bronze-Rang beendet. Seine erste, olympische Medaille, auch wenn man sich zumindest den Silber-Rang erhofft hatte. Aber der Japaner, sein guter Freund, war einfach besser und hat mehr Punkte bekommen und Gold gewonnen. Die spanischen Eistänzer wurden Zwölfte. Spanien war noch nie sehr erfolgreich bei den Winterspielen, aber es gab noch eine weitere Bronzemedaille eines Snowboarders. Leider konnte ich damals keine olympische Goldmedaille nach Hause bringen, aber in vier Jahren gibt es eine neue Chance für unseren neuen Star.
Ich berichte nun ein wenig vom Schaulaufen, welches nach jedem Wettbewerb stattfindet. Es ist eine Art Dankeschön an die vielen Zuschauer. Ich habe mich bei den Schaulaufen immer für etwas schnellere, aktuelle Musik entschieden. Unser Bronze-Gewinner hat sich als Superman verkleidet, seine Show war mit die witzigste. Aber auch die anderen waren sehr ansehnlich. Bei den Spielen waren sogar Eiskunstläufer aus Nordkorea dabei, was ich toll fand. Sie waren tatsächlich auch gar nicht schlecht, sie bräuchten nur mehr Wettkampferfahrung.
Heute Abend findet die Abschlussfeier statt, dafür müssen wir von der Küste ins Landesinnere nach Pyeongchang reisen. Es wird aber nicht lang dauern, zwischen einer halben und ganzen Stunde. Je nachdem, wann und wie wir uns auf den Weg machen.
Meine Cousine Sienna ist bereits in Barcelona, da ab morgen die Testfahrten der neuen Saison in der Formel 1 beginnen. Ich werde diese wohl nicht besuchen und davon berichten. Die kommende Woche wäre sowieso nicht zu schaffen, die Woche danach überlasse ich ebenfalls Sienna, zumindest ist das so abgesprochen. Mehr als eine abendliche Zusammenfassung würde es sowieso nicht geben. Vielleicht das eine oder andere Interview, aber das kann Sienna allein erledigen, dafür braucht sie mich nicht.
Gegen zwölf Uhr hat die letzte Kufe die Eisfläche von Gangneung verlassen. Es waren schöne Spiele. Mitte März finden die Weltmeisterschaften statt. Dummerweise in der Woche, in der auch das erste Rennen der Formel 1 stattfinden wird, nämlich in Australien. Das heißt, dass ich mich für eine Sportart entscheiden muss. Oder Jorge hat eine andere Idee für mich. Ich werde sehen, ob er mich als Kommentatorin haben möchte oder ich lieber doch nach Australien reisen soll.
Jetzt geht es tatsächlich mit dem Zug nach Pyeongchang, was eine halbe Stunde dauern soll. Montagmittag geht es nach Seoul, von dort mit dem Flugzeug nach Shanghai. Und wenn alles klappt, irgendwann zurück nach Madrid.
Ich bin mittlerweile durchaus gespannt auf die nächsten Monate. Rund alle zwei Wochen ein neues Land, eine neue Kultur, ein neues Abenteuer. Und dann auch noch die Formel 1, die ja nicht ganz unbekannt auf der Welt ist. Eigentlich hätte ich mich sofort melden müssen, so spannend wie der neu Job ist. Aber besser spät als nie. Sobald ich wieder in Madrid bin, werde ich mich mehr mit meiner neuen Stelle beschäftigen. Auch für die Reisen werde ich einiges erledigen müssen. Wer kümmert sich eigentlich um die Flüge und Hotels? Und wer neben Sienna und mir gehört noch dem Team an? Na, ich werde es noch hoffentlich früh genug erfahren. Heute Abend steht aber natürlich noch die Abschlussfeier an.


Shanghai Pudong International Airport, China; Montag, 26. Februar 2018  

Montagabend. China. Daniel, der ehemalige Choreograph, ein paar andere Kommentatoren und Experten und ich verbringen die letzten Stunden in Asien. Wir warten auf unseren Anschlussflug nach Frankfurt mit der Lufthansa, als ich auf meinem Smartphone überprüfe, ob ich neue Nachrichten habe. Aber außer einem Anruf von Jorge ist nichts dabei. Eigentlich sollte er doch wissen, dass wir im Flieger saßen. Als ich ihn soeben zurückrufen möchte, bekomme ich einen neuen Anruf. Wieder Jorge.
„Hallo?“, frage ich und entferne mich ein bisschen von den anderen. Allerdings wimmelt es hier überall nur so von Menschen.
„Hallo, hier ist Jorge. Seid ihr bereits in China?“, fragt er nach und ich nicke. Doof nur, dass er das nicht sehen kann.
„Ja. Wir sind so vor einer halben Stunde aus Seoul gelandet“, erkläre ich ihm.
„Ja, stimmt. Ich hatte bereits angerufen, bis mir dann eingefallen ist, dass ihr wahrscheinlich gerade unterwegs seid. Ich wollte dir nur sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit den Übertragungen insgesamt und vor allem mit deiner Arbeit“, sagt er und ich lächle zufrieden.
„Danke“, antworte ich.
„Sag das bitte auch den anderen. Also den ersten Teil natürlich nur. Deine Cousine berichtet bereits aus Barcelona. Am besten tauscht ihr euch ein bisschen aus, das kann sicherlich nicht schaden. Wann kann ich mit dir bei den Sport-News rechnen?“, fragt Jorge.
„Puh, hier ist es ja schon bald Mitternacht. Ich schätze vor Mittwoch auf keinen Fall, lieber wäre mir aber ab Donnerstag. Dann kann ich auch das Wochenende übernehmen“, entgegne ich.
„Sehr gut. Sienna fällt ja für diesen Zeitraum aus. Und nächste Woche auch. Jedenfalls werden sich alle Beteiligten nochmals treffen, um die Anreise nach Australien zu planen. Tut mir leid, da wartet schon die nächste lange Reise auf dich“, entgegnet Jorge.
„Macht nichts. Wie sieht es denn mit den Weltmeisterschaften aus? Die sind ja in der gleichen Woche, in der auch das Rennwochenende stattfindet“, frage ich nach.
„Mhm. Ich weiß nicht, ob du es schon mitbekommen hast, aber unser Medaillen-Gewinner wird nicht an den Weltmeisterschaften teilnehmen. Und auch andere Stars werden nicht dabei sein“, berichtet Jorge.
„Was? Das ist schade. Also läuft es darauf hinaus, dass ich auch wirklich nach Australien fliege und nicht zu der WM?“, frage ich nach. Ich habe diese Nachricht tatsächlich noch nicht mitbekommen, aber so wäre es vielleicht tatsächlich kein Muss dafür das erste Saisonrennen sausen zu lassen.
„Genau. Aber du wirst definitiv eine Zusammenfassung kommentieren. Ist ja nicht so, als seien wir nur auf ihn aus. Aber dann eben aus Australien“, erklärt mein Chef mir.
„Gut. Dann sehen wir uns spätestens Donnerstag“, sage ich und möchte das Gespräch nun doch langsam beenden.
„Klar. Und guten Flug euch allen“, verabschiedet Jorge sich auch gleich.
„Danke, bis dann“, entgegne ich und lege schließlich auf. Mit ein paar Neuigkeiten im Gepäck gehe ich wieder zu meinen Mitreisenden.
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