Nobody Does It Like You

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
26.11.2017
05.11.2019
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Dieses Kapitel
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Hallöchen liebe Leser!

Einige von euch kennen mich vielleicht schon durch meine andere Geschichte, jetzt gibt es ein neues Projekt von mir. Diese Idee schwebt mir schon seit einigen Jahren im Kopf umher und ich dachte, es wäre jetzt an der Zeit, diese Idee zu verschriftlichen und ich hoffe, dass es euch gefallen wird. Es wird sich wieder um Motorsport drehen, aber in einer anderen Art, als in meiner anderen Geschichte.

Ich freue mich über jeden Leser und jedes Feedback!
Gleichzeitig möchte ich auf meine andere Geschichte Until It Beats No More verweisen, falls sie jemand noch nicht entdeckt hat.

Das nächste Kapitel kommt wahrscheinlich zum Nikolaus. =)

Liebe Grüße und viel Spaß!
Eure Flowerista




Nobody Does It Like You
Prolog


Madrid, Spanien; Dienstag, 19. Dezember 2017  

Das Jahr 2017 nähert sich dem Ende zu und das merkt man jedem in der Redaktion deutlich an. Viele sind in Weihnachtsstimmung, summen Lieder vor sich hin oder überlegen, was sie ihren Liebsten zu Weihnachten schenken sollen. Ich dagegen habe glücklicherweise schon seit ein paar Wochen alles beisammen und muss mich nicht um die Feiertage kümmern. Diese werde ich nämlich mit meiner Familie und engsten Verwandten feiern, worauf ich mich schon sehr freue.
Das neue Jahr erwarte ich ebenso mit größter Spannung. Ich hoffe, dass es beruflich gesehen meinen Horizont erweitern wird. Zugegeben habe ich keine Lust mehr, immer nur die Sport-News des Tages vorzutragen und ab und zu bei einem Champions-League-Spiel dabei zu sein, wie es dieses Jahr der Fall war. Ich möchte mehr. Viel mehr.
Nächstes Jahr finden die Olympischen Winterspiele statt und ich als ehemalige Eiskunstläuferin habe mich sofort zur Verfügung gestellt, um diese Wettbewerbe aus Südkorea zu kommentieren. Noch habe ich keine Antwort erhalten, aber spätestens in zwei Wochen sollte ich endlich von meinem Vorgesetzten Bescheid bekommen. Schließlich ist so eine Reise nach Südkorea nicht so einfach von heute auf morgen planbar. Ich bin jedoch guter Dinge. Wer sonst könnte diese Wettbewerbe besser kommentieren als ich? Jetzt, wo wir einen weiteren Eiskunstlauf-Star aus Spanien vorweisen können, nachdem ich meine sportliche Karriere nach den Winterspielen 2014 beendet habe? Aber ich muss mich in Geduld üben, was nicht unbedingt zu meinen Stärken zählt.
Als ich meinen Laptop zuklappe und in die dafür vorgesehene Tasche packen will, höre ich jemanden meinen Namen rufen. Leise, aber für mich dennoch hörbar.
„Isa! Isabell! Jetzt komm her! Ich muss dir etwas zeigen!“, ruft meine Cousine Sienna mich im Flüsterton, die schräg gegenüber ihren Platz im weiträumigen Büro hat. Seufzend packe ich meine Tasche zu Ende und gehe anschließend zu ihrem Schreibtisch rüber.
„Was ist denn? Ich will doch in die Eishalle“, entgegne ich ungeduldig. Ich kam diesen Monat noch gar nicht dazu ein paar Runden zu drehen. Ich mache noch immer regelmäßig Übungen auf und neben dem Eis, um fit zu bleiben. Es ist mein Ausgleich zu meinem neuen Beruf.
„Hast du diese E-Mail auch soeben erhalten?“, fragt Sienna mich und ich gehe um den Schreibtisch herum.
„Nein. Welche?“, will ich wissen.
„Von der obersten Stelle. Sie wollen ein neues Team zusammenstellen. Du weißt doch, Antena 3 hat die Übertragungsrechte für diese berühmte Rennserie gekauft und will bei ihrem Sportsender nächstes Jahr alle Rennen zeigen. Und dafür suchen sie jetzt ein Team. Hast du also auch so eine Mail bekommen? Dann könnten wir uns doch gemeinsam bewerben!“, erklärt Sienna euphorisch. Motorsport? Ich?
„Du weißt schon, dass ich davon überhaupt keine Ahnung habe?“, entgegne ich.
„Macht nichts. Bringe ich dir bei. Außerdem brauchst du diesen technischen Kram doch gar nicht. Wenn du die Einladung bekommen haben solltest, sag mir Bescheid!“, sagt Sienna und ich nicke etwas desinteressiert.
„Klar, mache ich. Bis morgen“, verabschiede ich mich, drücke ihr einen Schmatzer auf die Wange und mache mich auf den Weg in meine heißgeliebte Eishalle.

Eine Stunde später stehe ich endlich wieder auf dem Eis und probiere ein paar Sprünge aus, nachdem ich mich aufgewärmt habe. Dreifache springe ich mittlerweile eher selten, weil mir die Verletzungsgefahr zu hoch ist, seit ich nicht mehr gefühlt jeden Tag trainiere. Aber für zweifache und einfache Sprünge reicht es noch immer aus. Zufrieden atme ich die eisige Luft ein und schließe die Augen.
Jahrelang war dies meine Heimat, mein Zufluchtsort, wenn ich einfach mal raus musste. Das ist noch immer so und wenn ich hier bin, ist es meistens nach einem Arbeitstag im Büro, wo ich meine nächsten Sendungen vorbereite. Ich moderiere nicht jeden Tag die Sport-News, aber morgen bin ich wieder an der Reihe. Normalerweise wechsele ich mich mit meiner Cousine ab, manchmal auch mit einem männlichen Kollegen, sodass ich ungefähr zwei bis vier Mal pro Woche abends gegen 19 Uhr vor der Kamera stehe.
Ich weiß nur zu gut, dass viele spanische Moderatorinnen und Reporterinnen mit irgendwelchen Fußball-Stars anbandeln, um ihre Karrieren zu pushen. Aber das ist nicht meins. Ich will es allein schaffen und nicht, weil ich die Freundin von bin. Vielleicht dauert es so um einiges länger, aber ich kann dennoch froh sein, dass ich durch einige Praktika während der Sommerpausen in Erinnerung geblieben bin und so eine Chance bei Antena 3 bekommen habe. Nicht zuletzt durch meine Cousine Sienna, die sogar Journalismus studiert hat und mir mehrere Crash-Kurse gegeben hat.
Meine erste, große Bewährungsprobe waren die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio, davor war ich in Frankreich unterwegs und habe von den Spielen bei der Fußball-Europameisterschaft berichtet. Noch immer bin ich ziemlich stolz darauf, auch wenn vor allem Rio nur ein Ergebnis glücklicher Zufälle war. Aber solche Chancen muss man ausnutzen. Dieses Jahr war es eher etwas mau. Ungerade Jahre bieten nicht ganz so viele Großereignisse an wie gerade Jahreszahlen.
Seit Mitte 2015 bin ich in diesem Beruf tätig und ich könnte mir nichts Schöneres und Aufregenderes vorstellen, als jetzt auf der anderen Seite des Mikrofons zu stehen. Ich weiß genau, wie sich die Sportler nach einem harten Wettkampf fühlen und kann dementsprechend besser beurteilen, ob ich ihnen gewisse kritische Fragen stellen kann oder es lieber sein lassen sollte, weil ich sonst eine schnippische Antwort bekommen würde.
Es ist definitiv das, was ich auch in Zukunft machen möchte. Und ich werde alles dafür tun, um zu den besten und erfolgreichsten Reporterinnen Spaniens zu gehören. Fast alles.
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