Does God gloat?

von Herzlos
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Abigail Hobbs Dr. Alana Bloom Dr. Bedelia Du Maurier Dr. Hannibal Lecter Jack Crawford Will Graham
26.11.2017
02.06.2019
8
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26.11.2017 2.953
 
Hannibal Lecter: [about killing him] »Would you have done it quickly, or would you have stopped to gloat?«
Will Graham: »Does God gloat?«
Hannibal Lecter: »Often.«


Disclaimer: Mir gehört nichts, außer den Ideen für diese Oneshots und Drabbles, und ich verdiene kein Geld hiermit.

Anmerkung: Dieser erste Oneshot ist P18 (Slash) - bitte beachten!


* * *

Desire
[Oneshot]


„Dr. Chilton ist nicht der Chesapeake Ripper.“ Wills Finger fuhren vorsichtig über das lange Hirschgeweih. Die Dekofigur in Hannibals Büro war ihm gleich nach seinem ersten Albtraum ins Auge gesprungen. Ein Albtraum, der ihn seither nicht mehr losließ.

Hannibal, der sich ihm von hinten näherte, trat dicht an ihn heran. „Was macht Sie da so sicher, Will?“ Ein leichtes Kribbeln kroch Wills Wirbelsäule hoch. Er war ihm so nah, dass sich ihre Körper beinahe berührten. Der Psychiater senkte seinen Kopf ganz langsam hinab und sog kaum merklich die Luft ein.

Will hob den Kopf ein wenig. „Haben Sie gerade schon wieder an mir gerochen?“ Er schnaubte fassungslos. „Ich habe das Aftershave gewechselt.“

„Das ist mir nicht entgangen, Will. Und glauben Sie mir, jeder Mensch in Ihrer unmittelbaren Nähe wird Ihnen dafür überaus dankbar sein.“

„Was ist es dieses Mal, Dr. Lecter?“ Will drehte sich ruckartig um und sah Hannibal, der sich rasch ein wenig zurückgelehnt hatte, fest in die Augen. Der Profiler hatte die Augenbrauen verärgert zusammengezogen. „Enzephalitis?“

„Nein.“ Hannibal stand wie eine Statue vor ihm. „Erregung“, sagte er schlicht.

Will spürte, wie sich sein Puls beschleunigte und er machte den Fehler, Hannibals Blick auszuweichen. Er wusste, dass dem Psychiater auch die kleinsten Zeichen nicht entgingen. Er musste vorsichtig sein. Wachsam. „Sie meinen, dass ich wütend auf Sie bin?“, fragte er, um von seiner Reaktion abzulenken. „Denn wenn dem so ist, dann haben Sie recht, das bin ich.“

Hannibal bewegte sich keinen Millimeter. „Ich nehme eine andere Form der Erregung wahr, Will.“ Er ließ ihn nicht aus den Augen. Will schwieg. Nur das Ticken der großen Standuhr in Hannibals Büro war zu hören. „Warum sind Sie wütend auf mich?“, fragte er schließlich und neigte seinen Kopf ein wenig zur Seite.

Aufgestaute Luft wich aus Wills Kehle; er hatte gar nicht gemerkt, dass er sie angehalten hatte. Er drehte sich wieder mit dem Rücken zu Hannibal und betrachtete erneut die Hirschfigur. Seine Finger berührten den Kopf, strichen abermals über das beachtliche Geweih und er hörte sich selbst flüstern: „Ich höre nicht auf, von Ihnen zu träumen.“

Der Psychiater fixierte Wills Hinterkopf und musste sich mit aller Kraft davon abhalten, die dichten Locken zu berühren, an ihnen zu riechen, seine Hände darin zu vergraben... „Was genau passiert in Ihren Träumen, Will?“, flüsterte Hannibal. Seine Stimme war so nah an Wills Ohr, dass dieser eine leichte Gänsehaut bekam. Seine Augen fielen zu.

„Ich töte Sie.“

„Wie?“

„Mit meinen Händen.“

Hannibal erzitterte lustvoll bei dieser Vorstellung. Er befeuchtete sich die Lippen, rückte noch ein wenig näher zu Will. Nun berührten sich ihre Körper ganz leicht. „Wie hat es sich angefühlt?“, hauchte er ihm ins Ohr, so nah, dass Will den warmen Atem des Doktors auf seiner Haut spürte, wie einen Kuss. Nun war Will derjenige, der leicht erschauerte.

„Es hat sich gut angefühlt“, wisperte er und atmete tief durch. Er hielt die Augen geschlossen. „Viel zu gut.“ Hannibals Atem strich durch seine Haare. Der Profiler lehnte sich ein klein wenig zurück und stieß sanft gegen Hannibals Körper.

„Werden Sie mich töten, Will?“, flüsterte der Ältere und berührte nun tatsächlich Wills Ohrmuschel mit seinen Lippen.

Will atmete zitternd aus, lehnte sich noch ein wenig mehr gegen seinen Psychiater und flüsterte: „Nein.“ Seine Mundwinkel zuckten ganz leicht nach oben. „Die Fantasie von Ihrem Tod ist viel zu schön, als dass ich sie mir selber nehmen würde.“

Hannibals Atem strömte gegen Wills Ohr und der Jüngere schluckte hörbar, als dessen Lippen die markante Linie seines Kiefers entlangfuhr. Es war, als würde er ihn kaum berühren. Will legte den Kopf ein wenig in den Nacken, um ihm mehr Platz zu bieten, woraufhin nun auch Hannibals Hände zum Einsatz kamen. Er berührte Wills Oberarme, während seine Lippen in Richtung Hals wanderten. Wills Herzschlag verdoppelte sich und er wusste, dass Hannibal es spürte.

„Begehren Sie mich, Dr. Lecter?“ Will schluckte und biss die Zähne fest aufeinander.

Nun senkte Hannibal seine Lippen endgültig auf Wills Hals und küsste die warme Haut. „Mit jedem Tag mehr.“ Er registrierte Wills zitternden Atem mit größter Zufriedenheit, küsste seinen Hals erneut und sog seinen Geruch tief in sich ein. Als er das Ohr des Jüngeren küsste, keuchte dieser kaum hörbar auf und drehte sich schließlich langsam zu Hannibal um. Ihre Blicke trafen sich und Wills Puls schoss vollends in die Höhe. Völlig regungslos stand Hannibal vor ihm. Ihre Gesichter waren sich so nah, dass Will sich bloß ein wenig nach vorne lehnen müsste, um ihn zu küssen. Stattdessen aber schloss er die Augen und konzentrierte sich auf eine möglichst ruhige Atmung.

Hannibals Hände fuhren Wills Oberarme quälend langsam auf und ab. Jede Berührung ließ ihn brennen. Als der Profiler die Augen wieder öffnete, waren sie so lustverhangen, dass Hannibal sich nicht mehr länger beherrschen konnte. Er senkte den Kopf, stoppte kurz vor Wills Lippen und wartete. Innerhalb eines Wimpernschlages hatte Will die letzten paar Zentimeter überbrückt und ihn geküsst.

Wills Kuss war wie eine Offenbarung für Hannibal. Er ließ seine Hände in Wills Haare gleiten, spürte endlich die zarten Locken, ertastete die Kopfhaut, den Haaransatz im Nacken, die warme Haut, die er nun sanft massierte. Wills Hände berührten Hannibals Hemd, er hielt sich daran fest, während er seinen Mund begierig auf Hannibals presste. Er war plötzlich überall. Überall um ihn herum. Sein Kuss hüllte ihn in eine Art Kokon und Will hatte nicht den Wunsch, aus diesem Kokon auszubrechen. Er wollte Hannibal mit hineinziehen, ihn ebenfalls darin einhüllen, bis es nur noch sie beide gab.

Hannibal roch gut. So undefinierbar, dass Will keinen einzigen konkreten Geruch herausfiltern, konnte, doch die Wirkung war unbestreitbar anziehend. Als sich ihre Lippen trennten, verschloss Will sie gleich wieder miteinander. Seine Hände fuhren Hannibals Brust hinauf, bis hin zu seinem Hals. Während Hannibal Wills Körper nunmehr komplett umfasst hatte, um ihn näher zu sich zu ziehen, war Will nun derjenige, der Hannibals Kopf mit beiden Händen umfasste. Ihr Kuss wurde hungrig. Will drängte sich gegen ihn, seine Finger glitten in Hannibals Haare, ihre Oberkörper waren dicht aneinandergepresst. Sie öffneten zeitgleich den Mund und ihre Zungenspitzen streiften einander kurz. Will keuchte, zog grob an Hannibals Haaren, küsste ihn wieder. Sie schmeckten sich, küssten sich langsam und intensiv.

In Will war ein Feuer entfacht worden, das sich nicht mehr aufhalten ließ, es riss alles mit sich. Erregung kroch in ihm hoch, so stark, dass ihm schwindelig wurde. Seine zitternden Finger öffneten den ersten Knopf von Hannibals Hemd, dann den zweiten und dritten, dann riss er das Kleidungsstück so ungeduldig auf, dass die Knöpfe links und rechts zur Seite flogen und zu Boden fielen. Er spürte Hannibals Grinsen, als er ihn wieder küsste und ihm das Hemd vom Körper zog.

Hannibals nackter Oberkörper raubte Will den Atem. Seine Hände fuhren über die behaarte Brust, streiften die kleinen, festen Brustwarzen, berührten die harten, definierten Bauchmuskeln, über die sich überraschend zarte Haut spannte. Hannibals Puls stieg nur langsam an, doch das Ziehen in seinem Unterleib sprach eine eindeutige Sprache. Seine Lippen lagen auf Wills, als er sich an die Arbeit machte, die Knöpfe seines karierten Hemdes sorgfältig zu öffnen. Ganz langsam, einer nach dem anderen. Seine Fingerknöchel streiften Wills nackte Haut und schickten ihm heiße Wellen durch den Körper. Der Profiler wartete ungeduldig, bis er selbst aus seinem Hemd schlüpfen konnte, dann schlang er seine Arme um Hannibals Hals und presste ihre nackten Oberkörper aneinander. Sein Herz raste. Hannibals Körper war angenehm warm, und die Art und Weise, wie er seinen Rücken streichelte, ließ ihn sentimental werden. Es fühlte sich nach Sicherheit und Geborgenheit an. Wie das Ziel einer langen Reise. Er löste den Kuss, vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge, inhalierte den Duft seiner Haut und ließ seine Fingerspitzen durch sein Haar gleiten.

Wills Lippen lagen über Hannibals Halsschlagader. Sein ruhiger Puls klopfte regelmäßig gegen die weiche Haut und beschleunigte sich, als Will begann, zärtliche Küsse auf seinen Hals zu hauchen. Er war schließlich an seinem Ohr angelangt, liebkoste sein Ohrläppchen und registrierte zufrieden, dass Hannibals Griff an Wills Haut stärker wurde. Ein ganz leises, kaum hörbares Keuchen entwich der Kehle des Psychiaters und ließ Will aufhorchen.

„Wollen Sie mich quälen, Will?“, raunte Hannibal leise.

Will küsste die zarte Haut unterhalb von Hannibals Ohr. „Auf jede nur denkbare Art und Weise“, flüsterte er.

Hannibal lehnte sich zurück, um ihn anzusehen. Sein Blick war unergründlich. Will befeuchtete sich die Lippen, zog ihn abermals zu sich und küsste ihn. Seine Zunge fuhr über Hannibals Zähne, während sich seine Hände um dessen schmales Gesicht legten. Er strich die Konturen der markanten Wangenknochen nach.

Hannibals Hände streichelten an Wills Seiten entlang und bescherten ihm eine Gänsehaut. Sie küssten sich lange; Will konnte nicht genug davon bekommen. Der Doktor küsste gut. Seine Zunge neckte Wills so gekonnt, dass er das deutliche Ziehen in seinem Unterleib nicht mehr länger ignorieren konnte. Ganz automatisch fuhren seine Hände hinab und legten sich auf Hannibals Hosenbund. Er zögerte. Hannibal löste den Kuss und sah ihn an. Will konnte seinen Blick wieder nicht deuten, das konnte er oft nicht und es ärgerte ihn.

In aller Seelenruhe schlenderte Hannibal zur Tür seines Büros und schloss diese ab. Wills Herz pochte. Dann ging er zu einer der Vitrinen und holte zwei Gläser heraus, die leise aneinanderklirrten. Aus einem weiteren Schrank holte er eine Flasche Wein hervor. Rotwein, wie Will kurze Zeit später feststellte. Während sich der Profiler vor Erregung nur mit Mühe auf den Beinen halten konnte, war der Doktor so ruhig und geschickt wie immer. Lediglich die Ausbeulung seines Schritts ließ Will wissen, dass er ebenfalls erregt war. Er schenkte ihnen zwei Gläser Wein ein, setzte sich auf die schmale Liege und deutete Will an, sich neben ihn zu setzen.

„Auf was trinken wir?“, fragte Will, als er das Glas mit leicht zittrigen Fingern an sich nahm.

Hannibal sah ihn an. „Es gibt am heutigen Abend einige Gründe, zusammen anzustoßen.“ Sein Blick glitt flüchtig über Wills nackten Oberkörper. „Trinken wir auf die Freundschaft“, sagte er leise und hob sein Glas.

Will schluckte. „Auf die Freundschaft.“ Er ließ sein Weinglas leise gegen Hannibals klirren, und als er den ersten Schluck trank, musste er die Augen schließen, so gut tat es. Der Wein war köstlich und die angenehm kühle Flüssigkeit legte sich wie Samt um seinen Gaumen. Als er die Augen wieder öffnete, nahm Hannibal ihm das Glas aus der Hand, stellte es auf dem kleinen Tisch neben der Liege ab, umfasste Wills Wange mit einer Hand und küsste ihn. Seine Zunge schmeckte nach dem herrlichen Wein und als Hannibal ihn sanft in eine liegende Position manövrierte, konnte er ein leises Keuchen nicht mehr unterdrücken. Der Ältere lag über ihm, eine Hand an seiner Wange, die andere auf Wills Oberkörper. Er küsste ihn so reizvoll, dass Wills Glied in seiner Hose kurz zuckte. Hannibals Hand strich über Wills nackte Brust, sein Daumen umkreiste die empfindlichen Brustwarzen eine nach der anderen, und Will begann, sich nervös unter ihm zu bewegen.

Eine warme, samtige Zunge fuhr über seinen Hals, spitze Zähne fanden sein Ohr, knabberten zärtlich an seinem Ohrläppchen und schickten heiße Schauer durch Wills Körper. Hannibal küsste sein Ohr, seinen Hals, hinunter über sein Schlüsselbein, bis hin zu den Brustwarzen, an denen er vorsichtig saugte. Will stöhnte leise. Er hatte die Augen geschlossen, griff nun blind an Hannibals Schultern, dann in sein Haar, welches er sanft zu streicheln begann. Die Küsse wanderten hinab zu seinem Bauch. An seinem Hosenbund machte Hannibal Halt. Er richtete sich auf, ließ seinen Blick abermals über Wills Körper schweifen und begann anschließend, Wills Schuhe zu öffnen. Er zog sie ihm mitsamt den Socken von den Füßen, zog sich auch seine eigenen aus und stellte sie ordentlich nebeneinander. Will schüttelte fassungslos mit dem Kopf und lachte leise.

„Was ist so lustig, Will?“, fragte Hannibal mit leichtem Schmunzeln.

Will schüttelte wieder mit dem Kopf und suchte nach den passenden Worten. „Ich habe mich nur gerade gefragt, ob du nicht auch unsere Hemden ordentlich zusammenlegen möchtest.“

Es entging dem Doktor nicht, dass Will ihn duzte. Er ließ sich darauf ein. „Mein Hemd hast du kaputt gemacht.“ Er beugte sich über den Jüngeren, stützte sich mit beiden Händen rechts und links neben ihm ab und fixierte ihn mit wachsamen Augen.

„Dann musst du dir ein neues kaufen“, flüsterte Will, zog ihn zu sich und küsste ihn mit einer Leidenschaft, die selbst den Doktor überraschte. Seine Hände fuhren Hannibals Rücken auf und ab, er ertastete die festen Muskeln unter der warmen Haut, die einzelnen Rippen und Wirbel.

Hannibals linke Hand fuhr abermals zu Wills Hosenbund und während sie sich begierig küssten, begann der Ältere, seinen Gürtel geschickt mit einer Hand zu öffnen. Dann den Knopf und den Reißverschluss, den er quälend langsam hinabzog. Kaum war das geschehen, wollte er sich erneut von Will lösen, vermutlich um ihm die Hose auszuziehen, doch Will legte ihm die Hand in den Nacken und zog ihn erneut zu sich hinunter. Er konnte nicht warten, konnte nicht verzichten, nicht einmal zwei Sekunden. Er biss dem Doktor spielerisch in die Unterlippe, woraufhin dieser die Luft scharf einsog und zum ersten Mal leise keuchte. Während sie sich küssten, schob Hannibal seine Hand völlig unverblümt in Wills Unterhose und umfasste sein Glied. Will schnappte nach Luft. Er legte den Kopf in den Nacken, sein Herz raste wie wild. Hannibal widmete sich erneut seinem Hals, leckte über die warme Haut, spürte den rasenden Puls an seinen Lippen und streichelte Wills Glied mit äußerst gezielten Handgriffen.

Will hatte das Gefühl, jeden Augenblick zu explodieren. Er versuchte krampfhaft, seine Erregung zu dämmen, um nicht sofort zum Orgasmus zu kommen, doch der Doktor stellte ihn auf eine harte Probe. Es war beinahe erleichternd, als er nun doch von ihm abließ, um ihm die Hose von den Beinen zu ziehen und sich auch seiner eigenen zu entledigen. Will verliebte sich in den Anblick des erregten Doktors, der ihn mit lustverschleiertem Blick musterte. Er wusste nicht, wie ihm geschah, als sich Hannibals Küsse seinem Unterleib näherten. Sein Glied pochte und bereits jetzt wand er sich nervös unter den zärtlichen Küssen.

Hannibal streifte ihm die Unterhose von den Beinen. Völlig nackt lag Will nun vor ihm, erigiert bis zum Anschlag. Der Ältere küsste seinen Bauch, küsste weiter hinab, und als sich seine Lippen um Wills Glied legten, stöhnte dieser laut auf. Die samtige Zunge, die nun seinen empfindlichsten Punkt liebkoste, fühlte sich so gut an. Er hatte noch nie zuvor etwas Besseres gefühlt; Hannibal wusste genau, was er tat. Es dauerte nicht lange, bis Will von einer solch heftigen Überreizung durchflutet wurde, dass es ihm vorkam, als wäre er der Ohnmacht nahe. Sein Orgasmus ließ ihn laut stöhnen, dann angestrengt nach Atem ringen und schließlich erschöpft zurück auf die weiche Liege sinken. Sanfter Schweiß überzog seinen Körper und Hannibal nahm diesen unvergleichlichen Duft tief in sich auf. Er hatte Wills Sperma geschluckt und erkannte allein am Geschmack das Maß der Erregung. Er küsste Wills Brust, genoss den leicht salzigen Geschmack des Schweißes und strich ihm dann sanft eine Haarsträhne aus der Stirn. Will öffnete schwerfällig die Augen. Er konnte nichts sagen; er hatte noch immer damit zu kämpfen, wieder zu Atem zu kommen.

Zwei starke Arme schlangen sich um seinen Körper und er wurde an Hannibals Brust gezogen. Eine Welle der Müdigkeit schwappte über ihn und er spürte, dass er die Augen nicht mehr offenhalten konnte. Er ergab sich der Dunkelheit und schlief ein, während Hannibal ihn sanft streichelte.



„Will?“ Die Worte kamen nur sehr leise bei ihm an. „Will? Sind Sie wach?“ Er atmete tief durch, öffnete die Augen und blinzelte verwirrt in Hannibals Gesicht. Er saß neben ihm auf der Liege – doch sie waren beide vollständig bekleidet.

„Was–“, begann Will und fasste sich an die Stirn. Er fühlte sich seltsam, ihm war schwindelig.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Hannibal und legte den Kopf schief.

„Was ist passiert?“ Will richtete sich auf und sah an sich herunter. Er trug all seine Klamotten, selbst die Schuhe.

„Sie sind eingeschlafen und ich habe Sie schlafen lassen.“ Hannibal sah auf seine Armbanduhr. „Jetzt würde ich gerne nach Hause gehen.“

„Ich bin eingeschlafen?“, fragte Will ungläubig. „Aber–“ Sein Blick fiel auf Hannibals Hemd. Sein Jackett war offen und so konnte Will erkennen, dass die Knöpfe, die er ihm abgerissen hatte, alle noch intakt waren. Sein Hemd war nicht kaputt. Er schüttelte den Kopf, fuhr sich abermals erschöpft durchs Gesicht. Es war nur ein Traum gewesen. Er hatte all das tatsächlich nur geträumt.

„Entschuldigen Sie“, sagte er hastig und stand von der Liege auf. Auch Hannibal erhob sich.

„Kein Grund sich zu entschuldigen. Es war, als hätten Sie zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich tief und fest geschlafen.“

„Ja, das... das kommt mir auch so vor...“ Will befeuchtete sich nervös die Lippen und ging zur Tür. Hannibal folgte ihm.

„Ich kam nicht umhin zu bemerken, dass Sie im Schlaf gelächelt haben“, sagte der Psychiater, als Will die Tür geöffnet hatte. „Haben Sie etwas Schönes geträumt?“

Wills Puls stieg, er fühlte sich sofort ertappt. Er schluckte, zog kurz die Augenbrauen zusammen und überlegte, was er sagen sollte. Hannibals durchdringender Blick, mit dem er urplötzlich ganz andere Szenen in seinem Kopf verband, ließ ihn verstummen, und so nickte er lediglich knapp, ehe er sich umdrehte und ging.

Hannibal schmunzelte, schloss die Tür hinter ihm und ging mit einem leisen Seufzen zu seinem Schreibtisch. Dort setzte er sich auf seinen Stuhl, zog ein weißes Hemd aus der Schublade und strich sanft über die demolierte Knopfleiste.
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