Keeping up with my normal life

GeschichteRomanze, Familie / P16
Kelly Severide OC (Own Character)
26.11.2017
19.07.2019
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25. Erklärungen und Erkenntnisse

“Du solltest dich wirklich nicht selber entlassen” erklärte Gabby zum dritten Mal entschieden, während sie mir Matts Autotür aufhielt.  “Ich hab ja nicht vor direkt einen Marathon zu laufen.” formulierte ich meine Argumentation zum mittlerweile siebten Mal um. An Kelly waren die ersten vier abgeprallt, ebenso wie die Drohung, dass ich auch anders nach Hause komme. Sturkopf, mich jeden Tag besuchen, aber dann nicht helfen wollen. “Aber die Narben sind gut verheilt, auch die Blinddarmnarbe und wegen verstauchtem Knöchel und einem Gipsarm behält man nun wirklich niemanden lange im Krankenhaus. Da bin ich auf meiner Couch besser aufgehoben.” “Warum glaube ich nur, dass du nicht einfach auf der Couch liegen bleiben wirst” sie sah zum wiederholten Male über die Schulter. “Hank wird schon nicht vorbei kommen und dich erschießen.” versuchte ich die Stimmung zu lockern, aber auch an ihr prallte mein Witz ab. Der Schlag auf den Kopf schien mich wahnsinnig unlustig gemacht zu haben.


"Habt ihr die Artikel eigentlich gelesen?" rang ich mich schließlich dazu durch ihr die Frage zu stellen, die ich seit Tagen mit mir herum trug, als wir auf die Hauptstraße einbogen. Eigentlich hatte ich sie Kelly stellen wollen, aber jedes Mal hatte mich in der letzten Minute der Mut verlassen. Er machte nicht den Anschein, dass etwas anders war als sonst und auch all die anderen in ihren Nachrichten nicht, aber ob das war, weil sie es nicht wussten oder weil es für sie wirklich keinen Unterschied machte, konnte ich nicht einschätzen. Letzteres war natürlich zu hundert Prozent das worauf ich hoffte, aber ohne Gewissheit wurde ich wahnsinnig. Es war gerade schon genug unsicher, mit einem Irren frei herumlaufen der offensichtlich etwas gegen mich hatte. Sie schmiss den Blinker an und rauschte um die Ecke, ehe sie mir einen undefinierbaren Blick zuwarf. “Tonio hat das ganze direkt als Beweismaterial eingesammelt, bevor jemand einen Blick drauf werfen konnte. Das hat die Spekulationen aber natürlich noch mehr angeheizt.” “Gibt es schon Wetten darauf ob Kriminalität in der Familie läuft?” fragte ich mit einem bitteren Geschmack im Mund. Wer Henry für mich war wussten sie jetzt schließlich, so viel hatte ich von Kelly erfahren, zusammen mit einer Predigt das ich sowas ruhig hätte erwähnen können. “Niemand beurteilt dich nach deiner Familie” waren seine Worte gewesen, aber ob das wirklich wahr war würde ich wohl eher früher als später raus finden müssen. Hank war ja bei weitem noch nicht der wirklich spannende oder skandalöse Part meiner Familie.


Gabby schien zu zögern, worauf hin sich alles in mir zusammenzog. Wenn sie mir nicht länger vertrauten oder kriminelle Scheiße zu trauten könnte ich mir gleich wieder eine neue Wache suchen. Ich schloss erschöpft die Augen, das ganze lief großartig, wenn mein Leben verpfuschen Ziel des Typen war, lief es wirklich gut für ihn. “Du hast alle gehörig aufgewühlt.” versuchte sie schließlich ihre Reaktion zu erklären. “Du bist angekommen und hast direkt damit angefangen, Kelly aus seinem Loch zu ziehen, wofür wir alle natürlich dankbar sind, besonders er, aber ich vermute bis er das zugibt beginnt die Welt sich anders herum zu drehen. Spätestens danach warst du ein fester Teil des Teams, unabhängig von der guten Arbeit die du leistest und jetzt mussten sie feststellen, dass sie fast gar nichts über dich wissen, obwohl du eine von uns bist. Das hat alle ein wenig aus der Bahn geworfen, obwohl Sylvie relativ schnell festgestellt hat, dass es eher an uns liegt. Während wir ihr Löcher in den Bauch gefragt haben um sie besser kennenzulernen, hat jeder irgendwie erwartet das du alles von selber erzählt. Aber wer stellt sich schon hin und hält ne Powerpoint über sein Leben für die neuen Kollegen?” “Spätestens wenn ich das fünfte mal erwähne, dass ich wieder mit meinem Freund zusammengekommen bin hat doch auch keiner mehr Lust zuzuhören” stellte ich etwas erleichtert fest.  Sie lachte auf “Das ist wahrscheinlich wahr.” Trotzdem gingen mir ihre Worte nicht aus dem Kopf, vielleicht wäre so ein Abend an dem ich einfach alles raushaue aber wirklich das einfachste. Dann hätte ich es hinter mir. Was würde mir denn schon wochenlanges Warten darauf, dass sie endlich die richtigen Fragen stellen bringen? “Sind heute Abend alle im Mollys?” “DU WOLLTEST AUF DEIN SOFA!”


Eben dahin wurde ich schließlich verbannt, zumindest für einige Tage ehe sich alle einig waren, dass ich meine Knöchel und andere geschundene Körperteile ausreichend geschont hatte. Danach war es mit zumindest erlaubt abends mit Kelly ins Mollys zum essen vorbei zu kommen. Alkohol kam dank der Schmerzmittel aber leider nicht in Frage, das hätte die Stimmung zumindest ein wenig aufgelockert, aber so kämpfte ich mich durch Small talk auf der Suche nach dem passenden Moment, der nie kam. In den Bus steigen, beziehungsweise alleine rumlaufen sehen, wollte mich aber trotzdem niemand und da ich keine Polizisten in Zivil wollte die mich die ganze Zeit bewachen und Kelly und Erin, die auch endlich wieder da war, nachdem sie meine Familie in New York aufgescheucht hatte, nicht den ganzen Tag Taxifahrer spielen konnte ging ich leider tagsüber die Wände hoch.


Irgendwann war ich soweit dass ich mich von Erin abholen ließ um bei ihnen auf der Wache herum zu sitzen und zumindest ein wenig das Gefühl zu haben an der Lösung des Falls beteiligt zu sein. Karma hatte es jedoch das gerade an dem Vormittag alle ausgeflogen waren. Al und Hank befassten sich mit dem aufsuchen und befragen zweifelhafter Kontakte um an Infos über den Auftragskriminellen zu kommen, während Ruzek und Antonio mit Zeugen der vergangenen Fälle nochmal sprachen. Gelangweilt dreht ich mich auf Antonios Stuhl, während Erin die Akten durch ging. “Ich versteh das nicht. Ich hab keine schlechten Beziehungen gehabt, von denen jemand Rache nehmen wollen  könnte, keine Einsätze bei denen irgendwas auf mich zurückfallen sollte und in den letzten Jahren auch nicht mal einen kleinen Skandal verursacht an dem jemand Anstoß nehmen könnte.” fasste ich zusammen, während ich die Richtung wechselte “Leute die so drauf sind finden immer jemanden.” stellte Erin schlicht fest. Ich stoppte mit den Füßen und sah sie an “Soll mich das beruhigen? Das er vermutlich einfach generell Psycho ist und es nichts mit mir zu tun hat? Es hat was mit mir zu tun, seitdem er mich mit rein gezogen hat!” feuerte ich wütend zurück “Das ist die erste normale Reaktion die du zu dem ganzen gezeigt hast seitdem es passiert ist” hielt sie fest “Ich dachte schon, dich hätte es härter getroffen als erwartet.” ich schnaufte “Ich werde nicht völlig verängstigt durch die Gegend laufen, auch wenn das jeder zu erwarten scheint, wenn der Irre sich jemanden für den Kampf kaufen muss. Das kann ich nicht ernst nehmen, dass regt mich nur auf, ich meine warum? Es ist ja nicht mal so, dass es irgendeinen logischen Grund gibt. In Filmen sind es immer die Leute die anderen ihr Leben zerstören, aber das hab ich nie getan, ich hatte ja noch nicht mal die Situation in der ich jemanden gefeuert -” Erin hob den Blick von den Papieren, während ich mitten im Satz abschweifte und an ihr vorbei sah. “An wen denkst du?” fragte sie eindringlich “Das würde er sich nicht trauen.” stellte ich fest, ganz überzeugt klang aber anders. Sie verschränkte die Arme vor der Brust. “Wo ist Mouse?” gab ich schließlich nach “Wir müssen ihn erstmal überprüfen. Wenn der Typ allerdings hier ist, mache ich ihn kalt.” Erin begann schnell voran zu gehen “Dann müssen wir dort wohl vor Hank ankommen” stellte sie fest “Lässt Mouse sich wohl bestechen, seine Informationen etwas Zeitverzögert weiter zu geben?” “Das kommt ganz auf dein Angebot an” antwortete er mir schließlich selbst, während Erin die Tür zu einem Büro etwas weiter hinten öffnete “Was ist deine Verhandlungsbasis?”
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