[WDUR] - Ich bin zu alt für das hier

von Hedwig93
OneshotAbenteuer, Humor / P12
25.11.2017
25.11.2017
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Im Rahmen des Wettbewerbs "Wettbewerb der Unendlichen Runden!", gestartet von Duece und fortgeführt durch Fleur Hadley, entstand dieser OS.
Der Wettbewerb ist zu finden unter:
https://forum.fanfiktion.de/t/51578/1#jump5085419

Die Vorgabe ist:
Seamus und Neville müssen in Zaubertränke bei Snape nachsitzen.
Ein Satz der sein vorkommen soll: "Ich bin zu alt für das hier."

Deadline ist am 7.12.2017 um 00.59

Beta: Danke an Yavannaa

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Die Stille innerhalb der Mauern von Hogwarts war beängstigend. Die Gemälde hatten sich bereits zur Ruhe begeben und nur noch einige wenige Schüler waren auf den Gängen unterwegs.
“Warum müssen wir jetzt eigentlich zu der alten Fledermaus? Malfoy hat doch angefangen und mit Flubberwürmern um sich geworfen”, beschwerte sich Seamus und verzog sein Gesicht

Neville, der neben ihm herlief, nickte zur Bestätigung. Seamus hatte recht und er erinnerte sich an die heutige Stunde Zaubertränke zurück:

In den Kerkern war es im Winter noch kälter als zur restlichen  Zeit des Jahres. Die Gryffindors des fünften Jahrgangs saßen dicht vor ihren Kesseln, die wenigstens ein bisschen Wärme spendeten. Die Slytherins taten es ihnen gleich.
“Wollen wir ein bisschen Spaß haben?”, flüsterte Draco Pansy und seinen beiden Gorillas zu.
“Aber sicher, was schlägst du vor?”, fragte Pansy aufgeregt. Sie liebte einen guten Scherz, insbesondere wenn er gegen die Gryffindors ging.
“Lass dich überraschen!”, erwiderte Draco nur und grinste fies.

Neville hatte alles gehört und flüsterte Seamus, der heute mit ihm arbeitete, zu: “Wir sollten aufpassen, Malfoy plant etwas.”
“Toll, und wir sitzen fast neben ihm”, antwortete Seamus und blickte zu dem Nachbartisch, der nur durch einen schmalen Gang von ihrem getrennt war.
Malfoy schnitt gerade einen der Flubberwürmer durch und hielt dann inne. Blut und eine bläulich-durchsichtige Flüssigkeit trat aus dem Wurm und verteilte sich auf seinem Schneidbrett. Kurz entschlossen griff er in die Dose Flubberwürmer vor ihm und holte noch mehr heraus.

“Was hat er vor, Neville? Wir brauchen doch nur zwei von den Dingern?!”, fragte Seamus verwirrt, während sein Blick weiter auf Malfoy und den zahlreichen Flubberwürmern auf seinem Schneidbrett.
“Brauchen Sie eine extra Einladung, Mr Finnigan?” Seamus zuckte zusammen. Snape, die alte Fledermaus, hatte sich an den Tisch der beiden herangeschlichen und beäugte kritisch deren Werk. “Ich habe gesagt, Sie  sollen die Froschherzen nicht zu lange an der Luft liegen lassen und was ist das?” Er deutete auf zwei daumennagelgroße, rote Herzen, die schon ziemlich vertrocknet waren, sodass sie sich an den Rändern schon dunkelbraun verfärbt und nach oben gebogen hatten.
“Wir hatten sie nur maximal eine Minute da liegen”, erwiderte Seamus.
“Und das sind schon zwei zu viel”, sagte Snape gedehnt und ein Wink seines Zauberstabs später, waren die Herzen verschwunden. “Zehn Punkte Abzug für jeden von Ihnen!”

Mit federnden Schritten ging Snape weiter zu den Slytherins, um dort sein eigenes Haus intensiv zu loben. Ein lautes Klatschen war zu hören und anschließend ein Aufschrei.
“Hey, was soll das und wer war das?”, fragte Neville und strich sich mit der linken Hand die Reste eines aufgeschnitten Flubberwurms  aus dem Nacken. “Das ist eklig ...”

Ein weiterer Wurm traf Seamus und nun sahen beide, dass Malfoy die Würmer durch die Gegend warf.
“Lass das Malfoy”, beschwerte sich Seamus und griff in die Dose mit den Froschherzen. Sie waren in einer gelartigen Flüssigkeit gelagert und trieften nur so davon. Sie waren glitschig und schwabbelig. Der allgemeine Konsens der Schüler war, dass eines dieser Herzen viel schlimmer war, als fünfzig Flubberwürmer zusammen.
“Warum, was hast du vor?”, lachte Malfoy und schnappte sich weitere seiner geschnittenen Würmer. Er holte aus, doch da  traf ihn eine Hand voll Froschherzen mitten im Gesicht.


Sie waren gerade vom ersten Stock ins Erdgeschoss abgebogen, als sie auch schon eine ihnen vertraute Stimme hörten .
“Mr Finnigan und Mr Longbottom! Was machen Sie beide so spät noch hier? Auf den Gängen? Und das von Schülern meines eigenen Hauses”, entrüstete sich Minerva McGonagall, die Hauslehrerin der Gryffindors.
“W-Wir”, begann Neville. “Wir haben Nachsitzen bei Snape.”
“Professor Snape”, begann die Hauslehrerin. “Und was haben sie dieses Mal angestellt?”
“Malfoy hat angefangen, Professor. Wir haben uns nur gewehrt”, mischte sich Seamus ein. Minerva McGonagall schaute mit hochgezogenen Brauen auf die beiden herab.
“Das sollten Sie doch inzwischen kennen, meine Herren. Die Slytherins scheinen sich einen Volkssport daraus zu machen, Sie zu provozieren und wie ich sehe, sind sie dabei äußerst erfolgreich. Das ist so typisch, warum müssen Sie sich immer  provozieren  lassen?”
“Ja, aber … “, fing Seamus an, aber seine Hauslehrerin unterbrach ihn sofort.
“Wollen Sie wirklich, dass ich Ihnen noch mehr Punkte abziehen muss? Wegen nächtlichem Herumschleichen und Trödeln auf dem Weg zu Ihrem Professor?”
“Nein, Professor”, sagten beide kleinlaut.
“Gut, dann gehen Sie nun, damit Sie nicht zu spät kommen.”

Die Professorin war schnell verschwunden und die beiden gingen weiter. Sie erreichten schnell das Büro von Snape und klopften an.
“Herein”, kam es gedehnt hinter der Tür  hervor. Seamus schluckte und griff dann nach dem Knauf und betrat als Erster das Büro ihres verhassten Lehrers für Zaubertränke.
“Wir sind es, Professor”, sagte er gequält.
“Und? Soll ich nun in Freudentränen ausbrechen? Kommen Sie her und folgen Sie mir.”

‘Na super, das beginnt ja schon toll’, dachte Neville. Snape erhob sich und die Schüler  folgten ihm aus dem Büro in sein Klassenzimmer.
“Wie Sie sehen, gibt es hier viel zu putzen”, grinste Snape gehässig. Er deutete auf die Tische und den Boden. “Das ist alles von den Erstklässlern zurückgeblieben und das dürfen Sie nun putzen.”
“V-Verstehe”, sagte Neville und steckte seine Hand in seine Hosentasche.
“Bevor ich es vergesse, Zauberstäbe her.”

Sie gaben die Zauberstäbe ab und blieben wie angewurzelt stehen.
“Wo finden wir Wischer und Eimer?”, fragte Seamus vorsichtig.
“Hinten im Schrank. Zusätzlich besteht Ihre Strafarbeit darin, dass sie die Vorratsschränke kontrollieren. Schönen Abend noch und Sie gehen nicht eher, bis das alles fertig ist.”

Seamus war der erste, der sich Richtung Schrank aufmachte, als Snape das Büro verließ.
“Nicht zu glauben, was soll das denn hier? Ich hoffe, dass er irgendwann endlich Verteidigung unterrichten darf. Dann ist er nämlich nach einem Jahr weg.”
“Wir haben aber nur noch zwei Jahre, also haben wir nicht so viel davon, oder?”, fragte Neville und griff sich Eimer und Schrubber.
“Auch wieder wahr”, sagte Seamus resigniert, bevor auch er sich ans Putzen machte.

Es war schon nach ein Uhr, als beide fertig wurden.
“Geschafft”, freute sich Neville, als er den Schrubber in den Schrank zurück stellte. Seine Hände waren voller Schleim und er wollte gar nicht darüber nachdenken, was das alles war. Da es aber nicht brannte, konnte es nichts Gefährliches sein.

“Ich hasse diese Strafarbeiten”, maulte Seamus und stellte auch seinen Schrubber in den Schrank. Sein Eimer folgte und es klirrte.
“Ich weiß, aber wir sollten die Sachen anständig hinstellen”, gab Neville zu bedenken. “Es ist Snape.”
“Stimmt.” Seamus rückte seinen Eimer richtig hin und verschloss den Schrank. “Dann mal auf zu der Fledermaus.”

Beide gingen den Gang entlang zu Snapes Büro und dort angekommen, hörten sie Stimmen aus dem Büro.
“Wer ist denn da so spät noch da?”, fragte Seamus leise.
“K-Keine Ahnung ... wollen wir anklopfen?”, fragte Neville.
“Nein, wir lauschen. Vielleicht kriegen wir raus, wer das ist.” Seamus ging auf die Tür zu und beide wurden still.
"Ich bin zu alt für das hier", hörten sie Snapes Stimme. “Ich bin zu alt für dich.”
“Aber Severus! Das stimmt doch nicht. Wir sind genau richtig für einander”, hörten sie eine Frauenstimme hinter der Tür.

Kleider raschelten und erneut begann Snape zu sprechen:
“Aber du weißt, was die Leute über mich denken. Du bist noch jung und kannst jemand besseren finden.”
“Ich will aber nicht”, sagte die Frau und ein Geräusch , wie es beim Küssen entstand, war zu hören.
“Küsst da jemand Snape?”, flüsterte Seamus und es schüttelte ihn bei dem Gedanken.
“Hört sich ganz so an ”, murmelte Neville und ging näher an die Tür heran.
“Kennst du die Stimme?”
“Nein, aber sie klingt zu alt für eine Schülerin.”
“Stimmt, aber das wäre zu lustig, wenn es eine wäre.”
“Eher eklig, oder?”, gab Neville zu bedenken.
Eine Antwort konnte Seamus nicht mehr geben, denn das Geräusch von Schuhen mit Absätzen war nun zu hören.
“Weg”, flüsterte Seamus und zog Neville hinter sich in den Gang zurück.

Keine Sekunde zu spät, denn schon öffnete sich die Tür von Snapes Büro.  Die Jungs versuchten so zu tun, als wären sie gerade erst angekommen. Die Gesichtsausdrücke waren jedoch nicht allzu gelungen.
“Einen schönen Abend noch, Severus”, lächelte eine Frau. “Guten Abend, meine Herren. Professor Snape ist drinnen.”
“Danke, Madame”, kam es von Seamus und Neville gleichzeitig.
“Professor Vektor, meine Herren. Aber heute Nacht wollen wir nicht so förmlich sein, oder?”, hauchte die Professorin und schwebte förmlich von dannen. Ahnte sie etwas?
“Man, die ist hübsch. Die sitzt immer links am Lehrertisch, oder?”, fragte Seamus und starrte ihr hinterher.
“Ja, aber mir ist nie aufgefallen, dass die erst um die dreißig ist.”
“Ja, mir auch nicht. Was unterrichtet die?”
“Irgendetwas, was Hermine belegt. Alte Runen oder Arithmantik.”

“Meine Herren, wollen Sie weiterhin hier herumstehen?”, fragte Snape, der in der Zwischenzeit  aus seinem Büro gekommen war.
“N-Nein, Sir ”, begann Neville. “Wir sind fertig.”
“Hoffentlich. Ich sehe mir das morgen an. Gute Nacht”, entließ Snape die beiden. “Und falls ich nicht zufrieden bin, dann bekommen sie einen weiteren Abend Nachsitzen”, drohte er noch, bevor er die Tür hinter sich zuknallen ließ.

Den letzten Satz bekamen die beiden schon nicht mehr mit, denn sie beeilten sich, die Kerker zu verlassen.
“Da haben wir morgen etwas zu berichten. Snape und Professor Vektor ein Paar”, amüsierte sich Seamus.
‘Ich glaube, ich bin für das langsam auch zu alt’, dachte Neville und lief Seamus hinterher, um in den Gemeinschaftsraum zu kommen.
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