Noch fast gleichültig

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Dominique de Sade Johann Noé Archiviste Riche Vanitas (Mensch)
25.11.2017
25.11.2017
20
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Halloooo ich spame die Geschichten hier, weil ich Angst habe, dass irgendwann mein Laptop kaputt geht und ich voll viel verliere - deswegen muss ich jetzt die nächsten paar Tage erst mal hochladen. SChön, wenn überhaupt irgendwer das hier liest. xDD

So, die sensiblen Themen sind hauptsächlich Krebs, aber ich habe eher das Sterben behandelt, nicht die Krankheit an sich. Es geht um Depressionen und Ängste, allerdings ist auch das lang nicht so schlimm wie in manch anderen meiner Geschichten. Ich wollte das hier trotz allem noch ein bisschen... lighthearted halten. Ich denke, mit den letzten Kapiteln habe ich das auch wieder einigermaßen gut gemacht?? Naja. Das hier war auch hauptsächlich ein Versucht, eine relationship natürlicher wirken zu lassen weil ich selbst nicht so der fan von Liebe auf den ersten Blick bin weil... unwahrscheinlich. xD (Probably cause I'm demisexual/romantic ha)
WEnn irgendwer das hier liest, bitte ich um konstruktive Kritik, wie ich mich verbessern kann - ok, in meinen neueren geschichten ist das schon besser, die hier habe ich im.... ääääh Juli oder so geschrieben. xDDD

Naja dann.... viel Spaß I guess???

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Kapitel 1

Meine Finger zitterten ein bisschen, als ich auf den Knopf die Klingel drückte.
Es ertönte ein fast schon schrillendes Rasseln und ich fuhr erschrocken zusammen, als fast sofort Kindergeschrei ertönte.
Er hatte mir zwar erzählt, dass er Geschwister hatte, aber das klang nach relativ vielen Geschwistern.
Irgendwo schrie ein kleines Kind.
Er war 18, er hatte so kleine Geschwister? Alles klar.
Mir wurde die Tür von einem etwa 10-jährigen Jungen geöffnet.
„Noé, da steht jemand, den ich nicht kenne, kannst du kommen?“ Er fuhr sich durch seine braunen Haare und drehte den Fidget-Spinner an.
Was hatte es überhaupt mit diesen Dingern auf sich? Ich wusste es nicht, ehrlich. Irgendwie war mir dieser ganze Hype etwas suspekt, obwohl ich ja selbst einen besaß, weil sie einfach so genial waren, aber gleichzeitig so verdammt unnötig.
„Ich bin ein Freund von ihm“, setzte ich an, dann kam ein noch kleineres Kind angelaufen und ich unterbrach mich selbst.
„Dante, das ist aber nicht der böse Wolf, oder?“
Dante strubbelte dem Kleinen durch die Haare. „Keine Angst, Luca, ist er nicht. Guck, er hat keine großen Ohren oder Zähne.“
„Vanitas, ich komme gleich!“ Das kam von Noé.
„Ach, iwo, du kannst einfach mit uns reinkommen, du bist doch groß genug, oder?“ Dante wirkte plötzlich stark genervt und ich war etwas verwirrt, trat aber über die Türschwelle und schloss diese hinter mir.
„Zieh bitte deine Schuhe aus, ich will nicht immer kehren!“, beklagte sich Luca und hängte sich an Dantes Bein, „das macht überhaupt keinen Spaß! Warum muss ich das überhaupt machen?“
Unwillkürlich begann ich zu grinsen. Oh mann, Noé hatte sich so sehr über seine Geschwister aufgeregt, aber die waren doch alle total nett.
Ich zog also meine Schuhe aus. Immerhin hatte ich einfarbige Socken an und nicht irgendwelche bunten, denn ich besaß bunte Socken mit Motiven, obwohl ich halt schon 17 war. Irgendwie war das ja schon ziemlich peinlich, aber hey.
Jeder hatte nun mal seine kranken Macken.
Luca zog mich nun am Hosenbein in eine Küche. Die Fliesen waren hellorange, die Wand etwas heller und die Küche war groß – was für den großen Tisch auch vonnöten war.
Noé stand mit einer rosa Schürze und wahrscheinlich dem Rest der Geschwister am Herd.
Er winkte mir mit dem Kochlöffel zu und wandte sich dann wieder der Kartoffelsuppe zu.
„Noé? Hast du 'nen Freund?“ Das schwarzhaarige Mädchen, das direkt neben ihm stand, grinste ihn schelmisch an.
„Ja, warum fragst du? Wir kennen uns von der Schule, wir sind in derselben Klasse und machen zusammen ein Projekt.“
„Ach, also doch ein normaler Freund...“, seufzte sie gelangweilt und rannte zu einem Mädchen mit weißen Haaren – heilige Scheiße war sie hübsch – und sprang sie von hinten an.
„Tut mir leid für das Chaos hier...“, sagte Noé und wandte sich dann richtig mir zu, „willst du mitessen? Ich hoffe, du magst Kartoffeln? Ich konnte heute leider nichts an-“
„Schon gut Noé, schon gut. Und Chaos würde ich das nicht nennen, es ist mega sauber und aufgeräumt hier.“
Er fuhr sich etwas überfordert durch die Haare. Ich musste ihm helfen, der Typ tat mir leid verdammt noch mal.
„Soll ich den Tisch decken? Wo stehen die Sachen?“
„Da drüben, in der Schub- nein warte, das ist Johanns Aufgabe, wo ist der denn schon wieder? Er war doch gerade noch hier! Johann!“
Dann war auch Noé verschwunden und ich stand erst mal allein hier rum, bis die zwei Mädchen von draußen wieder reinkamen, Händchen haltend. Die waren keine Geschwister, oder?
„Ich bin übrigens Dominique, Typ!“, rief sie und schlug mich mit der Faust an die Schulter und das  nicht gerade leicht. Ich stieß ein 'Au' aus, aber eher, weil ich mich erschrack, weil so weh tat es jetzt auch nicht.
„Verletze Noé ja nicht. Weißt du, ich mag zwar ein Mädchen sein, aber man lernt es, sich durchzuschlagen in so einer Familie.“
Was war denn schief mit ihr? Was...?
„Äääh, nein...? Warum sollte ich das tun? Ich mag ihn sehr gern?“
Mir war das jetzt langsam etwas peinlich. Ich war nicht so gut mit Gefühlen, ich wusste nicht so recht, wie ich das alles zuordnen sollte und darüber reden, das ging schon mal gar nicht.
Sie ließ von mir ab und grinste glücklich aufgesetzt.
Ich wusste auch warum, Noé kam nämlich rein, mit – dachte ich zumindest – allen Kinden.
„So, ihr stellt euch jetzt erst mal vor, während Johann den Tisch deckt.“
Ich musste grinsen und lehnte mich an den Kühlschrank.
Luca hielt sich immer noch an Dantes Hosenbein fest. Irgendwie hatte ich alle schon lieb gewonnen. Ich hatte Kinder irgendwie schon immer gemocht, weil sie noch nicht so die Probleme der Welt kannten, sich weniger Sorgen machten und solche dummen Sachen wie Rassismus gab es bei ihnen auch nicht.
„Also, wie gesagt, Typ, ich bin Dominique, wenn du unbedingt willst, kannst du mich Domi nennen, das da ist Jeanne, meine Freundin, wir haben irgendwie das Homo-Gen in der Familie.“ Ihr Grinsen machte mir Angst. Hatte ich gesagt, dass ich alle mochte? Haha, nein, sie nicht.
„Ich bin Johann~“, flötete der Junge, ich wusste nicht, wie alt er war, älter als Dante und jünger als Domi. „Du bist hübsch, Klei-“
„Johann, bitte!“, unterbrach Noé ihn verzweifelt und ich musste nur lachen. Homo-Gen, oh scheiße hatte Domi recht.
„Also, ich bin Dante, kennst mich ja schon und das ist Luca, er ist eh zu schüchtern, sich vorzustellen.“
„Wir haben Veri und Riche vergessen...“, murmelte der Kleine und Jeanne nahm ihn dann hoch. „Die können sich ja gar nicht vorstellen, die sind nicht hier.“ Luca kuschelte sich glücklich an sie.
Diese Familie war so toll, wow.
Noé stellte die Suppe auf den fertig gedeckten Tisch und wandte sich mir dann wieder lächelnd zu.
Er war wirklich der Einzige der ganzen Klasse, den ich wirklich mochte, ihm war nämlich egal, dass ich nicht so normal war und allgemein, er mochte jeden, um es genau zu nehmen.
Und er versteckte nie, wie er wirklich war, er trug sein Herz nach außen und ich versuchte irgendwie, ihn davor zu beschützen, verletzt zu werden.
„So, setzt euch hin, ich gebe euch die Suppe raus, sonst gibt es gleich wieder Krieg.“
Wow, Noé klang echt, als ob er mit der Welt gerade am Ende war. Naja, wenn er sich fast immer um seine Geschwister kümmern musste, konnte man das ja verstehen.
Wir setzten uns also hin und ich grinste. Es war irgendwie seltsam, vom Einzelkind plötzlich zum Geschwisterkind zu werden.
Bis jetzt hatten Noé und ich uns immer nur bei mir getroffen, aber da meine Eltern heute Abend einen Geschäftstermin hatten und deswegen Vorbereitungen treffen mussten, hätten Noé und ich nur gestört.
„Noé, wann kommt Riche eigentlich wieder aus dem Krankenhaus?“
Ich blickte Noé sofort an. Er hatte mir nicht erzählt, dass seine kleine Schwester im Krankenhaus war.
„Luca, bitte. Du weißt, das wir das nicht wissen.“ Johann griff nach der Hand des Jüngeren, der schlug sie aber weg.
Naja, wahrscheinlich lebte er so nach dem Motto: Ich bin groß, ich brauche niemanden mehr. So wie wahrscheinlich jeder in dem Alter.
„Was hat sie noch mal? Hat Mama nicht gesagt, sie hätte irgend so ein Tier in ihrem Körper? Wie ist das da rein gekommen?“
Scheiße.
Nein, oder?
Nein.
Warum hatte Noé mir davon nichts erzählt? Ich sah ihn an und er sah erst zurück, dann zur Seite, dann wieder zurück und brachte dann ein wackliges Lächeln zustande.
„Luca, wir wollen jetzt essen, ok?“
Er nahm den ersten Teller und befüllte ihn und plötzlich herrschte Stille.
Ich hatte Stille noch nie gemocht, sie war unangenehm und man wusste, dass man etwas sagen musse, um sie zu brechen, aber meistens gab es da nichts.
Stille war schrecklich und ich fühlte mich schlecht, es sollte aufhören aber ich konnte nichts dagegen tun.
Stille war wie Dunkelheit, sie verschluckte alles und man konnte nicht mehr die Schatten erkennen, die überall lauerten.
Ich durfte nicht weiter darüber nachdenken, verdammt.
Naja, es war wahrscheinlich eh zu spät.
Ich konnte schon spüren, wie meine Fingerspitzen zu zittern anfingen, mein Herzschlag wurde lauter.
Scheiße, doch nicht jetzt!
Hoffentlich wurde ich nicht blass oder so.
Noé nahm meinen Teller und stellte ihn dann wieder ab. Ich griff zu dem Löffel, aber er fiel wieder runter, weil meine Finger ihn nicht halten wollten.
Ich durfte jetzt alles, nur nicht in Tränen ausbrechen, ich hasste dieses Gefühl, die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren, weil er manchmal das einzige war, über was ich Kontrolle haben konnte.
Ich schluckte und stand dann auf, ich musste erst mal an die Frische Luft, dann würde es vielleicht besser werden.
Mir wurde kurz schwarz vor Augen, ich lief aber trotzdem weiter, weil mir das in dem Moment egal war.
„Vanitas...?“ Ich spürte eine Hand auf meiner Schulter, als ich schon in der Tür stand.
Ich musste es ihm jetzt wohl oder übel erklären, was?
„Ist nichts schlimmes Noé, ehrlich.“
„Nichts schlimmes? Vanitas, du bist blass wie sonst was und zitterst am ganzen Körper?“
Er drehte mich zu sich um, indem er mich an beiden Schultern nahm.
Ich versuchte, ihn nicht anzuschauen, weil ich mich unglaublich schuldig fühlte. Wir waren seit fast einem Jahr befreundet verdammt, wir wussten absolut nichts übereinander.
„Und? Du hast mir auch nicht erzählt, dass deine Schwester Krebs hat!“
Er zuckte zusammen.
„Dann... lass uns darüber reden, ok? Ich mache mir Sorgen. Ich... es tut mir leid.“
„Ok, dann rede.“
Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust, meine Zähne klapperten wie Scheiße und würde er mich nicht festhalten, würde ich umfallen.
Ich wollte doch gar nicht so sein, verdammt noch mal.
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