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Panther's Fangs and Lion's Den (Gramander)

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Newt Scamander Percival Graves
25.11.2017
06.01.2021
38
197.922
55
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08.12.2017 5.329
 
Newt war nach Fertigstellung des Registers und einigem Papierkram schließlich offiziell von Mr. Graves von jeglichem Verdacht freigesprochen und konnte nun endlich ausreisen. Es beruhigte ihn, schließlich hatte all das schon zu viel Zeit in Anspruch genommen. Er wollte endlich nach Hause, damit er sein Manuskript im Zaubereiministerium einreichen konnte. Dann würde er das Buch vielleicht bald schon in gedruckter Form in Händen halten und tausende Hexen und Zauberer mit seinen Erkenntnissen überzeugen, dass Tierwesen zutiefst missverstandene Geschöpfe waren.
Doch einige Tage bevor sein Schiff in See stechen würde, bekam er Gerüchte über die Versteigerung eines Hippocampus (eines riesigen, magischen Seepferdchens) mit, welche die kommenden Tage auf dem Schwarzmarkt stattfinden würde.  
Newt wollte abreisen. Wollte er wirklich. Doch er brachte es nicht übers Herz, das Hippocampus seinem Schicksal zu überlassen. Er wollte gar nicht darüber nachdenken, was irgendein reicher Kerl mit dieser wundervollen, seltenen Kreatur anstellen würde. Vermutlich in ein viel zu kleines Aquarium stecken um es anstarren wie ein Gemälde...
Ihm war klar, dass er das Hippocampus niemals bei der Auktion ersteigern können würde. Schließlich war er als reisender Magizoologe nicht gerade gut bei Kasse.
Aber er würde es retten können, wenn er es geschickt anstellte. Es war schließlich nicht das erste magische Geschöpf, das er aus der Sklaverei befreien wollte.
Zu allem entschlossen und auf einiges gefasst fand sich Newt also bei der Versteigerung ein. Er schaute sich um, gab sich unauffällig und lief hinter die Kulissen. All das, was im Hinterraum an Schätzen aufgebahrt war interessierte ihn nicht. Er lief durch den ganzen Plunder hindurch und erspähte das Hippocampus bereits nach wenigen Minuten. Vorsichtig lief er darauf zu (es hockte im Augenblick tatsächlich in einem winzigen Wasserbehälter und konnte sich dabei kaum bewegen), drehte seine Kreise und überlegte, wie er es anstellen sollte. Gerade spielte er mit dem Gedanken, es einfach so wie es war in seinen Koffer zu schieben und hatte diesen auch bereits geöffnet, da wurde das Hinterzimmer von Männern mit gezogenen Zauberstäben gestürmt. Auroren, wie er erkannte. Die illegale Versteigerung war wohl aufgeflogen und eine Razzia war angeordnet worden.
Eilig schloss er den Koffer, doch zu viel mehr hatte er nicht die Zeit. Die Männer griffen ihn am Arm, disapparierten mit ihm und wenige Zeit später fand er sich schon mit gefesselten Händen in einem düsteren Verhörraum im unteren Teil des MACUSA wieder. Er ahnte schlimmes.

*


Percival schüttelte den Kopf, als er die Liste der Insassen durchging, die sie bei der Razzia in Gewahrsam genommen hatten und die nun in Untersuchungshaft saßen. ‚Newt Scamander‘ las er und er seufzte. Schon wieder Newt Scamander. Vor einigen Tagen erst hatte er seine Akte ein letztes Mal geschlossen – nach einer strengen Anweisung von Madame Picquery, die ihm ins Gewissen redete, weil er dem Helden der Stadt so sehr zugesetzt hatte.
Als er die Akte nun wieder öffnete, wäre er am liebsten zu ihr gegangen, nur um sie ihr triumphierend unter die Nase zu halten. Er hatte geahnt, dass dieser Mann nicht den perfekten, fürsorglichen Charakter hatte, den alle Welt in ihm sah. Hinter der Fassade steckte etwas … etwas, das ihm geholfen hatte, Grindelwald die Stirn zu bieten. Er musste mächtiger sein, als er auf den ersten Blick wirkte. Percival mochte keine Konkurrenz auf dem Siegertreppchen der Macht – vor allem dann, wenn sie sich scheinheilig von hinten anschlich.
Es erfüllte ihn beinahe mit Genugtuung, anzuweisen, Mr. Scamander direkt in den Verhörraum zu bringen. Er würde mit ihm anfangen.
Sein Schritt war entschlossen und selbstsicher, als er in den Raum eintrat. Einen echten Verhörraum, ohne Fenster und mit einer Lampe, die so platziert war, dass sie dem Verdächtigen genau ins Gesicht strahlte. Beim Eintreten fiel sein Blick auf die Handschellen, in denen Mr. Scamanders Hände steckten und seine Mundwinkel zuckten höhnisch. Das geschah ihm recht.
„Mr. Scamander“, grüßte er ihn betont teilnahmslos und warf einen gelangweilten Blick in die Akte, während er sich setzte. „Soll ich darüber überrascht sein, Sie hier zu sehen?“
Percival hob den Blick. Mr. Scamander lächelte peinlich berührt. „Guten Abend, Mr. Graves“, murmelte er. Es klang ziemlich kleinlaut und er saß zusammengesunken und offensichtlich reumütig da, ganz so, als hätte er etwas verbrochen. Gestand er es nun also doch ein, dass seine Methoden nicht die besten waren?
Percival schenkte ihm ein eisiges Lächeln. „Ich erinnere mich an eine Unterhaltung, in der Sie sagten, Sie würden niemals eins Ihrer Geschöpfe auf dem Schwarzmarkt verkaufen… Ich nehme an, beim Ankauf von Tieren sieht es anders aus?“ Er lehnte sich zurück und warf ihm einen abschätzenden Blick zu. „All Ihr Gerede davon, dass Sie retten und schützen… Dass Sie uneigennützig handeln und damit nur helfen wollen.“ Er lachte bitter auf und schüttelte den Kopf. „Für einen Moment habe ich Ihnen diese Scharade tatsächlich abgekauft.“
Mr. Scamander wich seinem Blick aus. „Ich wollte es retten...", murmelte er und zog dabei konzentriert die Stirn in Falten.
Percival hob eine Augenbraue und zugleich beide Hände in einer offensichtlichen Geste des Unverständnisses. „Indem Sie den Schwarzmarkt mit Ihrem Geld unterstützen? Und dadurch dafür sorgen, dass die Nachfrage steigt?“
Bei der Frage warf ihm Mr. Scamander nun doch einen Blick zu. Störrisch und dickköpfig. „Ich sagte retten. Nicht kaufen", antwortete er.
Percivals Mimik kehrte zu einem lauernden, eisigen Lächeln zurück. „Also wollten Sie eins der Tiere stehlen?“, fragte er, hob die Hand und die Feder, die neben der Akte lag, machte eilig eine kleine Notiz.

*


Newt bemerkte seinen Fehler augenblicklich und seine Augen wurden groß. „N-nein, ich...", begann er nervös, in dem schwachen Versuch seine Aussage irgendwie richtig zu stellen. „Ich wollte es nur aus dem Schmugglerring befreien!"
„Und wie wollten Sie das anstellen?“, fragte Mr. Graves und nun klang er interessiert, „Mithilfe eines anderen Tierwesens, von dem Sie glauben, dass Sie es gezähmt haben?“
„Tut das irgendetwas zur Sache?", murrte Newt fast etwas eingeschnappt. „Und im Übrigen zähme ich meine Geschöpfe nicht. Ich respektiere sie und weiß mit ihnen umzugehen."
„Es tut etwas zur Sache“, sagte Mr. Graves kühl und warf ihm einen geringschätzigen Blick zu. „Sollte mich Ihre Geschichte nicht überzeugen, werde ich Sie leider vorerst einsperren müssen. Und ich kann Ihnen versichern, die Zellen beim Macusa sind alles andere als kuschelig.“
„Wa-..." Newts Augen weiteten sich ungläubig. „Wieso? Ich habe überhaupt nichts getan...!"
„Das sagen Sie, Mr. Scamander, aber die Beweislast spricht gegen Sie. Sie waren physisch anwesend auf einem Schwarzmarkt. Das können Sie nicht leugnen. Weiter behaupten Sie, dass Sie eines der Objekte, die zum Verkauf standen, retten wollten. Solange Sie mir nicht genau erklären können, wie Sie das anstellen wollten, muss ich Ihre Aussage als Notlüge bewerten.“ Er lehnte sich scheinbar entspannt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich warte“, sagte er.

Newt biss sich kurz auf die Unterlippe während er den Blick senkte. „Ich... hatte einen Bowtruckle dabei", murmelte er leise. „Sie können Schlösser knacken", fügte er hinzu für den Fall, dass Mr. Graves das nicht wusste.
Mr. Graves hob eine Augenbraue. „Tatsächlich?“, fragte er amüsiert. „Und Sie wollen mir allen Ernstes weismachen, dass Sie diese Wesen nur einsetzen, um andere Tiere zu retten? Oder ist ‚retten‘ bei Ihnen ein generelles Synonym für ‚stehlen‘?“
Newt schloss kurz die Augen und seufzte leise. Er versuchte sich zu sagen, dass dies nichts Persönliches war. Es war Mr. Graves‘ Job misstrauisch zu sein und in allem und jedem eine Bedrohung zu sehen. „Ich bin kein Dieb, Mr. Graves", sagte er schließlich, als er die Augen wieder öffnete und ihn direkt anschaute.

*


Als Percival direkten Blick in die hellen Augen hatte, sah er keine Lüge darin. Reine Aufrichtigkeit. Das ging ihm gegen den Strich. Er vertraute diesem Scamander nicht, der einfach ankam, New York rettete, sich als Held aufspielte und gleichzeitig behauptete, nichts Besonderes zu sein. Ein eingeübter unschuldiger Blick würde an seiner Meinung, dass hinter der netten Fassade mehr lauerte, nichts ändern.
Percival schüttelte den Kopf. Er stützte die Ellbogen auf dem Tisch ab und lehnte sich vor, während er Mr. Scamander über die ineinander verschränkten Finger ansah. „Wenn es stimmt, was Sie zu dem heutigen Vorfall sagen – und ehrlich gesagt, habe ich meine Zweifel –, sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass Selbstjustiz Sie in schlimmere Situationen bringen kann als ein Verhör beim Macusa“, sagte er und bedachte ihn mit einem kühlen Blick. „Da ich Ihnen die Geschichte aber nicht abkaufe, werde ich Sie vorerst unter Beobachtung stellen lassen. Sie werden Amerika für die Dauer des Falls nicht verlassen.“
Wie zu erwarten, war Mr. Scamander über diese Aussage alles andere als begeistert. „Was?“, hauchte er fassungslos, „Aber mein Schiff geht übermorgen!"
„Nun“, sagte Percival ungerührt. „Das müssen Sie dann wohl verschieben.“ Er erhob sich. „Oh, und was ich vergaß zu erwähnen“, fuhr Percival fort und schenkte Newt ein hämisches Lächeln, „Natürlich muss ich erneut den Koffer beschlagnahmen und durchsuchen. Wer weiß, auf wie vielen Schwarzmärkten Sie sich seit unserer letzten Begegnung noch herumgetrieben haben.“
Er ging an Mr. Scamander vorbei. „Bitte unternehmen Sie keinen Fluchtversuch“, sagte er mit einem unterdrückten Grinsen, „Ich muss Sie sonst leider direkt wieder einsperren lassen.“
Aufgebracht sprang Mr. Scamander auf und sein Stuhl fiel klappernd nach hinten. „Aber- Wer wird sich solange um meine Geschöpfe kümmern?", fragte er beinahe panisch.
„Das soll nicht Ihre Sorge sein“, erwiderte Percival kühl, öffnete die Tür und winkte die Auroren hinein, die Mr. Scamander vorerst zu einer Zelle bringen würden, ehe er jemanden organisiert hatte, der ihn auf Schritt und Tritt beobachtete. „Wir haben unsere eigenen Männer für diesen Job.“ Dass das keine Experten waren, musste er Mr. Scamander ja nicht auf die Nase binden. Er würde den Teufel tun, ihm irgendein Zeichen zu geben, dass der Macusa der Sache nicht gewachsen war.
„Nein!" Mr. Scamander schüttelte entsetzt den Kopf. „Mr. Graves!" Er wollte bereits ein paar Schritte auf Percival zumachen, doch die eben eintretenden Auroren hielten ihn zurück. Mr. Scamander hielt seine Emotionen sichtbar im Zaum. „In meinem Koffer leben äußerst sensible Kreaturen. Sie reagieren empfindlich auf Fremde oder Veränderungen. Und ein Teil meiner Mondkalbherde wird die kommenden Tage fohlen. Es kann sich niemand anders um sie kümmern!“, sagte er aufgewühlt und deutlich mischte sich Verzweiflung in seine Stimmung.
Percival hörte seinen Ausführungen ungerührt zu, während er ihn kühl ansah. „Wie schon gesagt“, wiederholte er unbeeindruckt, „Wir haben Mitarbeiter, die sich darum kümmern werden.“
„Bitte, Mr. Graves", flehte Mr. Scamander erneut und nun war offensichtlich jede zurückhaltende Schüchternheit von ihm gewichen. Sein Blick war so flehend, dass er Percival traf, obwohl er sich vorgenommen hatte, unerbittlich zu sein. „Ich werde das Land nicht verlassen und Sie können mich meinetwegen einsperren bis der Fall geklärt ist“, sagte Mr. Scamander und Percival fürchtete, dass er gleich anfangen würde, zu weinen. „Aber lassen Sie mich in der Zeit zu meinen Geschöpfen, damit sie versorgt sind. Bitte!" Er wirkte ehrlich verzweifelt.
Percival streckte die Brust noch ein wenig weiter raus und machte die Schultern breiter. Er würde sich nicht von dem ‚Helden‘ sagen lassen, wie er seine Arbeit zu erledigen hatte. Er war schließlich nur ein paar Wochen entführt worden – und nicht so tief gefallen, dass er jetzt auf die Meinung von jedem dahergelaufenen Briten etwas gab. Geringschätzig starrte er Mr. Scamander nieder und wartete darauf, dass dieser den Blick abwandte. Doch er tat es nicht. Seine blauen Augen schauten so hilfesuchend und um Gnade flehend zu ihm auf, dass es an seinem Gewissen kratzte, es so kalt abzulehnen. Er seufzte und schüttelte den Kopf. „Sie bekommen eine halbe Stunde pro Tag, in Begleitung von zwei Auroren“, lenkte er ein, „Sie werden sich dafür hier im Macusa Gebäude einfinden und in dieser halben Stunde wird Ihr Zauberstab in Gewahrsam genommen. Diese halbe Stunde nutzen Sie nur für die Feinheiten. Generelle Dinge wie Futter oder Säuberung der Gehege übernehmen unsere Leute. Habe ich mich klar ausgedrückt?“
Auf seine Worte hin schwieg Mr. Scamander. Einige Zeit schien er zu benötigen, um die Tragweite des Angebots zu verstehen. Dann nickte er schließlich. „Danke, Mr. Graves", flüsterte er aufrichtig.
Percival nickte ihm finster zu. „Sehen Sie zu, dass Sie nicht in unnötige Schwierigkeiten geraten“, mahnte er ihn, „Damit verzögern Sie Ihren Aufenthalt hier nur.“
Mr. Scamander machte ein betretenes Gesicht. „Ich werde darauf achten“, versicherte er kleinlaut.


~*~


Die letzten Wochen hatte sich Mr. Scamander tatsächlich so ruhig verhalten, dass es Percival beinahe zu ruhig war. Er hatte einmal am Tag für eine halbe Stunde in seinem Koffer vorbeigeschaut und war den Rest der Zeit unter Beobachtung durch New York gelaufen. Keiner der Auroren, die ihn rund um die Uhr bewachten, hatte etwas Auffälliges zu vermerken und so langsam fragte sich Percival, ob er diese Masche von dem unscheinbaren Magizoologen nun doch endlich glauben sollte.
Die Tatsache, dass Mr. Scamander bereits nach einigen Tagen bei einem Vorfall im Koffer die Fachleute des Macusa hat recht alt aussehen lassen, indem er ihnen das zu prüfende Register aus der Hand nahm und ihnen erst einmal erklärte, welche Tiere sie vor sich sahen (denn einige hatten sie noch nie gesehen) trug nicht gerade dazu bei, eine Schwachstelle zu entdecken, die Percival in seiner Vermutung bestätigen würde.
Seine dunkle Ahnung wurde von Tag zu Tag schwächer. Schließlich hatte es keinen Grund mehr gegeben, Mr. Scamander seinen Koffer noch länger vorzuenthalten und auch der Fall vom Schwarzmarkt war so gut wie abgeschlossen. Eine, vielleicht zwei Wochen noch… dann wäre der Fall offiziell geklärt, Mr. Scamanders Unschuld erneut bewiesen und eine milde Verwarnung ausgesprochen, dass er sich in Zukunft von solchen Veranstaltungen fernhalten sollte.

Percival schüttelte den Kopf, während er durch das Gebäude des Macusa schritt und zum Fahrstuhl ging. So kam er nicht voran. Vielleicht war es das Beste, Mr. Scamander einfach ziehen zu lassen, mitsamt seinem Koffer voller illegaler Kreaturen und zu hoffen, dass er nie wiederkam. Aber da war etwas an ihm, das Percival nicht losließ. Solange er nicht ergründet hatte, was es war, wollte er nicht riskieren, auch nur einen Moment der wachsamen Beobachtung über diesen jungen Mann zu vergeuden.
Der Fahrstuhl hielt, die Tür ging klappernd zur Seite auf. Der Hauself im Fahrstuhl verbeugte sich tief. „Mr. Graves, Sir“, sagte er.
„Zur Weihnachtsfeier, Red“, sagte Percival und holte tief Luft, wie um sich zu wappnen. Er hatte keine Lust darauf. Ein riesiger Stapel Dokumente lag noch auf seinem Tisch und wollte bearbeitet werden. Aber als Direktor musste er sich blicken lassen.

Die Zeit verging wie zäher Kaugummi. Es war eine Qual. Vor allem dann, wenn man die Zeit eigentlich zum Arbeiten nutzen konnte. Doch es nützte nichts, auch das hier war eine Pflicht für jemanden in seiner Position. Percival wartete nur darauf, dass es endlich endete.
Ein paar Hände wurden geschüttelt, höfliche Lächeln wurden ausgetauscht, Percival trank seinen Whiskey aus. Seine Geduld neigte sich dem Ende. Er musste hier raus. All der Trubel und die ausgelassene Heiterkeit passte im Moment nicht wirklich zu seiner eigenen Gefühlswelt.
Es hob seine Stimmung auch nicht gerade, Tina in Begleitung von Mr. Scamander zu sehen. Darauf, einen ihrer bösen Blicke zu ernten oder einen seiner Kommentare darüber zu hören, dass Tierwesen nicht gefährlich waren, war er nicht sonderlich erpicht.
Glücklicherweise waren beide gerade in unterschiedlichen Teilen des Raumes, wie er mit einem wachsamen Blick erfasste. Und beide ins Gespräch vertieft. Eine gute Gelegenheit, ein paar Minuten zu verschwinden, ohne seiner Pflicht nachkommen zu müssen, seiner Mitarbeiterin frohe Weihnachten zu wünschen. Je weniger Konversation sie im Augenblick betrieben, desto besser. Seit er Mr. Scamanders Fall auf dem Tisch hatte, gehörte sie nicht gerade zu seinen freundlichsten Mitarbeitern. Zumindest nicht ihm gegenüber.
Zügig und mit einem Kopfnicken in Madame Picquerys Richtung verließ er den Saal. Im Hinausgehen griff er sich einen weiteren Whiskey vom Tablett eines Hauselfen und als er endlich draußen in der kühlen Winterluft stand, wurde sein Kopf ein wenig freier.

*


Newt hatte sich von Tina breitschlagen lassen, mit auf die Weihnachtsfeier des Macusa zu kommen, obwohl er alles andere als begeistert von solchen Anlässen war und sich auch nicht unbedingt als Vorzeigebegleitung ansah. Er war nicht gerade attraktiv, machte eher einen verschrobenen Eindruck und in Sachen Smalltalk war er geradezu unterirdisch, sofern es nicht um magische Geschöpfe ging. Doch Tina bestand trotz allem darauf und so entschloss sich Newt, ihr diese Freude zu machen. Er hatte ohnehin bereits ein schlechtes Gewissen, weil er nun bereits viel länger als geplant bei ihr und Queenie wohnte.
Auf der Weihnachtsfeier selbst hatte er eigentlich vorgehabt sich im Hintergrund zu halten, doch leider hatte er nicht bedacht, dass er ja mittlerweile eine kleine Berühmtheit war, besonders in Aurorenkreisen. Offensichtlich zeigten einige von Tinas Kollegen Interesse daran, sich mit ihm zu unterhalten. Ihm wurde ein Drink nach dem anderen gereicht, während sie ihn in Gespräche verwickelten und ihm Fragen stellten. Tina hatte sich schon vor einiger Zeit losgelöst und sich zu anderen Kollegen begeben, als sie gemerkt hatte, dass Newt gut aufgehoben war. Nun stand er hier allein mit Fremden, die er noch nie gesehen hatte. Einige vielleicht in den letzten Wochen, während der Verhöre. Oder auch davor, als sie noch dem falschen Mr. Graves gefolgt waren. Aber anders als sein Tiergedächtnis war sein Gesichtsgedächtnis nicht sonderlich gut und er konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen. Was er aber wusste, war, dass ihm all der Trubel und die Aufmerksamkeit um seine Person deutlich zu viel wurden. Newt wollte sich gerade unter einem Vorwand zurückziehen, da wurde er erneut von einem Auror angesprochen, der sich ihm als Robert Johnson vorstellte. Entgegen seiner Befürchtung schien dieser Mann relativ freundlich und ungewöhnlich interessiert an seiner Arbeit. Das war ungewöhnlich. Den meisten anderen hatte er heute nur immer und immer wieder erzählen müssen, wie er Grindelwald auf die Schliche gekommen war und wie es ihm gelungen war, ihn zu entlarven. Dass jemand Interesse an Tierwesen zeigte, machte Newt Mut und ließ ihn freier erzählen.

Doch die Drinks, die ihm zuvor gereicht worden waren, stiegen ihm nun langsam aber sicher zu Kopf. Johnson, der aufmerksam war, schien das zu bemerken und schlug vor, sich draußen ein wenig die Beine zu vertreten. Man könne in den nahegelegenen Park gehen und dort frische Luft schnappen. Es wäre außerdem ruhiger und Newt würde nicht so im Rampenlicht stehen. Die Idee klang verführerisch.
So stimmte Newt dankbar zu und folgte dem Auror hinaus.
Die kalte Nachtluft tat ihm gut und der Alkohol sorgte dafür, dass er noch nicht mal fror. Dennoch spürte er Johnsons Blick auf sich. Er hob den Kopf und sah ihn schmunzeln. Es verwirrte Newt. Er wusste nicht, wie er das einordnen sollte.
„Wollen wir in den Park?“, fragte Johnson noch einmal und nun verstand Newt, dass er ihn deshalb so genau betrachtet hatte, weil er auf eine Reaktion gewartet hatte. Newt nickte eilig.

Newt achtete gar nicht darauf, wo genau Johnson sie hinführte. Wäre er nicht so in seine Schwärmerei über seine Geschöpfe vertieft und nicht so sehr angetrunken, wäre er eventuell skeptisch geworden, dass Johnson sie in einen Teil des Parks führte, der recht abgelegen und gut geschützt vor Blicken war. Hinter einer größeren Hecke blieben sie schließlich stehen. „Sie haben wirklich nur Ihre Geschöpfe in Ihrem hübschen Kopf, was?", fragte der Auror schließlich mit einem Schmunzeln. Newt hielt etwas irritiert in seinem Redefluss inne. Zum einen, weil ihn die Bezeichnung 'hübsch' irritierte, zum anderen, weil der Auror recht dicht vor ihm stand, was dazu führte, dass er sich fast etwas 'gefangen' zwischen ihm und der Hecke im Rücken fühlte. „Nun... das ist eben meine große Leidenschaft", antwortete Newt ein wenig verlegen und wich dem Blick aus.
Von Johnson war ein leises Lachen zu vernehmen ehe er sich weiter vorbeugte. „Mich würde sehr interessieren, was Sie sonst noch für Leidenschaften haben", raunte er ihm zu.
Newt blinzelte irritiert bei dieser Frage. „Ich... wie meinen Sie das?", fragte er etwas unbeholfen und wich automatisch ein Stück weiter zurück, fühlte dann aber bereits die Hecke im Rücken. Das Schmunzeln auf Johnsons Gesicht wandelte sich zu einem Grinsen, als er ihm folgte und noch dichter vor ihm stand als zuvor. „Oh, ich glaube, Sie wissen genau, wie ich das meine. Oder spielen Sie einfach nur gerne die Unschuld vom Lande?"
Nun fühlte sich Newt tatsächlich überfordert, zumal er nicht verstand, was das alles hier sollte. Was er allerdings bemerkte, war, dass ihm die Situation von Sekunde zu Sekunde unangenehmer wurde. „Ich glaube... ich verstehe wirklich nicht, worauf Sie hinaus wollen“, murmelte er.
Johnson lachte leise bei dieser Aussage. Plötzlich hatte Newt ein Knie in seinem Schritt. Nicht schmerzhaft, eher unangenehm reizend. Er sog erschrocken die Luft ein
„Ich meine damit, dass Sie sich nun nicht mehr zieren brauchen, wo wir endlich ungestört sind", raunte ihm Johnson ins Ohr.
Newt fröstelte. Was zur...? Das konnte doch nicht wirklich sein. Ja, er wollte etwas ungestörter sein. Aber doch nicht auf DIESE Art und Weise. Hastig brachte er die Arme zwischen sie beide und schob den Anderen ein Stück von sich. „Mr. Johnson... Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Ich hatte nicht vor, für so etwas hierher zu kommen", stammelte er verlegen. Bei diesen Worten schwand das Grinsen aus Johnsons Gesicht. Er griff hart Newts Handgelenke und zog sie zur Seite. „Habe ich dir nicht eben gesagt, du sollst dieses Theater lassen?", flüsterte er ihm nun warnend zu, woraufhin Newt leicht zusammen zuckte. Doch ehe er etwas hätte antworten können, hatte er bereits Johnsons Lippen auf seinen. Protestierend begann er sich gegen den Mann zu stemmen und als dieser ihn eisern festhielt und fast noch mehr gegen die dichte Hecke drängte, biss Newt seinem 'Angreifer' in einem Anflug von Verzweiflung in die Lippe. Johnson zuckte sofort zurück und fluchte leise, funkelte Newt dann allerdings wütend an. „Das war ein Fehler", zischte er und ehe Newt reagieren konnte, wurde er bei den Handgelenken gepackt, von der Hecke weggezerrt und fühlte dann Johnsons Hand in seinem Rücken, die ihn nach vorn stieß. Er fiel auf eine Parkbank, den Bauch nach unten. „Wa- Lassen Sie mich los!", fauchte Newt aufgebracht und versuchte nach dem anderen Mann zu treten. Ein scharfer Schmerz durchfuhr ihn, als Johnson seinen Kopf packte und einmal gegen die Parkbank schlug. Etwas knackte in seiner Nase, ein scharfer Schmerz durchfuhr ihn und er schrie gepeinigt auf.
„Sei gefälligst still! Silencio!", fluchte Johnson wütend, woraufhin Newts Schrei verebbte.
Newt spürte die Panik in sich aufsteigen als er plötzlich stumm war. So könnte er nicht einmal zaubern, selbst wenn er an seinen Zauberstab käme - was ihm in dieser Situation mehr als unwahrscheinlich schien. Als er eine Hand des Mannes plötzlich an seinem Hosenbund spürte, schrie er stumm auf und trat mit aller Kraft um sich.

*


Percival war froh, dass er im Hinausgehen seinen Mantel gegriffen hatte. Wenn man länger hier draußen stand, wurde es frostig. Der Wind pfiff in eisigen Böen und es begann gerade, zu schneien.
Leute kamen an ihm vorbei, hauptsächlich Mitarbeiter, die die Feier verließen oder dazustießen. Mit dem Whiskey in der Hand ging Percival auf den Park zu. Er war nicht sonderlich erpicht darauf, am Eingang des Woolworthgebäudes permanent angesprochen zu werden. Schließlich war er raus gegangen, um dem Trubel zu entkommen.
Zwei Männer liefen an ihm vorbei, die ihm beide bekannt vorkamen. Johnson, stellte er fest, obwohl er nur seinen Rücken sah. Johnson, einer seiner besten Auroren. Leider mit ausgesprochen miesem Charakter. Er hatte den Arm um die Schultern eines Rotschopfs gelegt, der Percival vage bekannt vorkam. Mr. Scamander, wenn er sich nicht täuschte.
Er hob die Augenbrauen, während er ihnen hinterherlief – schließlich hatten sie die gleiche Richtung eingeschlagen. Was hatte Mr. Scamander mit einem seiner Auroren zu schaffen? Und war es nicht Johnson, der Mr. Scamander letzte Woche noch überwacht hatte? Er hatte gesagt, die Woche war ereignislos verlaufen… Aber stimmte das oder hatte er das nur behauptet?
Misstrauisch lief Percival ihnen hinterher. Er witterte eine neue Fährte. Eine neue Spur auf seiner Suche nach einem Haken.

Percival folgte ihnen so lange unverdeckt, wie er es noch erklären konnte. Als sie einen abgelegeneren Teil des Parks anstrebten, wurde er vorsichtiger, doch er folgte ihnen weiterhin. Sie hielten vor einer großen Hecke und Percival gelang es, auf der anderen Seite in Deckung zu gehen. Sein dunkler Mantel kam ihm nun in der Finsternis zugute. Wenn man nicht wusste, dass er hier war, würde man ihn nicht hier vermuten.
Nun, da er endlich wieder nah genug herangekommen war, um ihrer Unterhaltung zu lauschen, war er irritiert. Mr. Scamander redete ununterbrochen von seinen Tierwesen. Keine Spur von geheimen Absprachen oder der Planung eines nächsten Schwarzmarktbesuchs.
Wieso dann dieser seltsame Treffpunkt? Über Tierwesen zu reden war schließlich nicht verboten. Dafür hätten sie die Weihnachtsfeier nicht verlassen müssen.
Als Johnson das Thema wechselte, begriff Percival endlich, was der Grund ihres nächtlichen Spaziergangs war. Keine Absprache, kein geheimes Komplott. Lediglich ein weiterer Versuch des Auroren, ein armes Opfer in seine Fänge zu locken. Dafür war er bereits innerhalb der Firma weitreichend bekannt, sowohl bei Männern als auch Frauen.
Percival schüttelte unzufrieden den Kopf. Er war den ganzen Weg bis hierher mitgegangen für diese Erkenntnis. Das hätte ihm auch gleich in den Sinn kommen können. Lautlos versuchte er, sich von dem Ort zu entfernen, ohne von den beiden bemerkt zu werden.
Er war eben dabei, hinter der Hecke zu verschwinden und den Weg zurück zu gehen, den er gekommen war, da hielt er inne. Er kam nicht umhin, der Unterhaltung der beiden weiterhin zuzuhören und bemerkte, dass es Mr. Scamander nicht wirklich gefiel, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelte. ‚Nicht mein Problem‘, dachte sich Percival und steckte den Zauberstab weg, den er bis eben noch wachsam umklammert gehalten hatte, ‚Der Mann ist erwachsen, er wird sich schon wehren können.‘ Und obwohl er ein schlechtes Gewissen bekam, weil er um Johnsons Ruf leider viel zu gut wusste, machte er sich daran, den Ort zu verlassen.
Das gefauchte „Lassen Sie mich los!“ ließ ihn mitten in der Bewegung verharren. Er drehte sich langsam herum. Hatte er das eben richtig gehört?
Als Mr. Scamander dann aufschrie und Johnson mit ungewohnt aggressiver Stimme antwortete, brauchte Percival keine zweite Einladung, um einzuschreiten. Es ging ihn nichts an, mit wem seine Mitarbeiter einvernehmlich sexuelle Handlungen vollzogen. Aber ein Auror, der die Gesetze missachtete, war ihm ein Dorn im Auge. Und wenn er noch ein paar Sekunden wartete, würde Johnson den jungen Mann entweder erdrosselt oder vergewaltigt haben... oder beides, seiner aktuellen Stimmung nach zu urteilen.
Percival schritt auf die Hecke zu und darum herum, während er seinen Zauberstab erneut zog. Er hörte, wie Johnson „Silencio“ sagte und das reichte, um ihm zu verraten, wo genau sie sich befanden. Keine zehn Schritte von ihm entfernt, auf einer Parkbank. In der Dunkelheit sah er nur ihre Umrisse. Der eine ragte über dem anderen auf. Percival fackelte nicht länger. „Petrificus Totalus“, rief er und ein greller Lichtblitz schoss aus seinem Stab hervor. Er traf Johnson in den Rücken. Der Mann erstarrte und fiel, steif wie ein Brett, zu Boden.
Percival schüttelte den Kopf. So unnötig. Und ein wahrer Verlust, was seine Fähigkeiten als Auror betraf. Er trat näher an die Bank heran und löste den Schweigezauber, der auf Mr. Scamander lag. Dann entzündete er ein magisches Feuer in seiner Handfläche, um sich den Schaden anzusehen. Mr. Scamander, der von der Parkbank zu ihm hinaufschaute, hatte eine blutige Nase. Johnson lag neben der Parkbank starr im Gras. Percival tippte ihn mit dem Fuß an. „Sie sind fristlos entlassen, Johnson“, sagte er kühl, „Wegen Missachtung des Eides gegenüber Schutzbefohlenen.“
Percival wies mit dem Zauberstab auf ihn, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Johnsons steife Gestalt hob vom Boden ab und stellte sich auf. Leider mit dem Kopf nach unten. Was für ein furchtbares Versehen. Sicher hätte Percival es bemerkt, wenn er hingesehen hätte, doch er war damit beschäftigt, sich vor Mr. Scamander zu hocken. „Alles in Ordnung?“, fragte er mit ausgesuchter Freundlichkeit.
Er beobachtete, wie Mr. Scamander zitternd und heftig atmend versuchte, sich aufzurichten. Er wirkte etwas neben sich und ziemlich geschockt. Seine Augen waren groß geworden, als sich Percival vor ihn hinhockte und immer wieder flackerte sein Blick zu Johnson hin.
„Um ihn müssen Sie sich keine Sorgen mehr machen“, sagte Percival besänftigend, „So etwas wird er so schnell nicht mehr versuchen.“
Percival lehnte sich näher zu Mr. Scamander heran. „Halten Sie einen Moment still“, bat er leise und wies mit dem Zauberstab direkt auf das Gesicht des jungen Mannes. „Episkey“, sagte er und er hörte etwas knacken. Die Nase heilte und die Blutung stoppte.
Mr. Scamander schien seine Sprache wiederzufinden, die es ihm über all die Ereignisse offensichtlich verschlagen hatte. „D-Danke“, keuchte er mit heiserer Stimme und wich Percivals Blick aus. Er schaute zu Boden.
Percival nickte und richtete sich auf. Er steckte den Zauberstab in seine Manteltasche und reichte Mr. Scamander eine Hand, um ihm aufzuhelfen. „Kommen Sie“, sagte er, „Sie sollten nicht noch länger hier draußen sein. Sie holen sich den Tod, bei den Temperaturen.“ Seine andere Hand dirigierte bereits den steifen Johnson vorwärts.
Zu seiner Beruhigung griff Mr. Scamander nach seiner Hand und erhob sich. Doch er schwankte, kaum, dass er auf die Füße gekommen war. Im ersten Moment klammerte er sich an Percival, doch dann löste er sich eilig, als hätte er sich verbrannt. „V-verzeihung“, sagte er beschämt und versuchte, sich an der Bank abzustützen, um nicht zu fallen.
Percival, der die offene Verletzlichkeit des Jüngeren nicht gewohnt war, schüttelte den Kopf. „Kein Grund, sich zu entschuldigen“, erwiderte er und beobachtete ihn wachsam. Er widerstand dem Drang, ihm Halt zu bieten. Mr. Scamander hatte heute schon genug ungewollten Kontakt. Deshalb setzte er stattdessen mit finsterer Stimme fort: „Ich muss um Verzeihung bitten. Im Namen meiner Abteilung, in der dieser…“, Er suchte nach den richtigen Worten, ohne die Beherrschung zu verlieren: „…. Mensch angestellt ist. Es wird vielleicht kein großer Trost für Sie sein, aber ich versichere Ihnen, dass er seine gerechte Strafe erhalten wird“, sagte er.
Er sah Mr. Scamander auf seine Worte hin nicken. Der Mann war ungewöhnlich schweigsam. Als Percival erneut losging und Johnson vor sich herschweben ließ, folgte Mr. Scamander ihm.
Percival führte sie aus dem Park.
Sie erreichten den Eingang des Woolworth Gebäudes. Die Kollegen, die ihnen entgegenkamen, warfen ihnen neugierige Blicke zu. Er starrte sie finster nieder, bis sie betreten die Blicke abwandten und führte Mr. Scamander dann in das Gebäude hinein. Johnson folgte schwebend hinterher.
Am Eingang kam ihnen Tina entgegen, die ganz aufgeregt zu sein schien.
„Newt!“, rief sie, als sie sie entdeckte und ihr sorgenvolles Gesicht hellte sich auf, als wäre sie froh, ihn zu sehen. „Mr. Graves“, setzte sie kühl hinzu und das Lächeln verschwand augenblicklich. „Was-was…. Ist das JOHNSON?!“ Sie deutete auf die starrte Gestalt, die hinter Percival hinein geschwebt kam. Percival nickte ihr finster zu. „Sein Sie so gut und bringen Sie ihn in eine Zelle“, sagte er und ließ Johnson zu ihr herüber schweben. Als sie ihn ungläubig anstarrte, fuhr er fort: „Ich bin in meinem Büro. Sie können Ihre Fragen loswerden, sobald Sie ihn hinter Gitter gebracht haben.“
Und mit diesen Worten ließ er sie stehen, legte Mr. Scamander, der abwesend und neben sich wirkte, eine Hand zwischen die Schulterblätter und schob ihn in die Richtung, in der sein Büro lag.
Es war kein Geheimnis, dass er dem jungen Mann nicht vertraute. Er setzte sich über Gesetze hinweg, zog das Wohl von Tieren dem der Menschen vor und verrannte sich dadurch in Situationen, denen er nicht gewachsen war… Percival hatte aufgehört, zu vermuten, dass er mit Grindelwald unter einer Decke steckte. Doch es gab ausreichend andere Gründe, ihn als jemanden zu betrachten, der nur Scherereien machte.
Dennoch war das kein Grund gewesen, nicht einzugreifen. Schlussendlich war Percival für die Sicherheit von abertausenden Menschen verantwortlich. Da würde er bei diesem hier keine Ausnahme machen – vor allem dann nicht, wenn jemand aus seinen eigenen Reihen so einen Bockmist baute.
Obwohl er Mr. Scamander als jemanden betrachtete, der ihm mehr Arbeit machte, als er ohne ihn hätte, musste er sich nun darum bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, den Johnson angerichtet hatte.
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