Ich traute mich es endlich zu sagen, aber es war zu spät!

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 Slash
Albus Dumbledore OC (Own Character) Severus Snape
22.11.2017
22.11.2017
1
3308
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Projekt „Zu spät“


Ich traute mich endlich, aber es war zu spät!


Severus drückte die Türklingel als er sich endlich durchringen konnte. Er war doch sonst nicht so feige! Was war er doch erbärmlich. Severus traute es sich Voldemort und die Todesser zu verarschen, aber einem Mann seine Liebe zu gestehen, dafür war er zu feige. Typisch! Er war halt ein emotionaler Krüppel. Durch das Öffnen der Haustüre wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Enttäuscht, mit klopfendem Herzen sah er sich der Schwester desjenigen gegenüber, den er sprechen wollte. Sie schien geweint zu haben. Ihre Augen waren total gerötet.

„Du! Was willst du hier? Reicht es nicht, was du angerichtet hast?“, fauchte sie ihn an.
Sie war voller Hass auf ihn. Aber warum? Was hatte er ihr denn angetan? Ob seiner Ratlosigkeit wurde sie noch wütender und grub ihre Faust in seinen Magen. Er keuchte schmerzerfüllt und nach Luft schnappend auf. Hielt sich den schmerzenden Bauch.

„Du bist schuld, dass er tot ist. Du bist schuld daran, dass mein Bruder von Todessern verschleppt, gefoltert und ermordet wurde.“ keifte sie ihn an.

Bei diesen Worten riss sein Herz in tausend Stücke. Yael sollte tot sein. Das konnte doch nicht sein? Vor drei Tagen hatten sie noch miteinander geredet. Severus schloss die Augen und rieb sich verzweifelt die Augen.

„Das kann nicht sein! Bitte nicht!“, hauchte er tonlos.

„Deinetwegen ist mein Bruder tot. Er wollte zu dir als die Todesser ihn verschleppten. Deinetwegen, weil du ihn an dich herangelassen hast.“ kreischte sie ihn an, schubste ihn, sodass er auf den Rücken fiel und knallte die Tür zu. Severus rappelte sich auf. Ihm war übel. Von dem Schlag, ihrem Hass und von der Erkenntnis, dass Yael tot war. Seine Schuld! Er hatte ihn zu nahe herangelassen und deshalb musste er sterben.

Alles meine Schuld! Ich bringe nur Unglück und tot. Dachte er voller Schmerz und Selbsthass.

Mit hängenden Schultern, schmerzendem Herzen und dem immerwährenden, stärker werdenden Schuldgefühlen verließ er das Grundstück und zu Fuß die Stadt. Er betrat den Wald und apparierte. Aber so durch den Wind, wie er war zersplinterte er und kotzte sich die Seele aus dem Leib. Tränen mischten sich mit dem Erbrochenem und dem Blut, das von seiner verletzten Schulter lief. Vor Schmerz stöhnend erhob sich Severus und ging auf den Hintereingang seines Hauses zu. Nicht bemerkend, wie immer wieder Tränen über seine blassen Wangen glitten. Er kramte seinen Schlüssel aus seiner Tasche und schloss auf. Drinnen schloss er ab und atmete tief durch. Wobei es durch den Schmerz in seiner Schulter eher abgehackt war. Durch den Nebel in seinem Geist, der, seitdem er von Yaels Tot wusste herrschte kam ihm der Gedanke, dass er seine Wunde an der Schulter behandeln sollte. Das Blut war nicht gerade wenig und Albus sollte es nicht sehen. Er kam in einer Stunde bemerkte Severus als er auf die Uhr über der Tür sah. Bis dahin musste er sich beruhigen und seine Wunde verarzten. Er öffnete die Tür, die zum Keller führte und in seinem Labor suchte er sich eine Phiole mit Murtlap Essenz heraus. Einige Tropfen tröpfelte er auf die Wunde und zischte vor Schmerz als diese die Wunde trafen. Nach und nach schloss sich die Wunde. Während dies geschah verkorkte Severus die Flasche wieder und griff eine kleine Phiole, in der der Trank gegen die Übelkeit war. Er trank ihn und augenblicklich ging es seinem Magen besser. Auch wenn er immer noch schmerzte, wie sein Bauch. Die leere Flasche stellte er in den Reiniger und verließ das Labor. Als er dann zur Toilette ging fiel ihm dann mal die Spuren auf, die seine Tränen hinterlassen haben. Da er so nötig musste ging er erst auf Toilette und wusch sich dann Hände und Gesicht. Aber nichts, was er tat konnte den Schmerz in seinem Herz vertreiben. Yaels Tot tat einfach zu sehr weh und war noch zu frisch.

Meine Schuld! Dachte er verzweifelt. Wieso musste er sterben?

Severus ließ sich auf die Couch sinken, lehnte sich zurück und schloss die Augen.


Das Gespräch mit Albus brachte Severus kurzzeitig auf andere Gedanken, da es doch eher privater Natur war. So erfuhr er, dass Albus als er noch klein war er immer wieder versuchte alle Süßigkeiten zu essen und er einmal als Kleinkind in ein Bottich geschlagener Sahne gefallen war. Oder wie Hagrid einmal versehentlich die Weihnachtsdeko herunter riss. Sie haben herzhaft gelacht. Das war, nachdem Severus Albus von Yaels Tot berichtete. Dem jungen Tränkemeister war klar, dass Albus ihn aufheitern wollte. Was er rigoros schaffte. Er war ihm wirklich dankbar dafür. Es hielt an bis Abends als Albus ging und Severus alleine mit seinen Gedanken war, aber er ließ sich davon nicht unterkriegen. Bis zum Tag der Beerdigung.


Von Yaels bestem Freund bekam er die Einladung zu dessen Beerdigung. Severus ging hin, um den Mann, den er über alles liebte und wohl immer lieben würde seine letzte Ehre zu erweisen. Er hielt sich im Hintergrund. Schließlich war es seine Schuld, dass der Andere in dem Sarg lag, Dass dieses Grab hier aufgeschüttet werden musste. Yaels bester Freund kam auf ihn zu und reichte ihm einen Brief. Seine Augen waren von Tränen gerötet.

„Er wollte dir diesen Brief überreichen al...als sie ihn entführten.“, flüsterte er.

Severus Hand zitterte als er den Brief annahm und beinahe wäre er ihm aus der Hand gefallen.

„Er hat dich gelibt.“

Severus biss sich auf die Lippe. Sein Herz raste und tat weh.

„Es tut mir leid, dass er wegen mir leiden musste.“, hauchte er mit schwerer Stimmt. Leon legte eine Hand auf seine rechte Schulter.

„Sophie ist vor Trauer geblendet. Du bist nicht Schuld und Yael würde nicht wollen, dass du dir die Schuld gibst.“, meinte er leise und verließ den Friedhof. Folgte den anderen Trauergästen. Severus blieb allein zurück. Verzweifelt versuchte er die Tränen zu unterdrücken. Mit schweren Schritten ging er zum frisch aufgeschüttetem Grab.

„Es tut mir leid! Verzeih mir!“

Sein Herz war endgültig in Trümmern. Es tat furchtbar weh an dem Grab zu stehen und die Inschrift zu lesen.

Yael Thornton

geboren 21.05.1955

gestorben 07.07.1993

Ruhe in Frieden!


Mehr stand nicht auf dem schlichten Grabstein. Mehr hätte der junge Mann auch nicht gewollt. Dies war genauso schlicht, wie Yael es gewesen war. Severus schaffte es nicht lange die Tränen zurück zu halten, welche jetzt in Strömen über seine Wangen glitten. Mit seiner Handmagie ließ er einen Strauß verschiedenster Blumen erscheinen. Calla, weiße Lilie, Gladiole, Lavendel, Kastanienblüte, weiße Rose, Orchidee, Tränenherz und Engelstrompete, Der junge Mann legte den Strauß auf das frische, Grab, drückte seine Lippen auf seine Hand und drückte diese auf den Grabstein. Zärtlich streichelte er über den Namen.

„Ich weiß, es ist schon zu spät, aber ich muss es dir sagen. Als ich es mir endlich traute es dir zu sagen erfuhr ich von deinem Ableben.“ Kurz schwieg er und schluckte. „Ich liebe dich!“


Hallo Severus!

Ich weiß nicht... Du bist was besonderes! Deine Augen glänzen, wie der dunkle Sternenhimmel. Verdammt! Warum werde ich so kitschig? Ich weiß genau, dass du das nicht magst. Aber ich kann nicht anders. Ich lie... Nein, diese Worte können meine Gefühle für dich nicht annähernd beschreiben. Doch was dann? Du bist... Weißt du eigentlich, wie sehr du mich aus dem Konzept bringst? Mit deinen Augen, deiner stolzen Haltung, deinem sturen Charakter und deiner erotischen Stimme, die mir immer wieder Schauer über den Rücken jagt. Wie kannst du es wagen dich in meine Träume zu schleichen und mir an die Wäsche zu gehen. Kannst du das nicht auch im realen Leben tun? Ich will dich ganz! Mit allem, was dazu gehört. Mit deinen Fehlern, deinen Launen, deiner schweren Vergangenheit! Mit allem, was du hast.
In Liebe

Yael

P.S. Und du hast es verdient geliebt zu werden! Punkt! Aus! Basta!

Severus ließ gequält lächelnd den Brief sinken und schluchzte herzzerreißend.


Der Cruziatus traf ihn in der Brust, was ihn auf den verregneten Waldboden schleuderte und er krümmte sich vor Schmerzen. Um nicht zu Schreien biss er sich die Lippe blutig. Der junge Mann atmete schwer als der Fluch von ihm genommen wurde. Mit schmerzenden Gliedern versuchte aufzustehen, aber durch einen Tritt in den Magen sackte er vor Schmerzen und nach Luft schnappend zu Boden. Er war vollkommen durchnässt, da es in Strömen regnete. Sein Körper hielt nicht mehr lange durch. Ein weiterer Cruziatus folterte ihn. Schon am Anfang des Kampfes wusste er, dass er diesen nicht überleben und für seinen Verrat sehr leiden würde. Aber er litt eh schon seit fünf Jahren. Seit Yaels tot, welcher ihn zerbrach. Seitdem lebte Severus nur noch dafür Voldemort zu vernichten. Was auch sehr gut klappte. Schwer atmete er auf als der Fluch sich löste und lächelte schwach als er sah, wie der Schrecken der Zauberwelt in Flammen aufging. Zu schwach, um auch nur den kleinsten Finger zu rühren blieb er am Boden liegen und spürte, wie langsam das Leben aus seinem Körper wich. Sein Magen verkrampfte und er spuckte Blut. Der Geschmack von Galle und Blut in seinem Mund widerte ihn an. Bald war sein Leben vorbei und dann würde er Yael wiedersehen. Und dann... würde er sich von ihm fernhalten. Sein Lächeln wurde traurig. Verschwommen sah er eine Gestalt über sich. Ein weißer Bart, ein helles blau und weiße Haare. Sein Oberkörper wurde leicht angehoben und sein Kopf wurde in einen Schoß gebettet. Schmerz durchzuckte seinen Körper und er stöhnte auf.

„Albus...“ war die Stimme des jungen Zauberers war kaum zu vernehmen. Zärtlich fuhren die Finger des Älteren über sein Gesicht.

„Ich bringe dich nach Hause.“
„Es... hust... ist vorbei!“ Der Jüngere hustete Blut.
„Ich weiß, mein Sohn. Du wirst ihn wiedersehen.“
Albus apparierte mit ihm.

Auch Poppy konnte nichts mehr tun. Severus starb.

„Albus, danke, dass du immer für mich da warst.“
Die Stimme des Sterbenden war kaum zu hören und doch verstand der Ältere ihn. Er drückte die kalte Hand seines Kindes. Tränen standen in den blauen Augen. Poppy liefen Tränen über die Wangen. Der letzte Atemzug verließ den jungen Mann und Albus schloss dessen Augen.

„Ruhe in Frieden, mein Kind!“

Die Beerdigung fand zwei Tage später statt. Das Grab war direkt neben dem von Yael. Der junge Tränkemeister wurde in einem Sarg aus dunklem Holz eingeäschert und in einer ebenso farbigen Urne zu Grabe getragen. Die Trauergäste waren zahlreich. Auch wenn der junge Mann nicht sehr beliebt war. Er war für seine Schüler gestorben und jetzt zollten sie ihm den Respekt, den er verdiente.

Severus Snape

09.01.1960

Du bist ein Held!

Werde glücklich!

Ruhe in Frieden!
Review schreiben