Life as we know it

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
21.11.2017
29.09.2019
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Unser Leben wird durch Entscheidungen beeinflusst und egal wie klein diese Entscheidung auch sein mag, es kann das ganze Leben auf den Kopf stellen. Egal wie gut man alles plant und alles mehrfach überdenkt, es gibt Augenblicke, die kann man nicht planen und auch nicht erklären. Sie geschehen einfach. Egal ob diese Moment nun fair waren oder völlig ungerechtfertigt,  fortan muss man mit der Situation leben und versuchen das Beste daraus zu machen. Die Frage ist nur, wie man das Beste machen möchte, wenn die Zeiten so dunkel erscheinen, dass man die Hand kaum vor Augen sieht?

Sirius konnte keinen Muskel bewegen, er war verstummt und starrte schlicht aus dem Fenster. Es war als wäre er mit einem Zauber belegt worden und von einem Moment auf den Anderen hatte man ihm den Boden unter den Füßen weggerissen. Er war zum Orden berufen worden, im Glauben, dass es eine neue Nachricht gab, einen Kampf den er diesmal zu bestreiten hatte, hatte er sich auf den Weg gemacht. Doch was ihn hier im Hauptquartier erwartet hatte, war das Schlimmste was er sich nur hätte vorstellen können.
„Vor wenigen Stunden wurde das Haus der Potters angegriffen. James und Lily wurden von Peter Pettigrew verraten und somit war der Zauber gebrochen, der das Haus geschützt hat. Voldemort konnte sie aufspüren. Es tut mir Leid, ich weiß wie viel dir die Beiden bedeutet haben.“ Es war die sanfte und gleichsam brüchige Stimme von Albus Dumbledore. Auch ihn hatte dieser Tod mitgenommen, doch Sirius bezweifelte, dass auch nur irgendjemand erfassen könnte, wie es ihm in diesem Moment ging. Eine falsche Entscheidung, eine Finte, die er sich erdacht hatte, hatte sein Leben ruiniert. Er hatte auf einen Schlag seinen besten Freund und dessen Frau verloren, die inzwischen eine Art beste Freundin für ihn dargestellt hatte. Er hatte Remus beschuldigt, dass er sie verraten würde, hatte ihn von sich gestoßen und musste nun erfahren, dass es Peter war. Er war es die ganze Zeit über und Sirius hatte ihm so sehr vertraut, dass er James tatsächlich vorgeschlagen hat ihn zu nehmen. Er sollte das Geheimnis hüten und hatte das Geheimnis sofort an jenen weiter getragen, der davon nie erfahren sollte.
„Was ist mit Harry?“
Seine Stimme war heiser und war kaum mehr ein Flüstern. Hatte er durch seine Entscheidung nun auch das Leben des Jungen aufs Spiel gesetzt?
„Er lebt, allerdings...“ Sirius drehte sich zu dem alten Mann mit dem langen Bart herum und das feuchte Gesicht wurde plötzlich von Wut verzerrt. „Allerdings was? Wo ist er? Ist er verletzt?“ Woher diese Wut kam, konnte er selbst nicht genau sagen. Sie war so plötzlich in ihm hoch gestiegen, als hätte man einen Schalter umgelegt. Sirius konnte noch nicht mal sagen auf wen er wütend war. Peter, weil dieser sie verraten hatte? Voldemort, der die wichtigsten Menschen in seinem Leben umgebracht hat? Oder doch mehr auf sich selbst, weil er Schuld an all dem hatte?
„Sirius, beruhige dich. Ich werde dir alles erklären sobald...“ Weiter kam er nicht, denn kurz darauf wurde die Tür erneut geöffnet und ein junger Mann trat ein. Er trug noch immer seinen Reiseumhang, der hier und da unschöne Löcher aufwies. Seine Kleider zeigten, dass er eine lange Zeit unterwegs war und offenbarten auch, dass er nicht sonderlich viel Geld besaß. In seinem Gesicht waren Narben deutlich zu erkennen und der müde Blick verriet, dass er vieles durchgemacht hatte. „Sirius.“ Ohne zu zögern durchquerte der Mann den Raum und nahm den Anderen in seine Arme.
Hatte er ihm so schnell verziehen. Vergessen, was Sirius ihm unterstellt hatte? Doch in diesem Moment schluckte der Animagus seine Zweifel und Fragen hinunter.
„Wie ich sehen hast du meinen Patronus erhalten Remus. Es tut mir Leid, dass ich dir eine solche Nachricht auf diesem Wege mitteilen musste.“
Remus entließ seinen Schulfreund aus der Umarmung und wandte sich an Dumbledore. „Sie wollten dass ich herkomme, aber warum?“ Der alte Zauberer wies auf zwei Stühle und bat seine Besucher sich zu setzen, bevor er mit einem Schwung seines Stabes heißen Tee und einige Kekse servierte. Sirius nahm zwar Platz, doch rührte er weder den Tee noch das Gebäck an. Zum Essen war ihm nicht zumute, vielmehr wollte er nun genau wissen, was vorgefallen war und so begann Dumbledore die Ereignisse zu schildern. Nahm einen winzigen Teil der Last von Sirius Schultern, indem er erklärte, dass Harry überlebt hatte und Voldemorts Macht gefallen war. Wie konnte er nicht genau sagen, nur dass es unwahrscheinlich war, dass Voldemort in naher Zukunft zurück kehrt.
„Der Grund warum ich euch beide hierher berufen habe, ist jedoch ein Anderer. Wie sie sich sicher erinnern, haben James und Lily Sirius zum Paten von Harry ernannt. Es war ihr Wunsch, dass du ihn im Hause der Potters großziehst.“ Sirius nickte und stimmte sofort zu. Für ihn war es selbstverständlich auf Harry acht zu geben, dass hatte er James damals versprochen.
„Außerdem wollten sie, dass auch Remus in das Haus zieht und ebenfalls Harrys Vormund wird. Jedenfalls haben die Beiden den Wunsch geäußert bevor sie sich verstecken mussten.“ Remus schluckte die aufkommenden Tränen hinunter, nickte aber. Es war ihm zu diesem Zeitpunkt egal, was vorgefallen war. Er konnte es den Anderen noch nicht mal Übel nehmen, es gab Zeiten da traute er sich selbst nicht über den Weg und so wollte er ihnen jeden Gefallen tun, den es gab.
„Gut, ich würde sie beide bitten Harry mit den Ereignissen der heutigen Nacht nicht all zu sehr zu konfrontieren. Ich weiß selbst nicht genau, was das zu bedeuten hat.“ Sirius runzelte die Stirn. „Was soll das heißen? Wir können ihn schlecht aus Allem raus halten, immerhin wird jeder seinen Namen kennen, er wird in die Geschichtsbücher eingehen und es wird keinen geben der ihn nicht erkennt.“
Dumbledore nickte kurz und lächelte milde. „Das ist mir bewusst, nur bitte sorgen sie beide dafür, dass er von alle dem nicht zu sehr beeinflusst wird.“
Sirius konnte nicht genau sagen, wie er das anstellen sollte, aber er wusste, dass Dumbledore seine Gründe dafür haben musste und so stimmte er zu. In erster Linie ging es ihm ohnehin um seinen Paten. Er wusste wie sehr James und Lily den Jungen geliebt hatten und auch Sirius, der lieber in den Tag hinein gelebt hatte, als Verantwortung zu übernehmen, hatte einen Narren an dem kleinen Jungen gefressen.

Das Gespräch dauerte noch eine ganze Weile und Sirius hatte bemerkt, wie ruhig Remus war. Keinen Ton hatte er hervor gebracht, schlicht immer mal wieder zugestimmt, indem er nickte. Ob er es ihm wirklich verzeihen konnte, dass er ihn für den Verräter gehalten hatte? Sirius wagte das zu bezweifeln. Vielleicht hätte er in diesem Punkt doch auf James hören sollen, statt seine Emotionen überkochen zu lassen.
James… Der Gedanke an seinen besten Freund schmerzte viel zu sehr, als dass er sich nun darin verlieren wollte. Er konnte jetzt nicht schwach werden und seinen Kummer in Alkohol ertränken und darauf hoffen, dass dies nur ein böser Albtraum war. Er musste jetzt für seinen Paten da sein und ihm das Heim geben, welches James und Lily sich für ihn gewünscht hatten.
Zusammen mit dem Werwolf holte er den kleinen Jungen bei ihrer alten Hauslehrerin ab, wobei Sirius das schreiende Kind vorsichtig auf den Arm nahm und mit einer gewissen Ehrfurcht die Narbe auf dessen Stirn betrachtete. „Geht es ihm auch wirklich gut?“, wollte er von Professor McGonagall wissen, welche nickte und ein Lächeln zustande brachte. „Ihm geht es gut.“, versicherte sie den beiden jungen Männern und wünschte ihnen eine gute Heimreise.

Heimreise. Sirius war schon seit geraumer Zeit nirgendwo heimisch gewesen. Viel eher war er in kleineren Hotels untergekommen oder bei hübschen Muggeldamen, wenn der Krieg es ihm erlaubte. Aber ein Zuhause hatte er schon so lange nicht mehr gehabt. Seit er in Hogwarts seinen Abschluss gemacht hatte, hatte er mal hier und mal dort gelebt, kam bei Mitgliedern des Ordens unter. Er wusste, dass es Remus ähnlich ergangen war. Doch bei seinem Schulfreund war es eine andere tragische Geschichte.
Sie erreichten das Haus der Potters und trafen eher das stumme Übereinkommen, dass sie den ersten Stock, der in dem Lily gestorben war, in der heutigen Nacht nicht mehr betreten würden. „Er ist eingeschlafen.“, murmelte Sirius, der noch immer Harry auf seinem Arm hielt. Remus nickte und folgte Sirius in Richtung Wohnzimmer, wo noch der kleine Laufstall seinen Platz hatte, in dem Harry vermutlich an diesem Morgen noch glücklich gespielt hatte.
„Nimm du ruhig das Gästezimmer, ich bleibe bei Harry.“, schlug Sirius vor und hockte sich bereits auf das Sofa, während er Remus dabei beobachtete, wie dieser noch unschlüssig in dem großen Raum stehen blieb. „Ich kann auch bei Harry bleiben.“, entgegnete der Werwolf, doch Sirius winkte ab. Für einen langen Moment verfielen die Beiden ins Schweigen und der Animagus war der Erste, der sich wieder zu Wort meldete.
„Tut mir Leid, dass ich dich für den Verräter gehalten habe.“, murmelte er und Remus sah ihn für einen Augenblick an, bevor er den Kopf schüttelte. „Das tut jetzt nichts zur Sache. Viel wichtiger ist, dass wir jetzt für Harry da sind.“, erklärte Remus, bevor er Sirius mit dem kleinen Jungen alleine ließ und in das Gästezimmer verschwand.
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