Das Phantom

GeschichteMystery, Romanze / P16
Lucas Hunter Nikita Duncan OC (Own Character) Sascha Duncan
20.11.2017
10.04.2018
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Guten Morgen meine Lieben!
Es ist schon etwas länger her (2012), dass ich hier etwas hochgeladen habe, was daran liegt, dass ich zweimal eine Zeit lang im Ausland war und - bis auf gestern - nur noch englische Fanfictions schreibe.
Ich habe diese Geschichte durch Zufall gefunden. Sie  ist in einem Segelurlaub vor zwei Jahren entstanden und, ja, ich habe damals alles handschriftlich festgehalten, weil mein Laptop zu Hause bleiben musste.
Das hier ist nur der Prolog, ich hoffe aber, dass es euch soweit gefällt! Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich kann euch versprechen, dass die folgenden Kapitel länger werden - um einiges!

*Edit: Ich habe den Prolog vorerst einmal rausgenommen, er ist in Bearbeitung und wird nach meiner Prüfungszeit wieder hinzugefügt. Vielen lieben Dank an Zaubertrick für die konstruktieve Review!
Das hier ist das erste Kapitel, das sich hoffentlich besser liest als der Prolog.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich auf jede Review!

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Ming LeBon war nicht umsonst zu einem Ratsherrn ernannt worden. Seine enormen telekinetischen Fähigkeiten und seine Stärke im mentalen Zweikampf, kombiniert mit einem messerscharfen Verstand, machten ihn unter Silentium zu einem ausgeklügelten Politiker und, wenn nötig, auch zu einem kaltblütigen Killer. Seine Jahre als Pfeilgardist waren gezählt, doch das intensive Training machte ihm zu einem gefährlichen Gegner. Die Tatsache, dass niemand außer einige wenige auserwählte Pfeilgardisten sein Gesicht kannten, machte es seinen Feinden nahezu unmöglich ihn zu finden – bis jetzt.
Die Armee, die einst hinter ihm gestanden hatte, hatte sich nun Kaleb Krychek zugewandt.
Eine Wende der Geschehnisse, die sein Leben erschwerte, ihn allerdings nicht handlungsunfähig machte. Ming hatte zwar nicht mit einem derart frühen Abwenden seiner Leute gerechnet, war jedoch darauf vorbereitet gewesen.
Noch bevor er in den Rat gewählt worden war, hatte er Ming erkannt, dass Verbündete alleine nicht ausreichend waren – er brauchte jemanden, den er kontrollieren konnte. Jemanden, der seine Befehle ausführte ohne weiter über deren Rechtfertigung und moralische Tragbarkeit nachzudenken.
Als Anführer der Pfeilgardisten hatte er diese befehligen können, dich sie soweit zu bringen, dass sie ihm bedingungslos folgten, war unmöglich.
Stattdessen hatte Ming sich eine andere Strategie überlegen müssen. Er verschwendete weder Zeit noch Kosten an etwas, dass von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Und so hatte der Ratsherr ein Projekt ins Leben gerufen, das das Unmögliche möglich machen sollte – und es war ihm gelungen.
Es hatte ihn Jahre und einiges an Budget gekostet die richtigen Leute für sein Vorhaben zu finden und zu engagieren, doch nachdem er in den Rat gewählt worden war, waren viele Dinge vereinfacht worden.
Er hatte nun Zugriff zu Informationen und Leuten, die ihm zuvor verwehrt gewesen waren. Ein Team aus den besten Wissenschaftlern arbeitete nun ausschließlich für eine Zwecke und keiner von ihnen würde je auch nur ein Wort über diese Arbeit zu einem Außenstehenden verlieren; dafür hatte Ming gesorgt.
Seine neue Position als Ratsherr brachte auch den Vorteil mit sich, dass es niemand wagte seine Beweggründe weder zu hinterfragen, noch sie in Frage zu stellen. Und so hatte Ming ohne das Wissen oder Zutun des Rats Projekt Z ins Leben gerufen.
Der Ratsherr las gerade den Bericht über die jüngsten Fortschritte seines Experiments, als das Licht der Konsole an seinem Schreibtisch rot aufleuchtete. Er drückte auf einen versteckten Knopf und auf einem Bildschirm vor ihm erschien das ausdruckslose Gesicht eines älteren Mannes mit grauem Haar und den nachtschwarzen Augen eines Kardinalmedialen, in denen kleine weiße Sterne aufblitzen.
„Dr. Komorowski,“ begrüßte der Ratsherr ihn nüchtern. „Haben Sie Fortschritte bezüglich der Nachzöglinge?“
Der Mann schüttelte den Kopf. „Bedauerlicherweise hat keine der Embryos die ersten acht Tage überlebt. Der erste ist nach nur zwölf Stunden bereits vollkommen zersetzt gewesen.“
Falls Ming über diese Neuigkeit verärgert sein sollte, so verriet seine steinerne Miene nichts von dem, was im Kopf des Ratsherrn vor sich ging.
Seit Jahren hatten sie es schon nicht mehr geschafft, dass eines der medialen Kinder älter als ein paar Monate wurde, doch seit Ashaya Aleines Verrat und ihrer Abkehr vom Medialnet, war es den Wissenschaftlern von Projekt Z unmöglich geworden auch nur die Embryos durchzubringen.
„Dann stehen wir wieder am Anfang,“ stellt Ming fest.
„Nicht ganz,“ sagte Dr. Komorowski, seine Stimme ebenso kühl wie die des Ratsherrn. „Es ist uns zumindest gelungen die Ursache des Problems festzustellen.“
Er holte einen Organizer aus einer der Taschen an seinem weißen Kittel und gab etwas darin ein.
„Offenbar liegt das Problem nicht, wie zunächst angenommen an der Medialen, die den Fötus austragen soll, sondern an den Eizellen der Mutter.“ Dr. Komorowski sah nicht von seinem Organizer auf, in dem er noch immer nach etwas zu suchen schien. „Die Gene der Eltern sind von unseren besten Wissenschaftlern selbst ausgewählt worden, um einen Universalen zu erschaffen, doch anscheinend sind die Eizellen nicht stark genug, um so viel Energie standhalten zu können.“
Ming blinzelte nicht, zeigte keinerlei Emotionen. „Das ist unmöglich. Es wurden nur die Eizellen kardinaler Medialen verwendet, bis auf wenige Ausnahmen.“
Der Wissenschaftler nickte. „Das ist richtig, Ratsherr LeBon. Dennoch scheinen sie den enormen Fähigkeiten nicht standhalten zu können. Warum, können wir bisher noch nicht sagen.“
Der Ratsherr überlegte kurz. „Haben Sie eine Vermutung warum Experiment Z007 geglückt ist, trotz dem was Ihre Leute herausgefunden haben?“
Z007. Der bisher einzig geglückte Versuch einen U-Medialen zu erschaffen und Mings größte Waffe, sollte es je einen Anschlag auf ihn geben.
Z007 war keine gewöhnliche Mediale. Alleine die Tatsache, dass man sie der Kategorie der Universalmedialen zuordnen konnte, machte sie zu etwas Besonderem. Dass sie eine Kardinalmediale war, machte sie jedoch zu einer ultimativen Waffe. Eine Waffe, die er, Ming LeBon, vollkommen kontrollieren konnte sobald man ihr den Chip implantiert hatte.
„Wir haben Nachforschungen betrieben was die genetische Abstammung der Mütter betrifft,“ erklärte Dr. Komorowski. „Die Ergebnisse waren zwar erstaunlich, rückblickend jedoch nicht überraschend.“
Er klappte einen flachen Bildschirm auf, der in einen Schreibtisch eingelassen war und eine Art Stammbaum erschien darauf.
„Was Sie hier sehen ist der Stammbaum von Z007.“ Der Wissenschaftler deutete mit der Hand auf den Bildschirm. „Wir mussten etwas zurückgehen, doch wir haben gefunden wonach wir gesucht haben.“
Dr. Komorowski drückte eine Taste auf der Tastatur und ein Name inmitten der Abstammungslinie wurde rot hervorgehoben.
„Adam McAllister, U-Medialer in Diensten des damaligen Rats, erreichte in vier Fähigkeiten mindesten einen Wert von 7,6 auf der Skala. Das Gen wird unseren Forschungsergebnissen zufolge autosomal-rezessiv vererbt, was auch die gering auftretende Anzahl an U-Medialen zumindest ansatzweise erklären würde.“
Ein kurzes Schweigen trat ein, als Ming über die Worte des Wissenschaftlers nachdachte. „Dann waren Mutter und Vater von Z007 Träger des Gens?“
Dr. Komorowski nickte. „Was Sie auf diesem Bildschirm sehen, ist der Stammbaum mütterlicherseits. Aus früheren Berichten geht hervor, dass es mehrere Träger des Gens vor und nach McAllister gegeben hat. Mütterlicherseits wie väterlicherseits.“
Ming speicherte die Information in seinem Verstand ab, um für spätere Zwecke wieder darauf zugreifen zu können.
„Das ist noch nicht alles,“ fügte Dr. Komorowski hinzu. „Durch die außergewöhnlichen Fähigkeiten beider Elternteile, die sich an den Nachkommen vererbt haben, ist Z007 eine sehr effektive und nahezu unzerstörbare Waffe.“
„Das ist nichts Neues,“ sagte Ming unbewegt.
Er persönlich war für ihre Ausbildung und ihr Training verantwortlich. Die Ärzte dienten lediglich dazu ihre Konditionierung und Gesundheit im Auge zu behalten.
Seit ihrem vierten Lebensjahr hatte Ming begonnen, die außergewöhnlichen Fähigkeiten seines Schützlings auszubauen und ihr Kontrolle über diese gelehrt. Er wusste sehr wohl um das Ausmaß ihrer Kräfte.
„Ich nehme an, die Ratsfrau weiß noch immer nichts von dem Experiment?“ Eine Frage, die nur Dr. Komorowski und weniger als eine Hand voll anderer Wissenschaftler stellen konnten.
Die genetische Abstammung von Z007 war streng geheim und musste auch unter allen Umständen vertraulich behandelt werden. Die Wissenschaftler hatten alle einen Vertrag unterzeichnet, der sie zum Schweigen verpflichtete und auf Lebensdauer galt. Wer einmal für Ming LeBon arbeitete, konnte diesem Schicksal nur entkommen, indem er sich das Leben nahm oder getötet wurde; mit einer Ausnahme. Ashaya Aleine hatte es geschafft sie alle zu hintergehen und dem Medialnet zu entkommen und war dabei so geschickt vorgegangen, dass nicht einmal ihre Zwillingsschwester etwas bemerkt hatte bis es zu spät war.
„Nein,“ entgegnete Ming kalt. „Ms. Aleine wusste nicht von wem die Eizellen stammten, also kann sie nichts sagen, was uns verraten würde.“
Dr. Komorowski nickte. „Wenn das alles war, würde ich mich gerne wieder meiner Arbeit widmen.“
Ming schüttelte kaum wahrnehmbar den Kopf. „Ich habe nichts mehr mit Ihnen zu besprechen. Nicht heute.“
Damit schaltete er die Konsole aus, ohne auf eine Antwort zu warten.
Er würde Ashaya Aleine im Auge behalten müssen, doch solange sie dichthielt, musste er sich nicht weiter um sie kümmern. Denn die abtrünnige Wissenschaftlerin zu töten, würde einer Kriegserklärung der DarkRiver Leoparden in San Francisco gleichkommen; einem sehr starken Rudel mit einem weit ausgebauten Netz an Verbündeten. Ming war nicht so dumm und naiv die Gestaltwandler zu unterschätzen. Er würde auf keinen Fall den gleichen Fehler wie Henry Scott oder Enrique Santano begehen und zu viel Aufmerksamkeit konnte sich der Ratsherr momentan ohnehin nicht leisten. Denn wenn sie ihm auf die Schliche kamen, würde das zu einer Menge peinlicher Fragen führen und ihm einige Feinde im und außerhalb des Rats einbringen. Etwas, dass Ming in der aktuell äußerst angespannten politischen Lage zu vermeiden versuchte.
Er zog einen dicken weißen Umschlag aus einer verborgenen Schublade seines Schreibtisches hervor und legte ihn vor sich hin. Dann nahm er einen Zettel und einen Stift, und notierte sich die neuesten Informationen, die er von Dr. Komorowski bezüglich des Experiments und Z007 erhalten hatte.
Es gab einen einfachen Grund, warum Ming zu so primitiven Mitteln wie Papier griff. Alle elektronischen Geräte waren anfällig für Hacker, egal wie hoch der Sicherheitsstandard sein mochte. Falls jemand an seine Informationen kommen wollte, musste es sich diese per Hand beschaffen – ein nahe zu unmögliches Unterfangen, dass dank zahlreicher Fallen mit größter Wahrscheinlichkeit tödlich enden würde.
Ming steckte das Papier zu den anderen Unterlagen in den Umschlag, verschloss diesen sorgfältig und legte ihn wieder zurück in die Schublade.
Er fragte sich was wohl die anderen Ratsmitglieder sagen würden, wenn sie herausfanden, dass er die Eizelle einer Ratsfrau ohne deren Einverständnis für seine Zwecke missbraucht hatte. Doch im Moment musste er sich darüber noch keine Sorgen machen. Seine Aufmerksamkeit galt wichtigeren Dingen, wie einem herannahenden Krieg, der in Mings Augen unvermeidlich war.
Solange es im Net noch immer eine so gewaltige Anzahl an defekten Medialen und Rebellen gab, die sich mit Gestaltwandlern und Menschen verbündeten, war die Aussicht auf Ordnung und Frieden in ihren Reihen noch in weiter Ferne.
Die Rebellion musste im Keim erstickt werden, die aufsässigen Medialen zum Schweigen gebracht und die Gestaltwandler vernichtet werden.
Bis zu seinem Ziel war es noch ein weiter Weg.
Ming holte ein kleines schwarzes Mobiltelefon hervor, dass er sich aus rein privaten Gründen zugelegt hatte und tippte auf Wahlwiederholung.
„Es ist an der Zeit unser erstes Ziel zu eliminieren.“
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Ich wollte noch einmal kurz hinzufügen, dass ich keine Biologie-Expertin bin. Ich habe in Bio damals schriftlich Abitur geschrieben und wusste da noch einigermaßen wie das mit der Vererbung von Genen funktioniert (auf Abitur-Level halt). Wenn jemandem etwas dabei auffällt, das unstimmig ist, bitte einfach in die Kommentare schreiben - ich beiße nicht! ;)
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