Überfordert, gestresst,und keinen Bock auf nichts

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Chantal Ackermann Daniel "Danger" Becker Elisabeth "Lisi" Schnabelstedt Laura Schnabelstedt Zeki Müller
19.11.2017
04.01.2018
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Mich weckte das Klingeln des Weckers, welcher auf meinem Nachttisch stand und mir vermittelte, das es Zeit war, auf zu stehen. Einerseits genervt, andererseits verschlafen drückte ich auf die große Fläche. Es dauerte keine fünf Minuten, da klingelte der Wecker wieder. Ich wusste, dass ich wieder keine Zeit hätte, zu frühstücken, wenn ich jetzt wieder noch zwanzig Minuten im Bett liegen leibe und vermutlich sogar noch einschlafe, wie oft auch. Außerdem schrie meine nervige Schwester schon wieder, ich solle jetzt aufstehen, sonst würde es mit der Zeit knapp werden. Wie immer.  Geduscht hatte ich schon gestern Abend, deshalb musste ich mich jetzt nur noch anziehen.  Als ich auch das getan hatte, ging ich ins Bad, und machte mich dort auch noch fertig, bevor ich runter ging, um zu frühstücken.

„Guten Morgen Laura“ entgegnete mir meine große Schwester mit ihrem für sie typischen freundlichen Ton.  Wie konnte sie nur immer von morgens bis abends so gut gelaunt sein? Außerdem packte sie ihre  Tasche immer sofort, nachdem sie fertig mit Arbeiten korrigieren war. Naja, ich entgegnete nur „Morgen“, und versuchte dabei so freundlich wie möglich zu sein und weniger verschlafen wirken. Mir viel auf, dass ich irgendwie doch gar keinen Hunger hatte, und so setzte ich mich einfach nur an den Tisch und wartete, bis wir in die Schule fahren würden.

„Willst du nichts essen?“ fragte mich Lisi.

„Ne, heute nicht, danke.“ Entgegnete ich ihr, immer noch leicht verschlafen. Doch dann fiel mir etwas auf.

„Wo ist Zeki eigentlich?“  fragte ich, allerdings auch aus dem Grund, da ich das Thema wechseln wollte, weil ich Angst hatte, sie würde sonst wieder denken, ich wäre magersüchtig oder sowas. „Schläft der noch?“

„Nein, er musste schon früher los, er fährt mit meinen jüngeren Schülern ins Museum, dafür unterrichte ich heute in seiner Klasse.“

Ich nickte. „Wann fahren wir?“ fragte ich. Meine Schwester schaute auf ihr Handy, um zu überprüfen, wie viel Uhr es war. „Es wäre zwar ein bisschen früh, aber theoretisch könnten wir jetzt schon fahren.“ „…Ok, wenn du schon fertig mit allem bist, könnten wir losfahren. Ich hab schon alles.“ entgegnete ich. Irgendwie war ich viel besser gelaunt als an so ziemlich allen anderen Tagen zuvor. Das merkte auch meine Schwester und lächelte amüsiert, als sie mich mit  „Wieso bist du denn heute so gut gelaunt?“ stichelte. Ich musste lachen. „Hab‘ ich mich ehrlich gesagt auch grade gefragt“ Meine Schwester stichelte weiter, wie sie es früher schon immer gerne tat, wenn ich mal gut gelaunt war. Naja, jedenfalls setzten wir und irgendwann dann doch ins Auto  und fuhren los zur Schule.  

Ungefähr zwei Minuten der dreißig Minuten Fahrt vergingen, ohne das wir irgendetwas sagten, bis ich zu Lisi rüber sah, wie sie etwas auf der Straße mit einem sehr komischen Blick musterte, der zugleich irgendwie lustig war, und ich lachen musste. Meine Schwester bemerkte dies, obwohl ich versuchte, leise zu lachen, und natürlich wusste sie, wie sonst auch immer, was los war, und in diesem Fall, wieso ich lachte, und lachte ebenfalls, jedoch lag dies vermutlich auch daran, das sie sich freute, das ich mal so gut gelaunt war.  Die gesamte restliche Fahrt über ärgerten wir uns scherzhaft gegenseitig immer wieder, und ich hatte zum ersten Mal seit langem wieder das Gefühl, das wir echte Schwestern sind.
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