Hopeless

GeschichteDrama, Familie / P18
Dr. Nate Getz G. Callen Kensi Blye Marty Deeks OC (Own Character) Sam Hanna
14.11.2017
18.07.2019
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Mit leisen Schritten betrat Sky die Küche und sah im dunklen einen Mann durchs Fenster steigen. Er hatte sie noch nicht bemerkt und Sky würde ihren Vorteil ausnutzen. Lautlos kam sie näher und warf sich auf ihn, als er nah genug war, schnürte ihm die Luft ab. Zu ihrem Pech war er stärker als gedacht und stieß sie gegen die Wand, drehte sich zu ihr um und versuchte sie zu schlagen, doch sie wich aus. Mit einem starken Tritt beförderte sie ihn zu Boden und richtete ihre Waffe auf ihn. „Liegen bleiben“, riet sie ihm. Blues Bellen erklang und nur Sekunden später standen sie und Callen in der Küche, letzteres machte das Licht an. „Sky, was ist hier los?“, fragte er verwirrt und blickte den fremden Mann an. „Du wirst es nicht glauben, Dad, aber Santa Claus hat uns einen verfrühten Besuch abgestattet. Und weißt du was, er ist noch hässlicher als ich ihn mir vorgestellt hatte“, erwiderte Sky, gut gelaunt. Callen schüttelte nur den Kopf über sie, während der Fremde vor sich hingrummelte: „Glupaya devushka.“
„Bezeichne mich nochmal als dumm und ich zeig dir wie gut ich mit der Waffe umgehen kann“, versprach Sky ihm und setzte ein Grinsen auf. „Lass es gut sein, Sky“, seufzte Callen und trat auf den Fremden zu, half ihm auf die Beine und durchsuchte ihn nach Waffen. Er trug mehrere Messer bei sich, jedoch keine Schusswaffen. Die Messer legte Callen auf den Küchentisch. „Was wollten Sie hier?“, fragte er und schubste den Mann in Richtung eines Stuhls, der Mann ließ sich darauf sinken. „Ich sollte nur Nachricht überbringen“, erwiderte er, mit starkem russischen Akzent. „Was für Nachrichten? Und von wem?“, hakte Sky sofort nach, auch wenn sie die Antwort wahrscheinlich schon kannte. Langsam zog der Mann einen Zettel aus seiner Hosentasche und reichte ihn Callen. „Nachricht von Koslov“, meinte er nur. Sofort blickten Callen und Sky sich an, beide hatten es geahnt. „Fessel ihn“, befahl Callen seiner Tochter, ehe er mit dem Zettel ins Wohnzimmer verschwand und Sam anrief, ihm gefiel die ganze Sache nicht, es ging zu schnell, Koslov war erstmal aus dem Gefängnis ausgebrochen, nun schon Kontakt zu Sky aufzunehmen war fahrlässig.
Als er die Küche wieder betrat, war der Einbrecher ordentlich verschnürt und geknebelt. Mit fragendem Blick schaute Callen seine Tochter an. „Was denn? Du wolltest ihn doch gefesselt und ich wollte ihn nicht mehr reden hören, so haben wir Beide was wir wollten“, sie trat auf Callen zu und nahm ihm den Zettel ab, las sich die Nachricht durch. Es war eine Adresse, ein Ort wo Koslov sich mit den Beiden treffen wollte. „Das ist hier ganz in der Nähe“, murmelte Sky. „Wir werden dort nicht alleine hinfahren, Sky, es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Falle“, versuchte Callen ihr sofort diese aufkeimenden Gedanken, aus dem Kopf zu schlagen. „Natürlich ist es eine Falle, Dad, aber er wird nicht damit rechnen, dass wir darauf gefasst sind.“
„Schlag es dir aus dem Kopf, Sky, allein gehen wir da nicht hin, wir warten bis die Anderen kommen“, mit strengem Blick schaute er Sky an, doch diese grinste nur. Als sie verschwand um sich umzuziehen, wusste er das sie nicht auf ihn hören würde. Seufzend zog er sich ebenfalls an, sicherte den Einbrecher nochmals, um seine Flucht unmöglich zu machen und wartete an der Tür auf Sky. Sie kam grinsend auf ihn zu und meinte: „Siehst du, du kennst mich langsam sehr gut.“
„Ich wünschte, du würdest einmal auf mich hören, Sky. Wen wir da sterben, ist das allein deine Schuld“, erwiderte Callen. Sky lachte sofort. Zusammen mit Blue gingen sie zu Callens Wagen und fuhren schließlich zu der Adresse.

Das Haus war alt und klein, das Grundstück drumherum war von allen Seiten einsehbar und niemand schien sich dort aufzuhalten, keine Anzeichen von Koslov. Im Haus war es dunkel und die Tür stand einen Spaltbreit offen, so dass Callen und Sky mühelos hinein gelangten. Sie ließen Blue im Auto warten und durchsuchten leise das Haus, doch es war leer. Leicht verwirrt und doch sehr wachsam, blickten die Beiden sich um, fragten sich, wieso Koslov sie in diesem Haus haben wollte. „Wenn das eine Falle sein soll, sind wir glaube ich zu früh gekommen, keinerlei Vorbereitungen wurden getroffen“, gab Sky zu Bedenken. Callen schüttelte nur den Kopf, er hatte noch immer ein ganz mulmiges Gefühl, was ihm dazu riet, dieses Haus zu verlassen. Doch Sky hatte recht, nichts deutete auf eine Falle hin, alles war leer und ruhig, beinahe zu ruhig. Skys klingelndes Handy ließ Callen zusammenzucken, er war zu sehr in seinen Gedanken vertieft. „Eine Nachricht von Koslov“, meinte Sky, als sie aufs Display schaute. „Was schreibt er?“, hakte Callen sofort nach und trat näher zu ihr. „Schaut nach oben“, las sie vor. Gleichzeitig blickten sie zur Decke, ein großer Querbalken hielt das Dach des Hauses oben und genau an diesem Balken, war ein kleines 'Geschenk' befestigt. Eine Bombe. „Raus hier!“, Sky folgte Callens Aufforderung, ohne auch nur das kleinste Zögern. Beide rannten Richtung Ausgang, wissend das sie es nicht raus schaffen konnten. Und kurz bevor sie die Tür erreicht hatten, lief auch die letzte Sekunde des Timers ab und die Bombe explodierte. Der Querbalken brach entzwei und das Dach stürzte auf die Beiden herab.

Hustend richtete Sky sich etwas auf, kam langsam auf die Knie, mehr ging nicht, denn über ihr lag Schutt, sie hatten Glück gehabt, es hatte sie nicht zerquetscht. Als sie zu Callen hinüber blickte, bemerkte sie, dass er sich nicht rührte, doch wie sollte er auch, mit dem großen Stück des Querbalkens auf sich. „Dad!“, entsetzt krabbelte Sky zu ihm und versuchte den schweren Holzbalken zu bewegen, doch es war ihr zu schwer, allein konnte sie das nicht schaffen. Vielleicht konnte Callen ihr helfen, nur dafür müsste er erstmal aufwachen. „Dad, wach auf! Bitte, lass mich jetzt nicht allein!“, Sky war nervös und ängstlich, zitterte am ganzen Körper. Was wenn Callen nicht mehr aufwachte? Könnte sie sich jemals verzeihen, dass er starb, nur weil sie ihn in dieses Haus mitgezerrt hatte? „Bitte, Dad, ich brauch dich doch, ohne dich kann ich nicht mehr leben … ich war so verdammt dumm, ich hätte auf dich hören sollen. Ich werde ab jetzt immer auf dich hören, ich verspreche es dir“, verzweifelte Sky. „Kriege ich das schriftlich?“, erklang es keuchend. „Dad!“, überrascht und erleichert, blickte Sky ihm ins Gesicht. Er erwiderte den Blick und sagte: „Ich bin auch froh, dass es dir gut geht, Sky, aber deshalb schreie ich nicht gleich das ganze Haus zusammen.“
„Das Haus steht doch eh nur noch zur Hälfte“, seufzte Sky und strich Callen etwas Staub aus dem Gesicht. Leise brummelnd nickte dieser und versuchte sich zu bewegen, mit gemäßigtem Erfolg. „Jetzt wo wir Beide wissen, dass ich noch lebe, könnten wir da versuchen das schwere Ding von mir runter zu kriegen?“, fragte er und schaute Sky bittend an. Sie nickte nur und versuchte ein weiteres Mal, den schweren Balken von Callen hinunter zu bekommen, diesmal mit seiner Hilfe, doch es klappte einfach nicht. Suchend blickte Sky sich um, hoffte irgendwas zu finden, dass Callen befreien könnte, doch außer Schutt war nichts brauchbares zu erkennen. „Ruf Sam an“, schlug Callen ihr schließlich vor. „Er müsste längst bei uns Zuhause angekommen sein, vielleicht sucht er schon nach uns“, schnell zog Sky ihr Handy hervor, ihr Akku war fast leer, aber sie hatte Empfang. Ohne zögern wählte sie Sams Nummer und vernahm ein leises Handyklingeln vor der Tür. Callen vernahm es auch und rief sofort: „Sam, wir sind hier!“ Sky legte wieder auf, als Schritte sich der Tür nährten und diese langsam aufging. „G, Sky, was macht ihr denn für Sachen?“, fragte Sam außer sich und kniete sich hin, etwas versperrte den Durchgang , weshalb Sam nur so zu den Beiden gelangen konnte. „Dad ist eingeklemmt“, informierte Sky ihn sofort und Sam mühte sich durch den engen Durchgang. Als er neben Callen kniete, schüttelte er bloß den Kopf. Das Callen sich aber auch immer in Gefahr bringen musste und nie auf Verstärkung wartete. „Wieso hast du nicht auf uns gewartet, G? Wir waren doch schon auf dem Weg, wir hätten zusammen herkommen können“, er machte Sky Zeichen und sie nickte, packte mit ihm zusammen den Balken an. „Ich wollte auf euch warten“, erwiderte Callen nur und zog seine Beine unter dem Balken hervor, als die Beiden ihn anhoben. Sofort als seine Beine in Sicherheit waren, ließen sie den Balken zu Boden fallen. „Und wieso hast du nicht?“, hakte Sam nach. Sky meldete sich leise zu Wort: „Ich hab ihn mehr oder weniger dazu gebracht.“
„Natürlich, du bist genau wie dein Vater, Sky. Euch Beide kann man keine fünf Minuten aus den Augen lassen, ständig wird jemand angeschossen oder Häuser gehen in die Luft“, beschwerte Sam sich und tastete Callens Beine ab, was dieser nur widerwillig über sich ergehen ließ. Sam interessierte es jedoch wenig, was Callen davon hielt, er wollte sichergehen, dass sein Partner nicht schwer verletzt war. Nach kurzem Umblicken, meinte Sam: „Du hattest Glück, der Balken ist mehr oder weniger auf dich gerollt, wurde von etwas abgefangen, wäre er direkt auf dich gefallen, wären deine Knochen vollkommen zerschmettert. Jetzt sieht es so aus, als hättest du nur Quetschungen.“
„Das heißt, wir müssen ihm nicht beide Beine abschneiden und er wird mich den Rest seines Lebens dafür hassen?“, Sky erntete von Beiden nur Kopfschütteln und zuckte mit den Schultern, sie hatte nur versucht etwas Humor in die Sache zu bringen. „Jetzt bringen wir dich hier raus“, Sam half seinem Partner dabei, langsam auf die Knie zu kommen, was ihm sichtbar Schmerzen bereitete, doch er versuchte sich so wenig wie möglich anmerken zu lassen und robbte bis zur Tür, hinaus an die frische Luft.
Als auch Sam und Sky draußen waren, meinte sie: „Gut, dass du schon hier warst, Sam, wir hatten echt Glück.“
„Und genau deshalb solltest du nie wieder auch nur an einen Alleingang denken. Selbst mit G bist du nicht sicher genug, was hättest ihr gemacht, wenn ich nicht gekommen wäre oder noch schlimmer, wenn das ganze Zeug euch unter sich begraben hätte? Willst du wegen einer solchen Entscheidung sterben?“ Callen gab Sam im Stillen recht, es war eine sehr dumme Entscheidung gewesen, doch er mochte es auch nicht, wenn jemand so mit seiner Tochter sprach. Man sah Sky an, dass sie es bereute, was wahrlich selten der Fall war und sie hatte Angst um sein Leben gehabt, da musste Sam sie nicht noch angreifen. Es war Callens Aufgabe Sky zu erziehen und nicht Sams, dass sollte sein Partner langsam lernen. „Sam, lass es gut sein“, meinte Callen und als Sam ihn anblickte, nickte er nur, er verstand wie immer sofort, was Callen meinte, ohne das er es aussprechen musste. „Du wirst gleich zu einem Arzt gehen, G, lass dich durchchecken“, erwiderte Sam nur noch, ehe er zu seinem Auto verschwand und Kensi anrief, welche mit Deeks ebenfalls auf dem Weg zu ihnen war. Callen widersprach nicht und sah ein, dass es ratsam war, sich untersuchen zu lassen, denn Schmerzen hatte er auf jeden Fall. „Tut mir leid“, murmelte Sky, ehe sie Callen in eine Umarmung zog. Überrascht legte er ihr eine Hand auf den Rücken und erwiderte: „Schon gut. Lass uns ab jetzt einfach vorsichtiger sein, okay?“
„Ich verspreche dir, dass ich nichts mehr dummes mache, außer du bittest mich darum“, mit einem Lächeln blickte Sky ihn wieder an, auch wenn ihre Gedanken bereits wieder zu Koslov schwenkten. Sie konnte einfach nicht verstehen, wieso Koslov sie plötzlich töten wollte. Wieso sollte er sie durch eine Bombe töten, wo er doch spielend leicht in ihre Nähe kam? Er war dafür bekannt, dass er wichtige Ziele lieber mit Schusswaffen oder gar Messern tötete, ihnen dabei in die Augen sah, doch dieser Mordversuch passte nicht zu ihm. Ihr klingelndes Handy riss sie wieder aus ihren Gedanken. Schnell zog sie es hervor und erblickte eine neue Nachricht von Koslov: 'Schade, ich dachte ihr Beide wärt tot. Aber keine Sorge, dass war nicht das letzte Mal, dass ihr in Lebensgefahr seid, ich versprech's euch.'
Ungläubig blickte Sky sich um. Er wusste, dass sie genau unter der Bombe standen, als sie hinauf blicken sollten und nun wusste er, dass sie am Leben waren. Koslov war in der Nähe, fast schon greifbar, doch auch nur fast. Denn Sky erkannte niemanden, der ihr verdächtig vorkam, niemand der Koslov auch nur ähnlich sah. „Alles okay?“, fragte Callen, als er ihre Unruhe bemerkte. „Natürlich, alles bestens, Dad. Steig schonmal in den Wagen, ich bring dich zum Krankenhaus“, Sky wollte ihrem Vater nicht erzählen, was sie befürchtete. Wenn Koslov sie wirklich beobachtete, würde Callen das noch früh genug bemerken. „Wieso denn ins Krankenhaus? Ich kann morgen früh auch ganz normal zum Arzt gehen. Das Krankenhaus ist für Notfälle.“
„Auf dir lag ein schwerer Holzbalken, Dad, du bist ein Notfall, glaub mir. Und jetzt steig ein, keine Widerreden mehr“, befahl Sky und zerrte Callen zum Auto. Dieser ließ sich nur ungern auf den Beifahrersitz verbannen, blieb aber ruhig und ließ sich von Sky ins Krankenhaus fahren, nachdem sie sich von Sam verabschiedet hatten.

Callen ließ sich an seinen Schreibtisch sinken und gähnte, diese Nacht war der Horror gewesen, kaum Schlaf, eine Bombe und zu allem Übel ein Besuch im Krankenhaus, er hasste solche Nächte. „Und dir geht’s wirklich gut?“, fragte Kensi, als sie sich auf ihren Stuhl setzte. „Ja, mir geht’s gut, Kens. Der Arzt meinte, ich sei ein Glückspilz“, erwiderte Callen ruhig. Er erwähnte nicht, dass der Arzt auch meinte, er müsse sich nun erholen und keinem Stress aussetzen. Es ging einfach nicht, Callen konnte nicht ruhen, wenn Koslov frei herum lief. Wer wusste was Koslov als nächstes in die Luft sprengte. Callens Auto, das Hauptquartier oder lieber gleich Sky? Nichts davon durfte er zulassen, sein Auto war zwar nicht wichtiger als die beiden anderen Punkte, aber es war auch wichtig.
Als Sky und Blue zu ihnen kamen, fragte er: „Hast du es also doch geschafft, dass Logan dich gehen lässt?“
„Ja, aber nur mit Mühe. Er wollte mich im Haus einsperren, damit ich mich nicht mehr gefährde und unser Kind. Logan hat echt verdammt Angst uns Beide zu verlieren. Naja, drei, er will dich auch nicht verlieren, komisch das zu sagen, aber er mag dich als baldigen Schwiegervater wohl sehr gern.“ Callen grinste: „Wie sollte er mich auch nicht mögen? Ich hab ihm nie im Weg gestanden, er durfte zu dir wann immer er wollte, sogar mitten in der Nacht. Wenn der Junge mich nicht mag, weiß ich auch nicht mehr.“ Sky nickte nur und dachte wieder über Koslov nach. Seit seinem Ausbruch dachte sie nur selten an etwas anderes. Obwohl Callen bemerkte, dass sie wieder in Gedanken versank, sagte er nichts und blickte seinen Partner an, welcher sich gerade an seinen Schreibtisch setzte. Wenn er nicht gewesen wäre, hätten sie es wahrscheinlich nicht so schnell aus dem Haus geschafft, vielleicht wären sie sogar darin umgekommen, er hatte schon Glück mit solch einem Partner. Sam war immer da, wenn Callen ihn brauchte, er stellte keine Fragen und tat einfach sein möglichstes um ihn zu unterstützen, seit Sky da war hatte er ihn auch diesbezüglich unterstützt wo es nur ging.
„Hey, hörst du mir überhaupt zu?“, Callen zuckte zusammen und blickte Sam fragend an. Er hatte gar nicht bemerkt, dass er mit ihm gesprochen hatte, zu sehr war er in Gedanken versunken. „Was hast du gesagt?“, hakte er nach. „Ich sagte, dass der Einbrecher von letzter Nacht im Bootshaus sitzt und du ihn mit Sky verhören gehen kannst. Außer du willst nicht, dann kann ich das übernehmen.“
„Nein, schon gut. Wir gehen sofort“, schnell stand er auf und wartete auf Sky, welche es nicht sonderlich eilig hatte. Sie fürchtete, dass der Mann ihr nichts sagte, was sie nicht schon wusste.
Gerade als die Beiden, samt Blue, auf den Weg nach draußen waren, kam ihnen Nate entgegen. Er lächelte den Beiden zu und fragte: „Wo geht ihr hin?“
„Zum Bootshaus, Santa Claus verhören“, erwiderte Sky grinsend. Nate schmunzelte, wechselte kurz einen Blick mit Callen, ehe er erwiderte: „Vergiss nicht, dass wir nachher zum Mittagessen verabredet sind, Sky.“
„Wie sollte ich das denn vergessen, Nate? Wir werden wie geplant, etwas essen gehen.“ Lächelnd lief Nate an den Beiden vorbei und meinte: „Dann bis später, Partnerin.“
„Ja, bis später. Und mach noch ein paar Schießübungen, deine Treffsicherheit lässt echt zu wünschen übrig“, lachte Sky und zwinkerte Nate zu, bevor sie mit Callen und Blue nach draußen verschwand. Callen fand diese Begegnung einfach nur erschreckend, wie Sky sich doch verändert hatte, seit Nate ihr Partner wurde. Eigentlich war er noch gar nicht richtig ihr Partner, er wurde erst vor kurzem zu Außeneinsätzen zugelassen und sein Umgang mit einer Waffe war auch noch nicht sonderlich gut, dennoch schien Sky sich keinen besseren Partner wünschen zu können. Es würde wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis Nate ihr richtiger Partner war und nicht mehr so viel trainieren musste, aber bis dahin würde Callen hoffentlich noch oft genug auf Sky aufpassen können. Wer wusste, ob Nate sie in einer gefährlichen Situation retten könnte? Zwar vertraute er dem Psychologen, doch ein kleiner Teil von ihm, hatte dennoch Angst um Sky. Jeder wusste, dass sie einen gefährlichen Job ausübten, selbst mit den besten Partnern, konnte immer ein Unglück passieren.
„Ich fahre“, meinte Sky, als sie Callens Abwesenheit bemerkte und nahm ihm den Autoschlüssel ab. „Fängst du jetzt schon so an wie Steve?“, fragte Callen, nicht sehr erfreut. „Nein, ich habe einfach nur keine Lust zu sterben, weil du Gedanken nachhängst. Außerdem habe ich letztens mit Mel gesprochen, sie hat es wohl geschafft das ihr Bruder Danny öfter fahren lässt. Selbst ein Erwachsener Mann kann also noch umerzogen werden, sollte ich mit dir vielleicht auch versuchen“, ohne weitere Worte stieg sie ein. Callen schüttelte nur den Kopf und wollte auf der Beifahrerseite einsteigen, doch Sky hatte die Tür noch nicht geöffnet. „Mach die Tür auf, Sky“, genervt verschränkte er die Arme, auch Blue brummelte vor sich hin und wartete darauf, dass sie einsteigen konnte. Sky jedoch tat so, als hätte sie ihn nicht gehört. Als sie die Fensterscheibe hinunterließ, fragte sie: „Wer sind Sie und was machen Sie an meinem Auto?“
„Soll ich Star Wars parodieren? Sky, ich bin dein Vater! Mach jetzt diese Tür auf, außerdem ist das mein Wagen!“, fand Callen das Ganze gar nicht lustig. Sky seufzte nur und öffnete die Tür. „Danke“, brummte er und ließ sich auf den Beifahrersitz fallen, Blue setzte sich in den Fußraum. „Du solltest lockerer werden, Dad, manchmal bist du echt ganz schön anstrengend“, seufzte Sky und fuhr langsam los. „Sagt die Richtige“, erwiderte Callen sofort und blickte aus dem Seitenfenster. Eigentlich hatte Sky recht, er war manchmal wirklich anstrengend, wenn sie Späße mit ihm machte, reagierte er viel zu oft genervt oder eingeschnappt. Aber zu seiner Verteidigung, Sky machte oft Späße und er konnte nicht immer in der Stimmung dafür sein. Besonders nicht, wenn ein Mörder hinter ihnen her war, den sie schon einmal gejagt hatten. Callen machte sich ernsthafte Gedanken, ob diese Jagd zu ihren Gunsten ausging oder diesmal Koslov gewann.

Sky ließ sich auf den Stuhl sinken und blickte den Einbrecher mit einer Emotionslosigkeit an, dass selbst Callen sich Sorgen machte, in diesem Moment traute er ihr fast alles zu. Er lehnte sich gegen die Wand und beobachtete Sky bei dem Verhör, hielt sich weitestgehend hinaus. „Wo ist Koslov?“, Sky wollte Antworten, doch war sich gar nicht sicher, ob sie sie wirklich wollte, denn wenn sie erfuhr wo Koslov war, müsste sie ihn jagen. „Ich weiß es nicht“, erwiderte der Mann. „Sie haben den Auftrag von ihm bekommen, mir diesen blöden Zettel zu bringen, der uns in eine Falle geschickt hat. Ich glaube sehr wohl, dass Sie wissen wo er ist.“
„Ich weiß nicht mal wie er aussieht, habe ihn nie getroffen. Er rief mich an, nannte mir eine Adresse und dort lagen zwei Zettel. Einer mit meinen Anweisungen und den anderen Zettel sollte ich ausliefern“, erklärte der Russe ruhig, schien sich keine Sorgen um sein verbleiben zu machen. „Und was bekommen Sie dafür?“
„Bisher noch nichts, mein Auftrag ist ja auch noch nicht beendet“, erwiderte er grinsend. „Lassen Sie mich raten, Ihr Auftrag ist erst beendet, wenn ich tot bin, richtig?“
„Fast richtig. Ihre gesamte Familie soll dran glauben, inklusive dem Hund. Niemand soll übrig bleiben.“ Langsam stand Sky auf und lief zur Tür. „Viel Spaß, bei dem Versuch uns alle zu töten. Von ihr drin, könnte das äußerst anspruchvoll werden.“ Sie öffnete die Tür und verschwand, Callen folgte ihr tonlos. Ihm gefiel die ganze Sache nicht, etwas sagte ihm, dass der Einbrecher ihr kleinstes Problem war. Etwas viel größeres wartete auf sie, mit Sicherheit.
Als die Beiden vor dem Bildschirm standen und den Mann beobachteten, fragte Callen: „Was hältst du davon?“
„Ich glaube, wir werden an der Nase herum geführt. Es war nie sein Plan den Zettel zurückzulassen und lautlos abzuhauen, er wollte gefangen werden. Vielleicht versucht er uns von innen heraus zu bekämpfen, aber ich sehe einfach keinen Sinn in dem Ganzen. Wenn er uns töten soll, dann hätte er durchaus andere und bessere Chancen gehabt.“ Callen nickte: „Ganz deiner Meinung.“ Seufzend massierte Sky sich die Schläfen, bekam mal wieder Kopfschmerzen. „Was du was mir noch komisch vorkommt?“, fragte sie. „Das wir hier stehen und uns wie normale Menschen unterhalten?“ Sky blickte ihn kopfschüttelnd an. „Was denn? Darf ich nicht auch mal einen Witz machen?“, Callen legte einen Arm um Sky und zog sie etwas näher. „Du bist einfach unlustig, Dad. Wir reden oft wie ganz normale Menschen miteinander. Und was ich eigentlich komisch finde, ist, dass der Mann klug ist. Vielleicht ist er kein Genie, aber er ist auch nicht so dumm wie Koslovs Männer normalerweise sind. Es passt einfach nicht zu ihm, dass er sich kluge Gehilfen anschafft, er müsste Angst haben, dass sie ihn hintergehen“, erklärte Sky und blickte wieder auf den Bildschirm. „Wahrscheinlich hast du recht. Aber vielleicht hat Koslov auch endlich dazugelernt und bemerkt, dass dumme Gehilfen zu schnell sterben“, Callen glaubte fest daran, dass Koslov sich weiterentwickelt hatte, die Zeit im Gefängnis hatte ihm bestimmt ein paar wichtige Erkenntnisse gebracht. Nur würde Koslov sie wirklich töten? Wieso sollte er dies plötzlich wieder wollen, wo er doch zuvor so froh gewesen war, ein Teil dieser Familie zu sein? „Irgendwas kommt mir da jedenfalls ziemlich komisch vor“, murmelte Sky.

Kaum wieder im Hauptquartier angekommen und ein Gespräch mit Hetty geführt, schon wurde Sky von Nate zum Mittagessen entführt. Viel zu früh, ihrer Ansicht nach, sie hätte vorher noch einiges erledigen wollen, doch Nate bestand darauf. Er fuhr mit ihr zu ihrem Lieblingslokal und die Beiden, samt Blue, setzten sich draußen hin und aßen Pasta.
Sky stocherte lustlos in ihrem Essen herum und behielt die Umgebung im Auge, hatte zu jederzeit das Gefühl, es könnte jemand hervor springen und sie erschießen wollen. „Du erscheinst aufgeregt“, meinte Nate und ließ seine Gabel sinken. „Ich bin immer aufgeregt“, erwiderte Sky nur und blickte sich abermals um. Nate nickte: „Wie fühlst du dich, nach der Sache mit Koslov?“
„Keine Ahnung. Ich glaube, ich fühle gar nichts und alles auf einmal. Es ist zu viel. Erst bin ich glücklich, hab meinen Dad, meinen Freund, dich, unser Kind, aber jetzt ist Dominik wieder auf freiem Fuß und er will uns umbringen, er könnte mir all das wieder nehmen und ich bin mir nicht sicher, was ich fühlen soll. Ich mag Dominik, er ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich kann mir nicht vorstellen, dass er rein gar nichts für mich emfindet.“ Sky schaute Nate traurig an, brauchte eindeutig jemanden, der ihr half. „Habt ihr euch schon einen Namen für das Kind überlegt?“, lenkte Nate das Gespräch in eine andere Richtung. Er wusste, sie sollte über alles reden, aber nicht dort wie sie zurzeit waren, er hatte ebenfalls das Gefühl beobachtet zu werden und er wollte nicht riskieren, dass er sich zu sehr auf ihr Problem fokussierte und dabei ihr Umfeld vergaß. „Bisher nicht. Wir wissen ja auch noch nicht, was es wird“, seufzte Sky. „Was wünscht du dir denn?“, hakte Nate nach und Sky begann zu lächeln. „Ich hätte gern ein kleines Mädchen. Natürlich würde ich einen Jungen auch lieben, aber irgendwie fände ich es toll, wenn es ein Mädchen wird.“
„Wie würdest du es nennen wollen? Sag einfach das erste, was dir in den Sinn kommt.“ Sky machte gerade den Mund auf, um zu antworten, als ihr Handy klingelte. Genervt ging sie ran, stellte den Lautsprecher ein und fragte: „Was gibt’s, Eric?“
„Das Bootshaus wurde angegriffen, alle Kameras sind ausgefallen, die Anderen sind bereits auf dem Weg dorthin“, klärte Eric sie auf. „Was ist mit dem Mann? Weißt du, ob er abgehauen ist?“
„Nein, bisher wissen wir rein gar nichts. Aber die Anderen sind bald da“, erwiderte er. „Wir machen uns auch auf den Weg“, sagte Sky, ehe sie auflegte und aufsprang. Nate tat es ihr gleich und Blue wusste bereits was los war, weshalb sie sofort zum Auto rannte. Die Beiden folgten ihr und machten sich direkt auf den Weg zum Bootshaus, wo sie hoffentlich keine Überraschung erwartete.
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