Hopeless

GeschichteDrama, Familie / P18
Dr. Nate Getz G. Callen Kensi Blye Marty Deeks OC (Own Character) Sam Hanna
14.11.2017
30.09.2019
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Hallo ihr Lieben,
ich bin wieder da und habe euch die Fortsetzung von "Nameless" mitgebracht ^^
Da der erste Teil wirklich gut ankam und ich mich irgendwie auch noch nicht von der kleinen Familie trennen kann, gibt es jetzt den zweiten Teil von Callen und Skys Geschichte. Und ich kann euch versprechen, dass sie auch diesmal viel durchmachen müssen, aber auch viele schöne Momente zusammen verbringen werden.
Und nun will ich euch nicht weiter aufhalten und wünsche viel Spaß beim lesen ^^



Sky brauchte ein paar Momente, um die Nachrichten wirklich zu verarbeiten, wollte nicht glauben, was Eric ihnen dort erzählt hatte. Hatte sie sich so in Koslov geirrt, sich einmal mehr von ihm täuschen lassen? Sie konnte und wollte nicht glauben, dass Koslov immer noch ein Mörder war, weiter morden wollte. „Alles okay, Süße?“, drang leise Logans Stimme zu ihr durch. Langsam realisierte sie, dass jeder sie anschaute, nur auf eine Reaktion von ihr wartete. Doch sie hatte keine Ahnung was sie sagen sollte. Tonlos erhob sie sich von Logans Schoß, stellte ihren Teller auf einem der Schreibtische ab und trat langsam näher zu Eric, blieb schließlich vor ihm stehen. „Such ihn, lass ihn nicht das Land verlassen“, bat Sky ihn leise. Eric nickte sofort und verschwand wieder in die Zentrale, begab sich an die Arbeit. „Sky...“, Callen trat langsam auf seine Tochter zu, wollte ihr beistehen, verstehen was sie in diesem Moment empfand, doch als sie sich zu ihm umdrehte, wirkte ihr Blick gefühlloser denn jeh. „Versuch es erst gar nicht“, riet sie ihm und schüttelte leicht den Kopf. Niemand würde aus ihr heraus bekommen, was sie fühlte und dachte, nicht ihr Vater, nicht ihr Verlobter, niemand. Callen sagte zwar nichts dazu, trat aber dennoch näher und sah wie sehr ihr seine Nähe in diesem Moment missfiel, wie sehr es ihr missfiel überhaupt in Gesellschaft von Menschen zu sein. „Blue, komm“, sagte sie, drehte Callen den Rücken zu und verschwand Richtung Ausgang. Blue sprang auf und rannte Sky hinterher, ließ nicht auf sich warten. Doch bevor Sky das Gebäude verlassen konnte, stellte Hetty sich ihr in den Weg. „Wo gedenken Sie hinzugehen, Miss Callen?“, fragte die kleine Frau und blickte zu Sky auf, welche nur ein genervtes Seufzen für ihre Chefin übrig hatte und an ihr vorbeilaufen wollte. Hetty trat sofort einen Schritt zur Seite und versperrte Sky erneut den Weg. Diese ballte die Hände kurz zu Fäusten, war sichtlich gereizt. „Was ist Ihr Problem?“, presste Sky hinaus. „Mein Problem besteht aus einer sehr sensiblen Agentin, die nicht Herr über ihre Gefühle ist und von ihren Ängsten davon läuft.“
„Ich bin die Letzte, die davon läuft. Niemals bin ich abgehauen, wenn es brenzlig wurde, ich bin furchtlos und ganz sicher nicht sensibel. Und ich rate Ihnen jetzt, mir aus dem Weg zu gehen“, gab Sky mit fester Stimme zurück und warf Hetty einen solch bedrohlichen Blick zu, dass selbst Hetty sich ein wenig darüber wunderte. „Sie sollten hier bei uns bleiben. Lassen Sie uns in mein Büro gehen und bei einer Tasse Tee in Ruhe reden“, schlug Hetty vor, doch sie hatte kaum ausgesprochen, als Sky sich schon an ihr vorbeidrängte. „Vergessen Sie es!“, knurrte sie nur noch, ehe sie das Gebäude verließ, Blue ihr hastig folgte. Nur Sekunden später stand Callen vor seiner Chefin und blickte Sky seufzend hinterher. „Wir hätten ihr verbieten sollen, sich so oft mit Mister Koslov zu treffen.“ Callen schaute Hetty an und schüttelte den Kopf: „Wir Beide wissen, dass Sky sich das niemals hätte verbieten lassen. Sie hat an sein gutes Wesen geglaubt und wollte ihm helfen.“
„Folgen Sie ihr, bevor sie etwas tut, dass sie später bereut“, riet Hetty ihm, ehe sie langsam in Richtung ihres Büros verschwand. „Sky bereut nie etwas, dass hat sie uns doch schon oft genug bewiesen“, erwiderte Callen und rannte Sky hinterher, versuchte zu verhindern, dass seine Tochter Dummheiten begann.
Dieser Geburtstag war versaut, genau wie alle anderen davor, scheinbar war es Sky niemals vergönnt einen glücklichen Geburtstag zu verbringen. Sorgenvoll begab Callen sich auf die Suche nach ihr.

Es wurde dunkel draußen, leichter Nieselregen benetzte Skys Haut, wischte langsam aber sicher die Spuren der Tränen fort. Sie weinte, immer wenn sie dachte, dass sie nicht mehr weinen konnte, wurde sie eines besseren belehrt. Mit Tränen verschleiertem Blick zog sie ihr Handy hervor, stellte sich bei einer Bushaltestelle unter und wusste nicht weiter. Wollte sie ihren Vater anrufen, ihn bitten sie abzuholen und ihr seine helfende Hand zu reichen? Oder wollte sie Logan kontaktieren, ihn bitten mit ihr abzuhauen, einfach alles hinter sich zu lassen und irgendwo ein neues Leben zu beginnen? Doch am wahrscheinlichsten war es, dass sie einfach dort blieb wo sie war und sich am nächsten Morgen zur Arbeit schleppte. Winselnd machte Blue auf sich aufmerksam und schüttelte sich kräftig, mochte den Regen ganz und gar nicht. Langsam wurde es stärker, die dicken Tropfen prasselten auf das Dach der Bushaltestelle und beruhigten Sky komischerweise. Gedankenverloren streichelte sie Blue und lauschte dem Prasseln, bis ein Blitz sie wieder in die Realität beförderte. Kurz blickte sie zum Himmel, vernahm das dunkle Donnergrollen, ehe der nächste Blitz den Himmel durchfuhr. Seufzend blickte sie auf ihr Handy und traf endlich eine Entscheidung. Schnell tippte sie eine Nachricht und versandte sie an Koslov, schrieb einfach was ihr in den Kopf kam. Doch als sie sich die Nachricht danach nochmal durchlas, enthielt sie etwas anderes, als Sky gedacht hatte, sie hatte ihre wahren Gedanken niedergeschrieben:
'Dominik, wenn du das hier liest, dann tu mir den Gefallen und stell dich, bitte. Das Ganze darf sich nicht wiederholen, ich will dich nicht mehr jagen müssen, ich kann keinen Feind mehr in dir sehen, du bist ein Teil meiner Familie. Bitte, ich appeliere an deinen Verstand, an dein Herz, lass nicht zu, dass die Anderen sich in ihren Urteilen bestätigt fühlen. Nur weil jemand denkt, dass du dich nicht ändern kannst, ist das nicht gleich wahr. Und selbst, wenn du wirklich wieder morden willst, dann denk über die Menschen nach die du damit verletzt. Mika und mich. Wir lieben dich und du hast gesagt, dass du uns auch liebst, aber davon spüre ich gerade herzlich wenig. Wirklich, Dominik, ich halte das nicht aus, ich ertrage es nicht dich zu verlieren. Bitte, komm zu mir zurück.'
Einzelne Tränen rannen ihr wieder an den Wangen hinab und sie verfluchte sich dafür, sie hasste es zu weinen. Außerdem wusste sie nichtmal, ob Koslov sein Handy mitgenommen hatte und diese Nachricht bekam, doch im ersten Moment hatte es sich richtig angefühlt sie zu schreiben. Sich die Tränen von den Wangen wischend, versuchte sie wieder etwas Fassung zu gewinnen und blickte den dunkelgrauen Himmel an, welcher immer wieder von Blitzen erhellt wurde. Blue drückte sich nah an Skys Beine und zitterte spürbar, ihr war dieses Gewitter nicht geheuer. Schüsse, Explosionen, bedrohliche Personen, nichts war ein Problem für Blue, doch Gewitter hasste sie und das Sky bei dem Wetter draußen war, gefiel ihr ebensowenig.
Gerade als Sky sich dazu entschloss, doch ihren Vater anzurufen, bekam sie eine Nachricht. Neugierig blickte sie aufs Display, es war Koslov. Sofort öffnete sie die Nachricht und das Einzige, was er auf ihre Nachricht zu sagen hatte, war: 'Nein.'
Ungläubig starrte Sky dieses Wort an, glaubte fast zu träumen, doch egal wie lang sie es auch anstierte, es veränderte sich nicht. Nein, ein einziges Wort zerstörte mit einem Mal alles woran Sky geglaubt hatte. Koslov wollte sich nicht stellen und es schien ihm egal zu sein, wie sehr er seine Familie damit verletzte. Fassungslosigkeit machte sich in Sky breit, voller Wut trat sie gegen einen Mülleimer und schleuderte ihn gegen die Wand. Blue wich im letzten Moment aus und bellte erschrocken auf. „Tut mir leid, Blue“, schluchzte Sky, als sie auf die Knie ging und Blue an sich heran zog. Sie hatte so sehr gehofft, dass Koslov sich geändert hatte, dass er froh war ein Teil ihrer Familie zu sein und nun zeigte er ihr ein weiteres Mal, wie leicht es ihm fiel sie zu täuschen. Traurig schmiegte Sky sich an ihre Hündin und versuchte sich wieder zu beruhigen, doch es gelang ihr nicht ganz. Eine enorme Anspannung lag in ihrem Körper. Es wurde immer dunkler draußen, der Abend kam und das schlechte Wetter tat den Rest. Sie könnten nicht länger draußen bleiben. „Komm mit“, meinte Sky und lief hinaus in den Regen, hatte ein festes Ziel vor Augen. Blue zuckte zusammen, als ein weiterer Blitz den Himmel erhellte und rannte Sky sofort hinterher, wollte keinesfalls allein bleiben. Der Regen durchnässte die Beiden und der aufkommende Wind ließ sie frösteln, das Wetter passte zu ihren Gefühlen, Sky war das erste Mal im Leben froh, dass es regnete.

Eric kam schnell auf Callen zu, als dieser seine Sachen zusammenpackte. „Ich hab sie gefunden“, machte Eric auf sich aufmerksam und blieb neben Callen stehen. Dieser blickte ihn erleichtert an, Callen hatte sich bereits den gesamten Tag Sorgen gemacht und Logan nur mit Mühe überreden können, zu seiner Mutter zu gehen. „Wo ist sie?“, hakte er nach. „Ich habe sie bei einer Bushaltestelle gefunden, von der es nicht weit ist, bis zu ihren Freunden. Sie ist bestimmt dort. Und sie hatte Kontakt mit Koslov, aber das kann sie dir erzählen.“ Callen nickte nur, erstmal wollte er zu Sky, dann konnte er sich mit allem anderen beschäftigen. Ohne Zeit zu verlieren, rannte Callen förmlich zu seinem Wagen und fuhr los, wollte so schnell es ging nach seiner Tochter sehen.

Unruhig erklomm er die Treppen bis zur Haustür, nahm immer zwei gleichzeitig. Als er anklopfte, wartete er ungeduldig darauf, dass ihm jemand öffnete und sagte, Sky wäre in Sicherheit. Die Tür öffnete sich nach kurzer Zeit und Shaun blickte ihn an. „G, wir haben dich schon erwartet. Sky ist vorhin völlig durchnässt hier aufgetaucht, sie war aufgelöst und sauer, aber sie will nicht mit uns darüber reden“, Shaun trat sofort einen Schritt zur Seite und ließ Callen ins Haus. „Wenigstens ist sie bei euch, ich hatte Angst sie stellt irgendwas dummes an“, erwiderte Callen und wartete bis Shaun die Tür geschlossen hatte, zusammen gingen sie ins Wohnzimmer. Auf der Couch lag Sky, nah an Blue gekuschelt und zugedeckt. Sie trug ein viel zu weites, graues Shirt, was einer der Männer ihr anscheinend gegeben hatte, damit sie aus ihrer nassen Kleidung herauskam. Sky sah so entspannt aus, wenn sie schlief, so sorglos. „Wie lang ist sie schon hier?“, fragte Callen leise. „Vielleicht etwas mehr als eine Stunde. Wir wollten dich gleich anrufen, aber erstmal haben wir uns darum gekümmert, dass die Beiden wieder trocken werden.“ Callen nickte nur und musterte Sky, war froh, dass ihr nichts zugestoßen war. „Ich bin in der Küche, wenn ihr mich braucht“, meinte Shaun, ehe er verschwand. Leise seufzend trat Callen auf seine Tochter zu, Blue sprang sofort von der Couch, damit Callen sich setzen konnte und sprang selbst in Sessel. Vorsichtig ließ Callen sich auf der Couch nieder und strich Sky durchs Haar, wusste nicht ob er sie wecken sollte. Doch Sky nahm ihm die Entscheidung ab, da sie bereits von seiner sanften Berührung aufwachte und ihn verschlafen anblinzelte. „Gut geschlafen?“, fragte Callen und zwang sich zu einem Lächeln, versuchte nicht direkt mit dem eigentlichen Thema zu beginnen. „Ist Logan sauer auf mich?“, kam nur zurück. „Nein, er macht sich bloß Sorgen um dich, aber ich konnte ihn davon überzeugen, dass ich dich finde und für deine Sicherheit sorge.“
„Die Jungs haben für meine Sicherheit gesorgt, du wirst hier also nicht gebraucht.“ Sky zog sich die Decke über den Kopf und schien nicht mehr mit ihm sprechen zu wollen. Ein wenig enttäuscht war Callen von dieser Reaktion schon, er dachte sie wüssten endlich wie sie miteinander umgehen mussten, doch Sky schien dies anders zu sehen. Natürlich hätte er sie in Ruhe lassen können, doch er hielt es für falsch, weshalb er ihr die Decke wegzog und sie Blue zuwarf, welche sich sofort darin einkuschelte. „Was soll das?“, fragte Sky genervt und schenkte Callen einen wütenden Blick. „Wir müssen reden, Sky. Du bist kein kleines Mädchen mehr, du darfst nicht einfach davonlaufen, wenn dir eine Nachricht nicht gefällt. Ich möchte mir nicht ständig Sorgen um dich machen müssen, weil du irgendwelche Alleingänge startest oder dir Auszeiten nimmst. Außerdem bist du jetzt nicht mehr allein, Sky, du musst auf dein Baby aufpassen. Würdest du es dir jemals verzeihen, wenn dem Baby bei deinen Alleingängen etwas passiert?“ Seufzend setzte Sky sich auf und lehnte sich an Callen. „Ich könnte es mir nie verzeihen, Dad, aber ich bin nun mal so. Niemand kann meinen Charakter ändern und selbst wenn ich mich in Gefahr bringe, werde ich auf mein Baby immer aufpassen, ich weiß wie weit ich gehen kann. Vertrau mir einfach.“ Langsam legte Sky sich eine Hand auf ihren Bauch, dachte an ihr Baby, Callen tat es ihr gleich und strich sanft mit dem Daumen über ihre Hand. „Ich will einfach nur nicht, dass dir und dem Baby etwas passiert. Du bist das beste, was ich im Leben erreicht habe, dich zu bekommen, war ein größeres Geschenk als alles andere auf der Welt.“
„Du übertreibst, Dad. Ich bin eine Nervensäge, ich ziehe andere Leute hinunter, mit meiner schlechten Laune und ich kann sehr verletztend sein. Nichts an mir ist so wie ich es gern hätte.“ Lächelnd strich Callen ihr durch die Haare und flüsterte: „Und genau dafür liebe ich dich, Sky, du bist nicht wie andere, aber auch mit all deinen Macken, bist du immer noch perfekt, in meinen Augen. Eine bessere Tochter hätte ich mir nicht wünschen können. Sobald dein Kind da ist, wirst du sehen wie sehr dich das verändert, du wirst gestresst sein, aber du wirst es abgöttisch lieben, egal was für einen Schwachsinn es wieder anstellt.“ Sky nickte nur, umarmte Callen und seufzte laut. Sie hasste es, wenn er recht hatte. Auf jeden Fall würde sie ihr Kind lieben, könnte nie wirklich böse auf es sein und würde alles tun, damit es diesem kleinen wehrlosen Geschöpf gut ging. Und wenn Callen sie so liebte, wie sie bereits ihr Kind liebte, würde sich nie etwas zwischen ihnen ändern. „Eric hat gesagt du hattest Kontakt zu Koslov“, sprach Callen an, als Sky sich wieder von ihm trennte. Wieder nickte sie nur, holte ihr Handy vom Tisch und öffnete den Chat mit Koslov, bevor sie Callen das Handy überreichte. Er las es sich ruhig durch und schüttelte langsam den Kopf, fragte sich was in Koslov gefahren war, wieso er plötzlich kein Interesse mehr an Sky hatte. Es kam Callen komisch vor, sehr komisch sogar, etwas an der ganzen Sache stimmte nicht. „Normal redet Koslov viel, so eine kurze Antwort ist für ihn mehr als untypisch“, weihte er Sky in seine Bedenken ein. „Mag sein, aber wer sollte sonst sein Handy besitzen? Wenn es noch im Gefängnis wäre, hätte mir niemand geantwortet und sonst kann es eigentlich niemand haben. Selbst wenn es komisch ist, niemand außer Koslov kann es geschrieben haben.“
„Das werden wir noch herausfinden. Ich war zwar nie ein Fan von ihm, aber ich weiß, dass er dich liebt und alles für dich tun würde, es gäbe keinen Grund für ihn auszubrechen und dich zu verletzen.“ Als er ihr das Handy wiedergab, meinte sie: „Er hat mich nicht verletzt, ich war vorgewarnt, irgendwann würde er etwas tun, was mir nicht gefällt, dass war vorprogrammiert.“
„Meinetwegen, dann hat er dich nicht verletzt, aber trotzdem solltest du vielleicht mit Nate darüber reden“, schlug Callen ihr vor und erntete einen genervten Blick. „Ich rede öfter mit Nate, als du es jemals tun wirst, Dad. Aber das hier ist ein Familienthema und wir müssen Dominik finden, bevor er etwas dummes anstellt und dabei noch umkommt. Und wenn ich ihn zwingen muss zurück zu kommen, dann tu ich das eben. Danach rede ich vielleicht mit Nate und sag ihm, dass ich Angst hatte und dachte wir würden alle sterben.“ Callen schüttelte nur kurz mit dem Kopf, wollte sich gar nicht vorstellen über was Sky mit Nate wirklich sprach. Ihm war aufgefallen, dass sie sich gut mit dem Teampsychologen vertrug, sie stritt nie mit ihm, verbrachte ihre Pausen gern bei ihm und lachte in seiner Gegenwart viel, irgendwie schien es so, als hätte sie einen sehr guten Draht zu Nate. Aber er sprach sie nie darauf an, Sky sollte auch Geheimnisse vor ihm haben dürfen, wenn sie aus irgendeinem Grund Nate als ihren besten Freund auserkoren hatte, dann würde Callen sich dort nicht einmischen. Er war froh, dass es Sky mittlerweile leichter fiel Freunde zu finden und mit Menschen umzugehen, vielleicht war Nate daran ja gar nicht mal so unschuldig.
Als Callen sich langsam erhob und etwas sagen wollte, kam Zoe auf ihn zugerannt, bereits in ihren pinken Schlafanzug gekleidet und mit ihrem Stoffpferd unter dem Arm. „Onkel Callen!“, rief sie erfreut aus und stürzte sich auf ihn. Lachend hob er Zoe hoch und fragte: „Solltest du nicht schon im Bett sein, Schätzchen?“
„Ich war im Bett, aber dann hab ich deine Stimme gehört und hatte Angst du gehst ohne mich zu begrüßen“, erklärte sie und schlang ihre Arme um Callen. „Das würde ich doch niemals tun, Zoe, ich hatte gerade vor zu dir zu gehen“, erwiderte Callen lächelnd und ließ das kleine Mädchen hinunter. „Bringst du mich wieder ins Bett, Onkel Callen?“
„Natürlich, Kleine, was sollte ich denn sonst tun?“, mit Zoe an der Hand verschwand Callen den Flur entlang, zu Zoes Zimmer. Sky blickte den Beiden seufzend hinterher. Manchmal wünschte sie sich, dass sie ihre Kindheit bei ihrem Vater hätte erleben können, einfach nur um von ihm ins Bett gebracht zu werden und all das zu erleben, was Zoe erlebte. Zoe hatte gleich drei liebende Männer, die sie als ihre Väter ansehen konnte. Familie ist mehr als DNA, es ist die Liebe zwischen den Menschen, die sie verbindet, dafür mussten sie nicht miteinander verwandt sein. Und Zoe hatte großes Glück gehabt, dass sie bei den drei Männern bleiben durfte.
„Alles okay mit dir, Sky?“, drang leise Shauns Stimme zu ihr durch. Schnell blickte sie auf und lächelte. „Ja, Shaun, mir geht’s gut. Ich hab nur gerade daran gedacht, wie gut es Zoe bei euch hat und wie glücklich sie sein kann, so eine Familie zu haben“, erklärte sie und stand von der Couch auf. Shaun trat zu ihr und legte ihr eine Hand auf die Wange. „Du gehörst zu unserer Familie, Sky, nicht nur Zoe kann glücklich sein, auch du. Egal was auch passieren mag, du wirst immer ein Teil von uns sein. Und dein Kind, wird unsere Familie noch größer machen.“
„Hoffentlich macht meint Kind unsere Familie nicht auch noch verrückter“, hoffte Sky. „Noch verrückter geht es nicht mehr, wir haben das Limit bereits gesprengt“, lachte Shaun, umarmte Sky kurz und verabschiedete sich dann, da er zur Arbeit musste.
Als Callen kurze Zeit später wieder kam, standen Sky und Blue bereits an der Tür und nachdem sie sich von Walter und David verabschiedet hatten, verschwanden sie zum Auto.

Sky blickte an die Zimmerdecke, war immer noch hellwach, obwohl mittlerweile Mitternacht sein müsste. Blue neben ihr schnarchte wie immer fröhlich vor sich hin und schien einen lebhaften Traum zu durchleben. Seufzend drehte Sky sich auf die Seite und versuchte zu schlafen, doch ihre Gedanken wanderten immer und immer wieder zu Dominik. Wieso sollte er fliehen und wieder ein Leben voller Angst führen wollen? War es für ihn nicht einfacher, im Gefängnis zu bleiben und Sky alles andere zu überlassen? Mochte sein, dass sie in den zwei Jahren noch immer nicht den Mörder seiner Familie gefunden hatte, doch sie gab nicht auf, dass müsste ihm doch reichen. Er hatte in fast zwei Jahrzehnten genauso viel erreicht, wie Sky in diesen zwei Jahren, er sollte einsehen, dass die Spuren kalt waren und die Beweise vernichtet wurden, der Fall wirkte wie eine Sackgasse, aus der man nicht mehr fliehen konnte. Man wurde darin gefangen gehalten, dachte unentwegt daran, doch kam kein Stück weiter. Und was passierte nun, wo er wieder auf freiem Fuß war? Würde er seine Mordserie fortsetzen?
Vor sich hin grummelnd stand Sky auf, sie konnte ja doch nicht schlafen. Gerade als sie sich auf den Weg ins Wohnzimmer machte, um sich zu ihrem Vater zu legen, vernahm sie ein Geräusch aus der Küche. Schnell holte sie eine Waffe aus dem Schrank im Wohnzimmer, versuchte ihren Vater nicht zu wecken, falls sie mal wieder Gespenster hörte. Doch als sie der Küche näher kam, bemerkte sie deutlich, dass sie sich nicht geirrt hatte. Jemand verschaffte sich Zutritt zum Haus und derjenige wurde sicherlich nicht eingeladen.
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