Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Gedanken einer Nora Kriegerin

von Suari
Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
Aloy
14.11.2017
14.11.2017
1
982
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
14.11.2017 982
 
Hallo ihr Lieben :D
Als ich sah, das als neue Kategorie Horizon rauskommen würde, war ich begeistert. Ich liebe die Geschichte von Aloy auch wenn sie viel Schmerz und Opfer bereithält, doch trotz allem ist es einfach wunderbar.
Deshalb hier ein kleiner Oneshot, hoffe er gefällt euch und ich finde hier noch ein paar Gleichgesinnte.






Vorsichtig schlich sich Aloy an einer Herde Trampler vorbei. Heute war sie auf der Jagd nach etwas gefährlicherem. Einem Säbelzahn.
Ein Oranger Lichtkegel ließ sie innehalten. Der kleine schnelle Körper eines Wächters ging an ihr vorbei, aufmerksam, entdeckte sie jedoch nicht und lief nach einer Runde um die Herde zurück. Das sanfte blaue Licht der Maschinen sagten ihr, dass sie weiter konnte.
Weit war es nicht mehr entfernt bis zu dem Ort, an dem Aloy vor einigen Tagen zwei Säbelzähne gesehen hatte. Wehmütig erinnerte sie sich an die Lektionen von Rost als sie um den großen Felsen pirschte und auf jedes Detail achtete.
Ein Säbelzahn stand weiter weg. Sie grinste siegessicher. Das würde eine leichte Aufgabe werden. Schnell rannte sie in das hohe Gras und versteckte sich, wartete bis der aufmerksam gewordene Säbelzahn wieder ruhig wurde und stieß dann einen schnellen Pfiff aus. Sofort kam die schwere Maschine in ihre Richtung. Mit geübter Bewegung zog sie sich den Bogen vom Rücken, den sie einem Carja-Händler für ein Schnappmaulherz abgekauft hatte und legte einen Pfeil ein, zielte auf das Geschütz am Rücken. Sie wusste dass es eine der verletzlichsten Stellen war.
Tief Luft holend ließ sie los und sah wie der Pfeil das Geschütz traf aber nicht Abriss. Leise fluchte sie und duckte sich erneut in der Hoffnung das die Maschine sie noch nicht bemerkt hatte obwohl sie angegriffen wurde.
Aloy hatte Pech, nur noch in letzter Sekunde konnte sie den messerscharfen Krallen entgehen, als der Säbelzahn sie ansprang. Ihr Herz klopft stark gegen ihre Brust als sie wegrannte und immer wieder den Attacken auswich. Irgendwann hatte die Maschine keine Lust mehr und gab die Verfolgung, sehr zu Aloys Erleichterung, auf.
Das musste sie auf jeden Fall anders angehen. Sie kramte in ihrem Köcher, suchte Zersprenger-Pfeile und fluchte lautstark als sie bemerkte das sie keine mehr hatte. Erschöpft lehnte sie sich gegen den Felsen hinter dem sie Schutz gesucht hatte und dachte angestrengt nach. Zurück zu einem Händler konnte sie nicht. Sie hatte nicht genug Metallscherben um sich Pfeile zu kaufen.
Es fing an dunkel zu werden, sie musste sich beeilen wenn sie das Herz haben wollte um den Auftrag zu beenden. Im Dunkeln war das Zielen schwerer. Am Himmel kreiste ein Sturmvogel, doch weit genug entfernt um nicht auf sie aufmerksam zu werden.
Sie lächelte als sie sich vorstellte wie es wohl war zu fliegen. Doch Aloy hatte weder die Kenntnisse noch die Fähigkeiten um einen Sturmvogel zu überbrücken.
Sie riss die Augen auf, das war es! Sie musste einfach den anderen Säbelzahn überbrücken und dieser würde mit ihr Kämpfen. So würde sie nicht das Ziel der Angriffe sein und sie würde ein Herz bekommen.

Darauf bedacht keinen Laut von sich zu geben schlich sie sich von hinten an die Maschine an. Sie hielt Ausschau nach einer schwach gepanzerten Stelle wo sie die Überbrückung starten konnte. Da!  Am rechten Hinterbein war ein Metallteil abgerissen, die Drähte lagen offen dar.
Blitzschnell schoss sie zu der Stelle und fing an. Die Aufmerksam gewordene Maschine beruhigte sich als sie sich zu Aloy umdrehte und sie in weiches, friedliches Licht tauchte.
Voller Ehrfurcht strich sie über das Metall, spürte das Leben unter der Panzerung. Es war etwas besonderes, eine zahme Maschine zu sehen, anfassen zu können.
Doch dieser unglaubliche Moment wurde von dem Brüllen des zweiten Säbelzahns zerstört. Schnell kam er angesprungen und erwischte Aloy am Bein. Sie schrie auf als die kalten Metallkrallen ihr Fleisch zerfetzen und robbte ins Gras. Ihr neuer Verbündeter brüllte ebenfalls und beschoss den Gegner. Immer wieder sprangen sie sich an, rissen sich mit den Krallen Metall aus und schossen aufeinander.
Während ihr Feind beschäftigt war, hatte sie Heilkräuter auf die Wunde gelegt und genoss das kühlende Gefühl der austretenden Pflanzensäfte.
Sie rappelte sich auf und nahm ihren Bogen, einen Pfeil im Anschlag und zielte wieder auf das Rückengeschoss. Das schon etwas in Mitleidenschaft gezogene Metall gab mit einem reißenden Geräusch nach und fiel auf den Boden.
Wieder zielte sie, diesmal auf den Bauch doch der plötzliche Sprung ließ sie verfehlen. Erschrocken sah sie das ihr gezähmter Säbelzahn tot zu Boden sank, der Feind, stark verletzt und deutlich langsamer, auf sie zu kam.
Kurz atmete sie durch und legte den Bogen wieder um, nahm stattdessen ihren Speer. Sie würde es zu Ende bringen, sie würde stärker werden und Rost gedenken.
Wie in Zeitlupe sah sie die Maschine auf sich zuspringen, hob den Speer und nutzte den Schwung des Gegners um die Waffe tief in die Brust zu graben.

Als sie in der Dunkelheit die Feuer der Stadt sah war sie erleichtert. Ihr Bein schmerzte höllisch, sie wollte sich gerne Ausruhen, doch über alle dem lag der Triumph, das Glück zwei Maschinen erlegt zu haben. Aloy hatte auch ihren gezähmten Freund geplündert und hatte nun genug Scherben um sich neue Kleidung zu kaufen, da ihre jetzige von den Krallen zerfetzt worden war.
Das Herz lieferte sie bei der Schwester ab, die Aloy dankbar ansah und erleichtert sagte, das ihr Bruder nun gerächt war.

Aloy selbst dachte etwas wehmütig an das überwältigende Gefühl des Metalls  unter ihrer Hand als der Säbelzahn voller Vertrauen und Ruhe neben ihr stand. An die Kraft in der Maschine.
Obwohl die Maschinen grausam waren und viele Leben forderten, so waren sie doch nicht nur ihre Feinde und eines Tages, da war sie sich sicher, würden sie nicht nur koexistieren sondern wirklich mit ihnen Leben.
Vielleicht, dachte sie, vielleicht würde sie ja mal auf einem Sturmvogel durch die Luft reiten und die Welt von oben betrachten, wie einst die Schöpferin.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast