to all the boys i've loved before

von faya luna
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Lacy Malcolm Pace
14.11.2017
03.02.2019
15
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II. the city in december feelings

and there is something special in the air, do you feel it coming?

[2. Dezember]


„Kein Grund in Panik auszubrechen, meine Liebe.“

Lacy warf der alte Dame einen zweifelnden Blick zu, dann starrte sie wieder aus dem kleinen Fenster hinab auf die Menschen, die sich durch das winterliche New York drängelten.

„Aber ich wollte nie, dass sie davon erfahren. Jedenfalls nicht so. Da standen meine tiefsten Gedanken drin und...“

Sie wurde von Madame Beaurgard unterbrochen, die ihr energisch eine Tasse Tee in die Hand drückte, dann ihre andere Hand in ihre nahm und sie sanft aber bestimmt zu dem altmodischen aber bequemen Sofa mit Blumenmuster führte und ihr bedeutete Platz zu nehmen. Seufzend ergab sich Lacy und ließ sich neben Hazel nieder. Ihre Freundinnen waren ihr nach dem Vorfall von gestern kaum von der Seite gewichen, wofür sie ihnen mehr als dankbar war.

„Jetzt komm erst mal zur Ruhe, trinkt deinen Tee und dann reden wir in Ruhe weiter.“

Madame Beaurgard hatte sich neben ihr in ihrem Sessel niedergelassen, gegenüber saßen Miranda und Layla auf einem zweitem Sofa, während Tania es sich auf den Fellen vor dem Kachelofen gemütlich gemacht hatte. Lacy war froh, ihre Freundinnen und Madame Beaurgard hier zu haben, die ihr gut zuredeten und mit Rat und Tat zur Seite standen. Vorsichtig nippte sie an dem heißem Getränk und versuchte sich innerlich zu beruhigen. Seit gestern war sie nicht richtig zur Ruhe gekommen, ihre Gedanken waren unaufhörlich um die abgeschickten Briefe gekreist, Lacy hatte sich die schrecklichsten Szenarien ausgemalt, was passieren könnte, wenn die fünf Jungen die Briefe lasen. Was, wenn sie sich damit total lächerlich machte? Wenn sie sie für kindisch hielten und nie wieder ernst nahmen? Und wenn sie dann noch jemand anderem davon erzählten und hinterher alle, die sie noch von der Highschool kannte davon wussten? Lacy hatte immer die Menschen bewundert, die sich nicht um die Meinung anderer Leute scherten. Sie selbst machte sich darüber vermutlich viel zu viele Gedanken.

„So.“ Madame Beaurgard verschränkte abwartend ihre Hände vor sich und schaute Lacy abwartend an, „Dann erzähl mal, warum ein paar Briefe das Ende der gesamten Welt bedeuten, ich bin mir nämlich sicher, dass alles nur halb so schlimm ist.“

Eine der vielen Gründe, warum Lacy Madame Beaurgard so sehr mochte war, dass sie ihr immer alles erzählen konnte und sich nachher immer besser fühlte, sowie ein paar gute Ratschläge und eine neue Portion Selbstvertrauen gewonnen hatte. Die alte Dame war ein großes Vorbild für Lacy, schon seit sie sie in das Haus eingezogen war. Lacy mochte auch ihren Ehemann Charles sehr gerne, der momentan allerdings auf einer Kurreise in Asien unterwegs war, da sein Job als Mechaniker sehr belastend für sein Alter war.

Gerade als Lacy ansetzen wollte, der Nachbarin und ihren Freunden ihr Herz auszuschütten, wurde sie von einem lautem Poltern unterbrochen. Miranda war abrupt aufgesprungen und hastete mit schnellen Schritten in Richtung des kleinen Badezimmers. Während Lacy ihr noch erschrocken hinterher starrte, folgte Layla ihrer Freundin schon, nur um kurz darauf mit einer elend wirkenden Miranda im Arm zurückzukommen.

„Mir geht’s gut.“ Leicht wacklig auf den Beinen ließ sich die Brünette zurück auf das Sofa sinken. „Ich hab bestimmt nur wieder mal was falsches gegessen, passiert in letzter Zeit öfters, macht euch keine Sorgen.“

Selbstverständlich machte Lacy sich sehr wohl Sorgen um ihre Freundin und den Blicken der anderen nach zu schließen, war sie da nicht die Einzige. Lacy kam ein Gedanke, den sie aber sofort wieder in die hinterste Ecke ihres Gedächtnisses verbannte. Vermutlich hatte Miranda wirklich nur etwas falsches gegessen.

Währenddessen war eben diese von Madame Beaurgard in zig Decken gewickelt worden und hielt eine neue dampfende Tasse Tee in der Hand. Zudem hatte die alte Dame einen kleinen Eimer besorgt, den sie der etwas hilflos dreinblickenden Layla in die Arme drückte. Das alles war so schnell geschehen, dass Miranda gar nicht dazu kam sich zu wehren, erst als sie schon vollkommen versorgt dasaß, meldete sie sich wieder zu Wort.

„Aber mir geht’s wirklich gut. Und außerdem muss ich heute noch den Laden winterlich dekorieren, wir haben doch schon den zweiten Dezember!“

Lacy bewundert sie ein wenig dafür, dass sie der alten Dame tatsächlich noch widersprach. Wenn Madame Beaurgard jemanden Neues gefunden hatte, um den sie sich kümmerte, war sie unerbittlich. Und seit ihr Mann in Asien war, hatte sie noch mehr Zeit als zuvor. Lacy war schon mehrfach der Gedanke gekommen, dass sie sich ein wenig langweilte.

„Du machst heute gar nichts mehr, junge Dame. Den Laden dekorieren können auch andere übernehmen.“

Auffordernd sah Madame Beaurgard die anderen an. Sie schien völlig vergessen zu haben, dass sie eigentlich Lacy wegen ihres ''Problems'' bearbeiten wollte. Aber sie war froh darüber, ebenso über die Ablenkung, die sich ihr so eben bot.

„Wir schaffen das schon, Mira. Außerdem ist ja noch Katie da.“

Und vermutlich lag es daran, dass Katie heute tatsächlich kommen würde, dass Miranda schließlich ergeben nickte.

* * *

„Nein, Tania, die Girlande soll nicht hinter die Rosen, sondern über den Weihnachtskörben aufgehängt werden! Und Hazel, Gott geh mit den Eiszapfen von den Orangenbäumchen weg, die sind super empfindlich.“

Katherine Gardner, baldige Stoll, stand in der Mitte des kleinen Blumenladens und fuhr sich gestresst durch die braunen Haare, während sie das Chaos um sich herum musterte. Lacy blickte sich ebenfalls um und musste leicht schmunzeln. Genau das hatte Miranda kommen sehen und Lacy tat Katie ein wenig Leid, dass sie nun alleine damit klar kommen musste. Aber es war nun mal keiner von ihnen dazu geboren, einen Raum schön und ordentlich zu dekorieren. Das Katies Verlobter Travis sich eine Orange von einem der kleinen Bäume geschnappt hatte und diese nun auf dem Tresen sitzend genüsslich verspeiste, trug wohl auch nicht dazu bei, dass Katies Adrenalinspiegel sank. Die schöne Latina schien kurz zu überlegen, ob es wirklich die Mühe wert war, ihn dafür zusammenzustauchen, begnügte sich dann aber damit ihm einen bösen Blick zuzuwerfen und etwas von ''gefälligst helfen'' und ''zu faul'' zu fauchen. Lacy mochte Katie echt gerne, aber anlegen wollte sie sich nicht mit ihr und sie bewunderte Travis für sein schelmisches Grinsen, das die einzige Antwort auf Katies Befehl war.

Letztendlich half er dann doch mit, als Sherman den Weihnachtsbaum vorbeibrachte, den die Gardnerschwestern schon vorher für ihren Laden ausgesucht hatten. Zusammen mit Mirandas schweigsamen Freund stellte er unter Katies wachsamen Augen den Baum in die letzte freie Ecke des Ladens. Danach verschwand der Chinese gleich wieder, um nach seiner Freundin zu sehen, dafür betrat jemand anderes den Raum. Lacy war leicht überrascht, als sie Drew Tanaka erkannte. Die schöne Japanerin wohnte in der Wohnung gegenüber von Lacys. In letzter Zeit hatte man Drew nur selten zu Gesicht bekommen und dann war ihre Laune immer leicht angespannt und genervt gewesen. Lacy vermutete, dass es mit den Gerüchten um ihren verschwundenen Freund zusammenhing, zumindest hatte sie Ethan Nakamura schon lange nicht mehr gesehen.

„Drew.“ Mit einem breiten Lächeln lief Lacy auf sie zu und zog ihre Nachbarin und Freundin in eine Umarmung. Drew erwiderte diese etwas überrascht und zaghaft, bevor sie sich wieder voneinander lösten und Drew den kleinen Laden in Augenschein nahm. Für ein paar Sekunden war es mucksmäuschenstill, alle warteten gespannt auf Drews Urteil. Als diese schließlich leicht nickte, konnte Lacy den erleichterten Seufzer aller Beteiligen deutlich zu spüren.

In diesem Moment war sich Lacy sicher, das dieses Weihnachten wunderbar werden würde, auch wenn ihr größtes Geheimnis gerade per Post durch die USA wanderte. Das war etwas, um das sie sich auch nach Weihnachten noch Gedanken machen konnte.

Dachte Lacy jedenfalls, bis es drei Tage später an ihrer Tür klopfte.


hello:)

ich entschuldige mich erstens dafür, dass ihr solange auf dieses Kapitel warten musstet und zweitens, dass es nur so kurz und eher ein Übergangskapitel ist. Die richtige Handlung beginnt dann aber definitiv im nächstem Kapitel! Ich hoffe ihr hattet trotzdem Freude beim lesen, auch wenn das Kapitel nicht zu meinen Bestleistungen zählt und ich damit ein wenig unzufrieden bin…

Vielen Dank für alle Empfehlungen, Favoriteneinträge und die drei Reviews von Kastanea, Emma und Marie, ich hab mich sehr gefreut!

Und zum Schluss noch ein kleiner Disclaimer:
Die liebe Marie aka Inklady hat eine FF hochgeladen (A Brandnew World, schaut unbedingt mal rein!) die dieser FF in einigen Punkten ähnelt. Wir haben alles abgesprochen, keine hat etwas von der anderen geklaut, unsere Ideen sind vollkommen unabhängig voneinander entstanden.

Bis zum nächsten Kapitel, das diesmal hoffentlich früher kommt!

faya

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