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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
8
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22.03.2019 1.402
 
Kapitel 7: Schneekönigin

Aizen ging auf und ab.
Sie hasste es, wenn er das tat.
Es machte sie nervös- es hieß, dass er nachdachte.
Es war meistens schlecht, wenn er nachdachte.
Plötzlich blieb er stehen und verkündete: „Ich habe mich entschieden.“
Stumm sah sie ihn an, der Shinigami wandte sich ihr zu: „Ich nehme dich mit zur Versammlung. Die Espada sollten dich kennenlernen.“
„Ja, Meister“, sie hatte bisher nur von diesen 10 stärksten der Arrancar gehört, sie aber noch nie zu Gesicht bekommen. Bisher hatte sie außer Aizen, Gin und Tosen überhaupt niemanden gesehen.
„Komm“, wies er sie barsch an und stürmte regelrecht aus seinem Schlafzimmer. Mit einem unguten Gefühl folgte Yukiko ihm.
Die langen, eintönigen Korridore machten es ihr schwer, sich zu orientieren, aber den bisher leeren Teil des Palastes, den Aizen ihr freigegeben hatte, kannst sie inzwischen ganz gut. Doch nun verließ sie dieses bekannte Gebiet. Eiserne Stille hing über ihnen und wurde nur von ihren leisen Schritten durchbrochen.
Konzentriert versuchte sie sich den Weg zu merken, die Korridore einzuprägen.
Schließlich hielt Aizen vor einer großen Doppeltür an und stieß sie auf.
Vor ihr eröffnete sich ein Saal mit einem langen, weißen Tisch.
Köpfe schossen hoch.
Acht Arrancar.
Aizen betrat die Halle: „Meine Espada.“
Und die Arrancar neigten ihre Köpfe, aber ihre Blicke gingen an Aizen vorbei, hingen an ihr.
„Wer ist das?“, fragte ein bärtiger, alter Mann.
„Nun, das wirst du erfahren, wenn wir vollständig sind, Barragan“, der Shinigami ging zum Kopfende des Tisches und ließ sich nieder.
Unschlüssig, was sie tun sollte, blieb Yukiko in der Tür stehen, bis er ihr einen Wink gab und auf den Stuhl gegenüber von Barragan deutete.
Sie setzte sich in Bewegung, als eine der weiblichen Arrancar anfing zu lachen: „Die Neue weiß nicht mal wo sie sich hinsetzten soll! Und überhaupt, gar keine Präsenz, kein Reiatsu, und dann sieht sie auch noch so komisch aus. Ist das ein fehlgeschlagenes Experiment, Aizen-Sama?“
Aizen hob eine Augenbraue: „Nein, sie ist kein fehlgeschlagenes Experiment, meine liebe Occiosa.“
Yukiko spürte, wie Wut in ihr aufloderte, sie war Offizierin der Hofgarden gewesen, sie war eine Vasto Lorde gewesen. Sie wusste nicht, wie stark dieses Weib war, aber sie wollte ihr den Kopf abreißen. War sie schon immer so aggressiv gewesen? Sie wusste es nicht mehr.
Bevor die Arrancar wieder etwas sagen konnte wandte sich die ehemalige Shinigami an Aizen: „Meister?“
„Ja?“, er wandte sich ihr zu.
„Ich erbitte Erlaubnis, diese lästige Frau töten zu dürfen.“
„Nur zu“, Aizen breitete die Hände aus: „Es hindert dich niemand.“
Occiosa erhob sich und fletschte die Zähne, während sie ihr Zanpakutou zog: „Das wirst du bereuen, Neue.“
„Ich glaube nicht“, sie wechselte ins Sonido und gab sich für einen kurzen Moment ihrer animalischen Hollownatur hin. Binnen eines Blinzelns war sie hinter der Brünetten und packte den Kopf der Arrancar.
Mit einem Ruck riss sie ihn ab, bevor ihre Kontrahentin überhaupt gemerkt hatte, dass sie hinter ihr war.
Mit einem dumpfen Knall prallte der leblose Körper vor ihr auf den Boden, Blut spritzte über den weißen Tisch und ergoss sich über ihre Hände.
Dann herrschte Stille.
Aber ihre Wut war noch nicht abgeklungen.
Sie drückte den Schädel zusammen, bis er unter ihren Händen nachgab und mit einem lauten Knacken brach.
Eine Mischung aus Hirnmasse und Blut lief über ihre Hände.
Erst dann sah sie auf.
„Die Sauerei tut mir sehr leid, Meister“, bemerkte sie trocken.
„Das macht doch nichts. Du kannst hier jederzeit jeden töten und musst nicht um Erlaubnis bitten. Mach es nur bitte nicht zur Gewohnheit“, Aizen wandte sich ab und sah scheinbar gelangweilt zur Tür: „Auch schon da?“
Sie folgte seinem Blick und ihr Herz blieb stehen, ehe es sich schmerzhaft verkrampfte.
In der Tür stand Gin, der sie entsetzt ansah: „Vielleich solltest du ihr nich sagen, dass sie jeden töten darf~“, seine Augen schlossen sich wieder und er setzte das bekannte Grinsen auf: „Am Ende hab´n wir gar keine Armee mehr~“
„Keine Sorge, ich muss ihr nur befehlen, aufzuhören, und sie wird es sofort tun“, winkte Aizen ab und wandte sich an einen der anderen Espada: „Nnoitra, sei so gut und hol Tesra, er soll einen Wassereimer mitbringen und diese Sauerei weg machen.“
„Jaja“, der schlacksige Schwarzhaarige erhob sich und verließ den Saal, wobei er ihr einen vernichtenden Blick zuwarf.
Fragend sah sie wieder zu Aizen, der sie mild anlächelte: „Jetzt komm und setz dich.“
Gin hatte direkt neben ihm Platz genommen, wenn sie sich auf den Platz setzten würde, den Aizen ihr zuerst angezeigt hatte, wäre sie dadurch direkt bei Gin.
Sie schluckte und legte den Kopf vorsichtig ab, ehe sie ihre blutverschmierten Hände an ihrer Hakama abwischte. Langsam ging sie an den anderen Arrancar vorbei und setzte sich.
Es war eine merkwürdige Truppe.
Der alte, bärtige Mann strahlte eine gewisse Autorität aus, wahrscheinlich war er der Höchstrangige.
Neben ihm saß eine Frau mit grünem Haar und pinker Gesichtsbemalung. Hätte sie nicht die Widdermaske auf dem Kopf, dann hätte Yukiko sie für zu unschuldig gehalten, um ein Arrancar zu sein.
Der Frau gegenüber saß ein Mann mittleren Alters mit schwarzem Haar und einem unausstehlichen Bart, der sie irgendwie an einen spanischen Zauberer erinnerte und daneben eine weitere Frau mit violettem Haar und einem verkniffenem Gesichtsausdruck. Sie sah in ihrem aufgepufften Kleid ein wenig wie ein Zirkusclown aus.
Dann war da noch ein Mann mit orangem Afro und neben ihm ein Ding.  Es hatte einen hohen, gewellten Kragen und eine weiße Tüte auf dem Kopf.
Bis auf die grünhaarige Frau und den alten Mann wagte es keiner der Espada, ihren Blick zu erwidern.
Die unangenehme Stille wurde durchbrochen, als Tosen mit den beiden fehlenden Espada den Raum betrat.
Ein blauhaariger Mann betrat den Raum als erster. Seine Augen hatten etwas katzenartiges und fixierten sie sofort. Er schlenderte regelrecht zum Tisch und grinste beim Anblick des Blutes.
Der letzte war ein gigantischer,  glatzköpfiger Mann, dessen Hollowmaske an seinem Unterkiefer hing und ihn deswegen ein wenig primitiv wirken ließ.
Direkt hinter ihnen kam auch der schlacksige Kerl, den Aizen Nnoitra genannt hatte, wieder herein. Ihm folgte ein blonder Arrancar mit einem Eimer und einem Wischmopp.
„Gut, da wir jetzt vollständig sind: das hier ist Yukiko La Oscurridad. Sie hat keine Nummer. Das heißt nicht, dass ihr versuchen sollt, euch mit ihr zu messen. Sie ist aus einer Shinigamiseele entstanden und wahrscheinlich macht sie mit jedem von euch einen so kurzen Prozess, wie mit Occiosa“, Aizen sah entspannt in die Runde, während der blonde Arrancar die Blutspritzer vom Tisch wischte.
„Sie ist eine wirklich mächtige Waffe, ich will, dass keiner von euch sie außerhalb dieser vier Wände erwähnt, habt ihr das verstanden?“, seine Stimme nahm einen scharfen Tonfall an, aber auf seinen Lippen blieb das süffisante Lächeln. Auch wenn sie nicht gemeint war, lief ihr ein kalter Schauer den Rücken hinab.
„Verstanden“, antwortete der alte Mann und die anderen folgten seinem Beispiel mehr oder minder willig.
„Gut, dann stellt euch ihr vor“, Aizen lehnte sich zurück.
„Ich bin Barragan, der Segunda Espada“, stellte sich der Arrancar ihr gegenüber mit tiefer Stimme vor und sie nickte ihm leicht zu.
„Nelliel, Tres Espada“, sagte die Grünhaarige leise. Ihre Stimme war hoch und glockenhell, wodurch sie noch unschuldiger wirkte.
Ihr schloss sich der Schwarzhaarige an: „Mein Name ist Dordoni Alessandro Del Socaccio, der Cuatro, merk dir das!“
„Tse“, machte die Frau neben ihm: „Cirucci, Quinto Espada.“
„Ich bin Grimmjow Jaegerjaques, der Sexta“, der blauhaarige Mann starrte sie herausfordernd an und bleckte dabei die Zähne.
„Septima, mein Name ist Gantenbainne“, fuhr der Mann mit dem orangen Afro fort.
Dann war das Ding an der Reihe. Es ließ sich nur zu zwei Worten herab: „Aaroniero, Noveno.“
„Ich bin Yammy“, schloss der Riese ab: „Decima.“
„Und wo ist der Primera?“, sie sah zu Aizen.
Der Shinigami lachte leise und deutete auf den leblosen Körper: „Da war sie.“
„Oh...“, Yukiko schluckte und ihr wurde ihr Fehler bewusst: „Das tut mir sehr leid... ich habe sie nicht für eine Espada gehalten.“
„Wenn du sie so leicht töten konntest hatte sie den Rang sowieso zu Unrecht“, Aizen zuckte leicht mit den Schultern: „Mach dir darüber also keine Gedanken. Du kannst für heute gehen. Zieh dir etwas an, was nicht voller Blutspritzer ist. Ich erwarte dich in einer Stunde.“
„Ja, Meister“, sie erhob sich und ließ ein letztes Mal den Blick über die versammelten Espada schweifen.
Sie wusste jetzt schon: hier würde sie wahrscheinlich keine Freunde finden.
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