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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
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22.12.2019 3.070
 
Kapitel 30: Für immer dein

Sie schlug die Augen auf.
Kaltes Licht aus weißen Deckenlampen fiel auf sie.
Sie kannte diese Räume, sie war schon so oft hier gewesen.
Ihr Körper schien in Flammen zu stehen.
Die Frau versuchte ihre Hände zu heben, aber Kidoufesseln stoppten sie.
„Tut mir leid, eine Sicherheitsmaßnahme“, sagte die Schwarzhaarige.
„Unohana-Taichou“, für einen Moment erschreckte ihre eigene, raue Stimme sie, aber dann fing sie sich.
Die Yonbantai-Taichou lächelte leicht: „Ich habe dich so gut wie ich konnte geheilt, aber du wirst trotzdem Schmerzen haben und dich lange ausruhen müssen.“
Die Arrancar nickte: „Danke.“
„Ich habe dein Reiatsu in Matsumoto gespürt.“
Sie starrte die Taichou an: „Kira-Fukutaichou hat sie geheilt.“
„Mit deinem Reiatsu“, stellte die Frau fest. Das Lächeln auf ihren Lippen war sanft, aber die blauen Augen eiskalt: „Warum hast du Aizen nicht schon früher bekämpft?“
Yukiko brach in Lachen aus, Schmerz durchzuckte sie und Tränen standen in ihren Augen, aber sie konnte nicht aufhören hysterisch zu lachen: „Du hast schon gesehen, was er mit mir gemacht hat, oder?“
Das Lachen ging in Husten über und sie spuckte Blut.
Unohanas Hände drückten sie ins Bett, linderten den Schmerz.
Mit einem Seufzen schloss die Arrancar die Augen.
„Das habe ich. Ich habe auch gesehen, was er mit Ichimaru Gin gemacht hat.“
Mit einem Ruck riss sie die Augen wieder auf: „Er hat es also doch getan?“
„Was getan?“, Unohanas Lächeln erlosch.
„Er hat mir versprochen, dass er derjenige sein wird, der Aizen tötet. Damals, als ich noch Hakuma Miyuki war.“
„Nun“, die Shinigami richtete sich wieder auf, sah kühl auf sie herab: „Er hat es nicht geschafft sein Versprechen einzuhalten.“
„Was? Aizen lebt?“, wieder stoppten sie die Kidoufesseln, brannten an ihren Handgelenken, Panik stieg in ihr auf: „Aizen lebt?“
„Keine Sorge, Aizen ist für immer weg gesperrt. Urahara hat eigens ein Kidou entwickelt, um ihn unschädlich zu machen“, sagte die Frau beruhigend: „Aizen kann niemandem mehr schaden.“
Erleichtert ließ sie sich zurück in die Kissen fallen: „Und Gin?“
„Ichimaru-Taichou ist gestorben bei dem Versuch, Aizen aufzuhalten. Sein Name ist reingewaschen und seine Überreste werden morgen beigesetzt.“
Ein bitteres Lachen drang aus ihrer Kehle: „Sein Name ist reingewaschen? Ein reiner Name war nie sein Ziel. Gin ist also tot...“, Yukikos Augen wurden feucht, ihre Kehle eng, aber sie weigerte sich, für ihn zu weinen. Bitter sagte sie: „Er war ein guter Mann mit der Maske eines Monsters. Er hat hinter der Maske gelebt, aber am Ende hat er sein wahres Gesicht offenbart und ist für die Soul Society gestorben, wie nobel.“
„Ich hatte irgendwie mehr erwartet“, Unohana entließ ein enttäuschtes Schnauben: „Ich hatte gehört, dass ihr damals eine Affäre hattet und das ist alles? Du machst dich über seinen heldenhaften Tod lustig?“
„Ich bin ein Monster, Unohana Taichou, der Tod ist nicht das schlimmste Schicksal. Gin... Gin wusste, dass er auch eine Art Monster war. Er war bereit, ein Monster zu werden, nur um Aizen zu stoppen und er hat versagt. Ich wusste schon lange, dass Gin sich irgendwann gegen Aizen auflehnen würde und ich werde keine Tränen vergießen für jemanden, der sehenden Auges seinen Tod angetreten hat. Gin ist selbstlos gegangen und ich werde sein Opfer in Ehren halten, solange ich lebe, aber ich werde ihm nicht nachweinen. Denn es war umsonst. Sein Leben war umsonst. Aizen lebt noch. Er hatte es mir versprochen... Aizen hat mich zu einem Monster gemacht und er lebt noch immer? Gin hat zugelassen, dass ich das hier werde und dann hat er auch noch versagt... und ich weiß nicht, ob ich ihm das je verzeihen kann. Wahrscheinlich muss ich aber nicht besonders lange darüber nachdenken, nicht wahr, Unohana-Taichou?“
Die Frau schmunzelte: „Du gehst davon aus, dass wir dich hinrichten?“
„Ich würde es an eurer Stelle tun“, stellte die Arrancar fest: „Ihr wisst, was ich bin. Und ich bin eine Gefahr. Ich hätte an dem Tag durch Aizens Hand sterben sollen, genauso wie damals, vor vielen, vielen Jahren.“
„Es ist nicht an dir, dein Schicksal zu entscheiden“, stellte die Yonbantai-Taichou fest.
„Ich weiß“, sie lächelte die Schwarzhaarige an: „Aber ich bin mir sicher, dass der Soutaichou die Notwendigkeit meines Todes sieht.“
„Wie pessimistisch“, Unohana betrachtete sie abwägend: „Willst du so dringend sterben?“
„Ich habe mit meinem Leben abgeschlossen in dem Moment, in dem ich meine Klinge ein zweites Mal gegen Aizen erhoben habe“, antwortete die Arrancar wahrheitsgemäß: „Ich bin bereit zu gehen.“
„Vielleicht änderst du deine Meinung. Es gibt jemanden, der dich dringend sehen will“, die Taichou tätschelte ihre Schulter: „Mach keine Dummheit, du würdest hier nicht lebend wegkommen...“, Unohana blieb für einen Moment stumm: „Und ich werde dir keinen sauberen Tod geben, falls du fliehst“, damit wandte sie sich ab und verließ den Raum.
Die Tür schlug hinter ihr zu und eine leise Stimme erklang: „Miyuki.“
„Tōshirō.“
Er trat an ihr Bett und nahm ihre Hand: „In den nächsten Tagen wird der Soutaichou entscheiden, was mit dir geschehen wird...“
Sie nickte.
„Du hast gekämpft. Sie werden dich am Leben lassen, du hast gegen Aizen gekämpft“, er hörte sich verzweifelt an: „Sie können dich mir nicht wegnehmen.“
„Niemand kann mich dir wegnehmen“, sie verschränkte ihre Finger mit seinen: „Hab keine Angst, Tōshirō.“
„Ich dachte, wir würden sterben“, stellte der Weißhaarige fest.
„Ich auch“, sie lächelte müde: „Aber wir leben. Egal was der Soutaichou entscheiden wird... das Schlimmste haben wir überlebt. Wir haben Aizen überlebt.“
„Versprich mir, mich nie wieder zu verlassen“, er sah sie an und er sah so verzweifelt aus.
„Ich verspreche es, ich werde dich nie wieder verlassen“, antwortete sie, obwohl sie wusste, dass es nicht in ihrer Macht lag, das zu versprechen.
Sollte sie hingerichtet werden... würde das als Bruch zählen?
Er beugte sich über sie und küsste sie sanft, Tränen tropften auf ihre Wangen: „Versprich mir, dass wir bis in alle Ewigkeit zusammen sein werden.“
„Ich verspreche dir, ich bin für immer dein...“, sie wollte ihre Arme heben, um ihn legen, aber die Fesseln hinderten sie und brannten an ihren gepeinigten Handgelenken.
Der Schmerz wurde schlimmer.
Mit seinen Tränen auf ihren Wangen und seiner Stirn an ihrer glitt sie wieder ab in die Bewusstlosigkeit.

Sie starrte auf den Rücken der Yonbantai-Taichou und hinter ihr klingelten die Glöckchen im Haar von Kenpachi.
So gefährlich bin ich also, schoss es ihr durch den Kopf.
Als sie aus der Division hinaus ins Freie traten blinzelte sie kurz gegen das grelle Sonnenlicht an. Dann hob sie den Blick und sah in den blauen Himmel hinauf.
Friedlich schwebten kleine, weiße Wölkchen umher.
„Los“, knurrte der Mann hinter ihr und sie seufzte, ehe sie ihren geschundenen Körper zum Gehen zwang: „Oder willst du mich dazu bringen den Befehl des Soutaichou zu brechen?“
„Du darfst sie nicht bekämpfen“, tadelte Unohana vor ihr: „Zumal sie zu stark verwundet ist, um dir einen befriedigenden Kampf zu geben.“
„Oh doch, es wäre auch jetzt schon ein befriedigender Kampf“, die Glöckchen klingelten und sie warf ihm einen Blick über die Schulter zu: „Falls ich weiterlebe, das schwöre ich dir, werden wir eines Tages kämpfen, Kenpachi, und ich werde dir dein Herz aus der Brust reißen und deinen Kopf von deinen Schultern.“
„Wehe du vergisst dein Versprechen“, er legte seine Hand auf sein Zanpakutou und grinste sie irre an: „Ich kann es kaum erwarten, dich zu töten.“
„Du solltest dir solche Drohungen vielleicht sparen“, warf Unohana ein und Yukiko widersprach: „Er hat Aiko getötet. Also werde ich ihn töten. Auge um Auge, Zahn um Zahn.“
„Keiner von euch erwähnt das vor dem Soutaichou, habe ich mich klar ausgedrückt?“, fragte die Taichou scharf: „Das ist eine Sache zwischen euch, sie muss nicht zu einer Sache der Gotei 13 werden.“
„Einverstanden“, zischte die Arrancar und Kenpachi bestätigte: „Meinetwegen, ich kann ja nicht riskieren, dass der alte Mann sie umbringt, bevor wir kämpfen können.“
Schweigen legte sich über sie.
Der Marsch war lang und beschwerlich- für sie zumindest.
Ihre Wunden waren zwar soweit es ging geheilt worden, aber Aizens Klinge hatte tief geschnitten und brennenden Schmerz hinterlassen.
Die Wachen der 1. Division öffneten das Tor für die kleine Truppe.
Mit hoch gerecktem Kinn schritt sie an den Shinigami vorbei.
Wenn sie sterben sollte, dann immer noch erhobenen Hauptes.
Die erste Halle wurde geöffnet.
Sie spürte die Blicke der Fukutaichou, wie sie ihr folgten.
Die zweite Halle wurde geöffnet.
Der Soutaichou richtete sich auf seinem Thron auf.
Die Flügeltüren schlossen sich hinter ihr mit einem dumpfen Geräusch und für einen Moment legte sich Stille über den Raum.
Unohana nahm ihren Platz als Yonbantai-Taichou ein, Zaraki schubste sie noch unsanft einen Schritt vor, bevor auch er seinen Platz einnahm.
Zehn Augenpaare ruhten auf ihr.
Langsam schritt sie zwischen den beiden Reihen von Taichou hindurch.
Vor Yamamoto sank sie auf ihre Knie und ließ sich im Seiza nieder.
„Hakuma Miyuki“, der alte Mann musterte sie: „Gestorben und wiedergeboren.“
„Gestorben und verdorben“, korrigierte sie.
Für einen Moment schmunzelte der Mann, dann fuhr er fort: „Kyōraku-Taichou will für dich bürgen. Er hat ausgesagt, dich auf dem nördlichen Friedhof getroffen zu haben, einige Tage, bevor es zu eurem Kampf kam. Was sagst du dazu?“
„Ich war dort, das stimmt.“
„Warum?“, stellte der Soutaichou die logische Frage.
Sie zögerte: „Es war eine Strafe von Aizen Souske. Wegen Ungehorsam. Er schickte mich dorthin, damit ich die Gräber alter Kameraden sehen würde.“
„Ungehorsam?“
„Ich habe einen seiner Espada fast getötet.“
Kurz blieb der Soutaichou still, dann setzte er erneut an: „Bei diesem Aufeinandertreffen warst du friedlich, warum wandelte sich das einige Tage später?“
Yukiko sah zu Boden: „Aizen Souske hatte mir befohlen, in die Seireitei einzudringen und den ersten Taichou, dem ich begegne, zu töten.“
„Hitsugaya-Taichou ist noch sehr lebendig“, stellte der Soutaichou fest: „Er traf als Erster ein und sagte aus, dass du ihn nicht bekämpfen wolltest und ihn gebeten hast, einfach wieder zu gehen.“
„Ich bin nicht sonderlich gut darin gewesen, Aizens Befehle auszuführen“, sie hob den Blick wieder.
„Ukitake-Taichou hat ebenfalls in deinem Namen gesprochen und gesagt, dass du bei ihrem Eintreffen den Jūbantai Taichou nicht wirklich bekämpft hast. Er sagt auch, dass du ihn und Kyōraku-Taichou darum gebeten hast, dass sie dich im Kampf schwer verletzten und sich nicht zurücknehmen, damit du unerledigter Dinge nach Hueco Mundo zurückkehren kannst.“
„Selbst Aizen konnte mich nicht dafür bestrafen, den zwei Taichou mit den Zwillings-Zanpakutou zu unterliegen. Was ist schon eine Klinge gegen vier?“, antwortete sie.
„Warum wolltest du verlieren?“, Yamamoto beugte sich vor und sah sie durchdringend an: „Wolltest du sterben?“
„Pff“, machte die Arrancar: „Ob ich sterben wollte? Verdammt nein, der einzige Grund, warum ich Aizen gehorcht habe war schließlich, um nicht zu sterben.  Ich erinnere mich an meinen letzten Tod, es war kein schöner.“
Nun erhob sich der Mann: „Wie bist du damals gestorben?“
„Ich habe Aizen herausgefordert, weil ich von seiner Verwicklung beim Verschwinden der Shinigami wusste“, sie zögerte: „Ich habe offensichtlich verloren.“
„Du bist vor vielen Jahren also im Dienst der Gotei 13 gestorben, im Versuch Aizen Souskes Pläne aufzuhalten, verstehe ich dich richtig?“
Ihr Blick wurde leer: „Es war eine Falle, ich hätte niemals in seine Falle gehen dürfen“, sie sah auf: „Ich habe ihn nur bekämpft, weil er mir gerade genug Gründe dafür gegeben hatte. Er hat mich dazu gebracht. Er hat mit mir gespielt. War es im Dienst der Gotei 13? Nein, es war im Dienst von Souske Aizen, dem Fadenzieher. Ich habe genau das gemacht, was er wollte.“
Yamamoto runzelte die Stirn und sah zu Shunsui herüber, der einwarf: „Aizen hatte eine Art und Weise, mit der er jeden lenken konnte. Wir selbst wären fast zum Werkzeug seiner Machenschaften geworden, und glaubten, dass wir im Dienst der Gotei 13 waren. Die Intention zählt.“
„Dachtest du, du würdest den Gotei 13 dienen, als du gegen ihn in den Kampf gezogen bist?“, der Soutaichou wandte sich wieder an die junge Frau.
„Ja“, sie hob den Kopf: „Das dachte ich.“
„Keiner von uns kann abstreiten, dass du deine aktuellen Verletzungen im Kampf gegen Aizen erlitten hast. Genauso wenig können wir abstreiten, dass du Kira-Fukutaichou dabei geholfen hast Matsumoto-Fukutaichou und Hisagi-Fukutaichou zu heilen, indem du sein Kidou mit deinem Reiatsu verstärkt hast. Also werde ich dir glauben.“
Sie nickte ihm stumm zu.
„Wieso hast du Aizen diesmal angegriffen?“
„Er hat mir befohlen Hitsugaya-Taichou den Todesstoß zu geben“, für einen Moment sah sie zu dem jungen Taichou herüber.
„Hm“, machte der Soutaichou und nahm ihr Kinn, zwang sie dazu, ihn wieder anzusehen: „Warum hast du erst dann gegen ihn gekämpft und nicht schon früher?“
„Wenn Sie wüssten, wie er mich damals zu Tode gefoltert hat würden Sie diese Frage nicht stellen“, sie biss sich auf die Zunge und erwiderte den forschenden Blick: „Ich habe mich nicht widersetzt, als er kam um mich zu holen, ich habe seine Befehle soweit ich es musste ausgeführt, alles nur um seiner Klinge zu entkommen. Er hat mir versprochen, sollte ich mich ihm je widersetzten, dann würde er mich wieder töten, so wie damals, genauso wie damals.“
Kurz blieb der alte Mann stumm, thronte bedrohlich über ihr, dann wandte er sich ab und setzte sich wieder auf seinen Thron: „Angst ist mächtig. Ich verstehe das.“
Stille senkte sich über den Saal, ehe er fortfuhr: „Drei Taichou sagen, dass sie für dich bürgen würden und dir blind vertrauen. Drei Fukutaichou sagen, dass sie für dich bürgen würden und dir blind vertrauen, Und die meisten anderen stimmen zu, dass die Aussagen ein gutes Licht auf dich werfen. Was denkst du, was wir mit dir machen sollten?“
Yukiko runzelte die Stirn: „Wenn ihr klug wärt, dann würdet ihr mich vernichten. Das Wesen, das Aizen aus mir gemacht hat, ist etwas, was es eigentlich nicht geben sollte. Ein Hollow geschaffen aus der Seele eines Shinigami. Eine unheilige Mischung. Stärker gemacht durch den Bruch der Maske, ein Arrancar. Ich bin ein Verstoß gegen die Gesetzte der Natur.“
Sie spürte, wie Tōshirōs Reiatsu kurz entglitt. Er war wütend.
„Bist du denn ein Feind der Soul Society?“
„Ich bin...“, ihre Stirn zog sich in Falten: „Ich bin... frei. Ich bin frei von Aizen. Ich bin kein Feind, ich bin frei.“
„Du kniest in Fesseln vor mir.“
Die Arrancar lachte: „Und doch bin ich frei. Selbst wenn ihr mich hinrichtet ist das nichts, was ich fürchten muss. Ich weiß, was es heißt unter Qualen zu sterben. Ich fürchte eure Gerechtigkeit nicht.“
„Wir werden dich nicht hinrichten“, stellte Yamamoto fest.
Sie wartete darauf, dass er fortfuhr, aber er blieb stumm.
„Was also werdet ihr mit mir machen?“
„Unohana-Taichou, lös ihre Fesseln“, wies der Soutaichou an und die Schwarzhaarige nickte. Die Kidoufesseln lösten sich auf und gaben ihre Handgelenke frei.
„Willkommen zuhause, Hakuma Miyuki.“
Fassungslos sah sie den alten Mann an.
„Die 12. Division wird dich vorerst wieder auf deinem alten Posten übernehmen. Hakuma-Goseki, erheb dich.“
Miyuki stand auf, fühlte sich wacklig, verstand nicht.
„Für deine Genesung hast du eine Woche frei, nächste Woche trittst du deinen Dienst an. Du kannst gehen. Du bist in der Tat frei.“
Sie holte tief Luft, entließ sie wieder, dann sah sie zu Tōshirō, der ihr lächelnd zunickte.
Für einen Moment fühlte sie sich federleicht, dann sah sie wieder zu Yamamoto: „Ich muss eine Bitte stellen.“
Der Soutaichou hob die Augenbrauen.
„Ashido Kano“, es fühlte sich gut an, seinen Namen auszusprechen: „Er ist noch immer da draußen. Er verdient es, endlich nach Hause zu kommen. Er verdient ein wenig Frieden. Aizen ist hinter Gittern, er kann weder ihn noch mich töten, sein Befehl gilt nicht mehr. Lassen Sie mich unseren Soldaten zurückbringen.“
Stirnrunzelnd sah der alte Mann sie an: „Ich erinnere mich dunkel an einen Vermissten. Er ist lange vor deiner Zeit verschwunden... Unohana-Taichou, erinnerst du dich?“
Die Schwarzhaarige nickte: „Ja, unter den Vermissten war auch ein Shinigami aus meiner damaligen Division. Ich glaube es ist viele hundert Jahre her.“
„Würdest du Ashido Kano erkennen?“, fragte der Soutaichou und die Yonbantai-Taichou nickte: „Ich denke schon.“
„Gut, ich gebe dir die Erlaubnis, den Shinigami Ashido Kano zurück nach Seireitei zu holen unter Begleitung von Unohana-Taichou.“
Dankbar neigte sie den Kopf.
„Jetzt“, befahl der Soutaichou scharf und sie sah auf: „Jetzt?“
„Ja, jetzt und hier.“
Unohana trat neben die Goseki die Luft einsog, aber dann nickte sie und öffnete das Garganta.
Die Taichou ging stumm hinter ihr her.
Sie spürte, wie sie mit ihrem eigenen Reiatsu eine zweite Ebene unter ihrer schaffte.
„Ich werde Sie nicht ins Nichts fallen lassen, Unohana-Taichou.“
„Das glaube ich dir, wenn ich den Shinigami sehe“, antwortete die Schwarzhaarige und die Arrancar nickte stumm.
Sie kannte den Weg, wusste, wo sie hinmusste und führte ihre Begleiterin direkt in die Wohnhöhle.
Er lag mit dem Rücken zu ihnen schlafend auf seinem moosbedeckten Steinbett.
„Ashido“, wisperte sie, aber er reagierte nicht.
Langsam kletterte sie auf das Bett, legte ihre Hand auf seine Schulter: „Ashido.“
Klirrend traf das Zanpakutou auf ihren Hals, durchdrang ihr Hierro aber nicht.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte der Shinigami sie an, dann brachte er hervor: „Du lebst.“
„Ich lebe“, sie lächelte und er fing sie mit seinen Armen ein, drückte sie an sich wie ein Schraubstock: „Du bist zurück.“
„Ich bin gekommen, um dich nach Hause zu bringen“, antwortete sie.
„Nach Hause?“, jetzt schien er Unohana zu entdecken denn er riss sich los und wurde kreidebleich: „Kenpachi...“
„Nur noch Unohana-Taichou“, erwiderte die Yonbantai-Taichou mit ihrem kalten Lächeln: „Kano Ashido, was ist mit deiner Einheit passiert.“
Stumm schüttelte er den Kopf und senkte den Blick.
„Willst du dich verabschieden, bevor wir nach Hause gehen?“, fragte Miyuki und der Shinigami nickte.
Fragend sah sie zur Schwarzhaarigen, die erwiderte: „Wir sollten den Toten unseren Respekt zollen.“
Auch ohne Shunpo war der Weg nicht all zu weit.
Schweigend standen sie vor den Gräbern.
„Ich gehe nach Hause“, sagte Ashido plötzlich in die Stille zu seinen gefallenen Kameraden: „Ich gehe endlich nach Hause...“
Miyuki hielt ihm ihre Hand hin und er verschränkte seine Finger mit ihren.
Zu dritt gingen die durch das Garganta und diesmal schuf Retsu keinen zweiten Boden.
Als sie in die Halle des Soutaichou traten blieb Ashido wie angewurzelt stehen.
Sein Blick jagte über die Taichou und blieb dann an Yamamoto hängen, ehe seine Beine nachgaben und er fiel.
Auf seinen Knien sah er zum alten Mann hoch.
„Willkommen zurück, Kano Ashido“, sagte der Soutaichou und nickte ihm zu.
„Ich bin zuhause“, Ashido fing an zu lachen, das Lachen wurde zu schluchzen: „Ich bin wirklich zuhause...“
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