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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
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24.11.2019 1.862
 
Kapitel 28: Tränen und Blut

Sie spürte, wie ihr Herz für einen Moment aussetzte.
Sein Blick durchbohrte sie.
Vorwurfsvoll.
Verschlug ihr den Atem.
„Es scheint, als hätten wir es rechtzeitig geschafft“, der Soutaichou stand hinten, vor ihm die ausgedünnten Truppe aus Taichou und Fukutaichou.
„Rechtzeitig?“, fragte Aizen: „Warum sagst du so etwas? Mir ist bewusst, dass das hier nicht Karakura ist. Jedoch behindert das meine Pläne in keinster Weise. Starrk, Barragan, Hallibel, kommt her.“
Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, als sich hinter ihr die Garganta öffneten und sie das Reiatsu ihrer Kameraden kommen spürte.
„Wenn Karakura in der SoulSociety ist“, führte Aizen unterdessen gelassen aus: „Dann werden wir euch eben hier vernichten und den Royal Key in der SoulSociety herstellen.“
Der Shinigami lächelte selbstzufrieden: „So einfach ist das...bis dahin vertraue ich Las Noches dir an, Ulquiorra.“
Yukiko beobachtete die Truppe, da war Soi Fon und natürlich Ukitake, Kyōraku und... Tōshirō.
Sie sprachen miteinander und plötzlich retteten sich alle hinter den Soutaichou, der mit einer fließenden Bewegung sein Zanpakutou zog: „Banshō issai kaijin to nase, Ryūjin Jakka.“
Und im nächsten Moment stand die Welt in Flammen.
Erschrocken wirbelte sie herum, aber sie waren wie in einer Feuerkugel gefangen.
„Haha, das ist aber heiß, du hast es übertrieben, Soutaichou“, gackerte Gin halb vergnügt, halb vorwurfsvoll: „Was soll´wir tun? So könn`n wir gar nich mitmachen~?“
„Nichts“, stellte Aizen ruhig fest: „Dieser Kampf wird vorbei sein ohne das wir überhaupt werden eingreifen müssen und das war es.“
„Aber was ist mit mir, was soll ich tun?“, fragte die Arrancar leise.
Sanft lächelte ihr Meister sie an: „Keine Sorge, mein Engel, auch du sollst hier nicht kämpfen. Die Gotei 13 sind unter deinem Niveau. Dich brauche ich, um die 0. Division zu besiegen.“
„Die 0. Division?“, wiederholte sie perplex.
„Genau“, er wandte sich ihr gänzlich zu: „Sie besteht aus 5 ehemaligen Taichou, die mit dem SoulKing in einer eigenen Dimension verweilen. Diese 5 sind stärker als all die Taichou der Gotei 13. Starrk und du, ihr werdet je einen von ihnen übernehmen, Tousen, Gin und ich werden die anderen 3 zur Strecke bringen.“
„Ich verstehe“, murmelte sie leise und nickte: „Also, egal was geschieht, hier werde ich nicht kämpfen.“
„Korrekt“, bestätigte ihr Meister.
„Oh“, Gin regte sich.
Genervt fragte Tousen: „Was ist, Ichimaru?“
„Nun“, schnurrte der Silberfuchs: „Ich dacht mir, Izuru is ganz schön aufgebracht~“
„Machst du dir Sorgen um den Untergebenen, den du weggeworfen hast?“, fragte der Dunkelhäutige scharf, aber der Sanbantai-Taichou lächelte nur in sich hinein: „Nicht doch, ich bin nur froh, dass es scheint als würde er sich gut machen.“
Stimmt, schoss es ihr durch den Kopf, ich kann sie fühlen.
Sie ließ sich nieder und schloss die Augen.
„Was tust du?“, fragte Tousen argwöhnisch.
„Sehen, wie du es tust“, erwiderte sie und streckte ihr Reiatsu aus.
Sie spürte die Taichou und Fukutaichou, spürte das auf und ab in ihnen. Es war schwer, sich zu orientieren, die Menge an Reiatsu war beinahe wie Lärm, aus dem man versuchte eine fallende Nadel heraus zu hören. Sie spürte Tōshirō und Matsumoto beieinander, dann getrennt und dann fing Matsumotos Reiatsu an zu schwinden.
Irritiert zog sie die Stirn zusammen.
Das konnte nicht sein.
Starb Rangiku gerade?
Neben ihr wurde auch Hinamoris Reiatsu immer schwächer, dafür waren Kira-Fukutaichou und Hisagi plötzlich bei ihr.
Angestrengt versuchte sie die Situation zu erfassen.
Wie ein Blitz leuchtete ein anderes Reiatsu auf.
Der Soutaichou hatte eingegriffen, realisierte sie.
Dann sollten sie überleben.
Yukiko tastete wieder nach Toshirō, fand ihn bei Hallibel.
Zum Glück, sie war froh, dass Starrk nicht sein Gegner war.
Das Chaos um sie herum tobte, machte das Fühlen schwer und dann kam es.
Der Schrei.
Die Flammen lösten sich auf.
„Was für ein fürchterlicher Gestank, wie immer.“
„Das stimmt.“
„Ich wette, das is, was man den Gestank des Todes nennt~“, frözelte Gin.
„Das ist in Ordnung, der Geruch des Todes passt gut zu dieser Szene“, entgegnete Aizen sanft.
Er machte gerade einen Schritt nach vorn, als sich der Himmel auftat.
„Bleib stehen“, sagte ein blonder Mann: „Lang nicht gesehen, Aizen.“
Yukiko runzelte die Stirn: „Wer sind diese Leute?“
„Das“, setzte Tousen an, aber Gin unterbrach ihn: „Das sind ein paar wirklich nostalgische Gesichter, die sich hier versammelt haben.“
„Vizard“, stellte Yukiko halb fest, halb fragte sie.
Die Truppe begann sich zu streiten, irritiert sah sie die Wesen an, versuchte die Kraft ihres Reiatsu zu messen, umsonst.
Der Blonde, der ihr Anführer zu sein schien, war mit einem Mal weg, sie sah ihm nach und runzelte die Stirn: „Er spricht mit dem Soutaichou…?“
Und so schnell wie er gegangen war, kam er zurück.
Hinter ihnen schrie Wonderweiß.
„Verdammt, er ist ein lautes Kind“, Gin sah über die Schulter zum debilen Arrancar: „Er hat die Spannung ruiniert. Dieser Teil von ihm kann mir echt erspart bleiben.“
„Da ist ein Sinn in den Worten, die Wonderweiß von sich gibt“, warf Tousen ein und ihre Finger zuckten verärgert, er hielt sich wohl wie immer für den Klügsten, denn er ergänzte: „Sei still und sieh zu.“
Sie wandte sich ab, es interessierte sie nicht und sie hatte den Befehl, hier nicht zu kämpfen.
Suchend glitt ihr Blick über den Boden, bis sie Kira wiederfand.
Matsumotos Reiatsu hinter ihm war noch immer schwach.
Yukiko machte sich auf den Weg, ihr Sonido beförderte sie vor ihren alten Fukutaichou.
Er zog Wabisuke, aber seine Hände zitterten.
„Kira-Fukutaichou, erkennst du mich nicht mehr?“, sie schob ihre Kapuze für einen Moment weit genug zurück, dass er ihr Gesicht sehen konnte.
Der Blonde wurde bleich: „Hakuma-san.“
„Rangiku stirbt“, stellte sie fest: „Los, heil sie, ich werde dir von meinem Reiatsu geben.“
Sie ging an ihm vorbei und ließ sich neben der Rothaarigen auf die Knie sinken.
Ihre komplette Seite war herausgerissen, aber seine bisherige Heilung hatte ihren Zustand scheinbar stabilisiert.
„Hakuma“, Izuru war wackelig, ließ sich neben Matsumoto nieder und begann das Kidou: „Wie kann das sein? Was ist… was ist mit dir passiert?“
„Eine lange Geschichte“, sie legte ihre Hände auf seine, ließ ihr Reiatsu in ihn fließen.
Er zuckte zusammen, seine Stimme zitterte „Wann bist du so mächtig geworden?“
Aber Yukiko blieb stumm, sah dabei zu, wie sich das klaffende Loch in Rangikus Körper langsam schloss.
„Hisagi-Fukutaichou als nächstes“, wies sie ihn an, als Rangiku stabil genug schien und wandte sich dem Tätowierten zu.
Stumm folgte der Shinigami ihrer Forderung und begann seinen Freund zu heilen.
Wieder lieh sie ihm ihr Reiatsu.
Shuuhei schlug die Augen auf.
Mit einem Ruck landete Kazeshini an ihrem Hals, aber das Zanpakutou prallte von ihrem Hierro ab.
„Nicht“, Kiras Hand legte sich über seine, zog die Klinge weg von ihr: „Sie hat mir geholfen, Matsumoto und dich zu heilen…“
„Was?“, stammelte der andere Fukutaichou: „Sie ist ein Arrancar, spürst du ihr Reiatsu nicht.
„Sie ist kein Feind“, widersprach Kira: „Hakuma-san war in meiner Division, sie ist eine gute Soldatin.“
„Ich bin sehr wohl ein Feind, Kira-Fukutaichou“, erhob sie ihre Stimme sanft: „Aber ich habe den Befehl, momentan nicht zu kämpfen. Solange Aizen mir nichts anderes aufträgt, kann ich machen was ich will.“
Er starrte sie fassungslos an: „Hakuma-san…“
„Ich gehöre Aizen“, sie seufzte: „Ich habe keine Wahl, ich werde jedem Befehl, den er mir gibt, Folge leisten.“
„Aber solange er keinen gegeben hat…“, stammelte Izuru: „Hilf mir, Hinamori und Iba zu heilen!“
Sie zögerte, sah herüber zu Starrk, der noch immer kämpfte.
Der Primera nahm den Kampf offensichtlich nicht ernst.
Yukiko wusste, dass sie ihm wegen ihres Befehls nicht helfen konnte, nickte, wollte gerade antworten, als Shunsui seinen Haori warf.
„Schwarz.“
Ihr Atem stockte, sie kannte die Spiele von Katen Kyoukotsu.
„Nein… Starrk…“
Der tödliche Tanz war vorbei.
Der Kampf war entschieden.
„Starrk!“, für einen Moment verlor sie die Kontrolle über ihr Reiatsu und bevor sie realisierte, was sie da tat, war sie schon losgerannt, ließ ihren alten Fukutaichou zurück.
Der Körper des Primera fiel in einem Wirbel aus Blut, aber sie konnte ihn im letzten Moment auffangen: „Starrk!“
„Yukiko“, seine Stimme war rau, der Schnitt war so tief, dass er fast bis auf die andere Seite hindurch ging. Panisch drückte sie seinen auseinanderklaffenden Körper zusammen, vereiste ihn: „Das wird wieder, das wird wieder“, sie hörte die Panik in ihrer Stimme.
„Yukiko.“
Sie sah auf, sah ihn an, spürte, wie sich Tränen in ihren Augen sammelten.
„Wirst du mich vermissen?“
„Du wirst nicht sterben“, schluchzte sie, flehte: „Bitte, Starrk, stirb nicht!“
„Sh“, der Primera lächelte mild und zog ihr die Kapuze vom Kopf, um sie ansehen zu können.
Seine warme Hand legte sich auf ihre Wange: „Es ist in Ordnung. Weine nicht, es ist alles in Ordnung.“
„Starrk!“, sein Blut sickerte brennend heiß durch ihre Kleidung und unter ihrer Hand wurde sein Herzschlag immer langsamer, schwächer.
„Wirst du mich vermissen?“, wiederholte er seine Frage.
„Ja, natürlich werde ich dich vermissen!“, schrie sie ihn beinahe schon an. Kraftlos zog seine Hand an ihrer Wange, der Primera forderte: „Dann gib mir einen Abschiedskuss und sing ein letztes Mal für mich.“
Sie beugte sich vor, über ihn.
Ihre Lippen berührten sich federleicht.
Die Blauhaarige lehnte ihre Stirn gegen seine und sah ihn an.
Er lächelte, seine stahlblauen Augen erwiderten ihren Blick mit einer Gelassenheit, die fehl am Platze schien. Er sah ruhig aus, friedlich… erlöst.
Das einzige Lied, was ihr einfiel, war ein altes Wiegenlied.
„Abends, wenn ich schlafen geh“, ihre Stimme zitterte: „Vierzehn Engel um mich steh´n.“
Starrk schloss die Augen.
„Zwei zu meinem Häupten“, kraftlos sank seine Hand auf ihre, legte sich wie eine brennend heiße Bleidecke über sie: „Zwei zu meinen Füßen“, sein Atem wurde ruhig und immer flacher: „Zwei zu meiner Rechten, zwei zu meiner Linken…“, und sein Herzschlag wurde schwächer und schwächer: „Zweie die mich decken, zweie die mich wecken“, und ihre Tränen tropften auf seine Wangen, liefen träge in sein Haar: „Zweie die mich weisen zum Himmelsparadeisen…“
Da war nichts mehr, kein Puls, kein Atem.
Seine Hand rutschte von ihrer, fiel in den Dreck.
„Starrk“, aber da kam keine Antwort.
Schluchzend drückte sie den schlaffen Körper an sich.
„Er ist gegangen“, Shunsuis Stimme war leise: „Es tut mir leid, Miyuki…“
Die Arrancar sah auf: „Es ist nicht deine Schuld“, widerwillig legte sie Coyotes Körper in die Trümmer: „Keiner von uns hat sich diesen Kampf ausgesucht“, für einen Moment betrachtete sie den geschundenen Leib. Er sah friedlich aus, noch immer mit dem leichten Lächeln auf den Lippen. Sie sah über ihre Schulter zu Aizen: „Es ist seine Schuld. Das alles ist seine Schuld.“
„Wenn er dir befiehlt zu kämpfen…“, Kyōraku zögerte, dann sprach er es aus: „Dann werde ich nicht zögern, dich auch zu töten.“
Der brennende Schmerz in ihrer Brust pochte wie eine frische Wunde.
Starrk war tot.
Tōshirō bald auch.
Wofür sollte sie noch kämpfen?
Mit stumpfen Augen sah sie ihren alten Kameraden an: „Ich erwarte nichts anderes von dir, Kyōraku-Taichou. Heute ist der Tag, an dem ich sterbe. Durch wessen Klinge? Es ist mir gleich...“, antwortete sie matt und erhob sich, wischte ihre blutverschmierten Hände an ihrem Umhang ab und verhüllte ihr Gesicht auf ein Neues: „Versprich mir, dass ihr nicht sterben werdet.“
„So etwas kann ich nicht versprechen“, dann war er weg.
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