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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
8
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1 Review
 
27.10.2019 1.122
 
Kapitel 26: Unter deinem Himmel

Sie hasste diesen Ort.
Mehr als jeden anderen auf der Welt.
Es war ihr Mahnmal.
Die Verewigung ihrer Taten.
Das Zeugnis vom Blut an ihren Händen.
Der Beweis, dass sie ein Monster war.
Yukiko sah den Stein an.
„Aiko, was würdest du tun?“, fragte sie den grasbewachsenen Boden und schloss die Augen, versuchte sich ihre Freundin vorzustellen, sich zu erinnern.
Braune Augen sahen sie aus einem grauen Nebel an.
„Du würdest das Richtige tun, auch wenn es dein Tod wäre, du würdest sagen „Warum fragst du das überhaupt?!“ und du hast Recht, es ist eine Frage, die eigentlich nicht mal in meinen Gedanken aufkommen sollte. Für dich gäbe es keine Ausrede, Aizen zu dienen.“
Sie seufzte und öffnete die Augen wieder, musterte das Grab: „Meine Angst vor dem Tod... ist unberechtigt. Das wissen wir beide. Egal wie schrecklich es wird, wenn ich als Lebende wiedergeboren werde, wird es vergangen und vergessen sein.“
Ihre Augen glitten über die Schriftzeichen: „Aber eine Sache verspreche ich dir, wenn ich die Gelegenheit bekomme räche ich dich. Ich werde ihn töten, dieses Ding, dass sich Taichou nennt, das sich Kenpachi schimpft. Ich werde ihn töten und dich und all die anderen Shinigami, die er auf dem Gewissen hat rächen. Sein Blut wird an meinen Händen kleben und ich werde wissen, dass du Gerechtigkeit erfahren hast, auch wenn du es niemals wissen wirst.“
Die Arrancar wandte sich ab und ging an ihrem eigenen Grab vorbei.
Es war leer.
Keine Opfergaben, keine Räucherstäbchen und keine Blumen.
Denn Tōshirō wusste, dass sie lebte...
Das nächste was das Grab von Rin.
„Rin, was würdest du in meiner Situation tun?“, fragte sie den Stein.
Bei ihr war es schwerer.
Rin würde...
„Du würdest Aizen dienen und gehorchen... du hättest zu viel Angst vor den Konsequenzen, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Tod. Du würdest ihn Meister nennen und würdest die Schuld für die Situation auf jeden anderen, der dir einfällt schieben... du würdest verstehen. Aber du würdest mich trotzdem hassen, wenn du noch leben würdest.“
Ihre Beine trugen sie zu Lilei.
Sie hielt nur kurz inne: „Dir wäre es egal, Hauptsache ich sterbe. Denn du denkst, ich verdiene den Tod. Den schmerzhaftesten Tod, der möglich ist. Ich kann es dir nicht verübeln...“
Und sie kam zum letzten Grab, zum Grab von Shira.
Ihr Gesicht konnte sie noch immer sehen.
Zart und edel, mit stechenden, blauen Augen umrahmt von schwarzem, glänzenden Haar.
„Shira...“, sie schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen: „Oh, Shira, unser Taichou ist keiner von den Bösen, wir beide wissen es, wir wissen es. Er wird gegen Aizen kämpfen, er wird verhindern, dass er Soul King wird, oder? Ja, bestimmt. Wir haben gesehen, was Ichimaru tun kann. Was unser Taichou tun kann. Aber ich habe auch gesehen, was Aizen tun kann. Denkst du, er wird es schaffen? Denkst du Ichimaru wird Aizen besiegen und töten? Ich hoffe es so sehr, ich wünsche es mir so sehr. Unser Taichou, ich bete, dass er Frieden bringen wird. Wenn er... wenn er Aizen angreift, dann werde ich ihm zur Seite stehen, als seine Nanaseki. So wie es sein sollte. Ein Offizier an der Seite seines Taichou. Das ist das Richtige, oder? Und wenn ich sterbe... dann ist es eben so. Aber wenn er ihn nicht bekämpft, dann werde ich es auch nicht tun. Ich weiß, wie der Kampf enden würde, wenn ich ihn alleine führe. Ich kann das nicht noch einmal tun. Das verstehst du, oder?“
Kurz lauschte sie der Stille.
„Ja, du würdest es verstehen...“
Sie seufzte.
„Ich werde Aizen dienen.“
Ihr Körper fühlte sich an wie Blei.
„Bis Ichimaru-Taichou ihn stürzt.“

„Yukiko, du bist zurück.“
„Starrk“, sie seufzte, schloss die Tür hinter sich.
„Hast du dich entschieden?“
„Ja...“
In der Dunkelheit glühten seine Augen wie die eines Raubtiers.
Seine Gestalt lag komplett im Schatten hinter ihrem Schreibtisch.
Schemenhaft konnte sie seine Umrisse ausmachen.
„Und?“
Ein bitteres Lachen entfloh ihrer Kehle: „Du hast Recht.“
Der Primera erhob sich, trat aus dem Schatten heraus.
Willig ging sie in seine offenen Arme, die sie einfingen, wie Fesseln: „Dann gehört uns die Ewigkeit.“
Für einen Moment lauschte sie seinem Herzschlag, dann widersprach sie: „Die Ewigkeit gehört Aizen.“
„Wir als seine Diener werden sie mit ihm teilen“, Starrks Finger glitten durch ihr Haar.
„Aber sie wird nicht uns gehören.“
Er zog an ihrem Haar, zwang sie, den Kopf in den Nacken zu legen, ihn anzusehen: „Egal ob sie uns gehört oder nicht, wir werden zusammen die Ewigkeit erleben.“
Yukiko lächelte: „Das werden wir, Starrk.“
„Wirst du zu mir gehören?“, fragte er: „Für immer?“
„Das kann ich dir nicht sagen“, flüsterte die Arrancar.
Der Espada runzelte die Stirn: „Warum nicht?“
„Ich liebe dich nicht“, antwortete sie.
„Ich brauche keine Liebe von dir, ich liebe dich genauso wenig wie du mich“, Starrk beugte sich über sie: „Das hier ist nur ein Spiel...“
„Und ich werde mitspielen... bis ich nicht mehr kann oder will.“
„Spiele können eines Tages Realität werden“, versprach er ihr leise: „Und du wirst deinen Shinigami-Freund vergessen. Der Schmerz kommt und der Schmerz geht, die Zeit heilt alle Wunden.“
„Morgen sieht die Welt anders aus“, antwortete sie zögernd.
„Heute Nacht kann der Anfang unserer Ewigkeit sein, oder die letzte Nacht unserer Existenz“, flüsterte Starrk in ihr Ohr.
Morgen würde Tōshirō sterben.
Der Gedanke allein versetzte ihrem Herzen einen Stich.
Sie hatte die Schmerzen des Todes gekannt und doch war dieser Schmerz schlimmer.
In ihren Augen sammelten sich Tränen. Resigniert schloss sie die Lider. Starrks Hände hielten sie eisern gefangen.
„Yukiko...“
„Starrk, ich habe solche Angst vor morgen...“, wisperte sie gegen seine glühende Haut. Seine starken Arme hielten sie: „Das musst du nicht.“
„Wir wissen nicht, was Aizen machen will, sobald er erst mal Gott ist“, widersprach die ehemalige Shinigami matt.
„Er wird uns nicht vernichten“, Starrk hörte sich sicher an, sanft fuhren seine Hände über ihren Rücken.
„Dein Wort in Gottes Ohren“, gluckste sie und der Primera seufzte: „Yukiko, vertrau mir.“
„Das tue ich“, sie hob den Blick: „Starrk, das tue ich. Aber ihm kann ich nicht vertrauen.“
Er lächelte mild und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht: „Das verstehe ich. Sag mir, was willst du in dieser letzten Nacht machen? Wie kann ich dich von morgen ablenken?“
Yukiko erwiderte sein Lächeln: „Halt mich einfach nur fest und sag mir, dass alles gut werden wird.“
Der Arrancar zog sie enger an sich und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn: „Es wird alles gut werden, Yukiko. Ab morgen können wir weiterspielen, für immer Vater-Mutter-Kind. Wir werden glücklich sein, du und ich und Lilynette. Es wird alles gut werden.“
Ich würde dir so gerne glauben, dachte sie sich im Stillen.
Vielleicht würde Tōshirō überleben?
Wahrscheinlich nicht.
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