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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
8
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06.10.2019 1.747
 
Kapitel 24: Zum lieben zu schwach

„Deine Ehre ist mir egal.“
Stille legte sich bleiern über sie.
Ihre Hände zitterten, obwohl sie sie zu Fäusten ballte.
Der Wind wehte durch ihr Haar, jagte ihr einen Schauer über den Rücken.
„Verlass mich nie wieder, nicht so, bitte, Miyuki, wie konntest du?“, sein schmaler Körper bebte: „Deine Ehre ist egal, was zählt ist dein Leben!“
„Tōshirō“, sie schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen: „Ich, Ehre ist was uns von der 11. unterscheidet! Ehre ist das, was uns zivilisiert macht, Ehre war alles, was ich hatte.“
„Alles was du hattest?“, spuckte er regelrecht aus.
Sie wich seinem Blick aus, fuhr sich durchs Haar: „Tōshirō, bitte, du musst verstehen, ich musste etwas tun!“
„Sterben ist nicht etwas tun!“, brauste er auf und überbrückte die Distanz zwischen ihnen. Seine Hand schnellte vor, packte sie am Kinn, zwang sie, ihn anzusehen: „Du bist mit offenen Augen in den Tod gegangen. Was hat es dir gebracht?“
„Leid.“
Ihre Augen waren glasig.
„Es hat uns allen Leid gebracht.“
Seine Augen wurden feucht.
„Es tut mir so leid... es tut mir so leid...“, ihr Körper fühlte sich schwach und schwer an, wie Blei.
„Verlass mich nie wieder“, forderte er erneut.
„Tōshirō...“
„Was fürchtest du so sehr, dass du nicht bei mir bleiben kannst?“
„Den Tod“, hauchte die Arrancar und für eine Weile blieb er still, sah sie einfach nur an, dann fragte er leise: „Was hat er nur mit dir gemacht?“
Sie erwiderte seinen Blick: „Willst du das wirklich wissen?“
„Ich weiß es nicht...“, sein Blick glitt an ihr herab, zu der Masse in ihrer Brust, seine Hand legte sich federleicht darüber: „Ich glaube, ich muss es wissen, muss verstehen. Ich brauche Antworten, Miyuki, Antworten auf all die Fragen, die ich seit so vielen Jahren mit mir herumtrage. Antworten, die du mir genommen, mir gestohlen hast. 15 Jahre, Miyuki. Denkst du nicht, dass du mir die Wahrheit schuldest?“
„Was willst du wissen?“
„Alles.“
Sein Blick war fest und fordernd.
„Es war eine Falle, Tōshirō, er hat mich getötet... weil es Gin verletzten würde.“
Für einen Moment entgleiste das Reiatsu des Taichou und peitschte ihr ins Gesicht: „Was?“
„Ihm gefiel es nicht, dass Gin sich mit mir beschäftigte, also musste ich weg. Er hat mich in die Falle gelockt, er hat dafür gesorgt, dass ich Dinge über ihn herausfinde, die zu einer Konfrontation führen würden. Aizen hat jeden Knochen in meinem Körper gebrochen, er hat mich aufgeschlitzt, 1000 mal. 1000 Schnitte. Kannst du dir das vorstellen? Die Schmerzen, die Qualen von 1000 Schnitten? Er hat mich gebrochen, systematisch. Dann hat er mich verbrannt. Ich habe davor keine Schmerzen gekannt, keine echte Angst. Er hat mir Schmerz gezeigt, er hat mich Angst gelehrt. Aber er war noch nicht fertig mit meiner Seele... ich weiß nicht wie, ich will es gar nicht wissen, aber er hat mich zum Hollow gemacht und als Hollow habe ich Blut, so viel Blut an meinen Händen. Ich bin ein Monster. Ich bin ein Mörder.“
„Du bist kein Monster!“, fiel er ihr ins Wort: „Hörst du, du bist kein Monster und auch kein Mörder!“
„Ich habe sie getötet, Tōshirō“, ihre Stimme zitterte: „Ich bin ein Monster.“
„Sie?“, verwirrt starrte er die Arrancar an.
„Lilei... Rin... sogar Shirayukihime. Ich habe sie getötet, ich habe meine Freundinnen ermordet, habe sie zerfetzt, wie ein wildes Tier, eine Bestie... wie ein Monster.“
Für einen Moment blieb er still, dann fragte er fassungslos: „Was?“
„Ich habe dir gesagt, ich bin ein Monster“, die Blauhaarige riss sich von ihm los: „Wenn du etwas Gutes tun willst, wenn du das Richtige tun willst, dann töte mich hier und jetzt, bevor Aizen es tut. Denn er wird es langsam und qualvoll machen“, sie ließ sich auf die Knie fallen und strich ihr Haar aus dem Nacken: „Tu es... beende es hier und jetzt.“
„Nein, niemals, Miyuki!“, er kniete sich vor sie: „Sieh mich an... du kannst nichts für das, was passiert ist. Als Hollow konntest du dich nicht kontrollieren. Du bist kein Mörder und kein Monster, sieh mich an!“
Widerwillig hob sie den Blick.
„Du bist kein Monster.“
Sie öffnete den Mund, wollte widersprechen, aber kein Laut drang über ihre Lippen.
Stattdessen wurden ihre Augen feucht, ihre Kehle schnürte sich zu und ein undefiniertes Schluchzen erschütterte ihren Körper.
„Miyuki, du bist kein Monster“, der Taichou schlang seine Arme um sie, zog ihren schlaffen, zitternden Körper an seinen: „Du bist kein Monster...“
Und alles was sie tun konnte, war weinen.
Irgendwann kamen keine Tränen mehr.
Er hielt sie einfach fest.
Es hatte etwas beruhigendes.
„Wusste Gin es?“
Sie zuckte zusammen, sah auf: „Nein.“
Kurz nickte Tōshirō: „Wann hat er es erfahren?“
„Als Aizen, Tousen und er die Soul Society endgültig hinter sich gelassen haben...“, sie lachte bitter: „Keine Sorge, er hasst mich, er hasst, was ich bin.“
Der Junge blieb still, sah sie nachdenklich an: „Er hasst dich? Ich denke nicht, dass er dich wirklich hassen kann. Jeden zweiten Tag... jeden zweiten Tag war er an deinem Grab, jeden zweiten Tag...so wie ich.“
„Mein Grab war sein Mahnmal...“, stellte sie fest.
Sie wusste nicht, wie sie sich fühlen sollte, nach all dem was zwischen ihnen passiert war. Der Sanbantai Taichou hatte Hakuma Miyuki geliebt, aber da war nicht mehr das Mädchen, dass an das Gute glaubte in ihr. Sie war nicht mehr Hakuma Miyuki, sie war Yukiko. Und so sehr sie auch zurück wollte, zu besseren, einfacheren Zeiten, sie wusste, es gab kein Zurück. Er war an ihrem Grab, denn die Frau, die er geliebt hatte, war tot.
Und bald würde auch Yukiko sterben.
„Er wird mich töten...“, sie wandte den Blick ab: „Wenn Aizen es nicht selbst macht, wird Tousen es tun oder... oder eben Ichimaru.“
„Nein“, eindringlich sah er sie an: „Niemand wird dir auch nur ein Haar krümmen, bleib bei mir, ich beschütze dich!“
„Du kannst mich nicht beschützen, das kann niemand“, die Arrancar lächelte traurig: „Du musst mich loslassen. Denn ich kann nicht bei dir bleiben.“
„Sag sowas nicht, sag das nicht, Miyuki, du musst bei mir bleiben!“, verzweifelt schüttelte er sie: „Verlass mich nicht schon wieder!“
„Meine Seele wird wiederkommen, reingewaschen, du musst nur auf mich warten und es wird werden, wie es einmal war. Du kannst mich lehren, und groß ziehen und ich werde ein Kind sein, ohne Schuld, ohne Reue, ohne diesen Hass, der in mir brennt.“
„Ich kann nicht wieder warten, ich habe so lange auf dich gewartet, habe gewartet und gehofft! Ich habe dich gerade erst wiedergefunden, tu mir das nicht an!“, flehte der Shinigami und seine Finger bohrten sich in ihre Schultern.
Die junge Frau seufzte: „Denkst du Aizen macht leere Drohungen?“
„Warum fragst du das?“
Für einen Moment starrte sie ihn einfach nur an, wägte ab, ob sie antworten sollte, dann überwand sie sich: „Wenn ich nicht zu Aizen zurück kehre wird er erst Ashido töten, dann wird er mich aufspüren und vernichten. Das hat er mir versprochen, geschworen.“
„Er wird keine Zeit damit verschwenden“, sagte Tōshirō bestimmt und schüttelte energisch den Kopf: „Also mach dir darum keine Sorgen! Bleib einfach bei mir! Urahara kann bestimmt etwas finden, womit er dein Reiatsu verschleiern kann!“
„Urahara...Urahara“, sie runzelte die Stirn, erinnerte sich dunkel an den Namen: „Ehemaliger Taichou der 12. Division?“
„Ja, er kann dir sicherlich helfen! Er kriegt alles hin!“, hoffnungsvoll sah er sie an: „Bitte sag ja.“
Sie zögerte, unsicher, konnte man Urahara Kisuke vertrauen?
„Sag ja...“, wiederholte Tōshirō, beugte sich vor, hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen: „Sag ja...“
„Ich weiß nicht... kann er wirklich... denkst du...?“
Wieder küsste er sie: „Vertrau mir, er kriegt das hin!“
In dem Moment kam etwas angeschossen.
Ihre Hand schnellte vor, zerschnitt das Geschoss und sie fixierte den Angreifer.
„Tze, ein Mensch“, sie setzte sich in Bewegung, griff nach Hakuouki.
„Karin?“, der Taichou hinter ihr setzte sich ebenfalls in Bewegung.
„Das also machst du mit dem Feind, Tōshirō“, die Schwarzhaarige stemmte die Hände in die Hüfte.
„Du kennst sie“, Yukiko zögerte für einen Moment, aber dann zog sie Hakuouki: „Wunderbar, du kannst sie direkt in die Soul Society schicken...“
„Warte, was?“
Sie ging ins Sonido über, aber er sprang ihr in den Weg.
Klirrend trafen Vendetta und Hyōrinmaru aufeinander.
„Miyuki, was zur Hölle tust du da?“, wütend stieß er sie zurück.
Immer noch auf den Mensch fixiert begann sie die beiden zu umkreisen: „Es ist nur ein Mensch, ich will lediglich den Aufstieg in die Soul Society ein wenig... beschleunigen.“
Sie ließ die eisig durchscheinende Klinge von ihrem Zanpakutou durch die Luft zischen: „Lass es mich tun...“
„Nein! Was zur Hölle ist los mit dir? Wie kommst du darauf, dass das ok wäre?“, er schubste das Mädchen hinter sich, das inzwischen verunsichert wirkte.
„Sie hat uns gesehen, also muss sie sterben, so einfach ist das“, zischte die Arrancar: „Geh mir aus dem Weg, ich werde es kurz und schmerzlos machen.“
„Nein“, er richtete Hyōrinmaru auf sie: „Du wirst ihr nichts tun.“
Yukiko blieb stehen: „Sie kann uns beiden gefährlich werden, siehst du das nicht?“
„Sie wird nichts sagen“, seine Stimme zitterte.
„Ich will nicht mit dir kämpfen, Tōshirō, aber du musst einsehen, dass sie nicht weiterleben kann“, sie ließ Vendetta sinken: „Vertraust du ihr wirklich? Bist du 100% sicher, dass sie niemandem etwas sagen wird.“
Kurz sah er das Mädchen an, das panisch nickte: „Ich sag gar nichts!“
Dann sah er die Arrancar wieder an: „Du hast es gehört. Steck Hakuouki weg.“
Die Blauhaarige zögerte, dann ergab sie sich mit einem Seufzen: „Wenn Aizen hiervon erfährt bin ich tot. Und dann ist dein weiches Herz daran schuld.“
„Du wärst früher nie auch nur auf die Idee gekommen, eine Unschuldige zu töten“, warf er ihr vor und Yukiko schnaubte: „Ich habe dir doch gesagt, Miyuki ist tot, ich bin Yukiko und ich bin ein Monster.“
Damit wandte sie sich ab.
„Warte, du kannst mich nicht einfach so hier stehen lassen!“, er eilte an ihre Seite, während sie das Garganta öffnete.
„Ich kann... und ich werde“, sie sah ihn ein letztes Mal an: „Ich habe dir gesagt, es gibt kein Zurück. Ich bin ein Monster, und das kann keiner von uns ändern...“
Er griff nach ihrer Hand legte sie an seine Brust.
Sein Herz pochte unter ihren Fingern: „Tu mir das nicht an, Miyuki, brich mir nicht das Herz...“, forderte er leise.
Yukiko zögerte, dann entzog sie ihre Hand: „Du musst loslassen, Miyuki ist tot.“
Die Schwärze des Garganta empfing sie.
Sie fragte sich, was sie in Las Noches erwarten würde.
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