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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
8
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.06.2019 1.357
 
So das nächste Kapitel und die Auflösung, wer sie da gerufen hat, ich hoffe sehr, dass es euch gefallen wird!

LG
Kuraiko
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Kapitel 15: Vater der Verräterin

Ihre zitternden Hände stützten sie am Grabstein ab, sie schrie, konnte nicht damit aufhören, ihr Körper krampfte sich zusammen.
„Miyuki-chan...“
Und ihre Knie gaben nach, sie sank vor dem kalten Stein in das feuchte Gras, ihre Wange gegen die raue Oberfläche gepresst schrie und schluchzte sie.
„Miyuki-chan...“, jemand packte sie, aber ihre Tränen machten sie blind, ihre zitternden Hände waren nicht in der Lage, Vendetta zu ziehen. Kraftlos schlug sie nach demjenigen, versuchte sich weg zu drücken, aber die Arme fingen sie ein, zogen sie unerbittlich an den breiten, großen Leib: „Shhh, schon gut, Miyuki-chan.“
Langsam dämmerte ihr, wer hinter der Stimme steckte, ihre Hände krallten sich in die schwere Seide des Kimonos: „Kyōraku?“
„Wo warst du nur all die Jahre?“, fragte der Taichou und wiegte sie sanft: „Shh, es wird alles gut, Miyuki-chan...“
„Rin und Lilei und Shira“, ihr Reiatsu wirbelte wie ein eisiger Wind um sie herum: „Was ist passiert?“
„Ihre Seelen sind nicht verloren, das weißt du“, der Adlige drückte sie an sich, hielt sie fest: „Wein ruhig, weine solange du willst...“
„Das ist so ungerecht!“, schluchzte sie an seiner Brust und vergrub sich in seiner Uniform.
„Ich weiß...“
„Ich sollte hier liegen!“, brachte sie erstickt heraus und er runzelte die Stirn: „Nein, nein, Miyuki-chan, das solltest du nicht. Sag mir, was ist mit dir geschehen? Wie bist du... wie bist du das hier geworden?“
„Aizen“, die Arrancar klammerte sich an ihm fest, wie eine Ertrinkende.
Shunsui blieb still.
„Er hat mich damals getötet.“
Und der Kommandant schwieg.
„Er hat mich irgendwie in einen Hollow verwandelt...“
Sein Herzschlag blieb ruhig, sein Atem seicht.
„Er hat mich zu einem Arrancar gemacht...“
Der Brünette seufzte: „Miyuki-chan, meine arme, kleine Miyuki-chan. Warum kommst du erst jetzt zurück?“
„Aizens Befehl...“, sie spürte, wie eine neue Welle des Schmerzes ihren Körper überflutete, eine zweite Woge Tränen in ihren Augen aufwallte: „Er wollte, dass ich die Gräber sehe, das war die Strafe. Wieso sind sie tot? Wieso sind sie alle tot? Was ist nur geschehen?“
„Shhh“, sanft tätschelte der Taichou ihren Rücken: „Shhhh, jetzt ist alles gut, du bist jetzt bei mir, du bist in Sicherheit.“
„Nein“, schluchzte sie: „Niemand ist in Sicherheit, die Welt ist voller Monster und sie haben Rin und Lilei und Shira geholt und das Schlimmste aller Monster hat mich geholt. Ich muss zurück, ich muss zurück nach Hueco Mundo!“
„Aber wieso denn?“, seine Arme zogen sie noch fester an seinen Körper: „Wieso solltest du dorthin zurückkehren?“
„Er tötet sonst einen Shinigami!“, brachte sie zitternd heraus: „Er tötet sonst einen Freund.“
„Droht er dir immer?“, fragte Kyōraku leise und sie nickte an seiner Brust: „Immer wieder..., wenn ich einem Befehl nicht befolge, wird er Ashido töten. Wenn ich einen weiteren Befehl missachte, dann wird er mich zu Tode foltern, so wie damals...“
„Das lasse ich nicht zu“, versprach der Taichou, aber sie schüttelte heftig den Kopf: „Du kannst es nicht verhindern, niemand kann mich vor Aizen beschützten. Niemand kann irgendjemanden vor Aizen beschützen...“
„Miyuki-chan...“
„Ihr müsst euch wappnen, er wird so viel schneller kommen als ihr denkt. Ihr müsst euch wappnen für den Kampf, sonst werdet ihr kläglich untergehen. Er ist so mächtig, er ist so mächtig, Kyōraku-Taichou, wir sind wie Kinder im Vergleich zu ihm. Kleine, schwache, machtlose Kinder. Er ist so mächtig, nichts unter dem Himmel kann ihm trotzen.“
Shunsui blieb still, hielt sie fest.
Er roch wie immer nach Alkohol.
„Ukitake?“, fragte sie matt.
„Es geht ihm gut“, beruhigend tätschelte er ihren Rücken.
„Matsumoto?“
„Ihr geht es… nun ja, sie lebt, sie ist gesund, aber Gins Verrat hat sie sehr mitgenommen“, antwortete er zögerlich.
„…Tōshirō?“
„Er ist jetzt der Taichou der 10. Division.“, er strich ihr Haar weg und sah sie an: „Er vermisst dich sehr… warum, warum bist du in all den Jahren nie zu ihm gegangen?“
„Für einen guten Teil der Zeit konnte ich mich an nichts erinnern…“, antwortete sie: „Wie schlimm ist es?“
„Du hast dein Grab gesehen, oder nicht? Er sitzt alle zwei Tage davor… er redet mit dem Grabstein, erzählt alles, was er in den letzten Tagen erlebt hat. Er bittet dich jedes Mal, dass du zu ihm zurückkehrst.“
„Ich wünschte das könnte ich“, antwortete sie müde.
„Er braucht dich, er braucht deine Vergebung. Ihr seid im Streit auseinander gegangen, ich glaube, dass er sich das bis heute nicht verziehen hat. Ich glaube, deswegen kann er dich nicht loslassen, deswegen besucht er dein Grab seit fünfzehn Jahren…“
Sie wich seinem Blick aus: „Ich kann nicht zurückkommen. Ich darf es nicht und ich sollte nicht… nicht das hier sein. Ich sollte in diesem Grab liegen.“
„Sag das nicht, Miyuki-chan“, Shunsui wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht: „Besuch ihn, versuch es zumindest. Du würdest ihn damit so glücklich machen.“
„Ich würde ihm falsche Hoffnung machen“, erwiderte sie abweisend: „Ich gehöre Aizen.“
„Du gehörst niemandem“, korrigierte der Taichou, aber sie schüttelte heftig den Kopf: „Ich gehöre Aizen. Er baut sich eine Armee aus Arrancar auf und ich bin nur eine von vielen. Aber er ist sehr eigen, was seinen Besitz angeht. Auch einer unter vielen darf nicht fehlen.“
„Eine von wie vielen?“, hakte er sofort nach, aber sie schüttelte entsetzt den Kopf: „Wenn ich dir genaueres sage wird er es herausfinden und mich töten, nein, bitte, bitte frag nicht weiter!“
Kyōraku nickte und seufzte: „Natürlich…“
„Ihr müsst gewinnen“, bat sie und lehnte ihren Kopf wieder gegen seine Brust.
„Wir geben unser Bestes“, er lachte leise: „Und wenn wir gewonnen haben, dann bist du frei, dann kehrst du zu uns zurück, ja, Miyuki-chan?“
„Ja“, sie nickte leicht, auch wenn ihr klar war, dass es niemals dazu kommen würde.
Sie fragte sich, ob Aizen alle Taichou umbringen würde.
Könnte sie das mit ansehen?
Könnte sie das ertragen?
„Ich sollte gehen“, setzte sie an, aber er brachte sie zum Schweigen: „Shhh, du solltest noch einen Moment bei mir bleiben. Du solltest um deine Freundinnen weinen, du solltest dich mir anvertrauen. Und wenn du dich wieder gefasst hast, dann kannst du gehen.“
„Ich kann nicht.“
„Was kannst du nicht?“
„Mich dir anvertrauen.“
Der Taichou schwieg für eine Weile, dann stellte er fest: „Das ist nicht so schlimm, aber lass es raus. Trauer um deine Freundinnen, hier und jetzt, solang du es kannst. Solange ich für dich da sein kann.“
„Sie sollten nicht tot sein“, Yukiko spürte, wie ihre brennenden Augen erneut feucht wurden. Eine schmerzende Hitze stieg in ihr auf und wieder liefen Tränen ihre wundgeweinten Wangen herab: „Sie sollten nicht tot sein! Warum sind sie gestorben? Wer hat sie mir genommen?“
„Ich weiß es nicht“, väterlich tätschelte er ihr den Rücken: „Ich kann es dir nicht sagen…“
Und sie weinte in seine Uniform, bis keine Tränen mehr kamen, schluchzte, bis kein Laut mehr aus ihrer Kehle kam.
Schwach und zitternd lag sie in seinen Armen, bis ihr Atem wieder ruhig ging.
„Ich muss wirklich gehen…“, krächzte sie.
„Ich weiß“, antwortete Kyōraku leise: „Wir werden dich befreien, hörst du?“
„Sag es ihm nicht.“
„Was?“, erstaunt löste er sich von ihr: „Warum soll ich ihm nicht sagen, dass du lebst?“
„Bitte, sag es niemandem. Ich kann nicht zu euch kommen und ihr könnt mich jetzt nicht mehr befreien. Das hier wird entweder mit meinem oder mit eurem Tod enden. Mach ihm keine falsche Hoffnung.“
Er runzelte die Stirn: „Wann bist du nur so eine Pessimistin geworden?“
„Versprich es mir“, flehte sie: „Brich ihm nicht nochmal das Herz. Was denkst du, wie er sich fühlen würde, wenn er erfährt, dass ich lebe, nur um zu realisieren, dass ich nicht zu ihm gekommen bin?“
Der Taichou dachte kurz nach, dann nickte er: „Du hast Recht… ich verspreche es, ich erzähle ihm nicht von dir…“
„Danke“, hauchte sie und erhob sich wackelig: „Ich vermisse euch…“
Damit wandte sie sich ab und floh regelrecht in das Garganta.
Wenn sie jetzt nicht ging, würde sie nie zu Aizen zurückkehren, und das wäre Ashidos Tod.
Sie wollte ihn nicht auch noch verlieren…
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