Alles auf der Erde

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
12.06.2019
15
21152
4
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Vielen vielen Dank für all die Reviews!
Ich gebe mir Mühe, so schnell und so viel wie möglich zu schreiben, aber es geht gerade mit riesigen Schritten auf meine 2. Klausur dieses Semester zu und das Physikum rückt auch immer näher. Ich kann deswegen noch nicht sagen, wann das nächste Kapitel hiernach kommen wird, aber wisset, dass ich mich beeile ^-^
LG
Kuraiko
_____________________________________________________________________________________________________________



Kapitel 14: Engelstränen

Sie hasste das Warten.
Genau deswegen tat er das, das wusste sie.
Dennoch trieb es sie zur Weißglut.
Ungeduldig trommelten ihre Fingernägel auf die Lehnen des Stuhls, während Aizen in aller Seelenruhe schrieb.
Als er das Ende der Seite erreichte legte er den Stift weg und schenkte ihr endlich seine Aufmerksamkeit: „Yukiko.“
„Meister.“
„Ich habe mich für eine großartige Strafe entschieden“, er lehnte sich zurück und lächelte sein selbstverliebtes Lächeln.
Der Shinigami schien mit sich selbst so zufrieden zu sein, wie selten.
Und ließ sie wieder warten, bis sie es nicht mehr aushielt: „Was ist meine Strafe?“
„Du wirst eine Liste für mich anfertigen“, erklärte er und reichte ihr eine Schriftrolle und einen Stift.
„Wovon?“, verwirrt nahm sie beides an.
„Nun“, er lehnte sich zurück und faltete die Hände auf dem Tisch: „Ich möchte, dass du in die Seireitei eindringst, genauer gesagt sollst du den Friedhof der Gotei 13 aufsuchen und die Namen der Gefallenen aufschreiben.“
„Was?“, rutschte es ihr heraus: „Das ist doch vollkommen sinnlos!“
„Genau“, er lächelte sie liebevoll an: „Das sollte dir viel Zeit geben, um darüber nach zu denken, wie sehr du mich enttäuscht hast. Du hast einem Befehl von mir nicht entsprochen, so etwas sollte wirklich nicht noch einmal geschehen. Bei deinem nächsten Fehltritt töte ich deinen kleinen Shinigami-Freund, der da draußen ganz alleine ums nackte Überleben kämpft. Und nach dem Dritten, nun, du erinnerst dich an unsere Vereinbarung...“
Sie schluckte, dann nickte sie: „Ja, Meister. Ich danke dir für diese Strafe. Ich werde dich nie wieder enttäuschen.“
Mit einem Wink gab er ihr zu verstehen, dass sie sich entfernen durfte und sie beeilte sich, sich zu verbeugen und aus dem Büro zu hasten.
Ashido, wieder bedrohte er Ashido.
Sie durfte sich so etwas wie den Kampf mit Grimmjow nie wieder leisten.
Wenn er ihm etwas antun würde... sie bedeckte ihren Mund, um jegliche Laute zu ersticken, daran durfte sie nicht denken.
Jetzt hatte sie einen Auftrag, einen Befehl, den sie perfekt ausführen musste.
Sie schnappte sich ihren Umhang und warf ihn über.
Er roch störend nach Gin.
Sie öffnete das Garganta und trat ihren Weg an.
Sie hatte diesen Ort schon immer gehasst.
Der Friedhof tat sich vor ihr auf.
Ihr Blick glitt über Reihen auf Reihen auf Reihen von identischen Steinen.
Mit einem Seufzen zückte sie ihr Werkzeug und fing an, die Namen zu notieren.
Yukiko spürte, wie sich ihr Herz schmerzhaft verkrampfte, immer schmerzhafter, mit jedem Grabmal, das sie näher an Aikos Grab führte.
Sie versuchte den Schmerz abzuschütteln, aber er war da, auf Schritt und Tritt folgte er ihr.
Und dann war sie da.
Starrte auf den Stein.
„Aiko...“
Ihr Grab war schon lange nicht mehr besucht worden, das konnte man sehen.
Keine Blumen, keine Opfergaben, nicht mal Räucherstäbchen und dazu noch hatte sich Moos langsam aber sicher seinen Weg auf dem Stein hochgekämpft und bedeckte schon einen Teil der Schriftzeichen.
Wütend griff sie nach dem unverschämten Grün, riss es ab.
„Aiko... bist du schon zurückgekehrt? Bist du wiedergeboren worden?“, und der verwitterte Stein schwieg.
Deprimiert erhob sie sich, zwang sich weiter zu gehen.
„Ich darf nicht stehen bleiben“, sagte sie sich, in der Hoffnung, dass es helfen würde. Widerwillig folgten ihre Beine ihrem Befehl.
Gräber, so viele Gräber.
Und Namen, so viele Namen.
Gefallen im Kampf.
Gefallen im Kampf.
Gefallen im Dienst für die Seireitei.
Gefallen im Kampf.
In Frieden gegangen.
Sie stutzte, aber ja, auch das sollte es geben. Aber es war selten, so selten für einen Soldaten der Gotei 13, nicht im Kampf zu sterben, sondern friedlich...
Sie trat an den nächsten Grabstein und stockte.
Hakuma Miyuki (┼)
Fünfter Sitz der Zwölften Division
Gefallen im Dienst für die Seireitei
Ruhe in Frieden

Für einen Moment setzte ihr Herz aus, ihre Augen glitten ungläubig über ihren alten Namen. Natürlich, schalt sie sich, natürlich hat man mir ein Grab gewidmet.
Nachdem sie sich vom Moment des Schocks erholt hatte, nahm sie sich die Zeit ihre Ruhestätte zu betrachten.
Es war ein gut gepflegtes Grab.
Unter ihrem Namen stand eine kleine Schale mit abgebrannten Räucherstäbchen und daneben lagen weiße, zarte Glockenblumen im Gras.
„Das war Tōshirō“, rutschte es ihr heraus und die Erkenntnis versetzte ihr einen unerwarteten Stich. Automatisch griff sie sich an die Brust, entließ zischend ihren Atem: „Tōshirō, nach all dieser Zeit...“
Yukiko atmete durch, versuchte sich zu beruhigen: „Natürlich... nach all dieser Zeit... du würdest mich auch in hundert Jahren nicht vergessen... Geh weiter, geh weiter, Hakuma Miyuki ist tot.“
Sie war sich nicht sicher, ob die Aufforderung an ihn oder an sie selbst gerichtet war, aber sie wandte sich ab, ging die paar Schritte zum nächsten Grab, schrieb den nächsten Namen auf, hielt sich davon ab, über die Schulter zurück zu sehen.
Ein Grab nach dem anderen.
Ein Name nach dem anderen.
Suzuki und Watanabe und Tanaka und Watabashi und Toyota und Takeshi.
Namen, Namen, Namen, so viele Namen.
Itou.
Sie stutzte, sah von ihrer Hand auf, sah den Stein ein zweites Mal an.
Itou Rin ┼
Soldatin der Sechsten Division
Gefallen im Kampf
Ruhe in Frieden

„Nein...“, fassungslos starrte sie die Zeichen an, bis sie vor ihren Augen verschwammen: „Nein.“
Aber der Grabstein stand da.
„Nein, Rin, nein“, ihre Knie gaben nach und sie streckte ihre zitternde Hand ungläubig aus, berührte den kalten Stein: „Rin, was ist bloß passiert... Rin?“
Soldaten sterben, erinnerte sie Vendetta sanft, Steh auf, Yukiko. 15 Jahre sind vergangen, in einem so langen Zeitraum sterben nun mal einige Shinigami. Erinner dich daran, wie sie dich am Ende gemieden haben. Sie war nicht mehr deine Freundin. Steh auf, Yukiko, geh weiter.
Auch wenn seine Worte hart waren, zitterte die Stimme ihres Dämons und sie wusste, er versuchte es ihr einfacher zu machen, versuchte sie zum Loslassen zu bringen.
„Rin... sie hatte nicht verdient, zu sterben“, die Arrancar zwang sich auf die Beine und ging zum nächsten Grabstein.
Ihre Hände zitterten so sehr, dass sie kaum schreiben konnte.
Vergiss sie, vergiss dein altes Leben. Du musst dich nur an eines erinnern: deinen Hass für Aizen.
„Ja, Hakuouki“, ihr rutschte sein alter Name heraus und sie zuckte zusammen, korrigierte: „Vendetta...“
Und trat ans nächste Grab, schrieb den nächsten Namen auf und den übernächsten und den danach... wieder war es als würde ihr ein Messer ins Herz gerammt.
Katou Lilei (┼)
Soldatin der Sechsten Division
Gefallen im Dienst für die Seireitei
Ruhe in Frieden

Für einen Moment sah sie das Bild ihrer ehemaligen Kameradin sonnenklar, aus einer Mähne aus braunen Locken starrten verweinte, graue Augen sie kalt an.
„Lilei...“, ihr Körper erzitterte unter ihrem Schluchzen: „Du auch? Lilei, sehe ich dich auch nie wieder?“
Erinner dich, wie sie dir von Aikos Tod erzählt hat. Sie hat dich verurteilt und gehasst, weine nicht um sie, bat ihr Dämon, aber sie schrie ihn an: „Sie war meine Freundin, Rin und Lilei, sie waren meine Freundinnen, so viele Jahre lang! Sie waren für mich da, und mit der Zeit, mit etwas mehr Zeit hätten sie mir verziehen!“
Ihr Reiatsu hatte die Wiese vereist, mühsam brachte sie sich unter Kontrolle.
„Sie sollten nicht tot sein, sie sollten hier nicht liegen!“
Geh weiter, Yukiko.
Die Arrancar zwang sich mühsam der Aufforderung ihres Zanpakutou Folge zu leisten, zwang sich einen Schritt nach dem anderen zu machen. Ihr zitternder Körper wehrte sich gegen jede Bewegung, ihre Knie waren weich und ihre Brust stand in Flammen.
„Es tut so weh, Hakuouki“, schluchzte sie.
Shhh, geh weiter, Yukiko.
„Es tut so sehr weh“, ihre Hand krallte sich in den weißen Stoff über ihrem Herzen: „Mach, dass es aufhört!“
Das kann ich nicht, ihr Dämon klang traurig, erschöpft, das kann niemand.
„Ich will das es aufhört!“, schrie sie beinahe und dann sah sie den nächsten Namen und ihr Schluchzen wurde zu einem hysterischen Schrei.
Meruhen Shirayukihime ┼
Neunter Sitz der Dritten Division
Gefallen im Kampf
Ruhe in Frieden

Yukiko.
„Miyuki?“
Review schreiben