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Alles auf der Erde

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Coyote Stark Hitsugaya Toushirou OC (Own Character)
14.11.2017
27.12.2019
32
51.854
8
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13.05.2019 1.353
 
Kapitel 12: Schwarz zu Weiß

„Was hatte ich dir zu den Espada gesagt?“, Aizen ging auf und ab.
„Ich hab ihn nicht getötet, aber er hat mir keine Wahl gelassen“, sie schnaubte: „Wenn mir jemand eine Klinge an den Hals legt, dann weise ich denjenigen zurecht.“
Ihr Meister seufzte und blieb stehen: „Du bist eine wilde Bestie geworden, ich muss dich wohl beschäftigen.“
Sie zuckte mit den Schultern: „Ober beschäftige die beiden Deppen, die mir immer auf den Geist gehen.“
„Nnoitra und Grimmjow?“
„Ja, einer schlimmer als der andere“, sie seufzte: „Du hast gesehen, was ich mit Grimmjow gemacht habe, er wird mich nicht noch einmal angreifen. Lass mich das Selbe mit Nnoitra machen und sehen, wie vorlaut er dann noch ist.“
„Kommt nicht in Frage“, entgegnete der Shinigami: „Zum Glück hast sich Grimmjow so schnell erholt, sonst würde ich dich ernsthaft bestrafen müssen.“
„Also, was wird meine Strafe sein, Meister?“
„Ich überlege mir etwas passendes, du kannst in den nächsten Tagen einen Auftrag erwarten“, erwiderte Aizen mit einem sanften Lächeln.
Sie nickte und erhob sich: „Bin ich für heute entlassen?“
„Ja.“
„Danke, Meister“, sie schlenderte zurück in die große Halle.
Starrk lag wie so oft in einen weißen Sitzsack vergraben in der Ecke und schlief, auf seinem Schoß hatte sich Kukkapuro, der Arrancar-Hund zusammengerollt.
Lilynette spielte Jenga mit Nel und Grimmjow.
Sie lächelte in sich hinein.
Ihr Weg hatte sie nicht an den schlimmsten aller Orte geführt, es war gar nicht so schlecht, zu den Arrancar von Aizen Souske zu zählen.
Mit Schwung ließ sie sich in den Sitzsack fallen und stieß dem Primera ihren spitzen Ellbogen in die Seite, bevor sie anfing, den kleinen Welpen zu streicheln, der kurz den Kopf hob und dann mit dem Schwanz wedelte.
Missmutig brummte er und öffnete die Augen: „Was?“
„Erzähl mir was“, forderte sie und lehnte sich an.
Mit einem Seufzen legte er einen Arm um sie und fing an: „Grimmjow hat vorhin bei Mensch ärgere dich nicht verloren und dann hat er das Spielbrett zerfetzt. Lilynette hat ihn gefühlt durchs halbe Schloss gejagt dafür.“
Leise lachte Yukiko: „Verdienterweise. Konntet ihr das Brett kleben?“
„Nein, ich werde wohl ein neues aus der Welt der Lebenden besorgen müssen“, Starrk zuckte mit den Schultern: „Halb so wild, soll ich dann noch irgendein anderes Spiel mitbringen?“
„Wie wäre es mit einem Kartenspiel? Kennst du „Elfer raus“?“
Er schüttelte den Kopf: „Ich kenne es nicht, aber ich werde danach fragen. Nel hat „Vier gewinnt“ vorgeschlagen. Kennst du das?“
„Ja, natürlich“, erwiderte die Arrancar und sah ihn von der Seite an: „Du etwa nicht?“
„Ich stamme wohl aus einer anderen Zeit als ihr“, der Mann lächelte leicht: „Ich kenne nur Shogi.“
„Na dann bringen wir dir die anderen Spiele eben bei.“
Ruhe legte sich über sie, während sie den anderen Drei beim Spielen zusahen.
„Das hier ist auch nur ein Spiel“, sagte er irgendwann in die Stille hinein.
„Ich weiß“, bestätigte die ehemalige Shinigami: „Aber besser eine gespielte Familie, als gar keine.“
„Was denkst du, wann wird der Krieg beginnen und unser Spiel beenden?“
„Bald, viel zu bald“, Yukiko seufzte: „Aizen wird die Shinigami unvorbereitet treffen wollen, deswegen beeilt er sich auch so sehr, alle Ränge mit besseren Leuten zu besetzten.“
„Stirb nicht, Lilynette würde ihre Ersatzmutter vermissen“, er sah sie ernst an.
„Stirb nicht, Lilynette würde ihren echten Vater noch viel mehr vermissen“, entgegnete sie aber er schüttelte den Kopf: „Wenn ich falle, dann fällt sie mit mir. Denk daran, ein Herz, eine Seele.“
„Ein Grund mehr für dich, nicht zu fallen“, sie sah wieder zu dem grünhaarigen Mädchen herüber: „Würdest du mich vermissen?“
„Ja, du bist angenehme Gesellschaft. Endlich jemand, mit dem ich Shogi spielen kann.“
Leise lachte die junge Frau: „Und jemand, der dich in den Schlaf singt.“
Der Brünette nickte: „Das auch.“
Kurz drückte er ihre Schulter: „Wir überleben Aizens Krieg und dann können wir weiter Vater-Mutter-Kind spielen.“
„Ja, dann können wir weiterspielen.“
Der Turm fiel zusammen und Grimmjow fluchte.
Kichernd tadelte Nel ihn: „Pass auf deine Wortwahl auf, hier ist ein Kind anwesend.“
Yukiko erhob sich: „Ich spiele die nächste Runde mit.“
Sie spürte Starrks Blick auf sich, als sie sich mit an den Tisch setzte.
Nelliel baute den Turm von neuem auf, während Grimmjow sich Sticheleien von Lilynette anhören musste: „Lässt du dich vielleicht einfach gerne von Frauen schlagen? Yukiko hat dich schließlich auch schon spielerisch verprügelt!“
„Erinner mich bloß nicht daran“, knurrte der Blauhaarige und nickte ihr zur Begrüßung zu.
„Gib´s zu, das ist dein Fetisch“, kicherte das Mädchen und wandte sich an die Ankommende: „Hatte er einen Harten, als du ihn fertig gemacht hast?“
„Lilynette!“, mit gespieltem Empören hob sie tadelnd einen Zeigefinger: „Was sind denn das für Themen für eine junge Frau!“
„Starrk hat manchmal eine Morgenlatte!“
Nelliel kicherte verlegen und wurde rot.
„Warum weißt du das?“, fragte Yukiko amüsiert.
„Na, weil ich ihm die Eier zwicke, wenn er nicht aufstehen will!“, rief die Kleine übermütig zurück.
„Ahaaaaaa“, antwortete die Blauhaarige langezogen und sah den Panther lachend an: „Aber nein, Grimmi hier hatte keinen Harten, er steht nicht darauf, von Frauen geschlagen zu werden.“
„Können wir dann jetzt das Thema wechseln?“, er bleckte die Zähne und stützte sich auf den Tisch: „Der Verlierer fängt an, also ich.“
Es wurde eine entspannte Runde, und eine Zweite und eine Dritte.
Ein Haufen von Monstern, die Gemeinschaftsspiele spielten, wie eine Gruppe alter Freunde.
Jeder Einzelne von ihnen hatte Blut an den Händen kleben.
Und sie genoss es.
Sie genoss die gespielte Normalität, die Farce der Familie, die „Freunde“ die doch nur aufgezwungen waren, weil sie ihren Kollegen nun mal nur in Maßen entkommen konnte.
Noch mehr genoss sie es, wenn die gespielte Normalität aussetzte und sie töten durfte. Zerfetzen, zerfleischen, zerreißen.
Sie war der Feind geworden.
Und sie liebte ihre Macht.

Noch bevor er klopfen konnte rief sie leise: „Herein.“
Der Primera schob die Tür auf, schloss sie hinter sich und lehnte sich dagegen.
Im Zwielicht war sein Gesicht kaum auszumachen.
Sie saß auf ihrem Bett, wartete darauf, dass er etwas sagte.
Einen Moment lang blieb es still.
„Ich kann nicht schlafen.“
„Pfff“, machte die Arrancar: „Natürlich nicht, du pennst schließlich schon den ganzen Tag über!“.
„Nein, nicht das, nicht so ich meine…“, er seufzte und ließ seinen Kopf gegen die Tür fallen: „Ich finde keine Ruhe…“
Yukiko runzelte die Stirn, dann klopfte sie auf ihr Bett: „Komm, leg dich zu mir.“
Für eine Weile zögerte Starrk, schien nach zu denken, dann setzte er sich in Bewegung, öffnete den Obi, streifte seine gespenstisch weiße Jacke ab, warf sie über den Hocker, der neben ihrem Bett stand und setzte sich, während er umständlich seine Handschuhe auszog, um dann seine Schuhe auszuziehen.
Erst als er sich ihr wieder zuwandte, fing sie an zu sprechen: „Du findest keine Ruhe… soll ich dir sagen wieso? Du bist einsam, du bist so unendlich einsam. Du sehnst dich nach menschlicher Wärme, aber du bist an den falschen Ort gekommen, um sie zu finden. Wir sind Monster. Wir alle. Ein Palast voller Monster. Und würde Aizen jeden einzelnen Hollow holen und verwandeln, wir wären trotzdem noch einsam in der Masse von Monstern.“
Coyote sah sie an. Im Halbdunkeln schienen seine Augen beinahe schon gefährlich zu glühen, wie die eines Raubtieres auf der Jagd.
Wieder blieb er eine Weile stumm, dann wandte er sich ab und ließ sich auf ihr Kissen fallen: „Bist du auch ein Monster?“
Sie lehnte sich über ihn, um ihn anzusehen: „Natürlich. So wie du auch…“
„Nein, ich bin kein Monster“, seine Hände fingen ihre Locken ein, spielten damit: „Ich genieße das Töten nicht.“
Ein trauriges Lächeln umspielte ihre Lippen: „Richtig. Und du genießt auch den Kampf nicht… vielleicht bist du tatsächlich der einzige Arrancar, der kein Monster ist.“
„Sing für mich“, forderte er leise und sie ließ sich neben ihn auf ihr Bett sinken, legte ihre Hand auf seine Brust.
Die Haut des Primera war beinahe schon heiß und sein Herz pochte träge unter seiner Haut.
„Vergiss nicht, dass ich ein Monster bin…“, ermahnte die Arrancar den Espada und fuhr den Umriss seines Hollowlochs nach, dann sang sie ihn in den Schlaf.
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