Hermine Granger und das Geheimnis der Kelten

von Hedwig93
GeschichteDrama, Thriller / P16
13.11.2017
12.11.2018
33
112100
17
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
“Macht schon, wir haben nicht mehr viel Zeit”, maulte Neville im Schlafsaal der Gryffindors. “Die Feier beginnt gleich und wir müssen unsere Frauen noch abholen.” Neville lief nervös zwischen den Betten des Schlafsaals hindurch und wartete auf eine Reaktion aus dem Bad.
“Chill ma’, Neville. Wir sind gleich fertig”, riefen zwei Stimmen durch die verschlossene Tür. Neville war unwohl. Heute war der letzte Tag in Hogwarts. Er hatte gleich ein Date mit Hannah aus Hufflepuff und musste erwarten, dass er besonders geehrt werden würde. Er hatte mit vielen Anderen zusammen an der Vernichtung von Voldemort teilgenommen. Dafür sollte es noch <Besondere Auszeichnungen um das Wohl der Schule> geben. Zusätzlich hatte er eine der besten Prüfungen in Kräuterkunde abgelegt. Die <Hohe Vereinigung der Herbologen und der Freunde der magischen Flora> ehrt jedes Jahr einige Schüler, zu denen er auch gehören würde. Verschiedenste Organisationen kürten jedes Jahr die besten Absolventen von Hogwarts. Da gab es die <Gesellschaft britischer Zaubertrankbrauer> oder die <Liga der außergewöhnlichen Zauberkunst>. Diese Ehrungen sollten die Absolventen dann immer motivieren, genau in diesem Bereich weiter zu machen. ‘Das ist alles so schrecklich unnötig. Was ist heute nur los mit mir? Man muss wohl so gehen, wie man gekommen ist, oder? Unsicher und ängstlich.’

Harry und Ron öffneten die Badezimmertür und traten in den Gemeinschaftsraum hinaus. Sie trugen, wie Neville, einen tollen und modernen Festumhang für die Feier
“Neville, wir sind fertig”, meinte Ron und legte die Hand auf seine Schulter. Neville erschrak, da er mit dem Rücken zur Tür gestanden hatte.
“Wird auch Zeit. Kommt, lasst es uns hinter uns bringen.”
“Was ist los mit dir, Neville? Ein Knut für deine Gedanken”, meinte Harry und schnappte sich sein Geschenk für Hermine.
“Ich bin so nervös. Ich weiß auch nicht. Ich fühle mich, wie damals, als wir neu waren.”
“Mach dir nichts draus. Wir sind alle nervös. Es wird schon werden”, munterte Ron seinen Freund auf.

Sie machten sich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum und dort warteten bereits Hermine und Parvati. Sie blickten die Treppe hinauf und winkten den Jungs zu.
“Da seid ihr ja endlich, wir dachten schon, wir wären zu spät”, stellte Parvati fest.
“Wir brauchen einfach unsere Zeit.” Ron küsste Parvati zur Begrüßung und Harry tat es ihm mit Hermine gleich.
“Dann gehen wir mal los, oder? Wo ist Ginny?”, fragte Harry.
“Die wollten sich doch schon früher treffen.”
“Stimmt, Neville. Hab’ ich vergessen.”

Die Gruppe setzte sich in Bewegung. Sie waren gerade auf der Hälfte des Weges angekommen, als sich Neville verabschiedete.
“Ich hole Hannah ab, bis gleich.” Schon war er verschwunden und die anderen nahmen den Rest des Weges auf sich.
“Diese Schuhe bringen mich um. Das ist genau so schlimm, wie bei unserer Hochzeit”, maulte Hermine, die ihre smaragdgrünen Schuhe gerade wieder strafend anschaute.
“Du siehst aber richtig heiß aus, in dem grünen Kleid und in den Schuhen…”, pfiff Harry.
“Du weißt schon, dass wir verheiratet sind, oder?”
“Ja, und? Darf ich da meine Frau nicht mehr heiß, wild und wunderschön finden? Denn all das bist du”, schmunzelte Harry, als Hermine leicht rot wurde.
“Ich liebe dich auch.”

Parvati und Ron hatten sich zurückgehalten. Sie waren auch nicht unbedingt in der Position sich darüber zu amüsieren. Sie waren viel schlimmer und das wussten sie beide. Sie erreichten die Treppe zur Eingangshalle. Einige Schüler waren bereits da und unterhielten sich. Viele der Eltern waren ebenfalls gekommen. Das Ministerium erlaubte zum allerersten Mal auch Muggeleltern für die Abschlussfeier ihrer Kinder Hogwarts zu besuchen. Das war eine der Änderungen, die Kingsley durchgeboxt hatte. Die Ankommenden sahen noch, wie sich ein Paar nach einem innigen Kuss voneinander trennte.
“Na, Lovebirds? Habt ihr es auch endlich geschafft?”, fragte Draco, der mit Ginny bei seiner Mutter und Molly stand.
“Sagt der, der vor einer Minute noch seine Frau geküsst hat?”, konterte Harry.
“Tja, ich liebe diese Frau einfach.”
“So wie ich meine.”
“Hey, hört auf. Das machen nur Draco und ich. Seit wann habt ihr daran Spaß?”, maulte Ron.
“Warum nicht? Er hat angefangen.” Harry wunderte sich über Ron.
“Ganz einfach, Harry. Wir haben zwar die Schlange in unsere Clique integriert - Himmel, er ist der Mann meiner Schwester - aber er und ich kappeln uns doch immer. Der alten guten Zeiten willen. Und nun machst du das auch. Das ist nicht fair.” Ron war nicht eifersüchtig, doch ein bisschen Streit machte doch immer Spaß, oder? Er schaute Harry herausfordernd an.
“Du weißt schon, dass die <alten Zeiten> auch zu meiner Vergangenheit gehören? Stell dich nicht so an. Ich mach dir Draco schon nicht streitig, aber manchmal will ich da auch mal mitmachen.” Harry wurde für den doppeldeutigen Kommentar von Ron in die Seite geboxt. Ron und Harry schauten sich kurz grimmig an, doch dann lachten beide.
“Jungs?! Jungs?!”, kam es von Ginny. Draco klatschte beide ab und sie lachten zu dritt.
“Wir werden sie nie verstehen, aber sie uns auch nicht. Das ist das Gute”, schüttelte Parvati den Kopf. “Na ja, außer vielleicht,du und Harry, Hermine.” Hermine zuckte bei der Anspielung auf ihre <besondere Beziehung zu Harry> nur mit den Schultern.
“Und trotzdem lieben wir sie und würden sie gegen niemanden anderen eintauschen wollen.”

Die Grangers hatten nun auch bemerkt, dass ihre Tochter und Harry da waren und gesellten sich zu der Gruppe. Hermine umarmte ihre Mutter und ihren Vater zur Begrüßung.
“Wir können euch jetzt so sehr verstehen. Es ist einfach toll hier, wirklich”, staunten beide. Natürlich, Fotos gab es von Hogwarts, aber selber da zu sein, ist immer anders. Die Schulleiterin, Minerva McGonagall, ließ es sich nicht nehmen, allen interessierten Eltern das Schloss zu zeigen.
“Ja, es ist wirklich toll hier. Mein erstes richtiges zu Hause”, meinte Harry und umarmte seine Schwiegereltern.
“Und was ist mit uns?”, fragte Molly halb sauer, halb freudig. Harry lächelte und umarmte auch Molly, die einer eigenen Mutter am nächsten kam.
“Es ist so toll, dass die Muggel nun auch hierher kommen können.” Arthur schüttelte Harry die Hand und klopfte ihm auf die Schulter. “Abschluss, ja? Wir sind so stolz auf euch alle, Harry.”
“Danke, Arthur.”
“Hallo, Narzissa. Schönes Kleid”, begrüßte Hermine die Mutter ihres ehemaligen Feindes und die Retterin ihres Mannes. Sie trug ein dunkelblaues Kleid, das perfekt zu ihren hellen Strähnen passte.
“Danke, Hermine. Aber deins ist auch schön. Passt zu Harrys Augen.”
“Stimmt, deswegen habe ich es auch ausgesucht.”

Die Tür zur großen Halle öffnete sich und Professor McGonagall bat die Absolventen mit ihren Eltern in die Halle. Sie wollte sich diesen Moment nicht nehmen lassen, denn immerhin hatte sie zu vielen der Schüler hier ein anderes Verhältnis, als es sonst üblich war. Es waren Freunde. Die Eingangshalle war festlich in den Farben der Häuser geschmückt. Für die Muggeleltern war es das gleiche Gefühl, wie für ihre Kinder vor so vielen Jahren. Sie blickten an die verzauberte Decke und konnten nur still staunen. Alles wirkte so edel und erhaben ohne ungemütlich zu sein. Es gab Stuhlreihen, von denen die ersten Reihen für die Schüler vorbehalten waren.
Neville setzte sich gerade noch pünktlich mit seiner Begleitung hin. Hannah begrüßte diejenigen, die ihr am nächsten saßen, dann ergriff die Schulleiterin das Wort.
“Liebe Absolventen und liebe Eltern. Wir sind hier heute zusammengekommen, damit wir den Abschluss feiern. Den Abschluss, der in einer schwierigen Zeit begann und in einem besseren Heute endet.”
Es folgte eine Rede, die kaum jemand wirklich vollständig wahrnahm. Für die Zeugnisübergabe sollte jeder Schüler einzeln nach Vorne treten. Die Zeugnisse wurden verteilt und Hermine freute sich über das beste Zeugnis, das es seit Jahrhunderten auf Hogwarts gegeben hatte.
“Hatte ich dir doch gesagt, oder?”, knuffte Harry sie in die Seite, als sie wieder Platz genommen hatte. Hermine lächelte und schon wurde der nächste Aufgerufen.

Als die Vergabe beendet war, verwandelten sich die Stuhlreihen in kleinere Tische, an denen mehrere Personen Platz nehmen konnten. Die Feier begann. Das Licht wurde gedimmt, indem kleine Wichtel einzelne Kerzen auspusteten und zur nächsten flogen.
“Hermine, warte. Bevor wir zurück zu deinen Eltern gehen. Ich habe noch etwas für dich. Hier”, hielt Harry sie am Arm zurück. Er übergab ihr ein kleines dunkelblaues Päckchen mit einer silbernen Schleife. “Ich weiß, es sind noch sechs Wochen bis dahin, aber ich finde, der Moment heute ist gut dafür”, kratzte er sich am Kopf. Hermine nahm das Päckchen und freute sich über die nette Geste. Als sie das Papier entfernt hatte, kam ein kleines gleichfarbiges Kästchen zum Vorschein.
“Was kann das sein?”, fragte sie und schaute Harry von unten an.
“Mach es auf und schau rein.” Sie tat es und ein Ring kam zum Vorschein. Er war ein schlichter, fast vier Millimeter breiter Silberring ohne Edelstein, jedoch waren Ziselierungen darauf zu erkennen. Ihr gefiel der Ring, aber sie verstand nicht, für welchen Anlass Harry ihr den Ring schenken wollte.
“Schau auf die Gravur, Hermine.”

1 Jahr von vielen. ILD, HJP

“Du bist verrückt. Ich liebe dich auch”, sagte Hermine gerührt und stürmte auf Harry zu. Sie umarmte und küsste ihn zum Dank. Es war ein Geschenk zum ersten Jahr als Ehepaar. Die Feier wurde nun offiziell mit dem Glockengeläut von Hogwarts eingeleitet.
“Da haben wir ja Glück gehabt, dass wir uns eh gerade geküsst haben”, scherzte Harry.
“Wegen der Glocken? Ja, stimmt. Ich glaube, ich habe wenig Lust, dass nach einem Jahr sein zu lassen.” Hermine küsste ihn erneut, bevor sie zu ihrem Tisch gingen. Hermine liebte Traditionen und so war es wenig verwunderlich, dass sie auch diese Tradition einhielt. Ein Jahr nach der Hochzeit sollten sich Paare bei jedem Glockenklang küssen. Das sollte Glück bringen. Letztendlich erinnerte man sich auf jeden Fall an die Hochzeit zurück und man durfte seine Frau küssen. Vermutlich sind das die beiden Gründe für die Tradition.  

***


Frankreich, Anfang Juni 1999

Eine Woche war seit dem Abschluss von Hogwarts vergangen. Hermine und Harry waren anschließend fast sofort abgereist. Immerhin hatten sie noch zweite Flitterwochen auf dem Programm. Sie waren in Südfrankreich, wie ursprünglich geplant.  
“Guten Morgen, Ems. Gut geschlafen?”, fragte Harry, als er erwachte und eine an der Bettkante sitzende Hermine vorfand.
“Nein, hab ich nicht”, würgte Hermine vor.
“Was ist los? Ist dir wieder schlecht?”
“Ja, ich muss…”, und schon rannte sie ins Bad. Sie schaffte es gerade noch zum Waschbecken. ‘Das ist so ekelig’, jammerte sie in Gedanken und wischte sich den Mund ab. ‘Dieser säuerliche Geschmack. Einfach widerlich. Sie öffnete die Schranktür des Apothekerschränkchens und nahm dort eine der kleinen Flaschen gegen Übelkeit heraus. Sie trank den Inhalt in einem Zug und schüttelte sich.
“Hermine? Darf ich reinkommen?”, fragte Harry.
“Ja, komm rein.” Er öffnete die Tür,  trat ins Bad  und sah Hermine an die Wand gelehnt stehen.
“Das war gestern wohl doch nicht gut, oder? Diese Meeresfrüchte sahen schon seltsam aus”, sagte Harry. Er erinnerte sich an den Abend im Restaurant zurück und Hermines komisches Essen.
“Jaaaa, war es. Irgendetwas war da nicht gut. Heute machen wir einen Ruhetag, ja? Nur Strand, ok?”
“Gerne. Dann können wir Schwimmen gehen.” Er dachte nicht mehr dran und küsste Hermine flüchtig auf den Mund.
“Ihhh. Ich habe mir die Zähne noch nicht wieder geputzt.” Harry hörte das schon nicht mehr. Er suchte die Badesachen von sich und seiner Frau zusammen.

Wenige Minuten später hatte sich Hermine wieder gesellschaftsfähig gemacht. Sie gingen Hand in Hand zum Strand, der direkt an das Hotel anschloss. Harry trug eine Strandtasche mit Handtüchern und Sonnencreme. Es war ein Teil der Stadt, der vollkommen frei von Autos war und somit konnten sie entspannt über die Straße laufen und erblickten auch schon das unendlich weite Meer. Der Sand knirschte unter ihren nackten Füßen.
“Lass uns da die zwei Liegen unter dem Schirm nehmen. Da ist auch ein Tisch”, entschied Hermine. Sie steuerten auf die Liegen zu und legten jeweils ein Handtuch darauf. Sie lagen keine fünf Minuten dort, als auch schon eine Bedienung des Hotels kam und nach Getränken fragte.
“Ich nehme eine Limonade”, bestellte Hermine.
“Zwei.” Die Bedienung ging zurück zum Hotel, um die Getränke zu holen. Harry legte sich gerade genüsslich auf die Liege, als Hermine erneut zu sprechen begann.
“Ich gehe mir eben meinen Badeanzug anziehen, ja?”
“Sicher, Schatz. Ich bleibe hier und bewache unsere Sachen.” Hermine nickte und verschwand in eine der Kabinen am Rand des Strandes. Sie beeilte sich und kam rasch zurück.
“Willstdu nun gehen, Harry?”
“Nein, ich brauche nicht.”
“Du weißt schon, dass Nacktbaden in Frankreich verboten ist?”
“Ich weiß das, aber sieh’ her, ich habe die Badehose bereits im Hotel angezogen.” Harry deutete auf seine Shorts zog sein T-Shirt über den Kopf. Er genoss das Gefühl der Sonne auf seiner nackten Haut.
“Oh, na dann.” Hermine griff um den Schirm herum und nahm seine Hand. Er drückte ihre liebevoll. ‘Oh, wie ich sein Lächeln liebe’, dachte Hermine. “Cremstdu mich ein?”
“Natürlich”, sagte Harry und nahm die Tube aus der Tasche. Er ging um den Sonnenschirm herum, um sich auf die Liege zu Hermine zu setzten.
“Warte, ich mach’ etwas Platz.”
Harry begann mit ihrem Rücken und massierte die Sonnencreme in Hermines helle Haut ein, währenddessen küsste er ihren Nacken und das Schulterblatt.
“Oh”, stöhnte Hermine und entspannte sich vollkommen. “Wir sollten das vielleicht doch besser auf unser Zimmer beschränken, denke ich.” Harry ließ sich nicht beirren und genoss es Hermine zu verwöhnen.  

“Geht’s dir besser?du siehst jedenfalls so aus.”
“Ja. Ich weiß, was ich hier nicht mehr esse. Wirklich. Jedenfalls nicht in diesem komischen Restaurant. Hast du eigentlich mein Buch mitgenommen?”
“Natürlich. Deine Emma ist in der Tasche. Ich geh’ jetzt mal schwimmen.”
“Danke, Schatz. Ich noch nicht. So gut geht es mir noch nicht.” Harry nickte und stand auf. Er eilte zum Wasser und stürzte sich wie wild ins kühle Nass. Hermine widmete sich ihrem Buch.
‘Dieser Mr. Knightley. Ob er Emma dann auch in der Ehe so zu Recht weist? Ein herrliches Buch’, dachte Hermine, als sie in der Mitte des Romans ankam. Sie liebte jedes Buch von Jane Austen und las jedes Jahr im Sommer eines ihrer Bücher.

Harry kam gerade aus dem Meer zurück zu seiner Liege. Es war so warm, dass er schon nach den zehn Metern zur Liege fast wieder trocken war.
“Und, Harry? Wie war’s?”
“Herrlich. Ich bin wirklich dafür, dass wir an die Küste ziehen. Das ist so toll, einfach ans Meer und schwimmen”, schwärmte er. Sie tranken ihre Limonade und genossen die Wärme.
“Ich denke, ich werde jetzt mal doch mit ins Wasser kommen. Kommst du mit?”
“Na sicher, sonst kommt noch ein Pirat und nimmt dich mir weg!”, scherzte Harry.
“Wer zuerst im Wasser ist”, lachte Hermine und rannte auch schon los.
“Das ist nicht fair”, rief Harry ihr noch nach.

Am Wasser angekommen, dauerte es nicht lange und Harry rächte sich an Hermine. Er nahm sie und legte sie sich auf seine Schulter. Sie schrie kurz auf vor Erstaunen.
“So, nun bist du dran.” Er ging mit ihr zusammen weiter ins Meer. Seine Oberschenkel waren schon zur Hälfte im Wasser.
“Lass mich runter. Ich bin auch ganz brav”, versuchte Hermine ihn zu erweichen.
“Na schön, wie du willst.” Er reckte sich und warf sie ins Wasser. Sie platschte auf dem Wasser auf und versank kurz vollständig im Meer.
‘Na warte. Jetzt mach ich dich fertig’, dachte sie und blieb kurz noch unter Wasser.
“Komm schon, Hermine, das ist nicht lustig.” Keine Reaktion von ihr. Er ging auf die Stelle zu, wo sie versank. ‘Ihr wird doch nichts passiert sein, oder?’

Plötzlich tauchte jemand aus dem Wasser auf und spritze eine Welle auf Harry zu.
“Ha ha, kommt davon, wenn Mann seine Frau nicht lieb hält.” Sie gingen aufeinander zu und verschmolzen in einen innigen gemeinsamen Kuss.
“Ich liebe dich, Ems. Du hast mir einen ziemlichen Schrecken eingejagt.”
“Ich liebe dich auch”, sagte sie und küsste ihn erneut.



Es war Abend geworden. Hermine und Harry hatten den Strand schon vor Stunden verlassen und lagen bereits im Bett ihres Hotelzimmers.
“Das sieht aus, als ob es ein Unwetter geben würde”, meinte Harry, als er durch die offenen Fenster blickte. Sie hatten ein Zimmer mit Blick auf das Mittelmeer. Der Himmel war in eine Mischung aus schwarz, blau und grau getaucht. Es erzeugte ein schummriges und zugleich gemütliches Licht. “Es ist bestimmt schon um die zehn Grad kälter geworden.”
“Bestimmt. Es sieht wirklich nach Gewitter aus”, kam es von Hermine, die sich an seine Brust gekuschelt hatte. Der erste Donner grollte und kurz darauf zuckte der erste, mächtige Blitz am Himmel. Hermine fuhr zusammen und rutschte noch etwas näher zu Harry. Er legte einen Arm um sie herum. Er zog die dünne Decke etwas zu Recht, als ein Windstoß durch das Fenster herein kam.  
“Hast du Angst vor Gewittern?”, fragte er und strich mit der freien Hand über ihre Haare. Mit der anderen drückte er sie noch etwas fester an sich.
“Ja, habe ich. Ich meine, ich weiß, es kann nichts passieren. Ich habe nur schlechte Erfahrung gemacht, was Gewitter angeht.” Er küsste sie auf ihre Haare und legte den Arm noch ein wenig enger um sie herum.
“Willst du drüber reden?”
“Nein.” Harry akzeptierte das. Er wusste genau, wenn seine Frau bereit war, würde sie schon zu ihm kommen. Sie tat es immer und würde es immer tun.

Der nächste Blitz zuckte und tauchte das Zimmer in ein unwirkliches Blau. Der Donner ertönte lauter als jemals zuvor an diesem Abend.
“Vielleicht doch. Du weißt sicher, dass mein Vater eine Mutter hatte”, begann Hermine.  
“Jeder hat eine Mutter, aber ja, weiß ich.” Hermine schaute kurz böse, doch ein Kuss von Harry besänftigte sie schnell wieder.
“Sie hieß Ann und verstarb, bevor ich nach Hogwarts gegangen bin. An diesem Abend hatte es bei uns gewittert. So richtig heftig, wie jetzt hier. Ich war ein Kind und hatte etwas Angst. Plötzlich kam meine Mutter hinein und setzte sich zu mir. Sie sah nicht gut aus. Ich dachte, es läge am Gewitter. Leider nein. Sie erzählte mir, dass meine Oma gestorben war. Sie war krank, das wusste ich, aber nicht, wie sehr. Bei ihr hatte es auch nicht gewittert. Da gab es keine Verbindung, aber ich habe seitdem Angst vor Gewittern. Diese beiden Ereignisse sind so sehr bei mir verknüpft, dass ich es wohl einfach nicht trennen kann.” Sie drehte den Kopf etwas und schaute Harry an. Er strich ihr über die Haare und zögerte mit seiner Antwort. Er wollte die richtigen Worte finden.  
“Verstehe. Aber ich bin da und alles andere können wir nicht beeinflussen. Es kann immer etwas passieren.” Er küsste sie ein letztes Mal und beide schliefen ein.


***


Mittelmeerküste vor Frankreich, 06.07.1999

Zur gleichen Zeit, vor der gleichen Küste. Eine große, weiße Yacht lag vor Anker und wurde von dem auf dem Meer tobenden Sturm von einer Seite auf die andere Seite geschleudert. Die Wellen schlugen an die Seiten des Schiffes.
“Ich hasse Gewitter. Und Sturm”, maulte der Kapitän. Er blickte gebannt auf das offene Meer hinaus und wusste wieder, warum er das Mittelmeer hasste. “Es ist hier immer das gleiche. Man denkt, man ist in einem sicheren Binnenmeer und dann passiert das. Wie lobe ich mir doch die Nordsee.”
“Du bist auch Seemann. Die mögen das doch nie. Schau lieber, dass wir nicht kentern”, riet ein anderer Mann, der auf der Brücke unterstützend die Koordinaten betrachtete. Der Kapitän nickte und versuchte sein Bestes.
“Ich verstehe nicht, was der Boss an Gewitter liebt.” Der Kapitän drehte kurz den Kopf zu seinem Offizier.
“Ich auch nicht. Wirklich nicht. Kein normaler Mensch liebt Gewitter. Man hat vielleicht kein Problem mit Gewittern, aber mögen sollte man die nicht.”


Währenddessen trank der Boss unter Deck ein Glas Wein. Es war ein großer Raum mit Holzvertäfelungen. Die Bullaugen an der Seite ließen das schaurig-schöne Wetter hinein. Die Blitze zuckten und die Gischt peitschte gegen das Glas. Die Yacht wankte, doch das störte hier unten niemanden.
‘Wie ich dieses ungestüme Wetter liebe. Das macht alles so schrecklich spannend’, dachte der Boss. ‘Die Muggel haben schon erstaunliche Technik in ihren Booten.’

Gleich war es wieder Zeit für den wöchentlichen Bericht seiner Unternehmungen. Er erinnerte sich an den Sommer von vor einem Jahr zurück (ist ein wichtiger Ausschnitt aus #DmdeewdM):


In London war es für die Jahreszeit viel zu warm. Die Bänker zerflossen draußen in ihren teuren Anzügen. Die Meisten machten keine Anstalten sich aus ihren klimatisierten Büros zu bewegen. Eigentlich ging es jedem so, der in einem der vielen Hochhäuser Londons ein Büro hatte. Eine Person stand mit dem Rücken zu dem großen Schreibtisch. Sie schaute auf die Themse und freute sich über die Tatsache, dass das höchste Gebäude der Stadt nun genau dieses hier war.
‘Allein meins’, dachte die Person bei dem Gedanken.

Es klopfte an der Tür und sie drehte sich um.
“Herein.” Die Person setzte sich an den Schreibtisch. Ein hagerer Mann mit schütterem, braunem Haar trat ein und verschloss die Tür gleich wieder.
“Entschuldigung für die Störung, Boss. Sie hatten um einen Bericht der letzten Aktivitäten gebeten”, begann der Mann. Die als <Boss> angesprochene Person nickte und bot ihm einen Stuhl an. Er setzte sich schüchtern und ordnete seine Papiere.
“Und?”, fragte der Boss.
“Beginnen wir mit einem Geschäftsbericht. Die Investitionen in die Banken <FrancoBanco> und <GermaBa> haben sich gelohnt. Beide Banken konnten Gewinne im Bereich von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Wie von Ihnen gewünscht, hatten sie sich hier in Großbritannien niedergelassen. Beide Banken haben, wie in Deutschland und Frankreich üblich, auch einen magischen Ableger, der sich gut gegen Gringotts positioniert hat”
“Sehr schön. Also alles, wie ich es wollte. Hat Gringotts schon Probleme?”
“Noch nicht, aber den Kobolden gefällt es nicht. Laut unseren Informanten, suchen die verzweifelt nach Möglichkeiten, die Konkurrenz klein zu halten.”
“Perfekt. Was macht Übersee?”
“In den USA konnten wir sowohl mit unserer Energiesparte, als auch als Technologiezulieferer im Silicon Valley gute Gewinne einfahren. Mindestens zwanzig Prozent, im Vergleich…”
“Zum Vorjahr. Ich verstehe schon”, lächelte der Boss und bedeutete so, im Bericht fortzufahren.
“Ja, genau. Wir haben gute Informanten im Ministerium. Auf jeder Ebene verteilt.”
“In welchem?”
“Im Zaubereiministerium von Großbritannien. So, wie Sie es wünschten. Wir konnten noch einen dazu gewinnen. Max O’Brian. Aber auch in anderen Regierungen. Deutschland, Frankreich, USA. Auch in den jeweiligen Muggelregierungen.” Die angesprochene Person nickte, bevor sie noch eine Frage stellte.
“Bis zu welcher Ebene genau?”
“Bis in die Höchste.”



Der Boss bemerkte gar nicht, wie ein Mann den Raum betrat. Erst ein Räuspern holte ihn in die Gegenwart zurück. Der hagere Mann begann mit seinem Bericht.
“Die Geschäfte laufen also alles in allem ziemlich gut. Kann ich sonst noch etwas tun?”, fragte der hagere Mann, als er geendet hatte. Er schaute gebannt zu seinem Boss und wartete darauf, welche Anweisung er als nächstes zu erfüllen hatte. ‘Ich bin froh, wenn ich wieder zurück in London bin. Dieses Wetter halte ich nicht aus’, dachte er.
“Ich denke nicht. Wir können dann mit dem Projekt beginnen. So, wie geplant! Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob sie etwas ahnen, aber egal. Es muss jetzt passieren! Ich will nicht noch länger warten. Außerdem ist jetzt, hier die perfekte Gelegenheit. So erregen wir keine Aufmerksamkeit.”
“Okay. Ich informiere gleich unseren Mann vor Ort. Wie dramatisch soll es werden?”
“Bitte, ich hasse Blut. Angst reicht vollkommen aus”, lachte der Boss und der hagere Mann schüttelte sich.
‘Er hasst Blut und Gewalt? Soll ich das glauben?’ Der Mann nickte und verabschiedete sich. Er hatte nun seinen Auftrag erhalten.

Das Weinglas war leer. Sobald der hagere Mann durch die Tür gegangen war, hüllte sich der Raum in schwarzen Dunst. Als er sich auflöste, war der Raum ebenfalls leer. Kein Mensch war mehr da. Nur das leere Weinglas stand auf dem Tisch. Der Boss war disappariert. Der Sturm ballte sich erneut auf und das Schiff wankte bedrohlich. Das Weinglas rutschte immer weiter in Richtung Tischkante. Der nächste Blitz zuckte am Himmel entlang und das Glas fiel scheppernd zu Boden.


__________________
Ja, ganz genau! Ginny und Draco sind hier ein Paar und sogar verheiratet. Wenn ihr wissen wollt, wie es dazu kam, lest dies doch gerne in “Hermine und die Liebe: Dann machen die es einmal wie die Muggel (#DmdeewdM)” nach: https://www.fanfiktion.de/s/58f3792700055ead2f7c8191/1/Hermine-und-die-Liebe-Dann-machen-die-es-einmal-wie-die-Muggel-DmdeewdM-



Nachwort:


Updates immer montags


Das ganze Projekt wäre ohne Thowo91 nicht möglich gewesen, da die Grundidee für den Plot dieser FF durch eine kleine gemeinsame Brainstorming-Session eines Abends entstand. Ich danke Thowo91 für die stete Unterstützung und seine Meinung.

PS: Einige Kleinigkeiten fallen nur dann auf, wenn man #DmdeewdM gelesen hat.

Rechtliche Hinweise:

Ich sehe mich hier gezwungen einen Disclaimer und rechtliche Hinweise einzubauen. Alle Charaktere aus der Welt von JKR gehören ihr. Mir gehört davon nichts und ich bekomme kein Geld dafür. Mir gehört der Plot dieser FF und die neuen Charaktere.

Ich habe einige historische Gegebenheiten eingebaut, die weder den Anspruch auf (wissenschaftliche) Korrektheit noch auf Vollständigkeit haben. Ich beanspruche auch keine 100% Überprüfbarkeit der historischen Ereignisse.
Review schreiben